Wie kann man lernen, sich selbst ganz zu lieben?

10 Antworten

Ich glaube, dass Verständnis dafür wichtig ist...

Man muss sich selbst erst einmal verstehen.. Warum reagiere ich so? Warum empfinde ich so? Warum bin ich eigentlich da? Was ist mir wichtig und warum überhaupt? Wie behandle ich andere und warum? Wie möchte ich behandelt werden? Wie möchte ich, dass man mit mir umgeht, wenn ich böse oder gut war?

Keiner sucht es sich aus geboren zu werden - das passiert ohne das man vorher gefragt wird, ob man Leben möchte... anschließend ist man dann da...
und ist eben so, wie man ist... man kann im Grunde nur das bestmögliche aus dem machen, was da ist...

Wenn man die eigenen Reaktionen und Gefühle mal verstanden hat, fällt es einem - denke ich - auch leichter die Gefühle und Wünsche anderer zu deuten und zu verstehen...

Ich verstehe, warum er/ich jetzt traurig bin... ich verstehe, warum ihm/mir das Freude macht... ich kann mir etwas erklären... weiß, wie der Mensch grundsätzlich tickt...

Und je mehr Erfahrungen und positive Erlebnisse man mit sich selber und mit anderen hat, desto mehr wird man sich und andere auch annehmen und mögen können... genau so wie man ist... genau so, wie der andere ist...

Viele stellen auch sehr hohe Erwartungen an sich selber und sind dann total streng mit sich, wenn sie es nicht auf die Reihe kriegen... aber auch da kann man verständnisvoll sein... man kann sich schon mal über sich slebst ärgern, aber dann kann man auch einen neuen Plan erstellen und wieder weiter machen...durch Versuche an sich selbst, kann man ja heraus finden, was einem gut tut und was nicht..

Man kann sich selber lieben, in dem man sich selbst ein guter Freund ist und positiv mit sich selber spricht... Wenn einem etwas misslingt, dann überlegt man selber, wie man das das nächste Mal besser hinkriegen könnte oder sucht sich Hilfe... "Das ist mies gelaufen - aber das kriege ich schon wieder hin..." oder wenn mal etwas unabsichtlich komplett zerstört wird "Das war sche4ße und soll in Zukunft nicht noch einmal passieren... *überlegen was man tun kann*"... oder wenn man absichtlich mal fies war und sich dann schlecht fühlt, kann man sich hier auch selbst analysieren und bessere Wege für die Zukunft suchen und finden... Wir sind ja offenbar mit diesen Gefühlen und Bedürfnissen geschaffen worden - jetzt geht es nur noch darum, dass man lernt so damit umzugehen, dass es sich auch die meiste Zeit über gut anfühlt...

Ursachenforschung - wie entstehen negative und positive Gefühle? Warum handelt jemand gut oder schlecht? Usw.

Ich finde, Liebe sollte mit Lernen nicht in einem Atemzug genannt werden dürfen.

Liebe muss automatisch entstehen und sollte nicht bewusst herbei geführt werden. Hinter liebe darf kein Zwang stehen. Liebe ist keine Fähigkeit, die wir nicht sowieso schon alle haben, die wir also extra erlernen müssten.

Was dir vermutlich fehlt, ist dich so zu akzeptieren, wie du bist. Dir fehlt es schwer, eigene Interessen zu entdecken und diese zu verfolgen. Wenn andere Menschen sich nun von dir ein Bild machen, neigst du dazu, es anzunehmen, da du keine Alternative parat hast.

Deine Aufgabe muss es sein, dich selber kennen zu lernen. Das ist wichtig. Du musst sagen können "Haha, jau, das bin ich." Es darf dir nicht peinlich sein, du zu sein.
In diese Richtung würde ich deine Gedanken und Gefühle mal untersuchen.

Menschen sollten sich lieben. Aber mit den Worten "ganz" und "vollkommen" kann ich in diesem Zusammenhang nicht anfangen.

Menschen "menscheln". Sie sind nicht vollkommen. Sie machen Fehler. Sie sind fehlerhaft. Natürlich sollen sie nicht ihre Fehler lieben, aber ihre Fehlerhaftigkeit erkennen und lernen, sich dennoch zu lieben. Nur dann sind sie wirklich imstande, ihre Mitmenschen zu lieben, auch wenn sie deren Fehler erkannt haben.

In der Kindheit entwickeln Menschen ein Über-Ich, das sie lehrt, sich schuldig zu fühlen, wenn sie es sind. Spätestens in der Pubertät entwickeln sie Scham, weil sie sich als unvollkommen erfahren. Als Jugendliche entwickeln sie ein Ich-Ideal, an dem ihr Über-Ich ihre reale Person seitdem misst. Aber ein Ideal ist ein Ideal ist ein Ideal. Keine Realität kann ihm je ganz gleichkommen. Darum ist es nötig, dass der Mensch in sich die Fähigkeit entwickelt, sich selbst zu verzeihen, dass er seinem Ich-Ideal nicht wirklich entspricht. Erst dann kann er sich selbst auch lieben.

Ja, es kann sein, dass es Menschen gar nicht bewusst ist, dass sie sich nicht selbst lieben. Es zeigt sich. Es gibt verschiedene Strategien, damit umzugehen, aber oft wirken sie unbewusst.

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