Welcher konkrete Unterschied besteht zwischen der Heiligenverehrung und der Anbetung?

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Gott anbeten heißt, in Ehrfurcht und Demut die Nichtigkeit als Geschöpf anzuerkennen, welches einzig Gott sein Dasein verdankt. Gott anbeten heißt, ihn als den Schöpfer und Retter, den Herrn und künftigen Richter von allem, was ist, als unendliche und barmherzige Liebe und das höchste Gut anzuerkennen. Die Anbetung des einzigen Gottes befreit den Menschen von aller Selbstbezogenheit, von der Sklaverei der Sünde und der Vergötzung der Welt.

Ohne Gottes Gnade gibt es keine Heiligen. Die Heiligkeit besteht nicht in eigener Selbstverwirklichung vor Gott, sondern in der demütigen Lebenserkenntnis: Wer und was ich bin, bin ich durch die Gemeinschaft mit Jesus Christus. Deshalb ist Kirche als "heilig" nur zu fassen durch ihre Erwählung von Gott. Trotz menschlicher Schwächen, Fehler und Mängel wirkt Christus in dieser Gemeinschft die Heiligung des Menschen. Die von uns „amtlich“ als Heilige verehrten wussten darum und konnten mit dem hl. Paulus bekennen: Durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin.

Die Heiligen haben schon zu Lebzeiten die Nöte und Ängste ihrer Mitmenschen betend Gott anvertaut. Sie waren und sind Fürsprecher vor Gott. Sie verstellen und verdunkeln nicht den Blick auf Gott, sondern geben ihn frei, denn jeder Mensch ist dazu berufen, die Liebe zu Gott und zum Nächsten zu verwirklichen. So sind sie Freunde Gottes und damit auch Freunde der Menschen. Katholische Christen bitten nicht nur die auf Erden lebenden Glaubensgeschwister um ihr Gebet, sondern auch die bereits Vollendeten. Schon in den frühchristlichen Gemeinden wurde die Erinnerung an die Blutzeugen wach gehalten und ihre Gräber wurden geehrt. Um diese Verbindung im Bewusstsein zu halten, entwickelte sich der Brauch, Gottesdienste an den bekannten Gräbern zu feiern, es wurden Kirchen errichtet. Auch in der Apostelgeschichte kann man schon lesen, dass den Gebeinen der Heiigen sowie den Reliquien zu Recht wundertätige Kraft zugemutet wurde. Auch wurde der Todestag zum Anlass genommen, ihrer beim Gottesdienst besonders zu gedenken. Zur Freude des Himmels gehört eben auch, dass die Freunde Gottes den noch auf Erden Verweilenden beistehen dürfen, ein Geschenk der göttlichen Liebe.

DH:)

Ich hätte mich ja gerne hier an der Diskussion beteiligt, aber deiner Ausführung habe ich nichts hinzuzufügen.

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Diese Frage wird m.E. in diesem empfehlenswerten Artikel recht gut und auf biblischer Grundlage beantwortet: http://www.gotquestions.org/Deutsch/Gebet-Heilige-Maria.html

Das Problem bei gotquestions ist, dass die Betreiber der Website katholische Strohmänner zum Zweck des Einfangens von Schäfchen gebastelt haben.

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Unter der Anbetung verstehe ich die Unterwerfung des Ich unter den Willen Gottes und die Bezeugung der Göttlichkeit Gottes. Unter der Heiligenverehrung verstehe ich dagegen die Preisung und das Bitten Heiliger im Gedächtnis ihrer Heiligkeit in Gott, ausgeschlossen sind die Bitte um Vergebung, das Lob und der Dank, welche nur Gott gebühren, was nicht heißen soll, dass die Dankbarkeit gegenüber Menschen fehlt, weil die Dankbarkeit gegenüber Menschen in der Betrachtung ihres guten Willens liegt.

Du hast doch die römisch-katholische Position schon ganz gut begriffen. Ich verstehe noch nicht, worin dein Problem besteht.

Die Unterschiede von dulia, protodulia und hyperdulia sind in der Graduierung und meinetwegen auch der Intensität. Der Unterschied zur latria ist ein qualitativer, diese Verehrung gebührt nur Gott allein.

Der Unterschied ist vergleichbar mit dem Schein der Sonne und des Mondes. Die Sonne ist die Lichtquelle, der Mond strahlt nur zurück durch die gleiche Quelle.

Wenn ich in der Nacht den Vollmond sehe, bin ich begeistert von der Schönheit des Mondes. Ich weiß, der Mond strahlt nicht selbst, sondern nur durch das Licht der Sonne. Sich über das Licht des Mondes freuen, heißt auch immer, sich über das Licht der Sonne freuen. Doch würde ich nie behaupten, der Mondschein wäre das gleiche wie der Schein der Sonne. Jeder weiß, dass da ein qualitativer Unterschied herrscht. Meine Freude und Bewunderung für den Schein des Mondes schmälert keineswegs die Bedeutung des Sonnenlichts; noch mehr, dadurch wird die fundamentale Bedeutung der Sonne für den Schein des Mondes erst recht herausgestellt. So schmälert die Verehrung der Heiligen keineswegs die Verehrung Gottes oder nimmt etwas von seiner Verehrungswürdigkeit weg; noch mehr: Die Verehrung der Heiligen vermehrt den Lobpreis Gottes, der durch sein gnadenhaftes Handeln an den Heiligen zeigt, dass er die Quelle allen Heils ist.

Alle, die sich der Gemeinde Gottes anschließen, sind Heilige im Sinne der Bibel. Ich kenne keine Bibelstelle, die eine noch so differenziert geartete Verehrung von Heiligen wünscht bzw. fordert. Das große Problem von Verehrung ist, dass sie als Anbetung betrachtet werden kann. Die ist absolut unzulässig, wie gut ein Mensch auch gewesen sein mag. Zur Erlösung eines Menschen können Heilige im o.a. Sinne nicht beitragen. Es gibt nämlich nur einen, der berechtigt ist, Erlösung im umfassenden Sinne zu bewirken. Das ist Jesus Christus, der als Hoherpriester vor dem Vater den Erlösungsdienst incl. der Vergebung tut. Wer für sich beansprucht, dabei mitzuwirken, begeht eine Gotteslästerung, weil Gott sich in dieser Beziehung zweifelsfrei geäußert hat. Es gibt auch niemanden, der als Vermittler zwischen Gott einschließlich Jesus und den Heiligen Geist tätig sein kein.

Wenn sich Menschen als Christen erweisen, in dem sie gute Werke tun, dann sind sie sicherlich auf einem guten Weg. Allerdings bezeugt die Bibel, dass Gott allein in uns das Gute bewirkt. Also ist ein Mensch von sich aus nicht gut, allenfalls aus Gnade von Gott vorbildlich.

Es ist gefährlich, Leistungen von Menschen zwischen Gott und sich zu stellen und führt unter Umständen in eine Richtung, die nicht gewünscht ist. Noch fataler wäre es, wenn jemand glaubt, durch Verehrung von Heiligen Vorteile erlangen zu können.

Hallo OttoSprachrohr Ich glaube Anbetung lässt sich schwer definieren. Anbetung ist etwas so Tiefes,Kostbares und Herrliches, sie kommt aus solchen Tiefen unseres Inneren, ist eine solche kraftvolle Ausgießung unserer Herzen zum Herrn hin und verkörpert solche Liebe, Dankbarkeit und Hingabe, dass sie sich nicht in Worte fassen lässt. Die menschliche Sprache reicht nicht aus, um Anbetung völlig zu erfassen. Ja, Anbetung ist so persönlich und intim, das wir vielleicht besser gar nicht erst vesuchen sollten, sie mit unseren Worten zu begrenzen und zu definieren. Allgemein gesprochen kann man sie als direkte Würdigung Gottes, seines Wesens, seiner Eigenschaften betrachten; anbeten könnte ferner dienen oder Dienst leisten bedeuten. Auch wenn wir in der Bibel keine Definition von Anbetung finden können, gibt die Schrift doch klare Anweisungen dafür und beschreibt sie. So lesen wir beispielsweise: Gebt dem Herrn die Ehre seines Namens!...Betet den Herrn an in heiliger Pracht (1. Chronik 16,29) Kommt lasst uns anbeten und uns neigen,lasst uns niederknien vor dem Herrn, der uns gemacht hat !( Psalm 95,6) Erhebt dem Herrn, unseren Gott, und fallt nieder an seinem heiligen Berg! Denn heilig ist der Herr, unser Gott (Psalm 99,9) Ich falle nieder vor deinem heiligen Tempel, und deinen Namen preise ich wegen deiner Gnade und Treue. Denn du hast dein Wort groß gemacht über deinen ganzen Namen (Psalm 138,2)

Ich denke das man daraus schon den großen Unterschied zwischen Heiligenverehrung und Anbetung erkennen kann! Zumindest ist es mir so klar geworden. Mit Gottes Segen Brighet

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