Wann und in welchen Abständen Wellensittich füttern?

8 Antworten

Hallo lemschi2309!
Hallo an Alle!

Deine Frage ist schon berechtigt.

Mehr als 90 % aller Wellensittiche unter den Heimvögeln sind verfettet.

Dabei ist es so, daß diese anhaltende Adipositas, der Gesundheit eines Wellensittich's alles andere als förderlich ist.

Verantwortlich für diese Situation sind im wesentlichen folgende Fakten:

Die meisten Wellensittiche stehen im wörtlichen Sinne tagtäglich im Futter und überfressen sich!

Warum?

Weil ihnen die natürliche "Bremse", so will ich es mal nennen, fehlt.

In der freien Natur muß der Wellensittich nicht nur flugfähig, sondern auch hochgradig manövrierfähig bleiben, sonst überlebt er auf Dauer nicht.

Zudem frißt er nur zweimal am Tage, meist früh am morgen und am späten Nachmittag.

Dazwischen leert sich sein Kropf und macht den Wellensittich  fluggewandter, was ihn überleben läßt.

Und das Fliegen kostet dem Wellensittich viel Energie, so daß er kein Fett oder nur recht wenig davon ansetzt.

Um das letztere richtig einschätzen zu können, muß man wissen, daß sich Heimvögel nie richtig ausfliegen können.

Auch nicht bei ganztägigem Zimmerflug! Sie können in Innenhaltungen nicht einmal normal fliegen, wie in der Natur, weil selbst der größte Innenraum viel, aber sehr, sehr viel, zu klein dafür ist.

In Innenräumen zu fliegen ist für Wellensittiche eine sehr kraftaufwändige und gefährliche Quälerei (Langsamflug ! - der Schrecken jedes Piloten! - Absturzgefahr!). Deshalb tun sie es auch nur selten.

Wenn ein Wellensittich auf tatsächliche Flugzeiten von mehr als 15 Minuten am Tag kommen will, dann muß er schon in einer Haltung mit extrem guter Gruppendynamik untergebracht sein, wie es nur wenige gibt.

Jedem User sollte sich das klarmachen:  Eine Stunde Zimmerflug - heißt nicht eine Stunde fliegen - meist sind es keine 60 Sekunden.

Daraus können wir den Schluß ziehen, daß man in einer Heimvogelhaltung nur über Futterbegrenzung und Futterverkargung der Verfettung Einhalt gebieten kann.

Wie sollte man dann idealerweise füttern?

Früh und abends - immer nur wenig und sehr karg - 6 g bis 8 g pro Tier -  trockene, wenig fette Körnermischung und diverse einheimische Grassämerein oder auch einheimische Hirsen in jedem Reifegrad - kein Obst und Gemüse - wer nicht züchtet, sollte auch nur selten Grünes füttern - wenn doch, dann möglichst trocken frischtote Vogelmiere - frische Weidenzweige - täglich frisches Wasser - Kalkstein, Grit und Lehmerde - grober Sand und/oder feiner Kies als Grund.

Das zweimalige Füttern am Tag ist nicht nur Mehraufwand - es muß auch präzise wie eine Uhr und absolut zuverlässig ausgeführt werden - erfordert also strenge Selbstdisziplin über Jahre vom Halter.

Deshalb erleichtern sich fast alle Halter das Versorgen ihrer Tiere, indem sie auf Vorrat Futter einstellen. Das ist wesentlich einfacher und bequemer für den Halter. Das Hobby soll ja auch spaß machen - deshalb ist dieses Verhalten nicht verwerflich in meinen Augen.

Die Kunst der Fütterung in der Heimtierhaltung liegt deshalb meines Erachtens in der Kombination all dieser Einsichten.

Man muß dem Wellensittich einen Ruhepunkt im Raum schaffen, an dem sich weder das Wasser noch das Futter befindet.

Das zwingt ihn zum Fliegen.

Es gibt viele weitere kleine Tricks, diese Strategie zu verfeinern.

So viel dazu einstweilen, später mal mehr, sonst ist es zu viel zum Lesen ...

Mit besten Grüßen

gregor443

versteh ich nicht ganz...normal hängt das futterschälchen ganztätig gefüllt im käfig, ebenso der wasserbehälter. zusätzlich hängt man einen kolben hirse rein, oder im sommer die samenstängel vom langen wegerich. ebenso beliebt sind obststückchen zwischen den gitterstäben.

Da hast Du recht, allerdings die Kolbenhirse nur in Maßen anbieten.

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einmal täglich wird frisches wasser und futter erneuert.Wellensittiche suchen die körner nicht in den spelsen also immer ausblasen

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