„Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen. Ich wusste mit Deutschland noch nie etwas anzufangen und weiß es bis heute nicht“? Was meint Robert Habeck damit?

26 Antworten

ich persönlich mag solche Begriffe auch nicht, aber du wirst auch sicher merken, wenn du

a. beruflich mal ins Ausland versetzt wirst

b. längere Reisen in fremde Länder unternimmst

c. evtl. auch mal deinen Wohnort - optimistisch gestimmt - ins Ausland verlegen solltest

man kommt gerne wieder zurück, trotzdem hier - wie übrigens überall - nicht alles immer zur persönlichen Superstimmung beiträgt , aber daheim ist daheim ( hat viele Gründe)

also sei nicht so voreilig mit deinem Urteil, du wirst es revidieren müssen

Ich kann das verstehen. Für mich ist Vaterlandsliebe und Patriotismus auch nichts, denn dem liegt für mich zugrunde, dass ich nicht nur für mich, sondern für alle erkläre, was Deutschland ist, wer zu Deutschland gehört, wer Deutsche sind und wie sich Deutsche zu verhalten haben.

Was ich z.B. aber wichtig finde ist der Begriff der Heimat. Allerdings nicht dieser völkische Begriff mit Blut, Kultur und Sprache, sondern der soziale Begriff als Ort, an dem man selbst lebt und die Menschen, die einem wichtig sind und von denen man will, dass es ihnen gut geht. Und ich denke diesem Heimatbegriff ist auch Robert Habeck verpflichtet.

Ich würde Vaterland und Heimat durchaus als Synonym ansehen.

Das man erklärt wer Deutsch ist, wo Deutschland anfängt und wo es aufhört, sehe ich als einen notwendigen Verwaltungsakt. Ich verstehe gerade nicht wie du das meist, wo da die Verbindung zur Vaterlandsliebe ist.

Für mich ist das ein Begriff aussagt, das man sich für seine Heimat einsetzt und sich so verhält, daß man das wohl der anderen nicht gefährdet. Das hat für mich nichts mit intolerant sein oder gar fremdenhass zu tun. Wenn man sein Haus liebt, freut man sich ja auch, wenn Besuch da ist.

Lg

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@skipworkman

Richtig, so ist es. Und natürlich kann man auch auf Dinge stolz sein, die andere geschafft haben, das gehört für mich zum netten sozialen Umgang dazu, oder auch zur Charakterstärke, zu zeigen, dass auch andere etwas tolles leisten! Jede Mutter lobt ihr Kind und Trainer loben ihre Spieler für ihre Leistungen, also bitte. Hört bloss mit dem Quatsch auf, man könne angeblich nur auf eigene Leistungen stolz sein!

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Ich weiß nicht ob Vaterlandsliebe passernd zu Deutschland ist :D

Weshalb denn nicht? Es gab ja nicht nur Hitler. Denk mal an unsere großen Dichter, Maler, usw. Die ganze Kultur eben. Darauf kann man doch stolz sein.

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@equilibrium2020

Wobei ich mit dem Begriff "Nationalstolz" generell fremdele, da ich persönlich nur stolz auf etwas bin, was ich selbst geleistet oder zumindest mitverantwortet habe - kann mich jetzt aber gerade nicht erinnern, Goethe als Muse inspiriert, Rembrandt den Pinsel geführt oder Wagner den Walkürenritt ins Ohr gepfiffen zu haben...;-) Zumal viele, die sich die "Highlights" deutscher Kultur/Geschichte gerne voller Stolz ans Revers heften - ohne selbst beteiligt gewesen zu sein, die Auseinandersetzung mit den "dunklen Kapiteln" deutscher Geschichte eher scheuen, da sie ja (ebenfalls) nicht beteiligt waren. Zu einer nationalen Identität gehört für mich - neben der Identifikation mit den positiven Aspekten der Kultur/Geschichte - allerdings AUCH die Identifikation mit den negativen Seiten...

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@ExistentiElle

Da gebe ich dir absolut Recht. Du kannst mir glauben, ich hab mich mit diesem dunklen Zeitalter zur Genüge auseinandergesetzt. Aber es gibt doch noch so vieles andere, was uns als "Deutsche" ausmacht.

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@ExistentiElle

Ups, nehmen wir Dürer statt Rembrandt - letzterer war natürlich Niederländer: ich denke halt schon immer im europäischen Maßstab...;-)

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@ExistentiElle

Okay, wenn es dir damit besser geht, denken wir halt im europäischen Maßstab. Das ändert aber nichts an der Tatsache, was wir nun mal sind.

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@equilibrium2020

Wir haben vom "Stolz" auf deutsche Kultur gesprochen und ich wollte mich in diesem Kontext natürlich auch auf deutsche "Kulturschaffende" beziehen und da ist mir mit dem Niederländer Rembrandt leider ein kleiner Fauxpas unterlaufen - daher mein nicht so ganz ernstzunehmender Erklärungsversuch, dass ich mich in meinem Denken schon so im europäischen Rahmen bewegen, dass ich mit Nationalitäten etwas lax umgehe, okay?!

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@equilibrium2020

Man höre und staune, auch wir Deutschen sind m. M. Menschen und decken somit, wie der Rest der Menschheit, die ganze Bandbreite zwischen "gut" und "böse" ab - ich kann lediglich mit dem Begriff "Nationalstolz" wenig anfangen (ich bevorzuge nationale Identität), wie ich in meinem Kommentar zu erklären versucht habe.

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@equilibrium2020

So war mein Kommentar auch definitiv NICHT gemeint: ich lebe gerne in Deutschland und habe daher auch keine Umzugspläne - hab noch einen schönen Abend!

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@equilibrium2020

Aber weshalb soll ICH denn stolz sein, weil Goethe zufällig im selben Land geboren ist, wie ich? Ich habe nichts, genau gar nichts zu seinen Werken beigetragen, auch nicht dazu, dass wir aus dem selben Land stammen, weshalb sollte mich das stolz machen?

Stolz bin ich auf meine eigenen Leistungen die nichts mit meinem Geburtsland zu tun haben.

Und müsste man sich dann im Gegenzug nicht schämen, wenn noch bessere Maler aus einem anderen Land kommen?

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Ist immer noch besser als Bernd Höcke von der AfD, der das Holocaust-Denkmal in Berlin für ein Denkmal der Schande hält. Ich persönlich empfinde das als Schande. Solch eine Aussage zu treffen zeugt doch davon, dass Höcke dieses Deutschland doch verachtet oder nicht?

Alle, die jetzt aufschreien, ich würde hier ein Zitat aus dem Zusammenhang reißen, sollten sich mal durchlesen, in welchem Kontext Robert Habeck die zitierte Aussage getätigt hat.

Ja er meine das das Denkmal eine Schande symbolisiert und er es nicht versteht, wieso man sich sowas direkt ins Herz des Landes stellt.

Ein Denkmal der Schande

Nicht ein schändliches Denkmal

So war das gemeint, wobei man darüber absolut berechtigt streiten kann, ob diese Erinnerungskultur richtig geführt wird wie aktuell, oder ob man es nicht ändern sollte.

Das war der Kontext dieser Aussage, ob die Erinnerungskultur eventuell intrumentalisiert wird, von manchen Gruppen

Das sind sehr unangenehme Diskussionen in der heutigen zeit aber auch darüber darf geredet werden.

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@Scharfsinnig

Jo, ungefähr genauso wird die Habeck-Aussage ebenfalls aus dem Kontext gerissen.

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@Scharfsinnig

Ein Geschichtslehrer, der zu dumm oder unwillig ist, aus Fehlern der Geschichte zu lernen.

Tja...

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@bluebird5

Eben - einigermaßen paradox halt nur, dass sich in derselben Rede auch der Ruf nach einer "erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad" vernehmen lässt - weshalb bloß, wenn Herr Höcke das Holocaust-Mahnmal als ein begrüßenswertes "bauliches Symbol" für deutsche Geschichtsaufarbeitung und Erinnerungskultur wertschätzt? Und wieso ist Herr Höcke, ebenso wie andere AfD-Politiker*innen, just nach Einsetzen eines Shitstorms zwar fähig, seine Anstoß erregende Ursprungsformulierung sprachlich zu relativieren/modifizieren, sieht sich aber nicht in der Lage, sich in einer ausgearbeiteten Rede unzweideutig bzw. unmissverständlich auszudrücken...?!

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Der meinte offensichtlich: Wenn er damit nichts anfangen kann, dann kann jeder der das auch so hat einfach ins Land wandern.

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