In Physik promovieren, während man Chemie studiert - möglich?
Wenn man schon Physik im Bachelor und Master studiert hat und danach an derselben Uni (z. B. Stuttgart) Chemie im Bachelor und Master studieren möchte – kann man während des Chemiestudiums trotzdem in Physik promovieren?
Hat eine Promotion in Physik oder allgemein in Deutschland eine festgelegte Dauer, oder kann man sich die Zeit im Prinzip selbst einteilen?
Wäre es möglich, für eine Promotion auch 6 Jahre einzuplanen, wenn man selbst Geld hat, um einen Teil der Zeit ohne Stelle oder Stipendium zu finanzieren?
4 Antworten
Ja, ist möglich, aber nicht leicht. Vor allem ist beides sehr zeitintensiv.
m.f.G.
anwesende
Es fällt mir sehr schwer, mir vorzustellen wie das zeitlich hinhauen soll, wenn man beides in Vollzeit machen will.
Ein Chemiestudium ist arbeitsaufwändig. 40 h Arbeitsaufwand pro Woche reichen im Durchschnitt nicht aus.
Und genauso gilt das auch für eine Promotion im naturwissenschaftlichen Bereich; kein Doktorand, den ich an der Uni kennen gelernt habe, ist mit 40 h pro Woche hingekommen. Das war eher so, dass die morgens mit als erstes da waren und abends, wenn die Putzfrau durchkam, immer noch im Arbeitszimmer hockten.
Natürlich hat ein Promotionsstudium keine festgelegte Dauer. Aber auch dann, wenn man forciert daran arbeitet, werden aus den offiziell angepeilten 3 Jahren gerne mal 4-5 Jahre. Willst du ernsthaft doppelt so lange brauchen, um mit dem halben Arbeitsaufwand pro Woche hinzukommen?
Du weißt ja nicht im Voraus, ob das klappt.
Es braucht ja niemand absichtlich länger. Sondern das ergibt sich daraus, dass Zuarbeiten nicht termingerecht geleistet werden, dass Lieferungen nicht eintreffen, dass Versuchsaufbauten nicht funktionieren und wiederholt werden müssen...
Aber könnte man das nicht mit dem Prof absprechen, dass man 6 oder 7 Jahre einplanen möchte?
Die Frage ist auch, ob der Professor das überhaupt machen möchte. Die Promotionen sind oft eingebettet in größere Projekte. Eine Forschungsfrage doppelt so lang zu bearbeiten, nur weil der jeweilige Promotionsstudent nebenbei noch etwas anderes studiert, stelle ich mir kritisch vor.
Wenn du einen Master in Physik hast, kannst du natürlich in diesem Fach auch promovieren... du brauchst einen Doktorvater oder eine Doktormutter, die die Arbeit betreut... wenn du extern promovieren willst... und wenn du daneben noch Chemie studierst, dann geht das auch. Wird halt zeitlich dich etwas einschränken. Eine festgelegte Dauer für eine Promotion gibt es nicht. 3 Jahre sollte man definitiv einplanen, aber da gibt es keine Vorgaben.
Das ist zeitlich nicht möglich. Beides erfordert vollen Einsatz. Wenn es hoch kommt, steht man im Chemiestudium auch mal von morgens bis 18:00 Uhr im Labor und in der restlichen Zeit stehen Protokolle, Prüfungsvorbereitung und Schlaf an. Das kann man nicht mal eben nebenbei machen.
Ich würde sagen, dass man schon nebenbei studieren kann. Man macht dann vielleicht nicht direkt 30 ECTS/Semester und es funktioniert deutlich besser in Studiengängen ohne Anwesenheitspflicht und mit überwiegend Klausuren. Aber gerade, wenn man schon ein nicht völlig fachfremdes Studium hinter sich hat, ist das nicht mehr so wild.
Ich kann mir vorstellen, dass das trotzdem sehr schwierig wird, da die Modulpläne meistens sehr kompakt sind und Zeiten der Veranstaltungen und Prüfungen meistens so abgestimmt sind, dass sie ein problemloses Belegen nur dann ermöglichen, solange man sich in der Regelstudienzeit befindet. Darüber hinaus könnte es dann zu Überschneidungen von Terminen kommen.
Gerade die höheren Laborpraktika sind üblicherweise ganztags mehrere Wochen am Stück. Ich kenne es da so, dass zwar keine Anwesenheitspflicht gilt, die Zeit aber so bemessen ist, dass man sie wirklich ausschöpfen sollte um voranzukommen.
Und wenn man für die Promotion 6 bis 7 Jahren einplant?