De facto ist sie gleich Null. Natürlich wechselwirkt das Schiff mit der See, die es umgibt, das tut es in der Horizontalen aber in allen Richtungen gleich. Ob sich da irgendwo noch ein zweites Schiff befindet, ist gleichgültig, da es genau so viel schwere Masse Wasser verdrängt, wie es selbst wiegt.

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"Die Wissenschaftstheorie" oder "die Gesellschaftstheorie" von Popper gibt es nicht. Der Kernpunkt seiner Philosophie ist ja gerade der, dass man eine Theorie niemals verifizieren, sondern nur falsifizieren kann. Erkenntnisfortschritt kommt also nur dadurch zustande, dass man jede Theorie immer wieder zu falsifizieren versucht. Das gilt selbstverständlich auch für seine eigenen Theorien, die er folgerichtig sein Leben lang immer wieder falsifiziert und widerrufen hat.

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Unendlich klein ist minus unendlich. Wahrscheinlichkeiten sind niemals kleiner als Null.

Die von Dir angesprochene Wahrscheinlichkeit ist per Definition gleich Null. 1 geteilt durch Unendlich lässt sich zwar nicht direkt berechnen, sondern nur als Grenzwert bestimmen, aber der ist eben Null. Darum wird in der W-Theorie vereinfachend definiert, 1 geteilt durch unendlich sei gleich Null.

W. = 0 bedeutet nicht, dass ein Ereignis unmöglich sei, jedenfalls nicht bei unendlichen Ergebnismengen. Das lernt jeder Mathematiker im ersten Semester W-Theorie,

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Das Wort "zicken" hat nichts mit Ziegen zu tun. Es kommt von spanisch "chica", das Mädchen. "Zicken" heißt also, sich wie ein junges Mädchen, also eine unreife Frau zu benehmen.

Ob das bei Männern öfter vorkommt als bei Frauen, vermag ich auf der Grundlage meiner persönlichen Erfahrung der letzten 65 Jahre nicht zu beurteilen. Von der Definition des Wortes her erscheint mir das aber eher unwahrscheinlich.

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Max Frisch war Schweizer und Calvinist. Tatsächlich lautet das zweite Gebot im calvinistischen Katechismus: "Du sollst Dir kein Bild machen. Bete es nicht an und verehre es nicht." So steht es auch in der Bibel, im Buch Exodus und auch im Deuteronomium.

Die frühe Kirche hat dies Gebot aus ihrem Katechismus gestrichen; das war das Ergebnis eines jahrhundertelangen "Bilderstreits". Das Ergebnis war, dass das Anbeten und Verehren von Heiligenbildern in der Kirche allgemeine Sitte wurde. Das war und ist ein Verstoß gegen dieses Gebot.

Aber genau darum geht es. Es geht nicht um irgendwelche Bilder von irgendetwas. Natürlich brauchen wir innere Bilder, um die Welt besser zu verstehen, und äußere, künstlich angefertigte Bilder sind dazu auch nützlich. Sie stehen am Anfang jeder Kultur und gehören zu ihrem Wesenskern.

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Entgegen landläufiger Auffassung ist das Zentrum dessen, was Religion für den Menschen leisten kann, nicht, ihnen einen sicheren Verhaltenskodex vorzugeben. Das gilt besonders für so ein schwieriges Thema wie Wahrheit und Lüge. Was die Weltreligionen dazu zu sagen haben, bezieht sich zumeist nur auf die Aussagen der eigenen Religion, die eben als die Wahrheit bezeichnet werden. Für das alltägliche Leben in der Welt sind diese Aussagen wenig geeignet.

Das Phänomen, das Du beschreibst, gibt es zweifellos; aber es ist schlecht umrissen. Der Prozess, durch den wir die Welt zu erkennen suchen, ist immer zugleich Widerspiegelung der Welt als auch Konstruktion eines Weltbildes. Es liegt im Wesen unseres Erkenntnisprozesses, dass wir nur relativ wenige Fakten in unser Bewusstsein hineinlassen, eben gerade so viele, wir wir bewusst verarbeiten können. Eine viel größere Zahl "kennen" wir zwar, sie verharren aber mehr oder weniger fest im Unbewussten. Es ist nicht ganz falsch, sie "alternative Fakten" zu nennen.

Aus diesen relativ wenigen bewussten Fakten konstruieren wir uns ein Weltbild, das in sich halbwegs stimmig und hinreichend einfach ist. Dies Kriterium der Einfachheit, die "okhamsche Rasierklinge", spielt auch in der naturwissenschaftlichen Erkenntnis eine große Rolle. Das Fatale daran ist, dass es absolut menschlich ist, Fakten, die uns durchaus bewusst geworden sind, die aber nicht in unser Weltbild stimmen oder es unzumutbar verkomplizieren würden, wieder aus dem Bewusstsein ins Unbewusste zu verdrängen.

Dieser Vorgang ist, wie gesagt, allgemein menschlich. Er tritt bei verschiedenen Persönlichkeiten aber mal mehr und mal weniger stark ausgeprägt auf. Wenn er zu stark ausgeprägt auftritt, ist er ein Ärgernis, und wir sprechen zu Recht von Engstirnigkeit und intellektueller Unredlichkeit. Wenn er auf einfacher Dummheit beruht, würde ich ihn nicht unmoralisch nennen. Ein jeder und eine jede denkt halt so, wie es seinen oder ihren Fähigkeiten entspricht.

In Intellektuellenkreisen gilt ein solches Vorgehen aber wohl zu Recht als grob unmoralisch. Freilich kann man Fehler auch dann verzeihen, wenn sie grob unmoralisch sind. Ich kann aber nicht sagen, dass mir das leicht fiele, gerade wenn die betreffende Person mir nahe steht oder einmal nahe stand. So eine Art bedingter Vorsatz, ein billigendes Inkaufnehmen der Lüge ist damit in der Tat verbunden.

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Eine gute Frage. Im Prinzip: Dummheit ist das Gegenteil von Klugheit. Klugheit ist die Fähigkeit, richtige Entscheidungen zu treffen. Richtige Entscheidungen sind nicht zuletzt auch solche, die zum Glück beitragen. Also ist Dummheit Ursache zu Unglück.

Aber. Aber die Erfahrung spricht dagegen. Kluge Menschen sind tatsächlich häufiger unglücklich als dumme, sagt die laienhafte Allerweltserfahrung. Woran liegt's ?

Möglicherweise sind die Veranlagung zur Klugheit und die Veranlagung zum Glücklichsein zwei gegenläufige Veranlagungen des menschlichen Gehirns. Menschen, die das eine gut können, können oft das andere schlecht - und umgekehrt.

In der menschlichen Evolution waren richtige Entscheidungen meistens zu allererst solche, die das Überleben des Individuums und der Gemeinschaft sicherten, und nicht solche, die zum unmittelbarem persönlichen Glücksgefühl beitrugen. Menschen, die zum schnellen Glücksgefühl neigten, kamen sehr oft auch schnell ums Leben.

Darum ist es sinnvoll, klug zu sein, aber ebenso sinnvoll auch, seine Klugheit auch dafür zu verwenden, die eigene Glückseligkeit zu sichern. Im Einzelfall heißt das oft, dass man die Fähigkeit haben muss, die eigene Klugheit auf kleine Flamme zu schalten. Der Esel ist ein kluges Tier, auch weil er nicht so viel denkt.

Ich schreibe dies am Rosenmontag. Ich bin kein Karnevalsfan; aber Feste wie dieses sind durchaus auch eine kulturelle Errungenschaft.

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Ich denke, dass der Satz keineswegs eindeutig und leicht zu verstehen ist, sondern im Gegenteil recht schwierig. Sicherlich kann man "den Menschen" deuten als Dativ Plural, derart, dass die Religion es unternimmt, den Menschen etwas zu leisten.

"Den Menschen" kann aber auch Akkusativ Singular sein und die Konstruktion als ein AcI zu verstehen. Bei einem Menschen wie Freud, der sicher fließend Latein sprach, sollte mich das nicht wundern; auch Frau Rawling verwendet diese Konstruktion im Original der Harry-Potter-Bücher laufend. Dann wäre der Satz so zu verstehen: Was unternimmt die Religion, dass der Mensch (etwas) leistet? Dann geht es nämlich darum, dass es die Religion war, die Jahrtausende lang den Menschen veranlasst hat, seinen Sexualtrieb zu sublimieren. Das wäre m.E. deutlich Freud-typischer als die eher nichtssagende Interpretation oben.

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Es gab damals die Zensur Man konnte nicht einfach ein Buch schreiben und in Druck geben; es musste erst vom staatlichen Zensor gelesen und freigegeben werden.

Das ist mir besonders aufgefallen bei Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. In den ersten hundert Seiten ist es gut zu lesen und inhaltlich lammfromm. Dann wird es so schwer lesbar, dass ein durchschnittlich gebildeter Zensor es aus der Hand legt und frustriert zum Druck freigibt. Aber erst danach geht es zum Kern des Ganzen, der Autonomie des Einzelnen. Aber so weit liest der Zensor eben nicht.

Ein anderes Beispiel für dies Phänomen ist Sartres Das Sein und das Nichts. Es wurde 1944 in Paris veröffentlicht, also zur Zeit der deutschen Besatzung und Zensur. Es ist aber so verschlüsselt geschrieben, dass kein Zensor es zu verstehen vermag. Dass Sartre auch leicht verständlich schreiben konnte, zeigt sein Aufsatz Ist der Existentialismus ein Humanismus von 1945, also nach der Befreiung.

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Die humanistische Psychologie ist der Ansicht, dass der Mensch einen "freien Willen" hat. Diese Ansicht ist zuhöchst umstritten und kann heute in dieser Absolutheit nicht stehengelassen werden. Das gilt allerdings auch für die direkte Gegenposition, dass der Wille des Menschen nach dem Gesetz von Ursache und Folge determiniert sei. Das Deterministische Weltbild ist das von vor zweihundert Jahren und ebenso überholt.

Tatsächlich ist die Frage, wie der menschliche Wille bzw. seine Entscheidungen zustande kommen, sowohl in der Psychologie als auch in der Philosophie zuhöchst umstritten, obwohl man sich, wenn man ehrlich ist, in einem einig ist: Wir wissen es nicht wirklich. In den meisten Meinungsverschiedenheiten geht es eigentlich um die Definition des Wörtchens "frei".

Das, was wir zu Recht als "Wille" bezeichnen, ist eine Funktion des Bewusstseins (des Ichs), das in der linken Gehirnhälfte stattfindet. Es kommt aber ganz weitgehend zustande durch die Arbeit der rechten Gehirnhälfte. Deren Arbeit bleibt uns aber weitgehend unbewusst, denn sie sendet dem Bewusstsein nur die fertigen Endergebnisse.

Sich aus diesen vielen Teilergebnissen des Unbewussten ein passendes Bild der Lage und dann auch eine Willensentscheidung zusammenzubasteln, ist dann eine schöpferische Leistung des Bewusstseins, meinetwegen auch eine Konstruktion, die aber dennoch die beste dem Menschen mögliche Widerspiegelung der Realität ist.

In seinem gesamten Prozess der Bildung eines Weltbildes und einer adäquaten Entscheidung, die er Willensentscheidung nennt, ist der Mensch frei insofern, als er ja nicht "fremd-"bestimmt ist. Er selbst ist es ja, in dem dieser Prozess stattfindet. Es ist aber nicht das Ich, das in dieser Entscheidung frei ist. Wenn es sich das dennoch einbildet, ist das nicht als eine nachträgliche Rationalisierung.

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Ich erinnere mich dunkel, dass Josef (?) Rattner ein sehr gutes Buch dazu geschrieben hat. Google das mal.

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Oh je - die höchste ... Das lässt mich gleich denken an das Märchen von den Fischer un sien Fru. Sie wollte sein wie der liebe Gott und schon seet se all wedder in ehrn Pisspott.

Ja, es gibt Menschen, die immer noch wieder eine höhere Form von Anerkennung brauchen. Es mag daran liegen, dass sie die Differenz zwischen Ihrem Ich-Ideal und der Realität als zu groß empfinden. Man könnte das wohl auch einen Minderwertig-keitskomplex nennen.

Die höchste Form der Anerkennung ist es wohl, sich seiner Fehler bewusst zu sein und sich trotzdem selbst so zu akzeptieren, wie man ist.

Aber es ist natürlich auch eine hohe Form der Anerkennung, wenn das durch andere Menschen geschieht, denen man vertraut ist und die man liebt.

Die höchste Form der Anerkennung, die ich in den letzten Wochen erfahren habe, war, dass meine Tochter mir ihre Examensarbeit gewidmet hat. Ich habe ihr wirklich nur ein ganz klein wenig geholfen.

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Abgesehen von dem konkreten Fall ist das eine interessante philosophische Frage, an der sich durchaus die Geister scheiden.

Ich kenne da einen Philosophen der sie mit einem klaren Ja beantwortete. Er benutzte das Beispiel: Man muss in einen Apfel hineingebissen haben, um beurteilen zu können, was er ist. Sein Name ist Mao Dse Dong.

Andererseits ist das Argument schon gefallen, dass die eigene Betroffenheit einem "objektiven" Urteil entgegensteht.

Aber abgesehen davon: Dei nicht betroffene Person ist ja darauf angewiesen, einen Vorgang selbst zu beurteilen Sonst gibt es für sie keinen Verhaltensmaßstab. Dabei sollte sie natürlich das Urteil der Betroffenen mit einbeziehen.

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Die Menge dessen, was im Internet über den Buddhismus steht, ist immens. Das reicht glatt für zwanzig zweistündige Referate. Es ist also ein Unterrichtsthema für ein Semester. Aber mal so eben bei gutefrage darstellen lässt sich das nicht.

Die verschiedenen Richtungen des Buddhismus unterscheiden sich wesentlich deutlicher voneinander als Judentum, Christentum und Islam.

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Sicher ist es eine Tatsache, dass unser Bewusstsein, also unser Hirn, die Sinneseindrücke interpretiert, und oft ist es der Fall, dass es nur relativ wenige sind, die sehr schnell interpretiert werden, und dann ist die Irrtumswahrscheinlichkeit recht groß.

Das heißt aber nicht, dass alles nur eine Illusion ist. Die Realität gibt es wirklich, und sie spiegelt sich in unserem Bewusstsein wider. Nur ist der Prozess der Widerspiegelung nicht so klar und einfach wie bei einem optischen Spiegel. Und selbst bei dem kann es leicht zu Zerrbildern kommen.

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Ich denke, dass das vorkommen kann. Das Problem ist nicht der fehlende Glaube ans ewige Leben, Daran glaubte das alttestamentarische Judentum auch nicht. Das ideal war, zu sterben alt und des Lebens satt. Jedenfalls bleibt einem dann die Hölle sicher erspart. Im Buddhismus ist das Sterben sogar das eigentliche Ziel des religiösen Lebens.

Das eigentliche Problem ist die Vergebung der Schuld. Je älter ein Mensch wird, desto mehr wird er zwar des Lebens satt, desto mehr erkennt er aber auch, schuldig geworden zu sein. Die Funktion Gottes ist es, die Sünden zu vergeben. Wer nicht gläubig ist und nicht gelernt hat, sich seine Sünden selbst zu vergeben, kann leicht depressiv werden, ja.

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Die Kugel ist eigentlich das leichteste Gebilde der Geometrie. Sie wird beschrieben durch (x² + y³ + z² = r². Die jeweile Krümmung ist abhängig von Radius r. Weitere Zahlen brauche ich dafür nicht.

r ist eine reelle Zahl. In der Menge R der reellen Zahlen gibt es keine Schritte, sie ist ein Kontinuum und die Menge aller Grenzwerte von Folgen rationaler Zahlen, die als Schritte dieser Folgen angegeben werden. Für pi erhalte ich solch eine Näherungsfolge, indem ich jeweils eine Dezimalstelle mehr angebe.

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