Frage an Rettungsdienstler?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hi,

Wie sieht es eigentlich mit privaten Equipment im RD aus ?

Grundsätzlich kannst Du alles nutzen, was nicht durch Arbeitsschutzvorschriften, Medizinproduktegesetz/Medizinproduktebetreiberverordnung oder Dienstvorschriften untersagt oder reglementiert ist.

Allgemein gilt aber: weniger ist mehr - der Betreiber des Rettungsdienstes ist verpflichtet, dir entsprechendes Material zu stellen. Einen halben Notfallkoffer am Gürtel tragen führt praktisch unweigerlich zu Kritik...

Ein privates Holster ist grundsätzlich genauso in Ordnung wie ein privates Stethoskop - bei tragbaren Pulsoxymetern sieht es wieder anders aus (siehe Antwort von RedPanther).

Wie mach ichs?

Mein privates Stethoskop nutze ich grundsätzlich im Dienst (allein schon aus Hygienegründen) - auf Holster o.ä. verzichte ich allerdings komplett.

Direkt "am Mann" ist bei mir nur das, was ich wirklich im Erstangriff brauchen kann - Pupillenleuchte, Stethoskop, Kugelschreiber, Edding, Taschenkarte für Medikamente und...Einmalhandschuhe. Das war's.

LG

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

also ich habe ein eigenes stetho, diagnostigleuchte, RR manschete und Pulsoxy wobei ich davon nur das stehto und die leuchte in den dienst mitnehme

Eigenes Stethoskop, Leuchte, RR-Manschete UND Pulsoxy? ALTER... hast du keinen eigenen Defi, Sprungretter, Gummiboot und RTH am Gürtel? Wie schlecht kann man ausgestattet sein?

Scherz... Boah, musst du was zu kompensieren haben.

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"Die Erfahrung eines Retters sieht man am Gürtel, je mehr daran hängt, um so neuer ist er im Job"...

Ich besitze genau zwei Dinge am Gürtel: eine kleine Taschenlampe und ein Band, dass das Schlüsselbund niemals weg kommt.

Also wozu man ein eigenes Stethoskop brauchen sollte, ist mir schleierhaft... Die paar mal im Jahr, bei denen man ein Stethoskop braucht, kannst du an einem Finger abzählen.

Was man definitiv in den Taschen haben sollte, sind Stifte (Kulis und Eddings), Handschuhe (kannste aber auch in die Jacke stecken) und Pfefferspray. Als praktisch erwiesen hat sich auch noch eine Vorrichtung, mit der man Infusionen aufhängen kann (sehr starker Draht, Klemmen o.ä.).

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Stethoskope und Holster sind kein Problem. Schwieriger wird es bei technischen Medizinprodukten, die man sich privat angeschafft hat und dann dienstlich einsetzen möchte (z.B. private Fingerpulsoxymeter), diese müssen eigentlich in den vom MPG vorgeschriebenen Abständen zur sicherheitstechnischen- und messtechnischen Kontrolle. Holster sind nicht überall "gerne gesehen", ich habe da zum Teil schon den Spruch gehört "umso mehr im Holster, umso weniger Fachwissen". Ich persönlich benutze kein Holster, das halte ich für überflüssig, da ich alles, was ich unmittelbar bei mir habe auch anderweitig verstauen kann, ich trage nur Einmalhandschuhe und ein kleines Notitzbuch, in dem ich mir das Wichtigste zu den häufigsten aber vorallem eher seltenen Notfallbildern aufgeschrieben habe bei mir, das hat in den Taschen der Dienstkleidung ebenso gut Platz. Im Spät-/Nachtdienst manchmal noch eine kleine aber relativ helle Taschenlampe, diese hat ihr eigenes Holster und wird damit dann am Gürtel befestigt, dafür brauche ich kein Rettungsdienst Holster.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Rettungsdienst🚑, sehr großes Interesse an Notfallmedizin.

Unterschiedlich; ich kenne einen Rettungsdienst, der offiziell kein privates Equipment duldet, abgesehen von einem Stethoskop und einer Taschenlampe.

Meinem Arbeitgeber ist egal, was der Mitarbeiter so mitschleppt... klar ist aber, dass es das Privatvergnügen betreffenden Mitarbeiters ist, wenn was kaputt geht. Mit dem, was der Arbeitgeber zur Verfügung stellt, kann man seine Aufgabe wunderbar erfüllen.

Bei Medizinprodukten hörts dann allerdings rein rechtlich auf; kein Mitarbeiter wird auf eigene Kosten jedes Jahr z.B. sein privates Pulsoximeter überprüfen lassen, oder die beliebten Venenkanülen immer vorschriftsgemäß lagern, wenn sie im Gürtelholster stecken. Und ein ungeprüftes Medizinprodukt im beruflichen Kontext anzuwenden, ist ein ganz heißes Eisen.

Ich persönlich komme sehr gut ohne irgendwelche Zusatztaschen zurecht, obwohl ich mir den Luxus leiste, immer meinen Geldbeutel und mein privates Handy dabei zu haben.

Bei manchen von denen, die nen halbem Notfallkoffer am Gürtel hängen haben, stellt man fest dass sie damit offenbar etwas zu kompensieren haben. Da wäre beispielsweise der eine Kollege, der 5(!) unterschiedliche Scheren in der Tasche trug... aber als er mal eine Schere brauchte, weder an seinen Holster dachte, noch wusste dass wir die passende Schere im Notfallkoffer hatten. Ich ließ ihn zum RTW zurück rennen und dachte mir meinen Teil. Oder der andere, der ständig seine Hochleistungs-LED-Lampe als Pupillenleuchte missbraucht.

Das sind sowieso die geilsten, die mit der dicken maglite im Gesicht des Patienten rumfummeln 😂

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@Erenenenen

Das habe ich allerdings auch schon bei Polizisten erlebt, da wollte mir bei einer Personenkontrolle auch mal einer mit seiner Hochleistungs- LED Taschenlampe in die Augen leuchten. Habe ihn dann aufgeklärt und ihm geraten, sich für diesen Zweck im Onlineverstandhandel für wenige Euro eine richtige Pupillenleuchte zu kaufen🤷‍♂️.

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