Verständliche Definition von Planetenschleife?

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Hallo,

Du weißt, daß sich die Planeten unseres Sonnensystems genau wie die Erde um die Sonne drehen?

Du weißt auch, daß sie sich umso langsamer bewegen, je weiter sie von der Sonne entfernt sind?

Dann passiert es, daß ein weiter innen liegender Planet einen, der weiter außen läuft, von Zeit zu Zeit überholt.

Von der Warte des überholenden Planeten sieht es dann so aus, als würde der überholte Planet immer langsamer (in bezug auf die weit entfernten Fixsterne), bliebe schließlich gar stehen (würde seine Position zu den Fixsternen also eine Zeitlang nicht mehr verändern), liefe dann gar ein Stück rückwärts, um dann wieder stehenzubleiben und wieder in der normalen Richtung zu laufen.

Diesen ganzen Vorgang: Scheinbares Langsamerwerden, Stillstand, Rückwärtslaufen, Stillstand, Vorwärtslaufen, nennt man Oppositionsschleife.

Opposition deswegen, weil das immer dann passiert, wenn sich der überholte Planet in Opposition befindet, von uns aus gesehen also der Sonne gegenübersteht.

Du kannst das selbst ausprobieren:

Stell einen Papierkorb oder was auch immer in die Mitte des Zimmers.

Stell eine Stehlampe oder eine Leiter ein Stück von Dir und von der gegenüberliegenden Wand weg.

Fixiere nun einen Punkt an der Wand hinter der Lampe, bewege Dich um den Papierkorb, so daß Du die Lampe immer im Blick behältst und sieh, wie sich die Lampe scheinbar in bezug zu dem Punkt an der Wand verschiebt.

Bewegst Du Dich nach rechts, scheint die Lampe nach links zu laufen.

Bewegst Du Dich nach hinten, um den Eimer zu umkreisen, scheint die Lampe stillzustehen, bewegst Du Dich anschließend hinter dem Eimer nach links, scheint die Lampe nach rechts zu wandern, bewegst Du Dich neben dem Eimer wieder nach vorn, scheint sie wieder stillzustehen.

Dann beginnt alles von vorn.

So ähnlich - nur in viel größerem Maßstab und entsprechend langsamer - funktioniert eine Planetenschleife.

Herzliche Grüße,

Willy


Davewithoutcat 
Beitragsersteller
 23.06.2018, 17:09

Vielen lieben Dank!!!

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Willy1729  23.06.2018, 17:48
@Davewithoutcat

Keine Ursache.

Da sich de Planeten im Gegensatz zur Lampe auch bewegen, braucht es für eine Planetenschleife natürlich keinen kompletten Erdumlauf um die Sonne - nimmt also kein ganzes Jahr in Anspruch - sondern dauert insgesamt einige Monate.

Mars zum Beispiel wird seine scheinbare Bewegung im Laufe des Juni verlangsamen, um am 28. dieses Monats anscheinend zum Stillstand zu kommen (Mars wird stationär). Anschließend bewegt er sich bis zum 28. August scheinbar rückwärts (rückläufig) durch den Fixsternhimmel, um ab dann wieder allmählich Fahrt aufzunehmen und sich, wie es sich gehört (rechtläufig) bis zur nächsten Schleife zu bewegen.

Die nächste findet dann wieder in zwei Jahren statt.

Leider steht Mars in diesem Jahr sehr horizontnah im Steinbock und geht erst nach Mitternacht auf. Allerdings werden sich seine Aufgangszeiten im Laufe der beiden nächsten Monate auf einen Zeitpunkt vor Mitternacht verschieben.

Wenn Du ihn in den nächsten Wochen beobachtest und seine Stellung mit den Hintergrundsternen vergleichst, wirst Du ab dem 28. Juni beobachten, daß er sich allmählich von Ost nach West - von links nach rechts - in bezug auf die Sterne verschiebt. Diese Richtung nennt man rückläufig, denn normalerweise läuft er von West nach Ost vor dem Sternenhintergrund. Diese Bewegung ist nicht zu verwechseln mit der Bewegung des gesamten Sternenhimmels von Ost nach West, der eine Projektion der Erdrotation ist.

Diese Bewegung macht Mars natürlich immer mit: Er geht täglich im Osten auf und im Westen unter. Zwischen den Sternen aber bewegt er sich normalerweise in umgekehrter Richtung - nur viel langsamer. Die scheinbare Bewegung des ganzen Sternenhimmels um den Himmelsnordpol gleicht er damit nicht aus.

Du kannst also Mars beobachten, skizzieren, welche Stellung er im Vergleich zu einigen markanten Fixsternen einnimmt.

Dann vergleichst Du diese Stellung mit der Stellung eine Woche später und merkst, daß sich tatsächlich etwas getan hat.

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Willy1729  24.06.2018, 17:46

Vielen Dank für den Stern.

Willy

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Wenn man die Bahn der äußeren Planeten auf einer Karte des Fixsternhimmels einzeichnet, nimmt diese Bahn immer wieder die Form einer Schleife an.

Das kommt dadurch zustande, dass die Erde auf einer weiter innen liegenden Bahn die äußeren Planeten innen überholt, wodurch sich unterschiedliche Blinkwinkel auf diese Planeten ergeben und sich dieser Blickwinkel schneller ändert, als die tatsächliche Position dieser Planeten. Das führt dazu, dass diese Planeten gegenüber dem Fixsternhimmel während des Überholvorganges eine zeitlang scheinbar rückwärts laufen. Sobald der Überholvorgang beendet ist, laufen sie wieder wie gewohnt vorwärts.

Das "Vor und Zurück" ist in den Antworten schon gut erklärt.

Die Planetenbahnen liegen nicht exakt in der Ebene der Erdbahn. Dadurch entsteht zusammen mit dem "Vor und Zurück" eine Schleife.