In Deutschland wohnen und in der Schweiz Arbeiten - Ist das so einfach möglich?

11 Antworten

Ich habe mich damit auch beschäftigt, da ich ein Jobangebot aus der Schweiz hatte. Hätte da viel mehr verdient und daher war es schon interessant. Die Ernüchterung kam aber, als ich von den Kosten erfahren habe. So kostet ein Kindergartenplatz z.B. mal schnell 2000-3000 Euro im Monat, eine kleine Wohnung mit 20 qm in Zürich locker 1000 Euro, usw. Also der gute Verdienst wird schnell aufgewogen durch die hohen Kosten. Und das ist in Grenznähe oft auch nicht anders. Und wenn du nicht 60 Tage in der Schweiz wohnst, dann musst du dein Schweizer Gehalt in Deutschland versteuern. Hinzu kommen hohe Bankgebühren für den Transfer deines Gehalts auf ein deutsches Konto. Eine hilfreiche Seite zum Thema finde ich http://www.auswandern-handbuch.de/. Dort erhält man viele gute Informationen, wenn man in der Schweiz arbeiten will. Hat mir auf jeden Fall geholfen und mich letztendlich davon abgehalten in der Schweiz zu arbeiten.

So kostet ein Kindergartenplatz z.B. mal schnell 2000-3000 Euro im Monat

Der KinderGARTEN ist in der Schweiz kostenlos. Was du meinst sind Betreuungsstätten und Tagesstrukturen für Kinder bis 4 oder 5 Jahren. Ganz nebenbei werden die subventioniert, wenn man ein zu geringes Einkommen hat - genau wie Krankenkassen für Familien auch.

eine kleine Wohnung mit 20 qm in Zürich locker 1000 Euro, usw.

Erstens geht der Fragesteller davon aus, dass er als Grenzgänger arbeitet - also nicht in der Schweiz wohnt - und zweitens ist es nie sinnvoll, immer gerade das teuerste Pflaster zu erwähnen, welches man sich für Geld mieten kann. In der Zürcher Agglomeration gibt es 3ZWHG mit 78qm für 1000 Franken oder Genossenschaftswohnungen in gleicher Grösse für 850 Franken. Der Arbeitsweg liegt dann bei rund 20 Minuten.

Und das ist in Grenznähe oft auch nicht anders.

Doch. Sonst könnte man sich die extreme Anzahl an Grenzgänger nicht erklären, welche in Basel, Aarau und Solothurn täglich einmarschieren. Die Meisten dieser Grenzgänger können sich in der Grenzregion ein kleines Häuslein und ein tolles Auto leisten - der durchschnittliche Schweizer kann das nicht.

Und wenn du nicht 60 Tage in der Schweiz wohnst, dann musst du dein Schweizer Gehalt in Deutschland versteuern.

Das ist so irgendwie gar nicht richtig. Richtig ist, dass du als deutscher Grenzgänger mit Ausweis G (wohnhaft in DE, arbeiten in CH) mit einer sogenannten Ansässigkeitsbescheinigung einen fixen Quellsteuerstatz von 4,5% hast. Wohnst du in der Schweiz, gibt es vorerst einen Ausweis B für 5 Jahre, der Quellsteuersatz bleibt - dann wohnst du aber eben nicht mehr in DE, was in der Frage so eben gar nicht geschildert wird.

Hinzu kommen hohe Bankgebühren für den Transfer deines Gehalts auf ein deutsches Konto.

Das ist grundlegend falsch. Wie Deutschland ist auch die Schweiz im SEPA-Zahlungsraum. Geldtransfers kosten damit bis zu 50'000 Euro pro Überweisung überhaupt nichts mehr.

Wenn man auswandern möchte, dann sollte man sich im Zielland über die Begebenheiten informieren, nicht über ein Handbuch des Herkunftslandes.

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Das ist problemlos möglich. Die meisten Grenzgänger haben übrigens ein Gehaltskonto in Franken in der Schweiz und ein Euro-Konto in Deutschland. So wechseln sie die Währung nur für Ausgaben, die auch in Euro anfallen.

Rein praktisch gibt es auch die Lösung, grenznah in der Schweiz zu leben und trotzdem viele Lebensmittel in Deutschland zu kaufen. Das machen auch viele Schweizer...

am besten du mietest dir einen briefkasten, meldest deinen wohnsitz im kanton zug an (am wenigsten steuern) wohnst aber in deutschland. konto würde ich in der schweiz machen. dann kannst du sogar die mehrwertsteuer abzihen wenn du in deutschland einkaufst.

Das nennt man auch Steuerhinterziehung. Wird früher oder später garantiert entdeckt und kann dann richtig unangenehm werden...

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Kann man das einfach so machen?

Das in gewissen Regionen, vor allem im südlichen Baden-Württemberg recht verbreitet. Ebenso wie in den an die Schweiz angrenzenden Regionen in Frankreich, Österreich und Italien.

Oder anders gesagt: Es ist so verbreitet, dass die Schweiz sogar entsprechende Ausländerausweise ausgibt - G wie Grenzgänger. Es gibt auch genug zwischenstaatliche Abkommen, die alles was das Thema anbelangt bis ins Detail regelt.

Also ja, man kann das machen - wenn man einen Job in der Schweiz findet. Für den Schweizer Arbeitgeber macht es nicht den grossen Unterschied, ob du in Deutschland oder der Schweiz wohnst.

Spielt es dabei eine Rolle man sein Konto in der Schweiz oder in Deutschland hat?

Der Arbeitgeber wird das Gehalt in der Regel nur auf ein Konto einer Bank mit Sitz in der Schweiz zahlen.

Und noch was: Du verdienst zwar Schweizer Gehalt, bezahlst aber deutsche Steuern. Das ist nicht lustig. Zumal in den boomenden Grenzregionen Deutschlands die Lebenshaltungskosten nicht gerade günstig sind. In manchen Orten hat man teilweise schon Münchner Verhältnisse.

Ich finde es nicht so eine gute Idee, gerade auch mit der ganzen Pendelei. Zwar ist Wohnraum in Frankreich viel billiger als in Genf, aber ich habe mich doch für die Schweiz entschieden. Einkaufen kann man auch mal in Frankreich, wenn man möchte.

Ganz wichtig ist, dass man sich von außen viel schwieriger integrieren kann, gerade wenn mal Kinder da sind und die dann in der EU zur Schule gehen.

Ich habe mich aus Deutscher immer willkommen gefühlt, aber gegen Grenzgänger gibt es schon Vorbehalte bei einigen Genfern. Es gibt sogar eine politische Partei, die als wichtigten Punkt gegen Grenzgänger ist (lokale Partei, die nur in Genf antritt).

Bei den Steuern ist es blöd, wenn du in Deutschland besteuert wirst. Da hast du einen sehr hohen Steuersatz, gerade mit dem höheren Verdienst aus der Schweiz.

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