Wenn jeder Mensch einen Fortpflanzungsdrang hat (Evolutionstheorie), warum gab und gibt es dann Homosexuelle?

18 Antworten

Nun, nicht jeder Mensch hat einen Fortpflanzungsdrang, es gibt ja auch Asexualität.

Warum es Homosexualität gibt, kann man nicht klar beantworten.
Bei Menschen ist es allgemein schwer zu beurteilen, da Menschen ja von allen Möglichen Umwelteinflüssen bombadiert werden und es nicht so einfach ist, eine natürliche Veranlagung herauszufiltern, wenn man durch Traditionen, Meinungen und Manipulationen beeinflusst ist.

An Tieren lässt es sich besser studiren, da hier im Großen und ganzen ein Nachdenken über die Sache an sich wegfällt. Kein schwuler Pinguin, Delphin, oder Storch stellt sich die Frage, wie andere Pinguine, Dephine oder Störche auf seine Homosexualität reagieren könnten. 

Aber auch Beobachtungen im Tiereich lassen natürlich keine Eindeutigen Schlussfolgerungen auf Menschen zu. Und es wurden bei unterschiedlichen Tierarten ganz unterschiedliche Hinweise gefunden, die Homosexualität begründen. Es ist eigentlich alles vorhanden, von sexuellem Notstand und Rangordnung, über Arterhaltung (sowohl durch Verhinderung einer Überpopulation, als auch durch Adoption verwaister Kinder) bis hin zu sozialer Interaktion ist alles vorhanden.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Selbst Homo und schon viel erlebt.

Einerseits ist der Mensch längst nicht die einzige Spezies, die Freude an sexuellen Handlungen hat, das findet sich auch im Tierreich und die Geschlechter spielen dabei nicht zwangsläufig eine Rolle.

Der andere Punkt sind Vorteile für die Reproduktion und/oder Aufzucht der Nachkommen. Da gibt es verschiedene Beispiele im Tierreich, bei denen man je nach Art unterschiedliche Vorteile bei homosexuellen Paaren feststellen kann. Dafür kannst du einfach mal nach "homosexuelle Tiere" suchen und wirst einige Beispiele finden.

So gibt es z.B. bei verscheidenen Vogelarten bessere Aufzuchterfolge der Jungen, wenn sie von gleichgeschlechtlichen Paaren aufgezogen werden.

So funktioniert Natur/Evolution aber nicht!

Die Evolution "weiß" nicht, was sie macht. Sie hat kein Ziel.

Sie produziert nicht 0 & 1 oder schwarz & weiß. Vielmehr produziert sie eine farbenfrohe Vielfalt, deren extremste Vertreter manche als schwarz & weiß wahrnehmen - Farbtöne und Graustufen bestenfalls nicht wahrnehmend, schlimmstenfalls ignorierend.

Sie nehmen oberflächlich eine "Norm" wahr, die das genaue Gegenteil davon darstellt: Kein zielsicheres Scharfschügzengewehr, eher ist die Natur eine Schrotflinte mit großer Streuung.

Manchmal geht der Schuss so ins Blaue, dass die Frau noch nicht mal die Schwangerschaft bemerkt, weil sie nicht lange gedauert hat. Manchmal konmt ein zukünftiger Weltmeister/Nobelpreisträger raus. Die Mehrheit liegt einfach IRGENDWO dazwischen.

Wenn die Mutation(en insgesamt) vorteilhaft ist(/sind), wird es weitergegeben und verändert die Spezies zum Besseren, und wenn nicht eben nicht.

Aber dennoch wird es wieder Mutationen geben. Denn DAS ist die "Norm" der Natur.

Wäre es anders, gäbe es keine Evolution - und damit auch uns nicht.

Die Aussage, dass man die Auslöser von Homosexualität nicht kennt, stimmt nicht wirklich. Die Zahl der Auslöser ist jedoch etwas größer. Im Bezug auf deine Frage hier die zwei Hauptauslöser:

Genetik: Es ist tatsächlich so, dass Homosexualität (der Einfachheit halber gesagt) unter anderem durch eine Art Mutationen  in der DNA ausgelöst wird. Dabei werden bestimmte Stoffe (Methylgruppen) an die DNA gehängt, sodass diese an der Stelle nicht gelesen werden kann. Das bedeutet, dass zum Beispiel bestimmte Sexualhormone (Testosteron, Östrogen,...) weniger produziert werden. Diese epigenetischen Modifikationen (wie sie in der Fachsprache genannt werden) sind auch vererbbar.
Also entsteht Homosexualität unter anderem durch spontane Mutationen in der DNA während das Kind im Mutterleib ist, ohne dass es irgendeinen evolutionären Sinn hat.

Kindheit: Es kommt auch vor, dass Kinder durch die erhaltene Erziehung homosexuell werden. Das kann zum einen sein, dass die Eltern lieber ein Mädchen statt einen Jungen wollten und den Jungen jetzt wie ein Mädchen erziehen usw.

Das ist eine gute Frage, die sich wohl kaum beantworten lässt.

Tatsache ist, dass es Homosexualität auch unter Tieren gibt. Forscher haben festgestellt, dass es sie bei über 400 Tierarten gibt, darunter übrigens auch Fische und Vögel usw., nicht nur Säugetiere. Es scheint also was ziemlich natürliches zu sein. Warum das so ist, weiß ich nicht. Und auch die Forscher können das nur Vermuten.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ich lebe in einer glücklichen Beziehung.

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