Findet ihr es wichtig Geschwister zu haben?

Das Ergebnis basiert auf 24 Abstimmungen

Geschwister sind besser 50%
Keins davon ist besser oder schlechter 42%
Einzelkind ist besser 8%

15 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Geschwister sind besser

Ich sehe es eben genau andersherum als du hinsichtlich der letzten beiden Punkte unter “Vorteile von Einzelkindern”.

Alle Einzelkinder, die ich bisher kennengelernt habe, waren ausnahmslos egoistischer, rücksichtsloser und teamunfähiger sowie deutlich weniger harmoniebedürftig als solche mit Geschwistern - sowohl im Kindesalter als auch später in der weiterführenden Schule und als Erwachsene. Einfach, weil sie es von klein auf nicht anders kannten, als der Mittelpunkt des Geschehens zu sein und von Mami und Papi immer die gesamte Aufmerksamkeit zu bekommen.

Im Gegensatz dazu müssen Kinder mit Geschwistern (in ähnlichem Alter, aber oft auch in gewisser Weise bei größerem Altersunterschied) schon von klein auf lernen, Kompromisse stets und ständig einzugehen - nicht nur im Kindergarten in Gegenwart der Erzieher*innen, sondern eben auch Zuhause. Und sie lernen, wie wichtig es ist, auf andere einzugehen, weil es sonst Streit mit den Geschwistern und ggf. Strafen von den Eltern gibt.

Mal ganz abgesehen davon sehe ich auch einen enormen Wert darin, selbst nach dem Tod der Eltern noch so enge Familie zu haben, der man sich bei einem guten Verhältnis noch eher anvertrauen kann als bspw. guten Freunden. Das gilt natürlich nicht immer; meine Schwester und ich reden z. B. schon seit Jahren kein Wort mehr miteinander. Aber allein die Möglichkeit, die Option dazu würde ich meinen potentiellen Kindern, soweit ich kann, nicht vorenthalten wollen.

Geschwister sind besser

Ich bin mit einem Bruder aufgewachsen und das war sehr gut so. Und ich sehe bei meinen beiden Neffen, wie wunderbar sie miteinander spielen. Wenn Brüder miteinander sind, gibt es eigentlich keine Langeweile. Und auch, wenn man im Urlaub mal einen Ort erwischt, bei dem es keine anderen Kinder gibt, hat man mit dem Bruder immer einen Spielgefährten.

Außerdem beobachte ich bei Einzelkindern oft ein problematischeres Sozialverhalten, selbst wenn sie nicht zu jenen gehören, die von ihren Eltern verhätschelt werden (bei Einzelkindern ebenfalls ein häufigeres Phönomen). Wer mit Geschwistern aufwächst, lernt halt tagtäglich, Dinge miteinander zu teilen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und Streitigkeiten zu überwinden.

Fürs Kind selbst ist es natürlich auf den ersten Blick angenehmer, wenn sich die elterliche Aufmerksamkeit allein um einen selbst dreht und man nichts mit anderen teilen muss. Das Praktische an Egoismus und Narzissmus ist ja, dass es den Betreffenden selbst nicht stört.

Gute Antwort!

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Wer mit Geschwistern aufwächst, lernt halt tagtäglich, Dinge miteinander zu teilen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und Streitigkeiten zu überwinden.

Da habe ich leider komplett andere Erfahrungen gemacht. Das man sich an jeder Kleinigkeit aufhängt, weil sich alles summiert, das die Fronten sich immer weiter verhärten und man immer weniger Rücksicht nimmt, weil man es gewohnt ist das andere es eh scheiße und nervig finden was man macht. Teilen ist unter Geschwistern idR sehr viel schwieriger, als unter Einzelkindern, weil man das Gefühl hat seine Sachen verteidigen zu müssen.

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@Loka95

Ja, genau das ist das Problem mit Menschen, die das mit dem Teilen nie richtig gelernt haben: Sie haben das Gefühl, ihnen würde etwas weggenommen.

Ich habe als Kind gelernt, dass es mir mitunter überhaupt nichts nützt, darauf zu bestehen dass alles 1:1 aufgeteilt und aufgerechnet wird, weil dann ggf. für jeden nur was Nutzloses herauskommt. Wie z.B. beim übrig gebliebenen Spiegelei vom Mittagessen - ein halbes Spiegelei macht einfach keinen Sinn. Also habe ich gelernt, dass es auch mal sinnvoll ist, auf den eigenen Teil zu verzichten. Und richtig gut wurde es, als mein kleiner Bruder zur selben Erkenntnis kam und der Verzicht zugunsten des anderen auf Gegenseitigkeit beruhte, ohne dass jemand auf die Idee gekommen wäre, aufzurechnen.

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@RedPanther

Wow, das ist sehr reif. Ich kenne kaum Geschwister denen so ein vernünftiger Umgang gelungen ist. Aber vll ist das einfach eine Frage der Erziehung.

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@RedPanther
Wer mit Geschwistern aufwächst, lernt halt tagtäglich, Dinge miteinander zu teilen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und Streitigkeiten zu überwinden.

Das mit dem Teilen wird doch total überbewertet. Als ob man von erwachsenen Einzelkindern keine Gummibärchen oder im Büro mal einen Kugelschreiber bekäme ...
Einzelkinder sind auch beim Essen am Tisch meistens harmonischer, weil sie sich nicht um das letzte Stück Kuchen streiten. Womit ich bei einem Punkt bin: Streiten oder sachlich argumentieren können sie meist nicht, das haben Einzelkinder nie gelernt. Dafür können sie oft bei Konflikten diplomatischer vorgehen -- sie haben keine ,,Verstärkung" gegen die Eltern und lernen dadurch, anbahnende Konflikte gar nicht erst eskalieren zu lassen.

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Außerdem beobachte ich bei Einzelkindern oft ein problematischeres Sozialverhalten …

Inwiefern problematisch, kannst du das näher erläutern? Sind dir Einzelkinder eher zu schüchtern und zu „eigenbrötlerisch“ oder zu aufdringlich und zu vorlaut? 🤔

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Keins davon ist besser oder schlechter

Ich bin selbst kein Einzelkind (habe einen 3 Jahre jüngeren Bruder) und habe eine Tochter als Einzelkind. Sie war eigentlich nicht prinzipiell als Einzelkind geplant, es ergab sich allerdings letztendlich so, da aus gesundheitlichen Gründen auch bei einer 2. Schwangerschaft eine Gestose mit Frühgeburt auftreten hätte können (was letztendlich bei unserer Tochter glücklicherweise zu einem ganz gesunden Leben geführt hat) und da wir uns auch wahrscheinlich intuitiv zum Belassen von einem Kind entschieden haben.

Meine Kindheit:

Als ich 3 Jahre alt war, bekam ich wie gesagt einen Bruder. Einmal fragten mich meine Eltern. ob ich mir eher einen Bruder oder eine Schwester wünsche. (wahrscheinlich aus Neugier). Als es dann wirklich ein Bruder wurde, glaubte ich eine Zeit lang, das wäre deshalb gewesen, weil ich es so gesagt hätte 😁. Ich fragte mich aber auch gleichzeitig, warum es überhaupt ein anderes Kind geben müsste ? Wahrscheinlich ein wenig philosophisch unterwegs, fragte ich auch meine Mutter, als mein Bruder noch klein war und oft auch natürlicherweise lästig wirkte (schrie viel, machte meine Bauwerke aus Lego etc kaputt), ob wir den eigentlich wieder hergeben könnten ? 😆 Natürlich hat das bei meinen Eltern Wehmut hervorgerufen, aber so hatte ich es ja nicht gemeint. Es war darin wahrscheinlich wirklich die Frage versteckt, warum "da noch ein Kind kam". Andere Freunde von mir hatten ältere Geschwister, auch jüngere , oder auch gar keine. Dass jemand ein älteres Geschwister hatte, kam mir sehr mysteriös vor, denn sowas konnte ich mir nicht vorstellen, da ich so etwas auch nicht hatte. Also da war mir dann die Rolle des Älteren glaube ich noch lieber, als "3 oder mehr größere Familienmitglieder" zu haben. Das erklärt vllt schon mal, warum sich die Jüngeren wahrscheinlich so oft durchsetzen müssen.

Mit meinem Bruder ging es so auf und ab. Wahrscheinlich war es insgesamt besser, zu zweit zu sein. Man muss auch bemerken, dass wir in den 70ern zwar eine recht nette Wohnung hatten, aber wir beide mussten uns ständig ein 12m² großes Zimmer teilen. Ich hatte nie das Gefühl, allein sein zu können, wenn ich das mal wollen hätte. (Allerdings musste ich es auch nicht, wenn ich es mal nicht wollen hätte.) Da dieser "Kleine" sehr lebhaft war, konnten, wie es bei Brüdern so üblich ist, oft mal "die Fetzen fliegen". Die Aufforderung meines Vaters: "Vertragt euch doch bitte" beurteilte ich stets damit, dass er ja niemals genau gewusst hatte, wie dieser Streit angefangen hat. Denn jeder ist ja aus seiner Sicht immer der Unschuldige. Wir hatten es aber auch oft sehr lustig. Beide mit einem gewissen Sinn für Unsinn (ohne den ich nie leben will), konnten wir oft die Erwachsenen ziemlich verblüffen. Unsere Eltern beschäftigten sich viel mit uns. EIne befreundete Familie von uns hatte eine Tochter (Einzelkind), die so alt wie ich war (heute noch eine gute Freundin von mir). Oft waren wir also in der Freizeit 3 Kinder. Wir beiden Brüder und das Mädchen aus der anderen Familie verstanden sich oft gut, allerdings haben ja 3 oftmals das Problem, dass sich 2 zu einem Gespann bilden und der dritte ist "auf der Schaufel". Noch dazu kämpften wir wahrscheinlich unbewusst abwechselnd um die Aufmerksamkeit des Mädchens. Das bemerkten auch unsere Eltern. Weiters gab es noch eine befreundete Familie ,eine Mutter solo mit ihrem Sohn, 1 Jahr jünger als ich (nicht so oft dabei). Auch zu viert erlebten wir viele Konstellationen punkto Abenteuern, aber auch Streit, Eifersucht etc. Einen großen Unterschied im Verhalten dieser beiden anderen verglichen mit meinem Bruder und mir (also Einzelkinder und Geschwisterkinder) konnte ich allerdings nicht so feststellen. Alle hatten ihre Eigenarten, konnten nett, dumm, freundschaftlich aber auch eigensinnig sein. Oft fragte ich mich, wie ich mich als Einzelkind entwickelt hätte ? Ich hätte vielleicht oft ruhiger, entspannter, die Welt für mich entdecken können. Andererseits konnte ich mir ja die Welt ohne meinen Bruder nicht mehr vorstellen. Vllt ist es auch ganz individuell, so wie ein Mensch geschaffen ist, verschieden, ob es für manche wohl besser wäre, Einzelkind zu sein oder Geschwisterkind. Weiters fällt mir noch ein , dass mein Bruder eben gerne stichelt und provoziert. Heute, als Erwachsener, verpackt er das oft darin, dass er gerne Ratschläge gibt für andere, und viel nachfragt über deren Leben, oft sehr persönlich wird. Als Kleiner wirkte sich das oft darin aus, dass er oft mit Aktionen aufmerksam gemacht hatte, die körperlich provokant waren oder einfach dumm etwas Provozierendes dahersagte. Ich kann es insgesamt schwer sagen. Er hat heute selbst 2 Söhne (sehr lebhaft, es gibt fast nie Ruhe. Seine Frau ist Griechin, auch sehr temperamentvoll. Wenn man sich mit denen trift, ist für Action gesorgt 😅) Noch etwas zum Typ meines Bruders: Mein Frau bezeichnet ihn oft ziemlich treffend als "Selbstdarsteller". Aber wie gesagt, eigenartig sind wir wohl alle 😃

Meine Erfahrung als Vater:

Die Erfahrung mit einem Einzelkind hatte ich als Vater. Wie gesagt, aus verschiedenen Umständen hatte unsere Tochter nie Geschwister. Sie war immer ein ruhiges Kind, da meine Frau und ich auch beide als Kinder ruhig waren, wahrscheinlich vererbt. Sie wollte schon als Kind immer viel wissen und wir verbrachten sehr viel Zeit mit Ihr. Sie war sowohl von den Großeltern väterlicherseits (also meinen Eltern) zu diesem Zeitpunkt das einzige Enkelkind und auch von den anderen Großeltern. Dennoch hatte ich nie den Eindruck, dass sie je verwöhnt wirkte. Sie war meistens vernünftig, durfte sich immer alle möglichen Freundinnen einladen. Allzu oft war das aber gar nicht der Fall, aber wenn es so war, beschäftigte ich mich auch immer gern mit den Kindern. Immer so weit, wie das von denen erwünscht war, aber im Alter von ca 3 bis 10 war das schon immer wieder der Fall. Auch bei meiner Tochter dachte ich mir oft, wie es gewesen sein könnte, hätte sie Geschwister gehabt ? Für uns war es aber vllt auch besser, denn wir sind schnell überfordert, aber mit ihr war es immer sehr in Ordnung, vllt auch genau richtig. Wie leben auch alle oft in unserer eigenen Welt und sind uns auch dessen bewußt, dass man trotz Partnerschaft sein eigenes Leben leben soll, sich nie von einem anderen Menschen abhängig machen sollte. Dieses Gefühl haben wir wahrscheinlich auch unserer Tochter vermittelt. Sie ist seit 3 Jahren mit jemanden liiert, den wir auch sehr gut leiden können, und die beiden dürften diese Einstellung auch irgendwie haben. Genug Freiraum haben, und so dann auch die Partnerschaft positiv zu leben.

Ich habe schon auch den Gedanken (wie in der Frage angeführt), dass Einzelkinder, dadurch dass sie oft zu ihren Eltern eine innigere Bidung haben als wenn sie Geschwister hätten, wahrscheinlich in gewisser Hinsicht besser gefördert werden können. Engere Bindung zu den Eltern, ziemlich sicher. Es können von den Eltern keine Geschwister bevorzugt werden. Auch betitelte ich es nie gerne so, "nur" ein Kind zu haben. Es hat nichts gefehlt, was nie da war. Dann wäre sie ja quasi als "Minus" auf die Welt gekommen, was ja nie sein hätte sollen.

So, das waren meine Erfahrungen punkto den Varianten Geschwister und Einzelkind. Es wurde wieder etwas länger, da ich, wenn ich etwas analysiere, dann gern alle Für und Wider anführe. Ich hoffe, ich konnte meine Gedanken recht gut rüberbringen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Keins davon ist besser oder schlechter

Finde ich nicht wichtig ob ein Kind Geschwister hat oder nicht. Es liegt doch zum Großteil an den Eltern wie sich ein Kind entwickelt. Und Vieles von dem was du geschrieben hast, kann ich so auch nicht bestätigen.

Das soziale Umfeld spielt eine Rolle, die Finanzen, die Familie an sich...

Ich bin kein Einzelkind und meine Eltern hatten zu allen ihre Kindern eine tiefe Bindung. Jedes war und ist individuell und das haben sie gefördert und akzeptiert.

Auch die Punkte "mehr Geld" und "mehr Förderung" ist doch in jedem Fall abhängig von der finanziellen Situation und den Ansichten der Eltern generell zum Thema Bildung. Ob man da nun 1 Kind oder 5 Kinder hat...

Weniger Streit? Wenn keine Geschwister zum zanken da sind, dann tun es auch die Nachbarskinder oder die Eltern. Und habe ich 3 wohlerzogene Kinder, die von der Persönlichkeit her gar nicht zu Streitereien neigen, dann habe ich auch wenig Streit.

Ein Alleinstellungsmerkmal für Einzelkinder sehe ich da nicht - weder in die eine, noch in die andere Richtung.

Nichts davon ist besser oder schlechter. Denn dafür spielen zu viele Faktoren eine Rolle die den Menschen prägen. Von den Genen über die Erziehung bis hin zum sozialen Umfeld...

Geschwister sind besser

Ich bin mit Geschwistern aufgewachsen und ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen , dass ich es gut finde. Man ist in seinem Leben nie allein. Man hat (im besten Fall) eine starke und gute Beziehung zu seindn Geschwistern. Auch wenn ich es manchmal gehasst habe, nicht alle azu bekommen was ich wollte, weil meine Geschwister es auch nicht hätten, bin ich heute darüber froh und kann die besonderen Dinge besser schätzen und dankbarer sein.

Wenn ich mein Leben lang Einzelkind gewesen wäre, wäre ich wahrscheinlich der Meinung, dass das besser ist. So wie es jetzt ist kann ich mirein leben ohne Geschwister nicht vorstellen.

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