Was meint Pablo Picasso damit, dass Kunst immer zur "Lüge" zwingt?

8 Antworten

Der Kunst wird immer wieder zugesprochen, dass sie vom Platonismus (Höhlengleichnis) beeinflusst ist. In diesem Sinne kann der Künstler immer nur "die Schatten" der hinter im liegenden Realität darstellen. Diese Einschränkung meint Picasso mit "Lüge".

Das ist doch ganz einfach: Bilder sind zweidimensional und geben nur den Eindruck eines Augenblicks wieder. Die Perspektive, die erst im 15. JH erfunden wurde, ist eine Täuschung. Impressionistische Maler versuchen sich mit Täuschung auf Distanz. Gehst Du nah ans Bild, siehst Du nur lauter kleine Farbflecke. Aus der Distanz verschwimmen sie zu einem lichten Momenteindruck. Spätestens ab dem Expressionismus haben Maler (z.B. Kirchner, Beckmann) bewusst auf eine naturgemäße Abbildung verzichtet. Meiner Meinung nach ist das Wort LÜGE dafür zu hart, zumal viele Maler den Weg wählen, eine eigene Botschaft in ihre Bilder zu packen.

Selbst in der Bildhauerei, die dreidimensional arbeitet, wird nie das Original erreicht. Im starren Werkstoff fehlt ihm das Bewegliche. Selbst die tolle Laokoon-Gruppe, die sowohl Dynamik wie auch Schmerz darstellt, vermittelt nicht wirklich Dynamik und Schmerz, es ist nur die besondere Kunst, diesen EINDRUCK zu erwecken.

Noch anders ist es in der Literatur. Da arbeitet der Künstler mit Sprache und diese ist bereits ein Abbild vom Abbild. Doch über die formale Gestaltung kann der Literat beim Leser sehr lebendige Eindrücke und Gefühle erwecken. Er gibt diese Eindrücke dem Leser nicht direkt sondern über eine geschickte Manipulation der Sprache.

Überall müssen Künstler manipulieren, um die Schwachstellen ihres Mediums auszugleichen. Das kann man LÜGE nennen. Aber wir kennen ja Picasso, der hat schon immer gerne provoziert.

 - (Schule, Referat, Kunst)

eine echte landschaft , in der mann steht ist halt etwas anderes, als ein bild davon. präsentation, repräsentation. ein kunstwerk ist "künstlich", nicht natürlich weil abstrakt. ein bild einer landschaft zeigt keine landschaft, sondern die IDEE einer Landschaft. Siehe Magrittes Bild "Ceci n est pas une pipe".

Ich denke er meinte dass jede vom Menschen gemachte Darstellung von Dingen oder Landschaften letztendlich eine ungenaue ("gelogene") Wiedergabe des Tatsächlichen ist.

Hallo

das Zitat ist nicht korrekt übersetzt...bzw verkürzt

es geht um das Konzept von "Wahrheit".

  • Wenn man in der Kunst Wahrheit abbildet ist es keine "Kunst".
  • Es geht drum das Lüge die Wahrheit reflektiert oder die Wahrheit aufzeigt

«Wir wissen alle, daß Kunst nicht Wahrheit ist. Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit begreifen lehrt, wenigstens die Wahrheit, die wir als Menschen begreifen können. Der Künstler muß wissen, auf welche Art er die anderen von der Wahrhaftigkeit seiner Lügen überzeugen kann.» (1923)

«Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen.»

«Wir wissen nun, dass die Kunst nicht die Wahrheit ist. Die Kunst ist eine Lüge, die uns erlaubt, uns der Wahrheit zu nähern, zumindest der Wahrheit, die uns verständlich ist.»

Quellenangabe: : PABLO PICASSO: WORT UND BEKENNTNIS., 1957

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