Wie kommt man auf die Idee, ein Buch wie die Bibel wörtlich zu nehmen?

33 Antworten

Nun, das wundert mich allerdings auch immer wieder. Ich denke mal, bei den meisten Menschen ist es eine Frage der Erziehung, Kinder glauben ja den Erwachsenen einfach alles. Und etliche bleiben dann auch dabei, wenn sie selbstständig denken gelernt haben. Aber die Zahl derer, die z.B. das alte Testament mit der Genesis wörtlich nehmen, ist schon deutlich gesunken. Hier bilden vor allem die Kreationisten und einige Sekten hartnäckige Keimzellen gegen logisches Denken und wissenschaftliche Erkenntnis. Das sind dann die gleichen, die die Abstammungslehre ablehnen.

Deswegen:
http://bibel.teddylein.de.tp

Vor allem, weil die Bibel Grundwahrheiten enthält, welche die Menschen damals noch gar nicht wissen konnten (z.B. dass die Erde eine Kugel ist und frei im Raum schwebt, der Wasserkreislauf, Hygienevorschriften, Prophezeiungen, die sich bis ins kleinste Detail erfüllt haben).

P.S.: Nicht alles ist wörtlich zu nehmen, es gibt in der Bibel auch sehr viele sinnbildliche Ausdrücke, z.B. in der Offenbarung.

"Die früheste bekannte Erwähnung des Atomkonzepts in der Philosophie stammt aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. aus Indien.(...)Die Atomverstellung in der griechischen Philosophie ist erstmals von Leukipp überliefert, dessen Schüler Demokrit seine Vorstellungen systematisierte. Etwa 450 v. Chr. prägte Demokrit den Begriff átomos, was etwa „das Unzerschneidbare“ bedeutet, also ein nicht weiter zerteilbares Objekt bezeichnet. Obwohl die indischen und griechischen Atomvorstellungen rein philosophischer Natur waren, hat die moderne Chemie die Bezeichnung von Demokrit beibehalten."

http://de.wikipedia.org/wiki/Atom#Philosophische_.C3.9Cberlegungen

Hey.. Die konnten es ja auch nicht wissen... Mhh was sagt uns das?

0

Noch etwas

Weil Gott höchstpersönlich der Autor ist. Durch den Heiligen Geist gewirkt, ER ist die dritte Person der Gottheit, haben mehr als vierzig Schreiber ein völlig einzigartiges Werk verfaßt.

Normalerweise geht jemand, der ein Buch schreiben will, so vor, dass er Material sammelt, ein Schema entwirft, den Inhalt schreibt und drucken läßt. Wenn das Buch jedoch von mehreren Autoren geschrieben wird, müssen sie sich erst zusammensetzen und einen Plan entwerfen. Sie müssen absprechen, wer welchen Beitrag liefern soll.

Die Schreiber der Bibel kannten sich wohl kaum gegenseitig, denn sie entstand in einem Zeitraum von mindestens 1500 Jahren! Ohne irgendeinen Plan oder Entwurf fügte sich von Jahrhundert zu Jahrhundert ein Teil zum anderen bis die Bibel komplett war. Sie wurde an ganz verschiedenen Orten und unter ganz unterschiedlichen Umständen geschrieben. Sie schrieben sogar in drei Sprachen in verschiedenen Gemütsverfassungen.

Ca. 400 Jahre vor der Geburt Christi war das Alte Testament exakt so fertig gestellt wie wir es heute vorzuliegen haben. Das soll man mal nachmachen, wieviele Prophezeiungen sich schon erfüllt haben, die im Alten Testament stehen!

Meine Meinung ist, dass die Wahrheiten der Bibel erfahrbar sind. Dass die Bibel Antworten auf Fragen des Lebens gibt, die man nicht googeln kann.

Andere Moeglichkeit fuer die Entstehung der Bibel:

Verschiedene Glaeubige haben Legenden, Mythen und Geschichten die in ihr Glaubensbild passen aufgeschrieben und wieder andere haben diese aufgeschriebenen Erzaehlungen aussortiert und ausgewaehlte in ein Buch zusammengefasst.

Dazu braucht man keinen himmlischen Masterplan. Ausserdem hat man es in den vielleicht 1000 Jhren immer noch nicht fertiggebracht die inneren Widersprueche auszumerzen.

Du belegst deine Version damit, dass du Gott und die Bibel "erfaehrst". Damit kann ich alles belegen was ich will. Sogar dass ich Homer Simpsons uneheliches Kind bin.

0

Indem man das Buch für heilig erklärt und bitterernst wortwörtlich nimmt. Unter Ausblendung jeglicher Informationen selbstverständlich, wie das Buch wurde, was es ist. Und unter Ausschaltung jeglichen kritischen Verstandes natürlich.
.
Soviel zur umgangssprachlichen Analyse. Als wissenschaftlich psychologisches Konzept mag die Kognitive Dissonanztheorie von Festinger tiefschürfender sich anhören.
.
"Rein formal entsteht Dissonanz durch die logische Inkonsistenz von zwei oder mehreren Gedanken (Kognitionen), d.h. dass der Wahrheitswert eines Gedankens ("Wasser läuft immer den Berg hinab!") durch einen anderen Gedanken ("Wasser läuft den Berg hoch!?") in Frage gestellt wird. Da Dissonanz gefühlsmäßig als negativ empfunden wird, versuchen Personen die Gedanken in Einklang zu bringen (d.h. sie in eine konsonante Beziehung zu bringen), um den negativen Gefühlszustand zu beenden. Dies geschieht, indem entweder nach der Bestätigung (oder Widerlegung) eines der beiden Gedanken gesucht wird (z.B. "Wasser läuft auch den Berg hoch, falls es gepumpt wird" oder "Wasser läuft nicht immer den Berg hinab"). In der Regel ist einer der Gedanken veränderungsresistenter als der andere ("Wasser läuft immer den Berg hinab wegen der Gravitation"), weshalb in der Regel der Gedanke geändert wird, der am leichtesten zu ändern ist ("dann muss es gepumpt werden").
.
Generell entsteht Dissonanz, falls eine Person das Gefühl hat, inkompetent oder unmoralisch gehandelt zu haben (Selbstkonsistenzrevision nach Elliot Aronson), falls ein Verhalten negative Konsequenzen für sich selbst oder andere hervor ruft (Cooper & Fazio's "New-Look"), oder falls zwei oder mehrere Gedanken Verhalten oder Handlungen blockieren (Harmon-Jones' action-based model of dissonance). Die entstandene Dissonanz kann auf unterschiedliche Arten aufgelöst werden. Hierbei unterscheidet man zwischen direkten und indirekten Strategien. Direkte Strategien beziehen sich auf die Auflösung der für die Dissonanz verantwortlichen Diskrepanz zwischen Verhalten und Einstellung, d.h. Personen verändern ihr Verhalten, um es mit ihren Einstellungen in Einklang zu bringen, oder verändern ihre Einstellung bezüglich ihres Verhaltens. Indirekt lässt sich Dissonanz auch durch Selbstbestätigung in anderen Bereichen auflösen, z.B. falls man sich inkompetent verhalten hat und dies Dissonanz erzeugt, würde man nach anderen Verhaltensbereichen suchen, in denen man sich kompetent verhält (oder verhalten hat)." Quelle: wiki

...also ich hab's verstanden... ;-)

0

Für manche Menschen, denke ich, ist es schlicht einfacher, die Bibel kurzerhand wörtlich zu nehmen (oder das wenigstens zu sagen), als sich mit unangenehmen Fragen und Zweifeln in ihrem Glaubensleben auseinanderzusetzen. Das ist mühsam und manchmal gibt es keine Antworten, zumindest keine einfachen oder schnellen. Nimmst Du die Bibel wortwörtlich, kriegst Du vielleicht schneller eine simple Antwort oder ein Gesetz, das Dich von weiterem Nachdenken befreit. Ein solches Weltbild ist auch unkompliziert und nimmt einem ein großes Stück Verantwortung ab. Man kann ganz leicht zwischen Freund und Feind und zwischen Gut und Böse unterscheiden. Was biblizistische Christen ignorieren meist, daß die Bibel eben nicht frei von Widersprüchen und Irrtümern ist; daraufhin angesprochen geben sie oft merkwürdig anmutende Erklärungen ab, warum die Bibel angeblich doch recht hat. Und noch etwas gebe ich zu bedenken: Wer die Bibel wörtlich nimmt, muß auch mit ihrem Gerechtigkeitsverständnis einverstanden sein. Das heißt: Todesstrafe für Gotteslästerung, Ehebruch, die Entweihung des Sabbats und anderes mehr. Und das wollen auch die Fundamentalisten in der Regel dann wieder nicht. Gruß, Quo.

Was möchtest Du wissen?