Wieso sind so viele Menschen in Deutschland so undankbar?

88 Antworten

Ich weiß nicht, aber ich finde auch "Meckern auf hohem Niveau" wichtig.

Probleme müssen angesprochen und zu Lösungen geführt werden können. Es kann nicht sein, dass man den Kopf in den Sand steckt und sagt: "Uns geht es doch hier so gut, wir müssen nichts mehr ändern."

Ansonsten ...

Kaum passiert ein Anschlag , wobei es vor dem angeschlag auch so war, wird Deutschland als Terroristen Hochburg betitelt.

Diese Propaganda wird von den Medien zur politischen Stimmungsmache verbreitet. Das ist von politischer Seite durchaus gewollt, z. B. um neue "Sicherheitsmaßnahmen" durchzusetzen, mit denen sich der Staat, nach Jahrzehnten der Liberalisierung, "endlich" mal wieder Rechte gegenüber seiner Bevölkerung sichern kann.

Ich habe nicht den Eindruck, dass der Großteil der Bevölkerung sich in der aktuellen Situation tatsächlich vom internationalen Terrorismus bedroht fühlt und sich schärfere Gesetze wünscht. Aber seitens der Medien wird suggeriert, dass dem so sei, um schärfere Gesetze als scheinbaren "Willen des Volkes" darzustellen.

Diese Menschen vergessen wohl das es Länder gibt wo sowas tagtäglich passiert.

Ja, aber diese Zustände möchtest Du hier nicht haben, oder? Es gibt auch Länder, in denen seit Jahren Bürgerkrieg herrscht. Würdest Du deswegen sagen: "Mmh, so ne Woche Bürgerkrieg ist doch eigentlich ganz ok, können uns doch nicht beschweren, in anderen Ländern geht das schließlich seit Jahren." - "Wehret den Anfängen!" sage ich nur. Wobei ich, wie gesagt, diese Diskussion hinsichtlich der (angeblichen oder "gefühlten") "Terrorismusgefahr" für unsinnig halte.

Wenn all diese meckernden Menschen in Syrien oder Afghanistan leben
würden wären sie froh noch zu leben und hier sind so viele so undankbar
zum kotzen

Wir leben dort aber nicht. Die Zustände dort betreffen uns nur mittelbar. Außerdem haben wir auf diese Zustände auch nur verhältnismäßig geringen Einfluss. Hier in Deutschland leben wir aber unmittelbar, sind somit unmittelbar von (z. B) politischen Entscheidungen betroffen, kennen daher die Verhältnisse und können sie zum Teil auch ändern, teils unmittelbar durch unseren Einfluss als Mitglied dieser Gesellschaft, teils mittelbar durch Wahl unserer Repräsentanten.

vorallem dan noch gegen Flüchtlinge sein

Den Rechtspopulismus halte ich auch für eine sehr schlimme Entwicklung, allerdings befindet sich im Moment ganz Europa in einem "Rechtsruck" (Frankreich, ehem. "Ostblockstaaten") und ich fürchte, dass dieser uns auch noch gewaltigen Schaden zufügen wird.

Ich bin froh das meine Eltern vor Jahrzehnten hier her kamen um mir ein besseres Leben zu ermöglichen und genau das möchte ich heute als dank zurückgeben und daher helfe ich Flüchtlingen.

Das ist natürlich eine sehr vorbildliche Einstellung.

Wieso sind die Menschen so unzufrieden?

Weil eben doch nicht alles gut ist. Ich habe den Eindruck, dass Deutschland in den letzten Jahrzehnten sehr seinem eigentlichen Potential hinterhergeblieben ist, was Technologie, Wissenschaft und auch Lohnentwicklung und Sozialsysteme anbelangt. Wir sollten uns nicht darüber "freuen", dass es noch so viele Staaten gibt, denen es schlechter geht, als uns. Wir sollten uns vielmehr fragen, warum es uns nicht besser geht. Unsere Generation z. B. ist größtenteils hochqualifiziert und leistet extrem viel. Dennoch dauert es ewig, bis wir einmal einigermaßen eine Form von "sozialer Sicherheit" erzielen können, d. h. einen "vernünftigen", sicheren und einigermaßen gut bezahlten Job bekommen. Die meisten von uns sind extrem "in Vorleistung gegangen", indem wir uns haben exzellent ausbilden lassen, dafür hart gearbeitet haben, viel geleistet haben, und das ganze nicht selten auch noch überwiegend selbst finanziert haben. D. h. wir haben sowohl eine enorme Menge an Geld, als auch eine enorme Menge an Zeit "vorgeschossen", haben uns einem unvorstellbaren Leistungsdruck ausgesetzt, weil man uns gesagt hat, wir bekämen so finanzielle Sicherheit, sowie einen angenehmen und sicheren Job. Und nun sind viele von uns da und merken, dass das nicht stimmt, dass die Versprechungen falsch waren. Wir haben das alles auf uns genommen, um Sicherheit und eine gute Bezahlung zu bekommen und dennoch hangeln sich viele von uns zunächst einmal von einer prekären Beschäftigung in die nächste.

Das hat nichts mit Flüchtlingen oder ähnlichem zu tun, aber es ist doch verständlich, dass sich Menschen dann von der Politik und Wirtschaft verschaukelt vorkommen. Das ist, als würdest Du jahrelang Raten zahlen, um irgendwann ein bestimmtes Produkt zu bekommen und dann stellst Du fest, dass der Hersteller konkurs gegangen ist und Du leider keine Ware erhalten wirst.

Wir müssen dafür sorgen, dass junge Menschen endlich wieder eine Perspektive haben, dass sie nicht nur Anspruch auf eine angemessene Ausbildung, sondern während ihrer (wie auch immer gearteten) Ausbildung auch bereits eine Gelegenheit auf eine angemessene Vergütung (BaFöG reicht gerade in Großstädten nicht zum Leben und neben einem Vollzeitstudium kann man nicht großartig arbeiten, ohne den Erfolg seines Studiums massiv zu gefährden) und nach ihrer Ausbildung einen Anspruch auf eine ihrer Qualifikation angemessene Tätigkeit und eine angemessene Vergütung haben. Wir brauchen endlich wieder vernünftige Sozialsysteme, die auch tatsächlich für eine angemessene Form von sozialer Sicherheit sorgen und wir brauchen ein Wirtschaftssystem, bei dem die Reallöhne auch tatsächlich mit der Wirtschaftsleistung steigen, anstatt dass alle zusätzlichen Erträge durch die in den letzten Jahrzehnten massiv gestiegene Produktivität in den westlichen Industrienationen irgendwo auf nicht nachvollziehbare Weise "versickern". Und vor allem müssen wir zusehen, dass wir die "Globalisierung" auf geeignete Weise stoppen bzw. im Zaum halten, sodass wir mit unseren tollen sozialen Errungenschaften, die wir uns ja auch durchaus hart erarbeitet haben, nicht mit Fernost und Co. konkurrieren müssen, denn sonst werden wir unseren hart erarbeiteten Wohlstand schlicht nicht halten, geschweige denn weiter steigern, können.

Aber unsere Politiker steuern lieber in die entgegengesetzte Richtung und unterschreiben ein Freihandelsabkommen nach dem anderen. Wenn ein ausländischer Anbieter billiger ist, darf selbst bei einer öffentlichen Ausschreibung ein nationaler Anbieter nicht mehr gegenüber dem internationalen Wettbewerber vorgezogen werden. D. h. die finanziellen Mittel werden langfristig in Billiglohnländer mit niedrigen Sozialstandards abfließen. So etwas wird von unseren Politikern vertraglich festgehalten. Na bravo!

Bei so etwas fasse ich mir vor den Kopf und würde den Leuten am liebsten ins Gesicht schreien. Es wundert mich nicht, dass Menschen unzufrieden sind, sondern eher, dass es noch so wenig Unmut in der Bevölkerung gibt. Liegt wohl an der Politikverdrossenheit. Schaut mal, was unsere Politik für Verträge abschließt und für Gesetze verabschiedet und lasst sie Euch auf der Zunge zergehen. Teilweise fasst man sich da wirklich vor den Kopf. Wenn Leute sich wirklich mit Politik auseinandersetzen würden, müssten wir vermutlich jeden Tag auf die Straße gehen. Ich finde, dass wir dafür noch extrem gelassen sind - viel zu gelassen in meinen Augen.

Aber das liegt uns Deutschen ja. Obrigkeitshörig waren wir schon immer, was sicher auch ein Grund dafür war, dass in unserer Vergangenheit unmenschliche Dinge, wie etwa die schrecklichen Verbrechen zur Zeit der Herrschaft des NS-Regimes, überhaupt möglich waren. Wir erheben uns wirklich erst, wenn es richtig knallt, und manchmal nicht einmal dann.

Mir persönlich hätte der 1. Absatz gereicht :)

7
@Kitharea

Da war ja die Frage schon länger. ;-)

(... und vielschichtiger.)

Nein, ich denke, eine solch grundlegende Frage in drei/vier Sätzen zu "beantworten", wäre unangemessen. Sie enthält ja selbst bereits unterschiedliche Aspekte, auf die ich nacheinander eingehe.

Der eigentliche Kern der Frage entspricht ja auch eher dem letzten Zitat.

6

Sehr gute Antwort, damit kann ich mich 1:1 identifizieren. Was denkst du darüber was die Ursache sein könnte, dass sich ich sage pauschalisierend "Franzosen" im Gegensatz zu "Deutschen" politisch wehren. Wenn dort was nicht passt, dann gibt's da richtig Krawall. Ist unsere Mentalität zu sehr an Normen ausgerichtet, was denkst du? 

3
@Mindflay

Ja, ich denke (Achtung, Pauschalisierung! ;-) ), "der Deutsche" steckt den Kopf viel zu gerne in den Sand, hat Angst, dass er Konsequenzen zu befürchten hat, wenn er "aufmuckt".

So wird es uns ja auch vorgelebt. Immer schön sachlich bleiben, bloß keine dicke Lippe riskieren. Ein gesundes Maß an Gelassenheit hat natürlich durchaus etwas positives, aber an einem gewissen Punkt muss man einfach aufhören "stillzuhalten" und muss stattdessen "aufstehen". Die Frage ist nur, wann ist dieser Punkt erreicht. "Bei uns" offensichtlich noch längst nicht.

Außerdem denke ich, dass die Medien, die ja doch einen gewaltigen Einfluss auf die öffentliche Meinung haben, die Dinge falsch/verzerrend darstellen und/oder die falschen Schwerpunkte setzen.

Es muss den Leuten doch klar sein, dass z. B. rechtspopulistische Parteien gerade dann verstärkt Zulauf erhalten, wenn sie in den Medien "gehyped" werden. Warum also hat man so ausführlich über die ganzen "*-gida"-Demonstrationen und Gegendemonstrationen berichtet? Warum hat man rechtspopulistische Parteien "gehyped"? Warum schürt man unbegründete Ängste in der Bevölkerung herauf? Warum wird in den Medien darüber berichtet, Deutschland sei "im Fadenkreuz islamistischer Terroristen", obwohl faktisch kaum etwas passiert?

Den Problemen, die unserem Wirtschafts- und Bildungssystem innewohnen, und uns somit alle mehr oder weniger unmittelbar betreffen, hat man gestern Abend immerhin einen "Tatort" gewidmet. Aber das ist letztlich "Unterhaltung". Es gibt keinen politischen Diskurs und selbst wenn es einen gäbe, dann würde ich unseren Politikern keine konstruktive Lösung zutrauen. Man könnte den Eindruck haben, unsere Politiker beschwören lieber irgendwelche Probleme künstlich herauf, damit man sich mit der komplizierten Realität erst gar nicht beschäftigen muss. Und wenn die Bevölkerung ausnahmsweise einmal Unmut zeigt, dann fasst man einen symbolischen Beschluss, der an der eigentlichen Lage faktisch nichts ändert oder sogar einen Rückschritt darstellt.

Ich als junger Mensch kann mich mit der Politik der "etablierten Parteien" in Deutschland im Moment wirklich kein Stück identifizieren. Ich möchte aber auch nicht "radikal wählen" und um eine "Bürgerinitiative" oder ähnliches auf den Weg zu bringen, fehlen mir die Kontakte (und, zugegebenermaßen, vermutlich auch der Sachverstand), also was bleibt? Naja, vielleicht auf "pragmatischem Wege" kleine Änderungen bewirken und ansonsten eben abwarten und hoffen, dass sich die Lage bessert. Das kann dauern.

4
@Mindflay

Mindflay: Was haben die Franzosen erreicht, was Deutschland? unabhängig davon meine Meinung: Wir Deutschen wollen alles "perfekt" machen - im Guten wie im Bösen, erreichen dadurch mehr, aber fallen tiefer. Die Franzosen "leben" einfach mehr und leben dadurch vielleicht besser.

Der "Gehorsam" gegenüber Hitler war fanatisch, genau wie gegenüber Stalin. Wir Deutschen sollten weniger perfekt, weniger fanatisch sein. Wir sollten (etwas) mehr sein wie die Franzosen, oder wie die Italiener, oder die Griechen --- jeden Abend zusammen mit den Nachbarn eine Flasche Wein trinken und fertig.

 Und wir sollten uns mit gesundem Menschenverstand gegen Fanatismus jeder Art wehren -- aktuell gegen fanatische Islamisten, aber nicht mit Krawall wie in Frankreich reagieren. Was bringt es, Autos abzufackeln?

3

So einen guten Text habe ich schon lange nicht mehr gelesen...Danke...lg blümchen

3

Hey,

sehr schöne Antwort. Der erste Absatz war auch schon wichtig!

Viele Grüße :)

2

Super Antwort.

Immer wenn ich sage das ich unzufrieden bin bekomme ich den Hammer "aber in anderen Ländern wärst du viel schlechter dran" entgegengeschmettert.
Ja. Vielleicht.
ABER. Ich bin jetzt 21 geworden, ich habe Abitur, eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung mit damit insgesamt 3 Jahren Berufserfahrung und habe nun mein berufsbegleitendes Studium begonnen.

TROTZDEM kann ich es mir nicht leisten von zuhause auszuziehen, im Monat bleiben dabei vielleicht maximal 50€ meines Gehaltes übrig... bei mir wird der Besitz eines Autos vorausgesetzt, dafür müsste ich aber auch Geld zur Seite legen können, um dies ggf. mal zu reparieren, bzw. würde ich generell etwas sparen können.

Ich für meinen Teil kann es einfach nicht verstehen, wie man mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, wenn man gerade quasi ins Leben starten will, einfach nicht die Möglichkeit hat, obwohl man sich vorher mit Abitur und Ausbildung schon ordentlich ins Zeug gelegt hat diese gut zu bestehen.
Das Studium dauert voraussichtlich 8 Semester.
So lange wird es mindestens noch dauern, bis ich dann endlich von zuhause ausziehen kann... VORAUSGESETZT ich werde übernommen, bzw. bekomme dann ein höheres Gehalt..
und das kann ich nicht verstehen.

1
@Utanyan

Ich habe den Auszug zwar geschafft, aber nur mit sehr sehr sehr viel Glück.

Ich bin 28, habe ebenfalls eine abgeschlossene Berufsausbildung und Berufserfahrung, stieß aber recht schnell an Grenzen, sodass klar war, dass ich ein Studium aufnehmen müsste.

Während meines Bachelorstudiums habe ich noch bei meinen Eltern gewohnt. Freie Kost und Logis war natürlich schon angenehm und so konnte ich das Bachelorstudium mit sehr guten Noten sogar unterhalb der Regelstudienzeit absolvieren. Ich habe dennoch immer gearbeitet, um mir meinen restlichen Lebensunterhalt zu finanzieren - selbst als Schüler schon.

In Stadt, wo ich wohnte, waren meine Berufsaussichten in der Branche, in der ich tätig war, allerdings nicht mehr die besten, sodass ich in eine andere Stadt zog. Wohnungssuche in einer Großstadt, ohne dass es einen Vorvermieter gibt, der einem Mietschuldenfreiheit bescheinigen könnte - das ist eine Erfahrung, sage ich Dir! Aber ohne Wohnung keinen Job. Also nahm ich mir zunächst ein kleines Zimmer zu einem relativ horrenden Preis.

Bald stellte sich heraus, dass ohne Masterabschluss auch hier die Perspektiven eher schlecht sind, wenn es um mehr, als nur eine prekäre Beschäftigung ginge. Also nahm ich ein Masterstudium auf, natürlich an einer anderen Uni, wohnte ja inzwischen schließlich in einer anderen Stadt. Viele Personaler werten einen Bachelorabschluss als "abgebrochenes Studium", obwohl der Bachelor ja gemäß der Bologna-Idee ein berufsqualifizierender Abschluss sein soll. Letztlich hat man durch den Bologna-Prozess also die Auslese verschärft und die Studienzeiten verlängert.

Wegen des Hochschulwechsels musste ich dann erst einmal einige Leistungsnachweise nachholen. Außerdem musste ich das ganze ja auch irgendwie finanzieren. Zu guter Letzt musste ich durch den Hochschulwechsel auch mehr als 300 LP insgesamt erwerben, da die Uni, an der ich zunächst war, einen "langen" Bachelor, diejenige, an der ich später war, hingegen einen "langen" Master hatte. Zum Glück fand ich nach einem Semester dann doch bereits eine Wohnung, sodass zumindest die Unterbringung nicht mehr ganz so prekär war.

Allerdings weicht die übliche Studiendauer ja durchaus von der Regelstudienzeit ab, gerade wenn es um sehr spezielle Fachrichtungen geht, für die Du womöglich noch Nebenfächer studieren musst, wie dies auch bei mir der Fall war. Durch all dies zog sich das Studium letztlich ziemlich in die Länge. Am Ende werde ich wohl auf 16 - 17 Hochschulsemester kommen und das nicht etwa, weil ich "schlecht bin" oder getrödelt hätte, sondern im Gegenteil, weil ich sehr ehrgeizig bin und ambitionierte Ziele habe. BaFöG-Anspruch hatte ich nie, da ich vor meinem Studium ja gearbeitet hatte. Außerdem, solange Du genug Einkommen hast, um eine Wohnung in der Stadt zu finanzieren, kannst Du den Anspruch ohnehin streichen. Das Problem ist eben - es reicht vielleicht für die Wohnung, aber eben auch für kaum mehr. ;-) Das heißt, ich muss einen Großteil meines Lebensunterhalts aus Ersparnissen finanzieren, ständig in der Angst, dass mir das Geld eines Tages ausgehen könnte, aber die Verpflichtungen bleiben. Außerdem, was mache ich, wenn meine Einnahmen sinken oder die Miete erhöht wird und es plötzlich nicht mehr reicht? Was mache ich, wenn ich nicht unmittelbar nach dem Studium einen Job finde? Um diese Zeit zu brücken, hätte ich gerne meine Ersparnisse verwendet, aber ich muss sie ja zur Finanzierung meines Studiums einsetzen.

Das ganze System ist totaler Unsinn! Der Staat müsste Leuten, die sich in einer Vollzeitausbildung befinden, zumindest ein übliches Facharbeitergehalt zur Verfügung stellen, damit sie unter normalen Umständen leben und ihrer Ausbildung weitgehend ungestört nachgehen können und danach noch ein wenig an Rücklagen haben, um sich einen Job suchen zu können - ohne bürokratische und realitätsferne Anrechnung von Vermögen, etc. Die ganze "Ausbildungsförderung" ist vollkommen weltfremd.

Ich studiere übrigens Informatik und Physik, also im Grunde Studiengänge mit besten Perspektiven. ;-)

Achja, ich habe kein Auto und brauche auch keins. Motorrad würde mich reizen, wenn ich denn irgendwann einmal Geld dafür habe. Bislang habe ich nicht einmal einen Führerschein, weil der irre teuer ist.

Deine Schätzung auf 8 Semester empfinde ich als äußerst ... optimistisch. Ich würde mal sagen, mit 30 bist Du aus dem Gröbsten raus. ;-)

1

Ja, Deutschland ist im Vergleich mit dem Rest der Welt friedlich, sicher, ordentlich,zivilisiert, .... usw.  Du weißt aber auch, daß vieles besser laufen könnte. Ich bin Ostdeutscher. Es ist klar, wir haben in einer Diktatur gelebt. 1990 hatte ich die naive Hoffnung, daß es jetzt eine Chance für eine echte Demokratie gibt. In meinen Augen geht es jetzt langsam, aber stetig unaufhaltsam bergab - mit allem - Korruption, unfähige, kurzsichtige, engstirnige Politiker, Banker, Konzernchefs, Beamte ....

Ja, es ist Unzufriedenheit/ Meckern auf hohem Niveau, aber trotzdem geht es bergab, und damit bin ich nicht einverstanden. Was kann ich tun?                      * nichts, mit dem Strom mitschwimmen  * selbst Beamter/Banker/Politiker werden   * Links-/ Rechtsaußen- Partei wählen   * radikal werden, ...

Das ist die aktuelle Gefahr, die Unzufriedenheit der Leute, der Wunsch nach einem starken Mann! Die Parallelen zur Zeit vor dem II.Weltkrieg sind unverkennbar. Soll Deutschland/ Europa wieder so enden oder schlimmer?

Deutschland entwickelt sich in Richtung Krisengebiet im Nahen Osten/ Afrika. Das kann doch nicht das Ziel sein, oder?

Was soll passieren gegen die verbohrten, fanatischen Islamisten? Ich denke, Du bist Moslem. Ich denke, es ist zuallererst die Aufgabe der Moslems in Deutschland, sich von Fanatismus, Terrorismus, Hasspredigern zu distanzieren und dagegen zu kämpfen. Dann werden sie auch von den Deutschen akzeptiert. (Von den meisten. - Der Rest, das sind Dummköpfe, die gibt es überall auf der Welt)

Ich will versuchen, optimistisch zu bleiben, was sonst?    Ja es ist richtig, Deutschland ist von Irak, Syrien, Afrika aus gesehen, das Paradies.

Aber vielleicht ist an der Entwicklung nichts zu ändern. Vielleicht werden die Menschen (im Allgemeinen) dumm, kurzsichtig, borniert, engstirnig, egoistisch bleiben. Früher wurden kluge Leute auf dem Scheiterhaufen verbrannt, jetzt sind die Menschen besser, sie werden nur noch geköpft, oder noch besser - sie kommen nur noch in den Knast.

Jede Zivilisation hatte ihren wirtschaftlichen und politischen Höhepunkt: die Inkas, die Pharaonen, das Römische Reich, das Imperium von Dschingis Khan, usw. Jedes Reich ist an der eigenen Unfähigkeit, sich zu reformieren, untergegangen. Vielleicht ist jetzt Europa dran, oder die USA, oder ....Wir werden es wahrscheinlich nicht aufhalten. Aber sollen wir akzeptieren, daß wir immer mehr vom fanatischen Islamismus terrorisiert werden?

Mich würde Deine Antwort sehr interessieren.

Diese Frage habe ich mir auch schon oft gestellt.

Es gibt einige Antworten:

Seit siebzig Jahren lebt Deutschland in Frieden und Wohlstand. Fast kein Deutscher kann sich also noch vorstellen, was es bedeutet: Alltag in einer zerbombten Stadt ohne fließend Wasser, ohne Elektrizität aus der Leitung, ohne Zentralheizung, mit zugeteilten minimalen Essensportionen oder keiner durchschlafenen Nacht, weil jede Nacht durch Alarm unterbrochen wurde, man bei Tag und Nacht oft schnellstmöglich den nächsten Bunker aufsuchen musste ... was nicht immer rechtzeitig klappte!

Seit Ende des letzten Weltkrieges wuchs der Wohlstand bei den meisten Deutschen langsam, aber stetig an. Meine Wenigkeit kann sich noch recht gut an die Zeiten erinnern (Mitte und Ende der sechziger Jahre im letzten Jahrhunderts), galten etwa sechszig bis siebzig Quadratmeter für eine vierköpfige Familie als gut bis sehr gut ausreichend; ein KFZ pro Familie war schon recht nett, die meisten Familien mit Kindern verreisten - wenn überhaupt! - nach Amrum oder Österreich, ein Fernseher pro Haushalt war normal. Heute: Wohnraumgrößen wuchsen stark an, einige Autos, Fernseher und PCs pro Haushalt gelten schon fast als normal, und wenn man mal keine Urlaubsreise unternimmt, wird man ziemlich schief angesehen.

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