Wie kommt man auf die Idee, ein Buch wie die Bibel wörtlich zu nehmen?

26 Antworten

Für manche Menschen, denke ich, ist es schlicht einfacher, die Bibel kurzerhand wörtlich zu nehmen (oder das wenigstens zu sagen), als sich mit unangenehmen Fragen und Zweifeln in ihrem Glaubensleben auseinanderzusetzen. Das ist mühsam und manchmal gibt es keine Antworten, zumindest keine einfachen oder schnellen. Nimmst Du die Bibel wortwörtlich, kriegst Du vielleicht schneller eine simple Antwort oder ein Gesetz, das Dich von weiterem Nachdenken befreit. Ein solches Weltbild ist auch unkompliziert und nimmt einem ein großes Stück Verantwortung ab. Man kann ganz leicht zwischen Freund und Feind und zwischen Gut und Böse unterscheiden. Was biblizistische Christen ignorieren meist, daß die Bibel eben nicht frei von Widersprüchen und Irrtümern ist; daraufhin angesprochen geben sie oft merkwürdig anmutende Erklärungen ab, warum die Bibel angeblich doch recht hat. Und noch etwas gebe ich zu bedenken: Wer die Bibel wörtlich nimmt, muß auch mit ihrem Gerechtigkeitsverständnis einverstanden sein. Das heißt: Todesstrafe für Gotteslästerung, Ehebruch, die Entweihung des Sabbats und anderes mehr. Und das wollen auch die Fundamentalisten in der Regel dann wieder nicht. Gruß, Quo.

Indem man das Buch für heilig erklärt und bitterernst wortwörtlich nimmt. Unter Ausblendung jeglicher Informationen selbstverständlich, wie das Buch wurde, was es ist. Und unter Ausschaltung jeglichen kritischen Verstandes natürlich.
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Soviel zur umgangssprachlichen Analyse. Als wissenschaftlich psychologisches Konzept mag die Kognitive Dissonanztheorie von Festinger tiefschürfender sich anhören.
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"Rein formal entsteht Dissonanz durch die logische Inkonsistenz von zwei oder mehreren Gedanken (Kognitionen), d.h. dass der Wahrheitswert eines Gedankens ("Wasser läuft immer den Berg hinab!") durch einen anderen Gedanken ("Wasser läuft den Berg hoch!?") in Frage gestellt wird. Da Dissonanz gefühlsmäßig als negativ empfunden wird, versuchen Personen die Gedanken in Einklang zu bringen (d.h. sie in eine konsonante Beziehung zu bringen), um den negativen Gefühlszustand zu beenden. Dies geschieht, indem entweder nach der Bestätigung (oder Widerlegung) eines der beiden Gedanken gesucht wird (z.B. "Wasser läuft auch den Berg hoch, falls es gepumpt wird" oder "Wasser läuft nicht immer den Berg hinab"). In der Regel ist einer der Gedanken veränderungsresistenter als der andere ("Wasser läuft immer den Berg hinab wegen der Gravitation"), weshalb in der Regel der Gedanke geändert wird, der am leichtesten zu ändern ist ("dann muss es gepumpt werden").
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Generell entsteht Dissonanz, falls eine Person das Gefühl hat, inkompetent oder unmoralisch gehandelt zu haben (Selbstkonsistenzrevision nach Elliot Aronson), falls ein Verhalten negative Konsequenzen für sich selbst oder andere hervor ruft (Cooper & Fazio's "New-Look"), oder falls zwei oder mehrere Gedanken Verhalten oder Handlungen blockieren (Harmon-Jones' action-based model of dissonance). Die entstandene Dissonanz kann auf unterschiedliche Arten aufgelöst werden. Hierbei unterscheidet man zwischen direkten und indirekten Strategien. Direkte Strategien beziehen sich auf die Auflösung der für die Dissonanz verantwortlichen Diskrepanz zwischen Verhalten und Einstellung, d.h. Personen verändern ihr Verhalten, um es mit ihren Einstellungen in Einklang zu bringen, oder verändern ihre Einstellung bezüglich ihres Verhaltens. Indirekt lässt sich Dissonanz auch durch Selbstbestätigung in anderen Bereichen auflösen, z.B. falls man sich inkompetent verhalten hat und dies Dissonanz erzeugt, würde man nach anderen Verhaltensbereichen suchen, in denen man sich kompetent verhält (oder verhalten hat)." Quelle: wiki

...also ich hab's verstanden... ;-)

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Wenn man vorurteilsfrei an die Bibel rangeht, sie einfach mal durchliest und sie dann mit einem Geschichtsbuch und eine BGB oder StGB vergleicht, sieht man, dass der Inhalt keineswegs trivial und sicher gegenüber anderen Büchern, die zwischen 2000 und 4000 Jahre alt sind, deutlich absticht. Dann könnte man sich fragen, warum das wohl so ist, ob die Hebräer überdurchschnittlich intelligent waren oder ob ein höheres Wesen dahintersteckt.

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