Was ist an einem Informatik Studium schwer?

11 Antworten

Du lernst ... extrem viel.

Ein Informatikstudium ist zum einen thematisch sehr "breit" angelegt, geht zum anderen aber auch sehr tief. Es gibt also wirklich "viel Inhalt", der in kürzester Zeit vermittelt werden muss und das macht das Studium schwierig. Ein Großteil dieses Inhalts ist mathematisch-theoretischer Natur.

  1. Mathematik (Analysis, lineare Algebra, abstrakte Algebra, Stochastik, Numerik, ...)
  2. Theoretische Informatik (Algorithmen und Datenstrukturen, Automaten, Komplexitätstheorie, Beweise, ...)
  3. Programmieren (in einigen Sprachen, systemnahe und höhere Programmiersprachen, funktionale, imperative, objektorientierte Sprachen)
  4. Betriebssystem- und Treiberentwicklung
  5. Datenbankentwicklung
  6. Netzwerktechnik
  7. Kryptographie, Kryptoanalyse, sowie IT-Sicherheit, jeweils mit dem ganzen Haufen Theorie, der dazugehört (beweisbare Sicherheit, etc.)
  8. Grundlagen der Elektrotechnik, Nachrichtentechnik, Physik, etc.
  9. Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Rechtslehre, Fremdsprachen, ...

Mathematik brauchst Du eigentlich überall, weil sie das formale Regelwerk ist, in dem Du konzipieren und beweisen musst. Allerdings hat die Mathematik im Studium nicht wirklich viel mit der Schulmathematik gemein. Es ist alles sehr viel "trockener", formaler, theoretischer. Man kann es schlecht in Worte fassen, aber es ist etwas vollkommen anderes. Man kann es im Grunde überhaupt nicht vergleichen.

Das bedeutet zum einen, dass das Mathewissen aus der Schule nicht mehr, als die absoluten Grundlagen darstellt, und Du quasi erst all das lernen musst, was Du im Studium wirklich brauchst. Im Umkehrschluss bedeutet es aber auch, dass eine schlechte Note in Mathematik nicht unbedingt ein Hindernis für ein technisches Studium (wie etwa das der Informatik, aber auch anderer naturwissenschaftlich-technischer Fächer - die Mathematikveranstaltungen werden dort jeweils sehr ähnlich aussehen) darstellen muss.

Meiner Meinung nach solltest Du daher nicht zu sehr auf Deine Schulnote in Mathematik gucken, sondern Dich vielmehr fragen, inwiefern Dir Mathematik "liegt" und inwiefern Du Dich außerhalb der Schule mit mathematischen Fragestellungen beschäftigst (oder bereit wärst, dies zu tun). Wenn Du ein großes Interesse für mathematische Fragestellungen hast, wäre dies ein Indikator dafür, dass Du für ein solches Studium motiviert und damit letztlich erfolgreich sein könntest. Wenn Du mit Mathematik hingegen grundsätzlich "auf Kriegsfuß stehst", wirst Du nicht motiviert sein, Dich quälen und letztlich auch wenig Erfolg im Studium haben.

Ein Studium der Informatik ist wirklich verdammt anspruchsvoll. Warum dem so ist, kann man kaum in Worte fassen oder an ein oder zwei Punkten festmachen. Das Studium ist insgesamt sehr schwierig, schon allein in dem Sinne, dass "es nichts gibt, das einfach wäre". :-) Du bist ständig am "rotieren", hast Termindruck, kannst nie wirklich "abschalten". "Semesterferien" (offiziell: vorlesungsfreie Zeit) beispielsweise klingt gut, ... bis Du merkst, dass Du durcharbeiten musst, weil Du in dieser Zeit Klausuren schreiben und Seminararbeiten anfertigen musst.

Außerdem sind in vielen Veranstaltungen der Arbeitsaufwand und die Vorstellungen der Dozenten einfach astronomisch und stehen oftmals in keinem Verhältnis zur Anzahl der Leistungspunkte, die Du für das jeweilige Modul erhältst. Wenn Du in einem Modul sitzt, für das Du, abgesehen von zwei Stunden Präsenzzeit pro Woche mit Anwesenheitspflicht, etwa 120 Seiten Seminararbeit schreiben, sowie 60 Minuten Vortrag halten musst, um vier Leistungspunkte zu ergattern und vom Abitur bis zum Master insgesamt 300 Leistungspunkte brauchst, dann bekommst Du ein Gefühl dafür, warum technische Studiengänge den Ruf haben, schwierig zu sein. ;-)

Oder wenn das nicht reicht, dann bekommst Du es spätestens dann, wenn Du, vier Wochen nachdem Du besagte 120 Seiten an Seminararbeit eingereicht hast, erfährst, dass sie als unzureichend bewertet wurde, weil der Dozent der Ansicht ist, dass Deine Quellen nicht belastbar genug waren und Du das Seminar im folgenden Semester "wiederholen" und eine weitere Seminararbeit zu einem völlig neuen, noch "abgefuckteren" Thema anfertigen darfst, diesmal "sicherheitshalber" mit einem Umfang von 150 Seiten und nachdem Du mindestens 50 peer-reviewte Paper gelesen und 20 von ihnen zitiert hast, all das natürlich zusätzlich zu den Veranstaltungen, die regulär für das entsprechende Semester vorgesehen wären und an sich eigentlich kaum zu schaffen sind.

Das ist keine Übertreibung. Das Studium ist tatsächlich so. Spätestens nach einer solchen Erfahrung dürftest auch Du der Ansicht sein, dass das Studium schwierig ist. Und Du wirst Erfahrungen dieser Art in einem technischen Studiengang nicht nur einmal machen. ;-)

42

Ein Grund, weshalb eine Aufzählung von "Themen" an sich wenig bringt, liegt darin, dass in der oben genannten Liste beispielsweise bereits Punkt 1 ("Mathematik"), Unterpunkt 2 ("Analysis") ein riesen Thema ist, zu dem neben Differential- und Integralrechnung in einer und mehreren Variablen beispielsweise auch partielle und gewöhnliche Differentialgleichungen gehören.

Allein mit einem dieser Themen (sagen wir: partielle Differentialgleichungen) eines der Module (Analysis) aus einem Bereich (Mathematik) des Informatikstudiums lassen sich bereits einige Bücher füllen.

1

Mathe wird dort für so gut wie alles gebraucht. Ein Informatikstudium ist quasi ein technisches Mathestudium. Programmieren und co. lernst du dort nicht großartig, sowas bringt man sich da eher nebenbei selbstständig bei. Es geht eher um die Theorien und Konzepte.

Wobei Mathe da auch wenig mit dem Mathe aus der Schule zutun hat. Ist eben kein rechnen mehr, sprich die Zahlen verschwinden zunehmend und werden mit Zahlenmengen ersetzt.

Rein von der Praxis ist also eine betriebliche Ausbildung für einen Programmierer z.B. wesentlich hilfreicher, sofern einen die Theorie nicht groß interessiert. Vorteile des Studiums sind natürlich vor allem das höhere Einstiegsgehalt. Auch peilen viele die ein Studium absolvieren höhere Stellen an (Projektleitung/Teamleitung usw.) und wollen nicht zwangsweise als einfacher Entwickler arbeiten.

Ein guter Mix aus einem Unistudium und einer betrieblichen Ausbildung ist natürlich ein Studium an einer Fachhochschule.

Problem beim Informatikstudium ist also, dass die meisten das falsche erwarten. Die Daddeln ein wenig auf dem PC, haben ggf. schon mal eine kleine Website gemacht und denken sie werden da ein toller Programmierer, der das nächste Facebook macht oder tolle Computerspiele programmiert, in der Annahme das Computerspiele entwickeln irgendwas mit Computerspiele spielen zutun haben würde.

Schwer bzw. anspruchsvoll liegt natürlich immer auch ein Stück weit im Auge des Betrachters.

Informatik ist Informationswissenschaft, also die Wissenschaft über die Verarbeitung (etc.) von Informationen. Hierzu gehört eine ordentliche Portion Mathematik, aber auch in der Informatik selbst ist es oft abstrakt.

Wenn Du Themengebiete auf Mathematik beziehst, dann brauchst Du unter anderem Lineare Algebra, Analysis, Stochastik, Diskrete Mathematik und ggf. Numerik.

Innerhalb der Informatik ist Komplexität(stheorie) ein Beispiel für eine abstrakte Disziplin, ohne daß die Mathematik die eigentliche Hauptschwierigkeit darstellt.

Die hohe Anzahl derer, die während des Studiums die Segel streichen, spricht letztlich auch dafür, daß es nicht ganz so einfach ist.

Studium bei der Bundeswehr ratsam?

Ist es ratsam Informatik bei der Bundeswehr zu studieren?

...zur Frage

Kann man Informatik studieren und dann auf Mathematik wechseln?

Informatik Bachelor und dann Mathematik Master? Bei mir ist die nächste FH die Mathematik anbietet 100Km entfernt und ich könnte in meiner Nähe Informatik studieren und dann mit dem Bachelor auf eine Uni wechseln um Mathe zu studieren?

...zur Frage

Medieninformatik Mathe

Hey Leute, würde gerne Medieninformatik studieren nur habe zu Mathe fragen: Wie intensiv ist die Mathematik dort vorhanden? Die Universität schreibt über den Studiengang: "Teilgebiete der Informatik und der Mathematik, die identisch zu einem klassischen Informatik-Studium sind, z.B. AnaIysis, Programmierung, Rechnernetze (Anteil ca. 55 %)"

AnaIysis zählt klar als Teilgebiet der Mathematik aber Programmierung und Rechnernetze kannte ich bis jetzt noch nicht. Ist Mathe dort auch sehr intensiv vorhanden?? Wenn ja ist das alles machbare Mathematik? Ich war in der Schule nicht sehr gut in Mathematik aber eher weil es an der Motivation lag... Aber da diese ja nur 50 % des Studiums einnimmt und die anderen 50 % total meinen Interessen entsprechen, bin ich nicht abgeneigt gegen diesen Studiengang. Also kann hier jemand sein Wissen über diesen Studiengang, bzw. seine Erfahrungen mitteilen? Und wie steht es in Medieninformatik mit der Mathematik?

...zur Frage

Ein Freund von mir ist bei seinem Mathematik-Studium durchgefallen aber ich kann weder seine Trauer noch seine Verzweiflung verstehen?

Einer meiner besten Kumpels ist bei seinem Mathematik-Studium durchgefallen und ist nun total traurig und verzweifelt... er zweifelt echt an seiner Intelligenz... was ich einfach rein gar nicht verstehen kann!!! Ich habe ihm das auch gesagt und er ist jetzt nicht so gut auf mich zu sprechen...

Ich kann es aus folgender Logik und folgenden Gründen nicht verstehen:

Er hatte Mathematik als Leistungskurs im Abitur und darin eine 1,0 und Mathematik als Universitätsstudium ist doch eigentlich das intellektuell härteste Studium, das es gibt.

Ich meine, von der Hierarchie des intellektuellen Schwierigkeitsgrades ist es ja so:

  1. Mathematik (was gibt es schwierigeres???)
  2. Physik (kleiner Bruder der Mathematik)
  3. Wissenschaften wie (pure) Chemie und Biologie
  4. Ingenieursstudium (obwohl das vielleicht auf Platz 3 sein könnte)
  5. Informatik (Programmiersprache, Algorithmen usw)
  6. Medizin (einzelne Module in Physik, Chemie, Biologie usw)
  7. BWL/VWL (Statistik, Finanzanalyse, Buchhaltung)

Und dann gibt es ja noch 8. Jura, wo man sagt, dass das diejenigen studieren, die glauben 1+1=11. Und auch dieses Studium ist noch prestigeträchtig.

Mein Punkt ist, dass ich meine, dass mein Freund nicht traurig und verzweifelt sein sollte, weil er doch locker auch auch ein Studium zwischen 2 und 8 machen könnte und die Mathematik in all diesen anderen Studiengängen wären ja ein Kinderspiel für ihn.

Wenn mein Kumpel jetzt in irgendeinem "Mickey-Mouse"-Studiengang wie... Kulturwissenschaften, Germanistik oder so durchgefallen wäre, DANN hätte er Grund zum Zweifeln meiner Meinung nach...

...zur Frage

Mathe vs. Informatik?

Ist das Mathematik-Studium schwer, wenn man in der Schule immer auf 1,5 stand, jetzt im Informatik-Studium mit dem Mathe aber gar nicht mehr klar kommt? Also ist das Mathe im Mathematik-Studium in etwa so wie im Informatik-Studium?

...zur Frage

Informatik Studium oder Handelsfachwirt?

Ich mache grad ne Ausbildung zum Handelsfachwirt
hätte aber auch die chance Informatik zu studieren
Was wäre denn besser für meine Zukunft?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?