Woher kommt der Drang sich über Rechtschreibfehler lustig zu machen, auch wenn der Sinn der Worte so klar ist?

40 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es ist immer wieder eine Frage des Humors. Denn eigentlich geht es ja nicht nur um diese kaum nennenswerten Rechtschreibfehler. Eigentlich geht es um alles. Über alles kann und darf man sich bekanntlich lustig machen. Wie und ob der Betroffene dies aushält, hängt von seiner Frustrationstoleranz und seinem Humor ab. Da gibt es gewiß so einige, die sind dann immer viel zu schnell auf 100. Fühlen sich sofort angep....Genauso übertrieben wie auf der Gegenseite diese fürchterlich kleinkarierten Kaffeesatzleser ! :D

http://pingelig.org/wp-content/uploads/2013/05/pingelig.png

:-)

Wenn man eine gewisse Schlagfertigkeit sich zu eigen machen kann, kommt man schneller aus der Nummer wieder raus als man sich überhaupt ärgern kann. Es wird (von beiden Seiten!) immer viel zu viel warme Luft produziert, was ich an dieser Stelle mal echt anprangern möchte :)


Verständlich.

Die grausigste Beleidigung, die man einem Menschen zufügen kann, ist die, ihm abzusprechen, dass er leide. Zitat von Cesrae Pavese

4

Das mit dem Humor hätte ich gerne mal näher erläutert.
Ich bin eher pingelig, was die Rechtschreibung anbelangt und in Besitz eines manchmal tiefschwarzen Humors.

1

Sich über Schwäche anderer lustig zu machen ist respektlos!

1

Heya zuschauer44,

mitunter ist es (sehr) schwer sich zurück zu halten, bei offensichtlichen Schreibfehlern!

`kay, ich weiß das meine (absolute) schwäche in der Interpunktion liegt, von daher würde ich mich was Schreibfehler betrifft, auch nie über andere erheben bzw. mich über diese Menschen lustig machen!

Aaaaaber...

Auf der anderen Seite hat es (für MICH), aber auch viel mit Respekt und Höflichkeit zu tun, anderen gegenüber, solche Stilblüten abzuliefern!

Bei dem ein oder anderen Beitrag kribbelt es schon ARG in den Fingern zu "antworten"! Was ich aber (persl.) viel nerviger finde, wenn User, in längeren Threads/Fragen, komplett ohne Absätze schreiben, dass macht einen Text (fast) unleserlich und sehr schwer zu folgen!

Zumindest sollte man sich, im nachhinein, wenn die Frage geschrieben ist, VOR dem posten, den Text nochmal durchlesen und ZU offensichtliche Fehler korrigieren!

Greetz,

GaiJin

Ich mache das wohl ab und an.

Wobei ich mich nur bedingt "lustig" mache. Das mache ich nur, wenn der Rechtschreibfehler an einer Stelle zu finden ist, die den Sinn des Satzes so verändert, dass mehr oder weniger ein Witz entsteht. Das liegt oft nicht an mangelnder Rechtschreibfertigkeit, sondern an der Autokorrektur des Handys.

Wo ich etwas dazu sage ist dann noch, wenn der Sinn der Frage gar nicht mehr erkenntlich ist. Da mache ich mich aber nicht lustig darüber, denn es ist betrüblich, wenn Menschen nicht in der Lage sind ihr Problem in eine Form zu bringen, dass es andere verstehen können. Da fällt mir immer ein Zitat des Philosophen Ludwig Wittgenstein ein - "Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt".

Dann gab es neulich noch eine Frage, in der sich der Fragesteller über die Dummheit der Menschen ausgelassen hat, aber in der Frage waren 27 Rechtschreibfehler zu finden. Da kann ich dann meinen Mund auch nicht halten.


Ich denke auch, wenn man voraussetzt, dass der Schreiber kein Ausländer ist eine Rechtschreibschwäche hat, klingt der Text beim Lesen oft verzerrt und daher lustig. Wenn man den geschriebenen Text "laut hört", versteht man ihn entweder erst nicht oder er klingt so, als ob die Person betrunken oder behindert wäre: "Ih mus heute zom Zanazt".

Meist wird es sich eher um Vertipper handeln, und über die kann man sich ja mal lustig machen, weil es Flüchtigkeitsfehler sind und sie nicht die grundsätzliche Kompetenz des Verfassers in Frage stellen. Oft wirken die dann ja unfreiwillig komisch, wie eine Stilblüte.

Manchmal findet man auch Fehler, die keine sind. 

Vor langer Zeit las ich mal einen Artikel über Schüler, in dem berichtet wurde, dass ein Schüler "Klobus" in einer Geschichte geschrieben hatte. Der Lehrer schrieb das Wort so an die Tafel und fragte die Klasse, was das wäre. Erste Antwort "ein Bus mit Klo" und "so ein fahrbares Toilettenhäuschen". Zwar hatte der Schüler wirklich die Weltkugel gemeint, aber manchmal kommt es eben vor, dass so etwas vorschnell als Fehler gewertet wird, obwohl wirklich ein Dixieklo oder ein Reisebus mit Toilette (gibt es so etwas?) gemeint ist.

Schlimmer als Rechtschreibfehler finde ich Texte oder Sätze, die so verstümmelt sind, dass sich mit der Sinn gar nicht erschließt. Bis jetzt habe ich noch nicht herausgefunden, ob das dann Slang ist, der Verfasser Ausländer oder eine andere Fehlerquelle vorliegt. Man redet doch im Alltag in ganzen Sätzen mit Verben und einigermaßen korrekter Satzstellung, sonst könnte man sich schwer verständigen. Wie kommt es dann manchmal zu extrem verstümmelten Sätzen, deren Sinn sich nur durch Raten erschließt wie etwa (fiktiv): "mein Opa war heute auf Arbeit in Unfall und ist dann in krangenhaus und jetzt bett". Sind die Verfasser solcher Texte nicht mit der deutschen Sprache aufgewachsen oder wie kommen solche Sätze zustande?

Ich denke auch, wenn man voraussetzt, dass der Schreiber kein Ausländer ist eine Rechtschreibschwäche hat, klingt der Text beim Lesen oft verzerrt und daher lustig.

Schön dass Du nur Ausländer damit ansprichst. 

0
@SvkEinsatz41

Ich bin Ausländer - zumindest Deiner Auffassung nach - und in meiner Umgebung sind sehr vieeeeele Deutsche, die die eigene Sprache (zumindest in Schrift) nicht richtig beherrschen. So leid es mir tut, aber ...  das mit den Ausländern soltest Du vielleicht revidieren.

2

Einen Text ohne Rechtschreib- oder Grammatikfehler zu lesen ist für die meisten Menschen einfacher, so dass sich der Leser leichter und besser auf den Inhalt konzentrieren kann.

Es hat etwas mit Respekt gegenüber seinen Mitmenschen zu. Wenn ich mir nicht die Mühe mache, meine Gedanken, Wünsche vernünftig, klar, deutlich, gut verständlich zu formulieren, mute ich meiner Umwelt unnötig Mühe auf. Viele Leute machen sich diese Arbeit nicht ... je länger der Text, desto wahrscheinlicher, dass der Text nicht zu Ende gelesen wird.

Hast Du schon mal in einer Personalabteilung gearbeitet bzw. ausgeholfen? Meine Wenigkeit hatte schon mal das "Vergnügen"; ich bekam Bewerbungen zu Gesicht, die vor Fehlern, Fett- und Kaffeeflecken übersät waren, die auch sonst ziemlich nachlässig aufgesetzt waren ... bei solchen Bewerbern kommen Zweifel auf, ob die Bewerber wirklich so gewissenhaft waren, wie sie im Anschreiben behaupteten.

Da jedes aktuelle Textverarbeitungsprogramm mit einer Rechtschreibprüfung bestückt ist, dürfte es selbst für Menschen mit einer Rechtschreibschwäche möglich sein, einen  zumindest fast fehlerfreien Text zu erstellen.

Was möchtest Du wissen?