Verliert das Kind die Bindung, wenn es zu oft bei der Oma ist?

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8 Antworten

Vielleicht solltest du mal die Perspektiven wechseln. Wenn es schlimm für dich ist, was glaubst du denn wie es für ein Kleinkind von 21 Monaten ist? Im ganzen Text geht es nur um dich. Jetzt stellet ihr das Kind bei der Oma ab und holt es, wenn ihr gerade mal vielleicht Zeit habt, in einem Jahr holst du es dann wieder ab. das Kind erleidet wieder einen Schock, den es nämlich jetzt schon hat und du machst dir Sorgen, ob du ihn umerziehen kannst. Es ist zu befürchten, dass es deinem Kind so geht, wie sich dein Text liest.

Natürlich fühlt sich dein Kind verlassen und abgeschoben, was beleibt so einem kleinen Wesen denn anderes übrig, als sich der Oma anzuschliessen, du und der Vater verschwinden so oder so wieder, diese Erfahrung hat es schon gemacht. Der Grund ist für das Kind völlig unbegreifbar, dafür ist es noch viel zu klein. Es hat also keinen Grund auf dich zu hören. Damit musst du leben, das Kind muss es auch.

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Kommentar von anni51
21.08.2012, 19:07

Du hast recht goodnight- die ganze Krippendiskussion wird nur aus der sicht der Erwachsenen geführt. Allen voran der Wirtschaft und der Politik. Und die Feministenriege fällt ihren Geschlechtsgenossinnen in den Rücken. Niemand sieht diesen Wahnsinn aus der Sicht des Kindes. Obwohl die Studien bekannt sind die vor zu früher Fremdbetreuung warnen.

Kinder lieben ihre Eltern zunächst blind- später fangen sie an diese zu beurteilen...manchmal verzeihen sie ihnen auch! Oskar Wilde

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Meine Tochter war das erste Jahr auch sehr viel bei der Oma bzw. bei Uroma um es genau zu nehmen ;) Grund dafür waren meine 20 Uhr Dienste. Ich habe es 1 Jahr durchgehalten und bin dann auf Teilzeit runter & habe dann nur noch maximal bis 18 Uhr gearbeitet. Auch ich hatte das Gefühl das mir mein Kind endgleitet (meine war aber noch nicht mal 2) Man hat einfach das gefühl seiner Mutterrolle nicht mehr gerecht zu werden und den Bezug zum Kind zu verlieren. Und klar ist es so - wenn Mama dann sagt erst die Schuhe an, dann schreit das liebe Kind weil Omi immer erst die Mütze aufsetzt. Und man fragt sich dann welchen Stellenwert man als Mutter überhaupt noch hat :-( Um nur ein beispiel zu nennen....

Mit Teilzeit funktionierte es super. Inzwischen ist meine Tochter 7 und ich arbeite nun auch wieder Vollzeit - in einer Führungsposition & habe entsprechend Tagesdienste bis spätestens 17 Uhr. Im Nachhinein finde ich, habe ich alles richtig gemacht. Ich muß immer das Gefühl haben meinen verpflichtungen 100 % ig gerecht zu werden. und wenn ich merke das es nicht funktioniert, dann bin ich unzufrieden. Ich denke das wird auch bei dir das größte Problem sein. Die Oma betreut dein Kind vermutlich wunderbar aber dieses unbefriedigende Gefühl die Verantwortung abzugeben und nicht selbst zu meistern zerfrisst dich. Das dein Kind verzogen ist, glaube ich nicht. Dir fehlt nur die Bindung zu ihm. Ausbildung ist allerdings sehr wichtig. Nur bin ich der Meinung das man auch eine Ausbildung in Teilzeit machen kann?!? Informiere dich dahingehend!

http://www.arbeitsagentur.de/nn_19148/Dienststellen/RD-SAT/Jena/AA/A01-Allgemein-Info/Allgemein/BCA/Teilzeitausbildung.html

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Kommentar von angi3708
14.08.2012, 22:36

ja wie ich oben schon kommentiert habe, hätte ich die möglichkeit. ich werde auch für eine führungsposition ausgebildet, deswegen brauche ich die vielen stunden und habe somit eigentlich auch gar keine andere wahl.

in ein paar wochen muss ich eine eigene filiale führen und die zeit wird so hart für mich und ich hab sogar angst, dass ich nicht mal seine arzttermine nachgehen kann oder seinen ersten KiGa tag :(

ich hoffe wirklich, dass zwischen uns nichts kaputt geht und ich bete und hoffe jeden tag, dass es nächstes jahr nach der prüfung besser wird und er mich noch als mama sieht.

von meiner schwiegermutter, eine bekanntin, ihre tochter arbeitet auch viel und das kind von ihr nennt die oma ''mama'' und ich bin selber traurig wenn ich das höre. und meine angst wird größer

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Hi Angie,

natürlich ist es schwer. Aber es geht. Du bleibst die Mama. Ich glaube, er merkt deine Angst ihn zu verlieren und ihm ja keinen Wunsch abzuschlagen oder weich zu werden, wenn du fürchtest, er mag dich nicht mehr. Das macht er nicht bewusst- aber ich bin überzeugt, er merkt es und nutzt das auch für sich aus. Kinder haben da ganz feine Antennen und unser Gehirn merkt Regelmäßigkeiten sehr gut.

Meine Freundin hat ihre Schwester verloren und die beiden Kinder ihrer Schwester bei sich mit aufgenommen. Der Vater kam nur ab und zu zu Besuch. Nach einigen Jahren hat sich die Situation des Vaters wieder gebessert und die Kinder sind zurück zu ihm. Das ist auch eine verdammt schwierige Situation- aber es gelingt. Nicht problemlos, aber es gibt die einfache problemlose Erziehung einfach auch nicht. Es geht so gut es möglich ist und funktioniert irgendwie.

Also nur Mut.

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Hallo angi Kinder in diesem alter sind oft trotzig. Ich habe einen Enkel in diesem alter. Aber das hat mit euch nichts zu tun. Wichtig ist aber, daß du die Mama bist, und die Oma die Oma. Du verstehst was ich meine? Gebt euch mit euerem Kind am Wochenende ,viel ab. Unternehmt mit ihm was. Viele kinder wachsen bei den Großeltern auf. Wenn du zu deiner Schwieger Mama ein gutes Verhältnis hast, muss das gut klappen. Und die gleichen Regeln haben für das Kind wie die Oma es macht.Oder umgekehrt. Es ist aber wichtig, daß ihr das bespricht miteinander. Schmust auch viel mit ihm.Damit das Kind merkt und weiß wie lieb ihr es habt! Alles Gute;9

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....Bowlbys Theorie besagt, dass der Säugling das angeborene Bedürfnis hat, in bindungsrelevanten Situationen die Nähe, die Zuwendung und den Schutz einer vertrauten Person zu suchen. Die Entwicklung der Bindungsverhaltensweisen beginnt gleich nach der Geburt und dient dazu, bei Bedarf die Nähe zur Bindungsperson herzustellen. Der Säugling sichert sich mit seinem angeborenen Verhaltensrepertoire im ersten Lebensjahr die Nähe seiner Bezugsperson, zu welcher er ein interaktives Bindungssystem aufbaut. Das Bindungsverhalten zeigt sich insbesondere im Suchen der Bindungsperson, im Weinen, Nachlaufen, Festklammern an derselben und durch Protest, Ärger, Verzweiflung und Trauer sowie emotionalen Rückzug und Resignation beim Verlassenwerden. Quelle:Kindergartenpädagogik

Die wichtigste Zeit, um eine Bindung aufzubauen, ist das erste Lebensjahr. Soweit ich verstanden habe, warst du in der Zeit bei deinem Kind. Auch wenn ihr eine gesicherte Bindung habt ist es für den Kleinen schwer zu verstehen das du ihn für so lange ,,verlässt". Für ihn ist die Oma eine wichtige Bezugsperson geworden. Und ursächlich für das Verhalten, das er dir zeigt, kann Wut und Trauer sein. Er wird immer wieder aus eine, für ihn, gewohnten und Sicherheit vermittelnden Umgebung herausgerissen. Das bedeutet für ihn Stress. Ihr müsst versuchen eine Regelung zu finden um ihm diesen Stress zu nehmen. Versucht irgendwie eure Zeiten anders zu organisieren. Bei allem Verständnis für euch- Arbeit, Überstunden usw, aber ihr müsst Prioritäten ändern. Das Jahr, welches dein Mann anspricht, ist für euch als Erwachsene eine andere, kurze Zeitspanne, für den Kleinen ist es eine ,,Ewigkeit". Er braucht euch nicht erst in einem Jahr sondern jetzt und heute. Ihr werdet irgendwann realisieren das ihr eine für das Kind und euch wichtige Zeit verloren habt. das ist mit Arbeit und Überstunden und Geld nicht auszugleichen. Schau dir mal diesen bericht an...http://www.psychoanalyse-aktuell.de/kinder/fremdbetreuung.html Es geht hier zwar um die Krippenbetreuung, und die ist nicht mit der Betreuung bei der Oma gleichzusetzen, aber es ist sehr aussagekräftig was es für ein Kind bedeute, in den ersten Lebensjahren, nicht da sein zukönnen wo es hingehört, nämlich bei der Mama.

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Kommentar von angi3708
14.08.2012, 22:47

ja ich war fast 2 jahre zu hause. da ich wusste, wie viel ich arbeiten werde, habe ich so viel zeit, wie ich konnte mit ihm verbracht. ich denke wenn ich spätschicht habe und die ist von 12-20:15 ist es schwerer für ihn, weil ich zu den schlafenszeiten und zum spielen nicht da bin. frühschicht ist da schon eher einfacher. aber unglaublich anstrengend. mein sohn hat schon sehr früh verstanden was ich von ihm wollte, also ich habe sehr viel mit ihm geredet, ihn direkt in allem mit einbezogen. und heute zb. wollten wir fahrrad fahren. es war eine katastrophe... er hört überhaupt nicht hin, er ignoriert mich, macht alles mit absicht, er weint und sagt er will nach hause (aber nicht unser zu hause) ich wollte selber schon weinen :'(

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Kommentar von ordrana
17.08.2012, 09:11

der text in diesem link spricht mir sowas von aus dem herzen, er bringt genau das auf den punkt, was ich schon seid jahren versuche zu erklären, immer und immer wieder aufs neue.

asche auf mein haupt daß ich damit meinen eigenen berufsstand schlecht darstellen muß.

aber so, wie es ist, ist es definitiv KEIN zustand, weder für kinder zwischen 3-6 und erst recht nicht für krippenkinder.

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meine eltern waren auch rund um die uhr arbeiten und so wuchs ich großteils bei meiner uroma auf. sie war alles für mich und ich habe sie mehr geliebt als meine mutter, bzw. war sie für mich wie eine mutter. bei dir ist es zum glück eine überschaubare zeit und ich bin mir sicher, wenn du in einem jahr dann nur noch teilzeit arbeitest, wirst du die bindung zu deinem sohn wieder verstärken können. lebe einfach im moment die wenige zeit, die dir mit deinem sohn bleibt, ganz intensiv, genießt jede minute.

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Eine Mutter kann durch die Großmutter nicht ersetzt werden. Klar, Großmütter haben all ihre Aggressionen aus jungen Jahren schon verloren und haben daher eine grundlegend andere Art Kinder zu erziehen. Sie sind nachsichtiger aber auch umsichtiger. Sie haben auch viel Zeit. Und wenn Oma nicht mehr ist und ich lese "ich hab meine Oma über alles geliebt" so ist das nur ein Teil der Erinnerungen aber gut zu verstehn. Ich würde jedoch nicht annehmen, dass Du dein Kind verlierst.

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Kommentar von angi3708
13.08.2012, 20:38

aber ich war als kind auch oft bei meiner oma mit übernachtung, weil meine eltern viel gearbeitet habe. und ich bin eher ziemlich böse deswegen auf meine eltern. ich bin sogar so böse deswegen, dass ich das heute noch als grund nehme sie nicht zu sehen. und genau davor habe ich angst, dass mein kind genauso denkt irgendwann

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Also ich war als kleines Kind auch oft bei einer Tagesmutter oder bei meiner Oma, und ich habe danach eher die Bindung zu meiner Oma verloren, weil ich sie ja fast öfter gesehen habe als meine Mama. Ich hab mich dann nicht mehr so gefreut wenn ich sie sah, weil ich ja zu meiner Mama wollte.

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Kommentar von angi3708
13.08.2012, 20:34

aber mein Sohn sagt jetzt schon. ich will nach hause. und wenn ich ihn zu oma bringe, dann ist er bei ihr so, als ob er wirklich dort zu hause wäre, und bei uns zu hause, hat er auf nichts so wirklich lust oder weint und nörgelt nur. ist das auch normal? oder ist das nur eine phase?

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