Hundetrainer/in - wieviel darf oder sollte das kosten?

14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hi,

zuerst einmal - lass dich nicht verunsichern. NIEMAND ist mit dem Hunde-Experten-Gen auf die Welt gekommen. Und wenn du Probleme und Unsicherheiten mit der Erziehung deines Hundes hast, ist es völlig legitim, dass du dir Hilfe suchst. Du bist an einen Problemhund geraten und die Abhilfe ist es dir wert, dass sie etwas kostet. Das ist dir anzurechnen, denn es tut nicht jeder. Es werden Hunde auch mal schnell "entsorgt", wenn sie nicht leicht zu händeln sind.

Die Hundetrainerin wird dir vermitteln, wie du souverän agierst ohne dass deine Unsicherheit für Spike erkennbar ist. Das ist schon mal das A und O und fast die halbe Miete. Sie wird auch Situationen mit dir durchgehen, in denen du auf andere Hunde triffst und dir Verhaltenstipps geben. Meistens ist es nämlich der Halter, der den Hund so reagieren lässt.

Ich würde versuchen, einen Pauschalpreis auszuhandeln und keine Einzelstunden. Auch die Beratungsgespräche im Vorfeld sollten nichts kosten. Sprich sie mal drauf an. Bei einem Stundenpreis von 40 € sollten Gespräche nicht zusätzlich im 10-Minuten-Takt abgerechnet werden - so kommt kein entspanntes Gespräch zustande.

Nach einer solchen Therapie solltest du im Anschluß auch in eine normale Hundeschule gehen und die Grundausbildung mitmachen. Die Probleme mit dem Aufeinandertreffen auf andere Hunde dürfte dann kein großes Hindernis mehr sein.

Ein Problemhund ist nicht vergleichbar mit einem "normalen" Hund, der keine Vorbelastung hat. Aber es lässt sich mit Liebe und Konsequenz daran arbeiten.

Meine Nora ist ein traumatisierter Hund aus schlechter Haltung, wo sich auch misshandelt wurde. Sie war abgemagert und wurde geschlagen, so dolle dass ihr Nase mehrfach gebrochen war, kannte kein Tageslicht. Sie kam aus dem Tierheim zu mir. Einige User hier wissen von ihrer Geschichte. Ich habe Therapien gemacht und die Hundeschule besucht. Ihr Trauma ließ sich zwar nicht ganz ausmerzen, aber ich kann meinen Hund "verstehen" und entsprechend handeln. Sie orientiert sich an mir.

So extrem muss es bei deinem Spike nicht werden oder sein. Das war nur ein Beispiel, dass man mit einem Hund dennoch arbeiten kann.

Ich hatte einen Schäferhund und danach einen Terrier - beide waren supergut erzogen und ausgebildet - allerdings kamen sie auch als Welpen zu mir. Erst meine Nora hat mir gezeigt, dass ein Problemhund ein komplett anderes Genre ist. Ein Hund vergisst nicht - und das zeigt er auch in allen Situationen.

Ich würde dir die Hundetrainerin unbedingt anraten - aber danach solltest du auch in einer normalen Hundeschule weiterarbeiten. Deine erlernte Sicherheit mit dem Umgang mit Problemsituationen wird auch deinen Hund verändern. Eigentlich möchte er kein "Rabauke" sein, sondern dir vertrauen, dass DU jede Situation "wuppst".

Wie gesagt, versuch einen Pauschalpreis für eine Therapie auszuhandeln - ohne Minutentakt-Abrechnungen. Ich konnte das so durchsetzen.

Mach es - rede mit der Trainerin.

Du liebst deinen Spike, das lese ich aus jedem Kommentar von dir. Wenn du mit ihm arbeitest, werdet ihr ein Spitzenteam.

Alles Liebe für dich und deine Fellnase.

LG

Eine gute Antwort!!! Ich bin genau wie du der Meinung, das es kein entspanntes zusammenarbeiten geben kann, wenn ständig auf die Uhr gesehen wird....

Aber....

NIEMAND ist mit dem Hunde-Experten-Gen auf die Welt gekommen

Bist du dir bei dieser Ausssage wirklich sicher??? Beim lesen der Antworten zu dieser Frage, hatte ich schon das Gefühl, das es hier einen gibt der ALLES (besser) weiß..... ;-)

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@Acoma

Ja, mein liebes Acömchen - ich bin mir sicher. Mit einem Problemhund muss man einen anderen Weg gehen als mit einem unbelasteten. Und es ist super, wenn sich jemand dazu Hilfe holt. Für mich eine Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte, jeder Erfolg hat doppelten Wert.

Klar - draufhauen und runtermachen ist leicht, aber es hilft der Fragestellerin nicht weiter, im Gegenteil. Und das kann ja nicht das Ziel sein, oder?

Einen feuchten Stupser vom heissen Blondinchen ans Kätzchen und Grüßlis von mir an dich....:-)))

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@Biggi1963

Danke ihr Lieben - auch meine Sissi war ein Problemhund. Aber ihr Problem lag eben anders, auch sie wurde in einem ähnlichen Zustand wie deine Nora bei mir abgegeben. Im Schweinestall gehalten und der einzige "Menschliche" Kontakt war ein schnapstrinkender, um sich tretender Bauer. Bei ihr ging es erstmal darum, ihr beizubringen normal zu laufen und nicht zu kriechen - die Rute zwischen den Beinen vorzuholen - nicht bei jeder schnelleren Fußbewegung in die letzte Ecke zu kriechen. DAS bekam ich recht schnell hin, da sie dafür erstmal einfach nur Liebe und Ruhe brauchte. Spike wurde zwar auch getreten aber er war schon recht knurrig und frech als ich ihn zu mir nahm. War halt auch noch jünger und außerdem reagiert eben auch jedes Tier anders auf "Widrigkeiten" im Leben. Ich denke er bräuchte eine strengere Hand - aber das liegt mir eben nicht so.

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@Avanina

Du hast die Unterschiede toll erkannt - der eine traumatisierte Hund ist ängstlich, mit ihm kann man aber relativ gut arbeiten. Der andere denkt "Angriff ist die beste Verteidigung" und da wird es schon schwieriger. Mann.....du hast doch den Weitblick

Ich denke er bräuchte eine strengere Hand

Du schaffst das - jetzt bin ich mir sicher!! Dein Hund braucht genau das!!!

MUT - mehr brauchst du nicht!!

Also!! Los!! LG.....;-)

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NIEMAND ist mit dem Hunde-Experten-Gen auf die Welt gekommen.>

Damit hast Du sicher recht.

Die Hundetrainerin wird dir vermitteln, wie du souverän agierst ohne dass deine Unsicherheit für Spike erkennbar ist.>

In diesem Punkt dürftest Du Dich sehr irren. Zwar kann man wohl jedem Menschen etwas vormachen, aber keinfalls einem Hund. Ein Hund erkennt sofort jede Unsicherheit und verhält sich entsprechend.

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@Delveng

@Delveng

In diesem Punkt dürftest Du Dich sehr irren. Zwar kann man wohl jedem Menschen etwas vormachen, aber keinfalls einem Hund. Ein Hund erkennt sofort jede Unsicherheit und verhält sich entsprechend.

Biggi irrt sich nicht. Auch ich war damals sehr unsicher mit meinem Hund, was sich natürlich auf ihn übertragen hat. In Hundeschule und Verein wurde sehr auf die richtige Körpersprache und Körperhaltung geachtet.

Als ich endlich anfing mehr auf MICH (Körperhaltung) zu achten, wurde es obwohl meine Unsicherheit nicht gänzlich verschwunden war schlagartig besser....Soll heißen, auch wenn ich unsicher bin kann ich dem Hund sehr wohl suggerieren das alles in Ordnung ist und ich die Führung übernehme

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Biggi, eine super Antwort, kann Dir nur voll und ganz beipflichten. Habe selbst immer Schäferhunde gehabt, alle waren sehr gut erzogen, habe sie selber ausgebildet mit Hilfe der Hundeschule. Jetzt habe ich auch einen Problemhund (Schäferhund) aus dem Tierheim, der war auch abgemagert, hatte Angst vor Männern und muß wohl auch Schläge bekommen haben. Wenn schon einer mit einem Gehstock ankam, hatte er Angst. Das habe ich nun (habe ihn inzwischen 2 Jahre) mit viel viel Geduld und Liebe rausbekommen. Er hat sich wunderbar entwickelt und ist auch selbstsicher geworden. Mit viel Geduld und Liebe bekommt man das alles hin.

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@Reiterfee

Du hast Erfahrung mit Problemhunden, das erkennt man. Danke schön, Reiterfee.

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@Biggi1963

Ich tue mich einfach mit dem "Kasernenton" schwer, den Spike anscheinend bräuchte um mich halbwegs für voll zu nehmen. Sissi brauchte ich nur schief anzusehen oder mich laut zu räuspern und schon hat sie gehorcht - wenn mal doch nicht weil sie zB. grad am buddeln war, reichte der gute alte Trick: "na denn Tschüß, ich geh alleine heim..." ;-) Ich bin halt eher ein sehr gutmütiger Mensch, aber Wattebällchen werfen hilft bei Spike nur bedingt .( naja gegen das Attackieren meines Fernsehers half tatsächlich dass ich mal eine Packung Taschentücher nach ihm geworfen habe - seitdem macht er das nicht mehr sooo wild.) Aber selbst da hatte ich ein schlechtes Gewissen...

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@Avanina

@Avanina - es muss gar kein Kasernenton sein. Dein Hund erkennt die Nuancen in deiner Stimme sehr gut. Bei Kommandos mit fester, tieferer Stimme reden und beim Loben die Stimme höher klingen lassen (z.B. "feiiiin" (mit ganz vielen iiii's)).

Vielen Dank für's Sternlein und alles Gute euch beiden - das wird schon!!

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@Biggi1963

Mach ich ja - aber gerade habe ich mich wieder dabei ertappt, zu ihm zu sagen: Würdest du mich in Ruhe anziehen lassen, bitte? LOL. Mir ist ja klar dass das zu viel Gesülze ist, aber es ist echt schwer aus seiner Haut zu kriechen. ..bin da echt zu höflich ;-) Ein saftiges AUS wäre sicher hilfreicher gewesen...

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@Avanina

Stimmt.

Auch ich bin mit meiner Hündin immer zu "höflich" und werde deswegen regelmäßig belächelt, um es einmal freundlich auszudrücken.

Richtiger wäre, wenn ich mit freundlicher, fester und souveräner Stimme mit einem Kurzbefehl ausdrücke, was ich möchte.

Ich weiß das alles, muss nur noch lernen, es auch zu leben.

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@Delveng

Eben - wissen tut man es , aber man wurde eben dazu erzogen höflich zu sein und in ganzen Sätzen zu sprechen - und ja das "bitte" nicht vergessen ! Nur dass Hunde das eben nicht als höflich empfinden sondern als wischiwaschi - zumindest befürchte ich das.

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@Delveng

Man muss aber auch nicht verkopfen und sich nur via Kurzbefehlen mit dem Hund verständigen. Wenn mein Hund im Auto nach hinten gehen soll, sage ich "Los, hopp, geh nach hinten" oder so. Dann noch etwas Körpersprache und der Hund versteht das. Für mich unheimlich entspannend und dadurch auch für den Hund.

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@Avanina

Du brauchst weder Kasernenton noch Wattebällchen. Du brauchst eine klare Linie, deutliche Körpersprach und Konsequenz. Wenn Dein Hund den Fernseher angreifen will, mach mal etwas ganz anderes: Meist gehen Hunde an den Fernseher, wenn dort Tiere zu sehen sind. Meiner machte das auch. Bis ich folgendes machte: wenn Tiere ins Bild kamen, stand ich ganz ruhig auf, ging zum Fernseher. Ich schaute ganz "wichtig" aber entspannt an, was für Tiere zu sehen sind. Ich sagte zu den Tieren im Fernsehen "Hallo! Du bist aber niedlich!" Und ging wieder an meinen Platz. Dabei schaute ich meinen Hund nicht an, redete nichts mit ihm, streichelte ihn nicht. Damit zeige ich meinem Hund, daß ich die Situation im Griff habe und locker und souverän für seine Sicherheit sorge. Bei meinem Westie hilft es wunderbar! Viele Grüße Jesska

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@Jesska2009

Jesska - den Trick habe ich schon bei Statuen probiert (die er auch nicht mag) und es hat ihn nicht beeindruckt...;-)

(die Leute drumrum umso mehr) lol

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Das ist ganz unterschiedlich. Ich habe mit meiner Terrierhündin für 10 Gruppentreffen á 2,5 Zeitstunden 200 Euro bezahlt. Meine Schwester hat für die komplettierende Erziehung ihrer Kangalhündin 90 Euro pro Stunde bezahlt. Davon 5 macht 450, aber den Hund hatte sie danach voll "im Griff". Trotzdem würde ich an deiner Stelle die Gruppenerziehung vorziehen, die ist erstens preiswerter und das angemessene Verhalten der Hunde untereinander gehört einfach dazu.

ich würde an deiner stelle den grundgehorsamskurs machen. du hast vielleicht ein wenig zu viel respekt vor deinem hund. du musst lernen, wie du dich verhalten solltest, wenn andere hunde dabei sind.

ein guter trainer sollte einem 40 € die stunde wert sein. wie sollte er sonst davon leben? aber deinem hund tut das lernen in der gruppe vielleicht ganz gut. falls das gar nicht ginge, könnte man das immer noch abbrechen.

glaube nicht, dass du mit einem hund und ein paar pflegehunden schon hundeerfahren bist. eventuell ist dein spike gar kein so schwieriger hund, was du mit einem guten trainer schnell herausfinden wirst.

ich wünsche dir viel erfolg!

Eine mir bekannte Trainerin verlangt für je eine Stunde Unterricht Theorie/Praxis 60,00 Euro.

Das Vorgespräch ist kostenfrei.

Da der Unterricht individuell ist, handelt es sich um Intensivunterricht.

In der Regel sind beim Unterricht Hund, Halter und die Familie des Halters dabei. Sonst niemand.

Also ich hatte einen Staffordmischling aus dem Tierheim, der leider gestorben ist inzwischen, der hat mir immer die Bude fachgerecht auseinandergenommen, wenn er aml alleine bleiben musste. Mein jetziger ist auch Listenhund aus dem Tierheim und hat anfangs immer Anstalten gemacht, alle Rüden, die gleich groß oder größer sind, frühstücken zu wollen. Ich nehme an, den hat mal ein A...... auf Hundekämpfe trainiert. Es gibt ein Buch von Jean Donaldson "Mit Hunden Sprechen" kostet 8,95 Euro. Das handelt vom Umgang mit Problemhunden. Indem ich ds befolgt habe, was in dem Buch steht, hab ich die MAcken wegbekommen, mein Rabauke ist jetzt freundlich und spielt sogar mit den meisten anderen Hunden. Das Buch ist erstmal billiger als ein Hundetrainer. Und Hundetrainer kann sich jeder nennen. Ich hab schon manchen im Auslaufgebiet zugeschaut und mich gefragt, was die gelernt haben. Gibt auch versierte, aber auch viel Schrott auf dem gebiet. Lies das Buch, mach Dich in Ruhe auf die Suche nach einem Trainer, frag rum anch einem guten, wenns dann immernoch nicht geht. Denk dran, die wollen Geld verdienen, mit der Methode in o.a. Buch geht auch vieles schneller als bei Herrn Martin Rütter zum Beispiel, nun der will ja auch leben. Geht alles ohne Gewalt und eigentlich nicht viel Mühe, wenn man konsequent bleibt. Die Rüden sind halt Rabauken, die ziemlich oft in Frage stellen, wer denn jetzt Chef ist, meine Hündin war auch viel stressfreier im Umgagn, gehorchte immer aufs Wort und tat das sogar gerne.

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