Warum beten katholiken die Mutter Maria an?

12 Antworten

Auch der katholische Christ betet nur Gott an. Davon zu unterscheiden ist nach katholischem Verständnis unser Gebet zu den Heiligen, die nach irdischem Leben nun in der Gegenwart des dreifaltigen Gottes (Vater, Sohn und Heiliger Geist) leben.

Nach katholischem Verständnis sind jene, die das Leben bei Gott haben, dennoch in einer Verbindung zu uns Menschen hier auf Erden stehen. Dies feiern wir z.B. auch am 1.11. am Fest Allerheiligen.

Dies gilt nicht nur für die selig- und heiliggesprochenen Menschen, sondern dies gilt für alle Verstorbenen.

Insofern ist es auch für den Katholiken eine Selbstverständlichkeit, dass wir im Gebet eine Verbindung zu unseren Verstorbenen, also auch zu unseren Verstorbenen Ahnen (Großeltern, Eltern) oder Geschwistern oder anderen uns nahestehenden Menschen aufnehmen können.

So, wie wir hier auf Erden für ihr Seelenheil beten, so können auch sie im Himmel für uns Fürsprecher und Bittsteller bei Gott sein und "für uns auf Erden hier ein gutes Wort" einlegen.

Allerding gestehe ich ein, dass beim aussenstehenden Unwissenden durchaus - auch durch eine sehr entfaltete Marienfrömmigkeit - der Eindruck entstehen kann, dass Maria 'angebetet' werden würde.

Dies widerspricht aber, wie schon ein weiterer Beitrag hier deutlich gemacht hat, völlig der katholischen Lehre.

Danke fuer Deine Antwort. Laesst mich bischen Verstaendniss zu dieser schwierigen Frage zu Katholiken aufbauen. Aber ich versteh nicht so ganz, warum Gott es Koenig Saul dann uebel genommen hat, dass er ueber eine Wahrsagerin Kontakt zu dem Propheten Samuel aufgenommen hat, da dieser nach diesem Verstaendniss doch wie Maria bei Gott sein muesste? Wenn Gott das wirklich in Ordnung faende, haette er es doch eigentlich bei Saul nicht als "Verwerflich" beanstanden koennen?

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Die Frage ist aber ob die heiligen entrückt worden ist denn es steht nirgendwo in der bibel

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Die Schwierigkeit liegt im Gegensatz von theologischer Lehre und praktiziertem Glauben. Natürlich lehrt die katholische Kirche die Verehrung und nicht die Anbetung Mariens.

De facto aber - religionswissenschaftlich vergleichend - wird in der katholischen Volksfrömmigkeit Maria weltweit angebetet. Einem großen Teil der Katholiken in der ganzen Welt ist die Marienverehrung so zentral, dass man nicht drumherum kommt, es Anbetung zu nennen.

Ähnliches lässt sich auch in der Verehrung Buddhas in der Volksfrömmigkeit des Ostens nachweisen. In einer Religion ohne Götter hat der Religionsstifter göttlich Züge angenommen und wird umfangreich verehrt.

Dein "de facto"-Satz ist absolut falsch. Jeder Katholik, auch in Peru z. B., weiß, dass er zu Gott betet und Maria um Hilfe dabei bittet. Die "gängigen" Mariengebete, vom "Ave Maria" bis "Sub tuum praesidium" sprechen eine deutliche, verständliche Sprache.

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@oldpaed

Das mag man zur Ehrenrettung behaupten wollen. Jeder vergleichende Religionswissenschaftler wird das Dogma links liegen lassen und beschreiben, was beobachtbar ist. Was jeder Katholik weiß, entzieht sich unser aller Wissen. Man kann nur beschreiben, was man sieht. Die zahlreichen Marienwallfahrten, die Dogmen, das Schwergewicht, das Johannes Paul II. auf die Figur der Maria legte, all das spricht eine eindeutige Sprache. Aus meiner Sicht ist es auch bedeutsam, dass die Gewichtung des durchweg männlichen Priestertums durch die Frauengestalt Mariens so einen Ausgleich findet.

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@minister
  1. Ich habe hier nicht die Aufgabe, "Ehren" zu "retten"; das will ich gar nicht. Es geht mir um die Realität, die Wahrheit (ja, ja, auch das kann man hinterfragen...)!
  2. Dann sollte die vergleichende Religionswissenschaft sich auch dem Phänomen der "Anbetung" von Stars und Idolen zuwenden, wo ist da der Unterschied?
  3. Ich meine, ohne eine Religion genau zu kennen, kann man sie mit einer anderen nicht vergleichen. Da bleibt man nur an der Oberfläche und beurteilt Phänomene, ohne deren tiefere Bedeutung ermessen zu können.
  4. Ich meine, dass eine für eine Grundsatzdiskussion hier wohl nicht der Platz ist. - Danke für Deine Antwort. -
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@minister
  1. Ich habe hier nicht die Aufgabe, "Ehren" zu "retten"; das will ich gar nicht. Es geht mir um die Realität, die Wahrheit (ja, ja, auch das kann man hinterfragen...)!
  2. Dann sollte die vergleichende Religionswissenschaft sich auch dem Phänomen der "Anbetung" von Stars und Idolen zuwenden, wo ist da der Unterschied?
  3. Ich meine, ohne eine Religion genau zu kennen, kann man sie mit einer anderen nicht vergleichen. Da bleibt man nur an der Oberfläche und beurteilt Phänomene, ohne deren tiefere Bedeutung ermessen zu können.
  4. Ich meine, dass eine für eine Grundsatzdiskussion hier wohl nicht der Platz ist. - Danke für Deine Antwort. -
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@oldpaed

Tatsächlich sind solche Sachverhalte wie Starkult und auch der Führerkult im Dritten Reich längst religionswissenschaftlich beschrieben.

Insgesamt halte ich solche reilgionswissenschaftlichen Beobachtungen aber auch für die praktizierte Religion für hilfreich, denn es hilft zu erkennen, wenn man die selbstgesetzten Grenzen überschreitet und sich die Praxis fehlentwickelt.

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Fakt ist, dass die Katholiken Maria nach wie vor als Jungfrau verehren. Nur das ist sie nicht geblieben. Sicherlich empfing sie Jesus jungfräulich, doch dann gebahr sie ganz "normal" weitere Kinder, die in der Bibel auch als Brüder (Halbbrüder) Jesu bezeichnet werden. Zwei davon (Judas und Jakous) haben sogar nach ihnen benannte Bücher des Neuen Testamentes geschrieben.

Ich denke, Gott sieht es nicht gerne, dass Maria und nicht Jesus von den Katholiken derart verehrt wird.

Die Behauptung, dass Maria "höher" als Jesus verehrt wird, ist absolut unrichtig.

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@oldpaed

Vielleicht nicht "hoeher", aber "mehr". Das liegt aber vielleicht daran, das katholiken mit Gott gar nicht direkt sprechen duerfen, sondern nur ueber einen Mittler mit ihm Kontakt aufnehmen duerfen. Deshalb sprechen sie ihre Bitten immer an das "unterste Glied" der "hirarchischen Heiligkeitskette", und daher kommt es, dass Maria zwar nicht hoeher angesehen, aber mehr "angebetet" wird, als Jesus...

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Unrichtig ist ebenfalls, dass nur die Katholiken Maria als Jungfrau verehren. Dies ist der Glaube aller Christen in allen christlichen Konfessionen und Kirchen. Bitte dazu auch mal die Katechismen der evangelischen Kirche lesen und die theologische Lehre in der angelikanischen und orthodoxen Kirche.

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@gerwitt

Naja, "verehren" ist etwas zu viel des Guten. Zumindest an die Jungfräulichkeit der Maria glauben, das tun auch die Evangelischen. Verehrung findet man bei den anderen erwähnten Kirchen.

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@grisu05

Maria wird von keinem wirklich gläubigen Christen als Jungfrau gesehen, die Bibel ist hier das entscheidende Kriterium. Und diese bescheinigt Maria lediglich die Jungfräulichkeit bei der Geburt Jesu. Sie ist ist aber keine Jungfrau geblieben. Was irgendwelche Konfessionen daraus machen, steht auf einem anderen Blatt.

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Es ist total unsinnig, zu behaupten, die Katholiken würden Maria "anbeten". Dieses unselige Vorurteil wird immer noch und gern geäußert, obwohl es absolut falsch ist. Selbst Martin Luther hat die altkirchlichen Dogmen über Maria nie in Frage gestellt. Maria wird verehrt als Mutter Jesu (nicht als Ersatz für eine Muttergöttin der Natur o. ä.) und als Bild für die Kirche. Nach katholischem Verständnis gilt Maria als Fürsprecherin (mit den Heiligen) bei Gott; sie steht der Kirche nicht gegenüber, sondern ist ihre Repräsentantin. Der Kirche gegenüber steht ihr Herr Jesus Christus und durch, mit und in ihm der dreieinige Gott. Es gehört zu den Grundregeln des Lebens im Volk Gottes, dass ein Mensch für den anderen bei Gott etwas "tun" kann; das gilt für evangelische wie katholische Christen. Von daher erklärt sich auch der Festtag "Allerheiligen": Maria und die Heiligen können bei Gott für die und mit der Kirche Fürbitte einlegen. Also: Maria wird von der Kirche mit in einem Kult eigener Art verehrt, unter deren Schutz die Gläubigen in allen Geahren und Nöten bittend Zuflucht nehmen. Dieser Kult ist zwar durchaus einzigartig, unterscheidet sich aber wesentlich vom Kult der Anbetung, der dem menschgewordenen Gott gleich wie dem Vater und dem Heiligen Geist dargebracht wird. (Die letzten beiden Sätze verkürzt zitiert aus dem Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 971)

Im Text muss es natürlich "Gefahren" heißen. Lieber Anzweifler, sowohl für die Frage nach dem Papst als auch für die nach der Marienverehrung empfehle ich Dir das Buch: Klaus Berger, Glaubensspaltung ist Glaubensverrat. Wege aus der zerrissenen Christenheit. Pattloch-Verlag München 2006. Ich lese es gerade, es ist sehr gut geschrieben und vermittelt gute Informationen. Detaillierte bibliographische Angaben sind über "http.//dnb.ddb.de" abrufbar. Der Rat gilt auch den übrigen Antwortgebern.

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@oldpaed

Dankeschön dann werde ich mich mal in dem Buch tümmeln ! Vielleicht finde ich ja noch mehr Antworten auf ungeklärte Fragen darin .

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Ich glaube leider auch, dass Sie in Ihrem Post etwas anders sehen, als die katholische Lehre...und hier Ihre eigene Meinung und nicht die eines ueberzeugten katholiken gepostet haben! Ich weiss, es gibt bestimmt so viele Gottesbilder, wie es Menschen gibt, aber in der Frage ging ja um einen wirklich ueberzeugten "katholiken" und nicht um eine absplitternde Meinung...

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Warum die "Mutter Maria" von den Katholiken angebetet wir? Nachdem ich hier einige Antworten gelesen habe komme ich zu dem Schluß daß unter "anbeten" unterschiedliches verstanden wird. Wenn man davon ausgeht daß es sich um ein Reden zu einer nicht körperlich vorhandenen Person handelt. Daß auch keine technischen Mittel verwendet werden und daß die redende Person davon ausgeht daß sie von dieser, eventuell schon verstorbenen Person gehört wird so würde ich das als beten bezeichnen. Ein beten zu jemand kann mal wohl auch als anbeten bezeichnen. (Natürlich ist Anbeten genau genommen soviel wie im gebet "anhimmeln") Dann weiß ich zwar daß Maria von vielen Katholiken so getan wird aber noch nicht warum. Daß die Katholiken unlogischer oder dümmer wären als andere, zb. Evagelische ist wohl unwarscheinlich. Der grund dürfte in dem Wissen liegen daß Anbetung - also Verherrlichung Gottes - des Menschen Pflicht und Aufgabe immer war. Jedoch will man sich Gott selbst nicht so nähern - denn dazu wäre das Bekennen der eigenen Sünde und vieler eigener Schuld Voraussetzung. So hat der Mensch welcher zwar religiös sein will, aber Gott nicht gehorchen mag - einer vom Teufel eingefädelten Versuchung nachgegeben - und verherrlicht eben Mensch; wie Gott. Mit einem Wort: Knapp daneben ist auch daneben.

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