Wann und wieso wurde die Reinkarnation aus dem Christentum entfernt?

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Oftmals besteht Verwirrung, wenn der Meister spricht, denn es entspricht nicht immer wörtlich den biblischen Texten; aber wie könnte es das auch? Als das Konzil zu Konstantinopel mit einem Stimmenverhältnis von 3 zu 2 sich dafür entschied, das abzulehnen, was nicht christlich erschien, strich man aus den Schriften, was sich auf Vegetarismus und Wiederverkörperung bezog, da die Teilnehmer des Konzils selbst Fleischesser waren und nicht an die Wiedergeburt glaubten. Wie kann daher das, was an Texten überliefert ist, mit den Schriften übereinstimmen, welche die Meister Selbst schreiben und welche direkt aus dem Munde Gottes kommen?

Das Konzil von Konstantinopel hat im Jahre 553 sein Bestes getan, jeden Bericht, der auf eine weitere Tatsache der Wiederverkörperung hinweist, wegzulassen.

https://www.youtube.com/watch?v=4UNImrBrPB4&t=121s

Nein, das stimmt überhaupt nicht! In Hebräer 9,27-28 steht klar:

  • "Und so gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht."

Und so auch schon im Alten Testament:

  • "Und viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen; die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach und Schande" (Daniel 12,2).

In Johannes 9 geht es nur darum, dass die Sünden der Eltern nicht auf die Kinder übergehen in der Art, dass Kinder blind geboren werden, nur weil die Eltern gesündigt haben. Mit Reinkarnation hat diese Stelle nichts zu tun.

Auch die Stelle mit Elia deutet keine Wiedergeburt an. Als Erklärung dazu mal die Aussagen von 2 guten Bibelkommentaren:

In der MacArthur-Studienbibel steht dazu:

"Er ist der Elia. D.h. er ist die Erfüllung von Mal 3,23.24 (s. 17,12.13). Die Juden wussten, dass Elia nicht gestorben war (vgl. 2Kö 2,11). Das bedeutet nicht, dass Johannes der zurückgekehrte Elia war. Johannes selbst stritt ab, Elia zu sein (Joh 1,21); doch er war im Geist und in der Kraft Elias gekommen (Lk 1,17). Wenn sie geglaubt hätten, wäre Johannes für sie die Erfüllung der Elia - Weissagung gewesen."

Im Walvoord-Bibelkommentar steht:

"Die religiösen Führer zu Jesu Zeit widersetzten sich der von Johannes, Jesus und den Aposteln eingeleiteten Bewegung. "Leidet Gewalt" (biazetai) kann auch mit dem Passiv "wird vergewaltigt" übersetzt werden. (Das Verb "reißen es an sich" [harpazousin] bedeutet soviel wie "packen, [er]greifen" im Sinne von "besetzen, für sich beanspruchen".) Die Pharisäer wollten zwar ein Reich, doch nicht in dem Sinn, wie Jesus es anbot. Daher wehrten sie sich gegen seine Botschaft und versuchten, eine eigene Herrschaft aufzubauen. Doch die Botschaft des Johannes war wahr, und wenn das Volk sie und damit auch Jesus angenommen hätte, wäre Johannes die Erfüllung der Prophezeiungen Elias gewesen. Nur wenn das Volk die Botschaft akzeptiert hätte, wäre er Elia, der da kommen soll (vgl. Mal 3,23 mit Apg 3,21), gewesen, aber das Volk wies den Messias zurück, also liegt auch das Kommen Elias weiterhin in der Zukunft."

Gleich vor ab:

Ich bin selber kein Christ, sondern Buddhist. Ich bin darauf konzentriert Gemeinsamkeiten zwischen Christentum & Buddhismus zu erkennen. Aber man darf sich nicht selbst mit Confirmation Bias belügen. Wenn etwas nicht passt, wie man es will, darf man es sich nicht mit der Brechstange so hindrehen.

Im Früh Christentum gab es die Reinkarnationslehre. 

Diese Behauptung ist nicht haltbar. Denn ich kenne nicht nur die Texte der Bibel, sondern auch einige andere urchristliche Schriften. Keine davon postuliert ernsthaft die Reinkarnationslehre. Sätze die das anmuten, gewinnen in ihrem Kontext eine andere Bedeutung.

Außerdem stützt sich der große Teil der christlichen Jenseitsvorstellungen (auch wenn diese schwammig sind) auf jüdische Motive. Und auch im Judentum gibt es keine Ansätze die eine Reinkarnation plausibel machen könnten. Im Judentum wurde daran geglaubt, dass Gott zur Zeit des Endgerichts alle einst Verstorbenen wieder von den Toten erweckt & sie vor ein Gericht stellt. Zwar wird nichts über den Zustand des Verstorbenen bis zum Endgericht erwähnt (absolut tot oder in einem Wartebereich?), aber die Tatsache, dass er für sein eines Leben gerade stehen muss, passt nicht zum dem Gedanken Reinkarnation.

Z.B. Matthäus 11 Vers 14:
Ob ihr es wahrhaben wollt oder nicht – Johannes ist tatsächlich der Prophet Elija, dessen Kommen angekündigt ist

Diese Stelle wird oft als Indiz für den Glauben an Reinkarnation gewertet. Allerdings sieht das unter Berücksichtigung folgender Fakten anders aus:

  1. Die Aussage stammt der Bibel nach weder von Gott, noch von Jesus oder von sonst irgend einer religiösen Autorität. Viel eher ist es eine Bemerkung der breiten Maße.
  2. Diese Behauptung wird an anderer Stelle falsifiziert.
  3. Der Prophet Elija aus dem Alten Testament (Buch Könige) ist nie gestorben, was Voraussetzung für eine Reinkarnation ist. Er wurde vor seinem Tod von Gott mit vollem Leibe in den Himmel aufgenommen. Dieses Phänomen kommt drei mal in der Bibel vor & wird Entrückung genannt.
  4. Elija wird nirgends äußerlich beschrieben. Deshalb stützt sich die Aussage nur auf Beobachtungen von Johannes Verhalten.
  5. Es gibt bis heute den jüdischen Glauben, dass in der Endzeit der Prophet Elija wieder auf die Erde gesandt wird. Da Johannes das nahende Endgericht verkündigt hat, war es nur naheliegend, dass manche ihn für Elija hielten.
Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: We r hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist? 
Das klingt doch so als ob die Jünger damit sagen wollten, der Mann hat selber gesündigt dass er blind geboren wurde, also quasi logischerweise in einem früheren Leben ?

So ist das von den Jüngern wahrscheinlich auch gemeint. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Jünger nichts davon wussten, dass der Mann von Geburt an blind war. Die Erklärung "blind geboren" stammt nämlich vom Autor & nicht von einer Person aus der hiesigen Handlung.

Z.B. Matthäus 11 Vers 14:
Ob ihr es wahrhaben wollt oder nicht – Johannes ist tatsächlich der Prophet Elija, dessen Kommen angekündigt ist

Du interpretierst den Satz falsch und hast ihn auch noch falsch von irgendwo her kopiert.... hier nochmal die richtige Version inklusive dem Satz davor und eine Erklärung dazu...

13 Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis hin zu Johannes; 14 und wenn ihr's annehmen wollt: Er ist Elia, der da kommen soll. 

Also... Alle Propheten bis hin zu Johannes haben es prophezeit..... Also alle inklusive Johannes haben gesagt: Er ist Elia der da kommen soll.

Johannes der Täufer war nicht Elia in eigener Person. Es ist undenkbar, dass Gott Menschen aus dem seligen Zustand nochmals in das Erdenleben versetzt (vgl. Philipper 1 Vers 23). Er hat dies auch gar nicht nötig, weil Er sich zu jeder Zeit besondere Zeugen, ausgerüstet mit Macht und Autorität, erwecken kann. In Maleachi 3 deutet die Prophezeiung übrigens auf den Tag des Zorns des HERRN vor der Aufrichtung des tausendjährigen Reiches hin, da müsste also Elia sogar zweimal wiederkommen (Offenbarung 11, Vers 5-6) Der Heilige Geist will mit der Nennung des Namens Elia einfach recht deutlich auf den ernsten und wichtigen Charakter der Sendung Johannes des Täufers, als Herold des Herrn, hinweisen. Durch die Erinnerung an Israels wohlbekannten Propheten sollte sich das Volk zum Empfang seines Königs vorbereiten. Der Name Elia wird symbolisch gebraucht, wie wir dies im Worte Gottes öfters finden, um in einfacher und doch zutreffender Weise Gottes Willen und Ansichten kundzutun.

Der Name Elia wird symbolisch gebraucht, wie wir dies im Worte Gottes öfters finden, 

Erinnere ich mich gar nicht daran. Kannst du mir ein paar Beispiele nennen. Nicht weil ich es nicht glaube, aber ich würde es gerne sehen.

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Frühe Kirchenlehrer wie zB ein Origines sollen noch die Theorien von Reinkarnationen und sogar von Karma gelehrt haben...

Christliche Organisationen widersprechen dem stets.

Cui bono? Natürlich nur der Kirche und ihres Machterhalts selbst...

Es gibt aber auch Gegen-'Stimmen':

Reinkarnationslüge der Kirche (zeitenschrift.com)

Gruß Fantho

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