Was ist Euer bestes Argument für/gegen die Existenz Gottes?


09.05.2021, 10:55

Bitte beantwortet meine Frage, je nachdem ob ihr Atheist oder Theist seid. Also als Atheist gebt ein Argument für die Existenz Gottes und als Theist ein Argument gegen die Existenz Gottes.

29 Antworten

Ich bin Atheist. Die plausibelsten Argumente für einen Glauben an sich wären der ungeklärte Ursprung der Welt. Damit könnte ich zumindest für einen Deismus argumentieren, allerdings fällt dabei kein spezifisches Glaubenssystem hinten raus. Ich könnte auch für etwas hinduistisches argumentieren, da dabei zumindest stimmt das alles letztlich eines ist. Das Universum als Brahman, jeder einzelne als Atman, der letztlich wieder im Brahman aufgehen wird. Alternativ könnte ich mir eine Argumentation für den Sikhismus vorstellen. Die haben immerhin ein gutes Buch als Basis, das Adi-Granth, und vertretbare moralische Werte.

Am ehesten etwas anfangen kann ich (Atheist) mit einem pragmatischen Gottesbeweis: Die Auffassung, der Glaube an Gott führe zu Optimismus, Vertrauen, innerer Kraft usw., während Nichtglaube zu Gott zu Pessimismus, Hoffnungslosigkeit usw. führt. Deshalb sei Gottesglauben "wahr" und Gottesverneinung falsch. Ist mir für mich insofern nachvollziehbar, weil ich öfters Menschen erlebte, die aus ihrem Glauben tatsächlich Kraft schöpfen. Was sie auch selbst über sich sagen...ist meiner Meinung nach mit einer sogenannten sich selbst erfüllenden Prophezeiung nicht unähnlich. Aber die Argumentation ist für mich nachvollziehbar, alle anderen mir bekannten dagegen nicht. 

Anders ich glaube an eine andere Religion und wenn man dann die Bibel geschichtlich betrachtet ist sie an manchen Stellen nicht glaub würdig z. B. Bei der Moses Geschichte.

Keine Religion welche übernatürliches glaubt ist glaubwürdig, egal ob Christentum, Islam oder was auch immer

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@Bones007

Weil eben nichts übernatürlichen wie Magie und so möglich ist, ebenso wie es keine Geister oder Einhörner gibt

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@Bones007

Hast du Beweise dass Gott existiert? Oder glaubst du auch dass heimlich Pikachu durchs hohe Gras hüpft und Hexen und Magier existieren?

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@Friedrich0fff0

Ich glaube nicht an gott ich glaube an die römischen, griechischen und ägyptischen Götter

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Ich bin Atheist, soll also gemäß deiner Frage ein bestmögliches Argument für die Existenz irgendeiner "Götter"-figur liefern. Und hier kommt mein Argument:

Man kann nicht beweisen, dass solche "Götter"-figuren nicht existieren.

Das gleiche Argument lässt sich allerdings auch auf Pikachu, Superman, das Galaktische Imperium oder Son Goku anwenden.

Die Frage, ob es allein deswegen vernünftig ist, an derartige Fantasiefiguren zu glauben, möge der geneigte Leser für sich selbst beantworten.

Danke, dass du die Fragebeschreibung nach geantwortet hast!!

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Man kann nicht beweisen, dass solche "Götter"-figuren  nicht existieren.

Dieses Argument scheitert allerdings sehr schnell am sog. Burden of Proof.

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@Kevidiffel

Mir ist das klar, aber viele "Gottes"-gläubige akzeptieren dieses Prinzip nicht.

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Nachfolgend meine Argumente für die Existenz eines Schöpfers und gegen den Glauben an diesen:

Russell hat mit seinem Teekannen-Gedankenexperiment verdeutlicht, warum eine Behauptung ohne Beweis nicht vertretbar ist, aus rationalen Gründen. Speziell handelt dieses Gedankenexperiment von der Behauptung der tatsächlichen Existenz Gottes, womöglich auch eines Schöpfers. Russell zeigt, dass der Glaube an Gott rational nicht vertretbar ist, was einige Menschen stutzig macht und folge dessen generell die Existenz eines Schöpfers ausschließen, manchmal diese sogar verneinen lässt.

Mit dem Folgenden soll erläutert werden, warum die Option der Existenz eines Schöpfers aus rationalen Gründen definitiv gegeben, ja sogar nicht unwahrscheinlich ist.

Unsere Situation ist die, dass wir vieles über unser Universum bereits wissen, das meiste Wissen ist aber höchstwahrscheinlich noch unbekannt. Wir können theoretisch alles, was sich im sichtbaren Universum befindet, entdecken, erforschen und in unser Wissen aufnehmen. All unser Wissen ist auf unser sichtbares Universum beschränkt, das bedeutet, wir können nur wissen, was sich in unserem sichtbaren Universum befindet und bestenfalls etwas über den Rest des Universums, durch die Information, die aus dem nicht-sichtbaren Teil des Universums stammt (z.B. Strahlung), erfahren. Was wir definitiv nicht wissen können, ist, was sich außerhalb des Universums befinden könnte (falls es ein Außerhalb gibt); was die Entstehung unseres Universums ausgelöst hat und was das Universum überhaupt ist. Aktuell können wir darüber nichts herausfinden, wahrscheinlich werden wir darüber auch nie etwas erfahren. Genau darum geht es. Wir können nicht wissen, ob es tatsächlich einen Schöpfer gibt, oder ob die Energie, die das Universum ausmacht, schon immer da war. Es gibt meines Erachtens 3 Möglichkeiten:

  1. Das Universum besteht in einem unendlichen Etwas, Energie besteht auf ewig und ist nicht auslöschbar.
  2. Alles Existente entstand aus dem Nichts. Wir wissen nicht wie es möglich sein könnte, die Möglichkeit besteht dennoch.
  3. Es gibt einen Schöpfer, der alles erschuf.

Aus dem Grund, dass wir überhaupt keine Hinweise darauf haben, welche These letztendlich stimmen könnte, können wir von keiner ausgehen, auch wenn das Innere unseres Universums 2. und 3. ausschließt, unser Universum sagt nichts über die Entstehungsursache unseres Universums aus. Das bedeutet, im Anbetracht aller Möglichkeiten können wir weder von der Existenz eines Schöpfers ausgehen, noch können wir die Existenz eines Schöpfers ausschließen. Allerdings sollten wir, wie Russel bereits veranschaulichte, nicht von der Existenz eines Schöpfers ausgehen, da wir keine wissenschaftlich nutzbaren Hinweise auf diese haben. Wo nichts ist, kann auch nichts sein, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem etwas auftaucht. Heißt mit anderen Worten, die mögliche Existenz eines Schöpfers ist nicht unwahrscheinlich, wir haben aber im Moment keinen Grund an ihn zu glauben und ihn anzubeten, da wir auch keinen Hinweis auf seine Existenz haben.

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