Urknall unlogisch?

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9 Antworten

Hallo baris9999,

jede Menge Fragen. Ich gehe sie mal Schritt für Schritt durch.

Ich glaube an Gott

Das ist eine interessante Information über Dich, hat aber mit naturwissenschaftlichen Fragen nichts zu tun.

Naturwissenschaft beschäftigt sich mit gesetzmäßig ablaufenden Prozessen im Universum. Sie sucht nach Modellen, die diese Prozesse so gut beschreiben, dass wir gemachte Beobachtungen mit diesen Modellen verstehen können und zuverlässige Vorhersagen für künftige Beobachtungen und Anwendungen machen können.

Schöpfung ist dagegen ein philosophisches Konzept, eine Deutung des Daseins. Und damit auch nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden testbar.

Das Urknallmodell sagt über Gott gar nichts aus. Genauso wenig, wie es die Newtonsche Mechanik tut. Würden uns morgige Beobachtungsdaten zeigen, dass wir uns mit dem Urknall irren, so würde auch das nichts über Gott aussagen. Gott und Urknall stehen also keineswegs im Widerspruch  zueinander. Genausowenig, wie es Gott und die Newtonsche Mechanik tun.

Wichtig in diesem Zusammenhang aber: Naturwissenschaftliche Modelle sind an Beobachtungsdaten getestet. Der Begriff "Theorie" ist in der Naturwissenschaft also anders gebraucht als in der Umgangssprache.

Mit dem Hinweis "das sind alles nur Theorien" kann man Deine Frage nicht wirklich beantworten: Nein, die Beobachtungsdaten sprechen für den Urknall. Sonst wären Astrophysiker nicht so überzeugt davon.

Also das Universum und alles andere ist ja durch den Urknall entstanden,

Üblicherweise meinen wir mit "Universum" im Wortsinne alles. Der oft gebrauchte Begriff "Multiversum" existiert nur, weil die Vorstellung jünger ist als der Universumsbegriff. Die Existenz von Multiversen ist aber rein spekulativ, weil experimentell grundsätzlich nicht testbar.

Entscheidend ist aber:

Nein, mit dem Urknall meint die Astrophysik den Beginn unserer Raumzeit; mit dem Begriff Urknall ist gemeint, dass unser beobachtbares Universum vor 13,8 Milliarden Jahren in einem extrem dichten, heißen Anfangszustand begonnen hat.

Und vor dem Urknall gab es auch nichts. Also wie kann dann der Urknall entstanden sein ?

Mit dem Urknall entsteht unser Raum, unsere Zeit und alles, was heute im Universum drin ist.

Wenn wir im Alltag nichts kennen, das aus Nichts entsteht, dann sagt über den Urknall nichts aus.

Denn alles, was wir kennen, ist ja im Universum. Wir übertragen hier also etwas aus unserer Vorstellung, aus unserer beschränkten Erfahrung heraus so einfach mir nichts dir nichts auf das Universum und den Urknall - und wundern uns, wenn das Ergebnis nicht so recht passen will.

Physikalische Modelle zeigen aber in eine völlig andere Richtung.

Da beim Urknall auch die Zeit beginnt, ist ein "vorher" eigentlich nicht mehr definiert. Auch die Naturgesetze beginnen hier. Der Urknall ist deshalb ein Horizont, über den hinaus wir keine naturwissenschaftlichen Aussagen über Beobachtungsdaten mehr testen können. Alle Aussagen, wie es zum Urknall kommen konnte, müssen daher spekulativen Charakter haben.

Plausible Ideen über den Urknall gehen z.B. von einer Art Quantenschaum aus, in dem es über die Heisenbergsche Unschärferelation zu Phasenübergängen kommen kann. Unser Universum wäre dann die Folge eines solchen Phasenüberganges.

In diesen Modellen kommt es also zum Urknall, weil wegen der Heisenbergschen Unschärferelation die Natur exakte Werte nicht "festzurren" kann. Auch den Wert Null nicht. In dieser Vorstellung kann gar nicht "Nichts" sein, weil "Nichts" auf der Quantenebene, also auf der allerkleinsten Ebene, ein brodelndes "Etwas" ist.

Wie gesagt: Wie der Urknall genau abläuft - also T =0 - das können wir nicht genau wissen. Wir haben aber sehr, sehr gute Belege dafür, dass unser Universum in diesem heißen Anfangszustand begonnen hat.

1) Der Urknall erklärt die beobachtete Fluchtbewegung der Galaxien, die teils mit Überlichtgeschwindigkeit erfolgt, durch Entstehung neuen Raumes zwischen uns und dort

2) Das Urknallmodell hat vorhergesagt, dass man eine gleichmäßige, aus allen Richtungen einfallende Strahlung messen würde, eine Art Nachhall des Urknalls, die einer Temperatur von unter 4 Kelvin entspricht. Diese kosmologische Hintergrundstrahlung wurde 1964 von Penzias und Wilson entdeckt, ohne dass die beiden gezielt auf der Suche danach waren. Kein anderes kosmologisches Modell erklärt die Hintergrundstrahlung

3) Es erklärt die im Universum beobachteten Häufigkeitsverhältnisse der chemischen Elemente Wasserstoff und Helium über die Primordiale Nukleosynthese

4) Der Urknall passt zu den Ergebnissen der Teilchenphysik, z.B. in der Vereinheitlichung der elektromagnetischen und der schwachen Wechselwirkung

Nur um die wichtigsten zu nennen...

Wenn Du neugierig bist, solltest Du Dir einmal einen Vortrag eines Wissenschaftlers dazu anhören.

https://www.youtube.com/playlist?list=PLmDf0YliVUvEgDUehKfOmvaZmDQRFyZTG

Hier 2 längere, der erste von Josef Gaßner, der zweite von Harald Lesch, leider beide etwas länger.

Grüße

Hallo uteausmuenchen,

ich hätte zwei Fragen an Sie,

1.Sie sagen, dass es keine anderen Erklärungen für die Hintergrundstrahlung gibt, aber was ist dann mit dem ekpyrotischen Modell, wonach unser Universum mit einer 3-Bran kollidiert ist ? Dieses Modell erklärt auch die Hintergrundstrahlung.

2. Was halten Sie persönlich von Stephen Hawkings "Kein-Rand-Hypothese", wonach das Universum keinen Rand in imaginärer Zeit (ein weiteres Konzept von Hawking) hat ?

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@Astroknoedel

Hallo Astroknoedel,

sag' doch "Du". =)

1) Auch im ekpyrotischen Modell beginnt unser heute beobachtbares Universum in einem dichten, heißen Angangszustand, es liefert nur eine Hypothese für den Auslöser. Man erspart sich hier die ersten Sekundenbruchteile und die inflationäre Phase. Ansonsten sind die beiden Modelle aber gleich - und deshalb eine experimentelle Trennung noch nicht möglich. Man hofft aber, sie irgendwann einmal in der Polarisation der Hintergrundstrahlung zu finden. Oder auch über Gravitationswellen.

Insofern ist klar, dass die Hintergrundstrahlung unten raus kommt. Für den Sprachgebrauch ändert sich aber nicht viel.

2) Muss ich passen. Bei Hypothesen bin ich gerne leidenschaftslos. ;-)

Grüße

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@uteausmuenchen

Vielen Dank, mir ist aber noch nicht klar, inwiefern die Kollision zweier Branen eine Anfangssingularität hervorbringen mag.

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@roboboy

Leider musste diese Aussage wieder zurückgenommen werden. Nach dem Vergleich mit den Planckdaten hat das BICEP-Experiment die Aussage zurückgenommen, die inflationäre Phase wäre bereits nachgewiesen. Es handelte sich um einen Staubeffekt innerhalb der Milchstraße, der die Messung verfälschte.

http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2015/02/04/doch-kein-nachweis-der-kosmischen-inflation-neue-daten-korrigieren-alte-entdeckung/

Richtig liegst Du aber glaub ich mit dem ersten Teil: ich habe das ekpyrotische Modell auch so verstanden, dass es Singularität und Inflation nicht benötigt. Es setzt aber dennoch in einer Art heißem, dichten Anfangszustand ein.

Grüße

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@Astroknoedel

Wenn ich es richtig verstanden habe - und ich bin jetzt wirklich, wirklich kein Stringtheoretiker, gelle, dann umgehen die auch die Anfangssingularität.

(Auch, weil das die Quantenschaummodelle ja auch tun)

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Nein, nicht der Urknall ist unlogisch, sondern Deine Fragestellung! Ich wiederhole hier zum tausendsten Mal: Existenzfragen sind verkehrt gestellte Fragen! Die richtige Frage richtet sich nicht auf die Existenz des Gegenstandes, sondern auf sein Wesen. Also stellen wir einmal richtig:

Frage: "Was ist der Urknall?"

Antwort (Originalton dompfeifer): "Der Urknall ist die Vorstellung vom kosmischen Ursprung aller zeitlichen und räumlichen Koordinaten und damit der Beginn der uns bislang bekannten wissenschaftlich fundierten Ereigniskette."

Diese Ereigniskette existiert zwingend auch außerhalb unseres Bewusstseins. Sollten sich womöglich die Physiker auf "periodische Urknalle" verständigen, dann stellt sich die Frage nach einem "Ururknall" oder einer "ewigen Periodizität". Die zeitliche Datierung des singulären Urknalls wie auch periodischer Urknalle, in welchem Sinne auch immer, samt mannigfaltiger Hypothesen dazu, ergibt sich somit aus dem jeweiligen Stand unserer Wissenschaft, ist also im weitesten Sinne ein Kulturprodukt. Und dessen "Existenz" bedarf keiner weiteren Begründung.

"Wenn es keinen Urknall gegeben hätte", also keine Vorstellung eines universellen zeitlich-räumlichen Koordinatenursprungs, hätte es womöglich so ziemlich alles gegeben außer einschlägigen wissenschaftlichen Fachbüchern und geistlosen Filmen dazu auf N24.

"Und vor dem Urknall gab es auch nichts." Woher willst Du das wissen? Warst Du damals dort dabei? Ereignisse vor dem Urknall sind unserer Wissenschaft bislang unbekannt. Jede Wissenschaft hat schließlich ihre Grenzen. Und die Existenz dieser Grenzen bedarf hoffentlich auch wieder keiner Begründung. Etwas vereinfacht gesagt:

Du verschiebst alles bislang Unbekannte in das Reich der Nichtexistenz.

Man kann aus Nichtwissen nichts ableiten: ob es ohne Urknall was gegeben hätte, entzieht sich eben unserer Vorstellungskraft und etwas "Vor Beginn der (Raum+)Zeit" ist ein Widerspruch in sich.

Der unbewegte Beweger hat schon Aristoteles bewegt und wir sind da keinen Schritt weiter, weil es ein weiter zurück einfach für uns Raum-Zeitgebundene nicht gibt!

Ich weiß nur, dass da viele ihr Süppchen kochen, ein Prof. Gitt zB missioniert so die Dummen mit in etwas folgendem Argument: Weil die Wissenschaft heute was anderes behauptet als vor 50 Jahren, ist überhaupt nichts wahr und warum sollen wir dann nicht an die Schöpfung in 7 Tagen glauben?

(also auch hier aus Nichtwissen ein postuliertes Wissen über die Schöpfung abgeleitet, nur: aus Nichtwissen lässt sich eben überhaupt nichts ableiten!)

Der Begriff Universum wird heute in recht unterschiedlicher Bedeutung gebraucht. Wo diese Bedeutung vorher nicht klargestellt wurde, muss man davon ausgehen, dass der Sprecher damit den durch Menschen im Prinzip beobachtbaren Teil des Kosmos meint (wohl wissend, dass der Kosmos insgesamt noch weit mehr enthält).

Nur diesen Teil kennen wir. Er besteht aus dem All um uns herum bis hin zu einer Entfernung von heute etwa 46 Mrd. Lichtjahren. Dass dahinter noch mehr existiert, weiß man mit absoluter Sicherheit -- man weiß nur nicht, wie viel mehr.

Mindestens dieser Teil also entstand durch den Urknall aus einer unglaublich dichten Ansammlung von Energie. Wie es zu ihr kam, weiß heute kein Physiker zu sagen. Es gibt da nur (mindestens 3 unterschiedliche) Vermutungen, die aber alle nur denkbare Möglichkeiten darstellen. 

Der Urknall selbst, genauer: was er schon im allergrößten Teil der ersten Sekunde danach bewirkt hat, ist heute recht gut rekonstruiert und durch Experimente im CERN belegbar ( für Details dieses Geschehens siehe http://greiterweb.de/zfo/Sterne-Lebenszyklus-Wurmloecher.htm#msgnr0-150 ).

Nochmals aber: Kein Physiker weiß heute auch nur annäherend, wie es zum Urknall kam und was alles davor in welchem Zustand schon existiert haben mag.

Hallo grtgrt,

Bei der Anfangssingularität  stand die Zeit still, das ergibt sich aus der relativistischen Zeitdilatation. Da der Urknall der Anfang der Raumzeit war, ist eine Frage, die die Zeit vor dem Urknall betrifft sinnlos, weil es kein "davor" gab.

Hier sei noch  (am Rande bemerkt) die "Kein-Rand-Hypothese" von Stephen Hawking erwähnt, die von einem zeitlich endlichem, aber dennoch anfangslosem Universum in imaginärer Zeit ausgehen. Die zeitlichen Randbedingungen des Universums gebe es also nicht.  Das ist aber eher eine Außenseiter-Theorie, die keiner richtig ernst zu nehmen scheint.

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@Astroknoedel

Dass die Zeit in der Urknall Singularität still stand, wird in populärwissenschaftlichen Texten zwar immer so gesagt, ist aber eine ganz unzulässig vereinfachende Sicht, denn:

An Raumzeitpunkten (in Ereignissen also), an denen die ART singulär ist, sagt sie rein gar nichts aus.

Zudem gilt: Was sie in infinitesimal kleinen Umgebungen solcher Stellen aussagt, kann nicht wirklich zutreffend sein, da dort quantenphysikalische Effekte (die von der ART ja stets unberücksichtigt bleiben) das Geschehen ganz wesentlich, ja sogar überwiegend mit bestimmen.

Zudem gilt: Die Zeitdilation, von der du spricht, ist die im Sinne der SRT und ist deswegen nur gegeben aus der (relativen, also subjektiven) Sicht eines sich nicht mit dem Licht bewegenden Beobachters, aus unserer Sicht etwa. Martin Carrier spricht von einem "rein messtechnisch" begründeten Effekt.

Wir müssen einfach zur Kenntnis nehmen: 

Solange wir keine Theorie haben, die

  • mindestens so genau wie die ART ist
  • und zudem noch ohne Urknallsingularität

können wir rein gar nichts darüber aussagen, aus welcher Situation heraus es zum Urknall kam, was der unter "Zeit" verstand und auch, ob Zeit in unserem Sinne, tatsächlich erst im Urknall entstand. 

Alles, was heute bekannte Theorien uns sagen oder vermuten lassen können, bezieht sich (maximal) auf einen Zeitabschnitt, der erst beginnt eine Planck-Zeiteinheit nach dem Urknall (also noch nicht mal im Urknall).

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@grtgrt

Die relativistische Zeitdilatation gilt natürlich auch in der ART und ist nicht messtechnisch bedingt . Eine logische Konsequenz ist, dass bei unendlicher Dichte auch die Zeitdilatation unendlich sein muss, weswegen die Zeit also stillsteht. Es ist zwar wahr, dass die ART über die Singularität gar keine Aussagen machen kann, jedoch eben deswegen, WEIL die Werte ins Unendliche gehen. P.S. Ich würde lieber sagen, dass die Quantentheorie die ART außer Acht lässt und nicht andersherum.

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@Astroknoedel

Mir ist das Problem der Vereinigung der ART mit der QM bekannt, jedoch wird es erst dadurch verursacht, dass die ART keine Singularitäten richtig beschreiben kann und das liegt eben an dieser unendlichen Raumzeitkrümmung.

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@Astroknoedel

Dann noch zu Hawkings imaginärer Zeit:

Sie hat nichts mit der Zeit zu tun, die man als die vierte Dimension der Raumzeit kennt, sondern ist einfach nur eine fünfte Koordinatenachse, die Hawking in seinem gedanklichen Bild braucht, um die in verschiedenem Ausmaß schon expandierten Zustände des kosmischen Raumes in einem einzigen Bild darzustellen. Genauer:

Er nimmt eine Kugel, legt sie auf eine Ebene E und nennt den Punkt, in dem sie die Ebene berührt, ihren Südpol. Damit hat er definiert, was Breitenkreise auf der Kugel sind: Es sind die Kreise, in denen sich zu E parallel gedachte Ebenen mit der Kugel schneiden. Ihren Abstand von E multipliziert mit der imaginären Einheit i nennt er einen "imaginären Zeitpunkt z".

Betrachtet man eine solche Ebene E(z), so symbolisiert ihr Schnitt mit dem Inneren der Kugel einen Zustand unseres Universums: entweder einen, der schon Vergangenheit ist, oder den jetzigen, oder einen noch in der Zukunft zu erwartenden.

Das Universum beginnt gleichsam als Punkt (d.h. als der durch den Südpol der Kugel repräsentierten Zustand direkt zu Beginn des Urknalls). 

Nach Norden hin expandieren die Breitenkreise, die die Größe des Universums darstellen (proportional zum Ausmaß, in dem der Raum expandiert ist).

Die Frage danach, was vor dem Anfang des Universums war, verliert in diesem Bild ihren Sinn, weil es nichts südlich des Südpols gibt -- womit Hawking sagen will, dass es keinen früheren Zustand des Universums geben kann (jedenfalls nicht in bisher akzeptierten Theorien).

Hawkings Bild ist nur insofern spekulativ, als es suggeriert, dass die Expansion des Raumes irgendwann zum Stillstand kommen, ja sogar in ein Schrumpfen münden wird, welches dann zurück in einen Zustand führen könnte, der (als Nordpol) seiner Qualität nach nicht von dem zu unterscheiden sein könnte, der durch den Südpol symbolisiert wird. 

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@Astroknoedel

Nein, denn:

Die Zeitdilation gibt es ganz grundsätzlich nur aus der Sicht eines Beobachters, der sich nicht so schnell bewegen kann wie das Licht. Für das Licht selbst ist der Weg hin zum singulären Punkt unendlich lang.

Nebenbei: Die SRT ist insofern Teil der ART als sie die Projektion des Geschehens auf die 4-dimensionalen Tangentenräume der differenzierbaren 4-dimensionalen Mannigfaltigkeit beschreibt, welche die Raumzeit im Sinne der ART ist. 

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@grtgrt

Einer der Grundaussagen der ART ist, dass die Zeit in der Nähe von Massen langsamer vergeht. Als Herleitung der Allgemeinen Relativitätstheorie kann man das Äquivalenzprinzip sehen, das einen Zusammenhang zwischen Beschleunigung und Gravitation zeigt. Die Riemann-Mannigfaltigkeit ist aber nur ein Werkzeug zur Beschreibung dieser Raumzeit (bzw. diese Raumzeit selbst) Ein Jahr später entdeckte Schwarzschild eine Lösung der ART, indem Objekte mit Masse zu einem unendlich dichtem Punkt zusammenfallen. Später entdeckte ein indischer Junge (ich weiß seinen Namen nicht mehr), dass die Gravitation der Sterne ab einer gewissen Masse den Fermi-Druck übersteigt und sich so zu einer Singularität entwickelt. Jedoch stellte sich heraus, dass zur Beschreibung dieser Singularitäten die ART nicht ausreicht, da alle Werte ins Unendliche gehen. Logisch betrachtet geht dann auch die Zeitdilatation ins Unendliche, da die Masse nicht ausgedehnt ist. Die RAumzeit existierte schon vor der ART, jedoch wurde die Gravitation nicht mit einbezogen und es wurde keine Riemann-Geometrie verwendet, um Veränderungen in dessen Geometrie zu beschreiben, was aber bei der Raumzeitkrümmung nötig wurde.

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@grtgrt

Das hättest du jetzt nicht alles erklären müssen, ich habe seine Bücher auch gelesen.

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@Astroknoedel

Hier ist noch zu erwähnen, dass Gravitation Einfluss auf das Licht hat. Es wird abgelenkt. Den Effekt nennt man Gravitationslinseneffekt. Eben dies ist wieder ein Vorzeigeobjekt für das, was ich vorher gesagt habe. Da Gravitation und Beschleunigung zusammenhängen, hat es auch Einfluss auf das Licht.

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@Astroknoedel

Dass die Zeit in der Nähe von Masse (allgemeiner: dass die Zeit stärker beschleunigter Objekte) langsamer verstreicht, ist richtig, hat aber nichts mit der Zeitdilatation im Sinne der SRT zu tun.

Siehe hierzu den zweiten Teil der Notiz http://greiterweb.de/zfo/Relativ.htm#msgnr0-144 und dort insbesondere den Text hinter dem Link "Maryland-Experiment".

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@Astroknoedel

Richtig: Das Schrumpfen -- wenn es denn wirklich jemals dazu kommen sollte -- wäre dann der Gravitation geschuldet (genauer der Tatsache, dass die Kraft der Dunklen Energie der ihr entgegen wirkenden Gravitationskraft nicht mehr Herr werden würde).

Interessant daran aber ist, dass, solange der Raum sich noch aufbläht, die Entfernungen zwischen den Galaxien immer größer werden, wodurch natürlich die sie zueinander ziehende Gravitationskraft abnimmt.

Genau deswegen könnte es sein, dass es niemals zum Schrumpfen des Raumes kommen wird, unser Universum also in einem sog. "Big Whimper" einfach im Nichts verklingt wie eine Staubwolke, die sich ständig nur verdünnt ...

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@grtgrt

Man nennt beides Zeitdilatation, weil sie eng miteinander in Beziehung stehen.

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@grtgrt

Genau, Stichwort hierfür ist die Kritische Dichte, also Dunkle Materie und Dunkle Energie, die miteinander sozusagen "ringen"

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@Astroknoedel

Einstein hat einfach entdeckt, dass sich Riemann-Mannigfaltigkeiten am Besten dazu eignen, die gekrümmte Raumzeit zu beschreiben. Mit der SRT haben diese auch nichts zu tun.

In der SRT lässt sich durch die Lorentz-Transformation bestimmen, wie sich die Zeitdilatation auf bestimmte Inertialsysteme auswirkt, jedoch ist die Zeitdilatation im Sinne der ART einfach eine Bezeichnung für die Zeitverschiebung, die durch diese gekrümmte Mannigfaltigkeit zustande kommt. Die Ursache der Krümmung ist hauptsächlich durch den Energie-Impuls-Tensor bestimmt, der in den Feldgleichungen also auch seinen Einzug findet.

Die Gleichungen sagen aber (nach Schwarzschild) voraus, dass bei einem unendlich kleinem Punkt mit endlicher Masse die einzelnen Parameter unendlich werden (deswegen Singularität).

Bei dieser lässt sich die ART aufgrund dieser Tatsachen nicht mehr anwenden, deswegen sucht man nach einer Vereinheitlichung mit der QM.

Die Stringtheorie und die Schleifenquantengravitatíon kämen in Frage, jedoch scheinen beide ihre eigenen Schwierigkeiten zu haben. (Ich habe die Stringtheorie nur erwähnt, weil man dort ja auch mit Mannigfaltigkeiten arbeitet.)

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@Astroknoedel

Von einem "unendlich kleinen" Punkt mit endlicher Masse zu sprechen macht nur in populärwissenschaftlicher Sprechweise Sinn, denn aus mathematischer Sicht heraus (und damit auch aus Sicht der ART, die ja ein rein mathematisches Modell ist) ist jeder Punkt unendlich klein und Masse -- allgemeiner: Energie -- kann sich stets nur in zunehmend kleinerer topologischer Umgebung um ihn herum konzentrieren, aber niemals im Punkt selbst.

Topologische Umgebungen eines Punktes in einem metrischen Raum haben stets positiven Durchmesser, bestehen also nie nur aus dem Punkt selbst.

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@grtgrt

Das stimmt nicht.  Es macht nicht in populärwissenschaftlicher Sprechweise Sinn. Es ist ein physikalisches Prinzip, welches man entdeckt hat.

1. Die ART ist nicht nur ein mathematisches Modell (wie die Stringtheorie), sondern auch ein physikalisches, da sich dessen Postulate einfach beweisen oder widerlegen lassen. Sie beschreibt die Welt, wie sie ist und hat Auswirkungen auf diese.

2. Die Singularitäten sind eine Lösung der ART, also macht es keinen Sinn zu sagen, dass die Mathematik sie verbiete. Singularitäten sind physikalisch existierende Objekte, welche zwar vorhergesagt, aber nicht beschrieben werden können.

P.S. Aus "mathematischer Sichtweise heraus" könnte man auch sagen, dass der Grieche Achilles die Schildkröte nie überholen könne, da er immer noch ein Stück bewältigen muss (siehe  Achilles und die Schildkröte), jedoch tut er es sehr wohl.

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@Astroknoedel

Das, Astroknoedel, sehe ich ganz anders also du.

Insbesondere war Zenons Paradoxon nur mithilfe der damaligen griechischen Mathematik nicht zu widerlegen, da der dazu erforderliche Begriff des Grenzwertes noch nicht bekannt war.  

Wie heutige Mathematik das Paradoxon mit Hilfe des Grenzwertbegriffes bzw. der Konvergenz unendlicher geometrischer Reihen löst, kann man nachlesen auf Seite https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/mathematik-abitur/artikel/das-paradoxon-von-achilles-und-der-schildkroete .

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@Astroknoedel

Wenn du es anders siehst, da liegt doch gar kein Problem, oder ? Ich finde es nur komisch, da sich aus den mathematischen Lösungen der ART punktförmige Lösungen ergeben, aber jeder soll denken, was er will.

Ich hätte aber mal eine persönliche Frage: Deine Antworten sind immer qualifiziert, bist du ein studierter Physiker oder nur interessierter Laie?

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Man weiß weder, ob es Gott gibt, noch, ob es einen Urknall gab. Alles, was über den Urknall erzählt wird, sind nur Theorien. Das Problem ist, dass es sehr schwierig sein wird, eines der beiden Sachen zu beweisen. Es gibts zwar einige Phänomene, die man mit dem Urknall erklären könnte (z.B. das Auseinanderdriften der Galaxien), aber man kann sich solche Phänomene auch mit anderen Sachen erklären, nur ist der Urknall zurzeit die berühmteste Theorie zur Entstehung des Universums, da sie am logischsten erscheint. Und wenn man dir jetzt erklärt, wie der Urknall entstand, ist es auch nur eine unbewiesene Theorie.

Sorry, aber das ist so nicht richtig.

Astrophysiker sind keinesfalls deswegen vom Urknall überzeugt, weil es sich um die derzeit "berühmteste" Theorie handelt.

Naturwissenschaftler interessieren sich für Daten, nicht für Berühmtheiten. Und es gibt eine ganze Menge Daten, die den Urknall belegen - weit mehr als die Rotverschiebung der Galaxien. Daten, die kein anderes Modell so gut erklären kann, wie der Urknall.

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Eigentlich schon, aber das ist die einzige logische Erklärung, wie die Planeten so weit auseinander gekommen. 

Fun-Fact: Wenn Gott das Universum erschaffen hat, wer hat Gott erschaffen?

der war gut :D

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Die Theorie lautet, dass es vor dem Urknall schon Materie gab, die sich aus irgendeinem Grund extrem verdichtet hat und dann explodiert ist.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen!

Das ist eine Möglichkeit, eine andere wäre, dass der erste Zustand unserer Welt (am Anfang des Urknalls) durch Quantenfluktuation entstanden ist.

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@grtgrt

Auch eine dritte Möglichkeit scheint nicht ausgeschlossen: Es könnte sein, dass unsere Welt hervorging aus dem, was vorher das Zentrum eines extrem großen Schwarzen Lochs in einer vorher schon existierenden anderen Raumzeit war:

Man darf ja nicht übersehen: Die Energiedichte in kleinen Umgebungen des Zentrums eines Schwarzen Lochs wächst ständig, solange der Horizont des Lochs noch außerhalb jener Umgebung liegt. Es könnte schon sein, dass sie nicht beliebig hoch werden kann, ohne dass es zu einer Art "Explosion" kommt, die dann Urknall einer neu entstehenden Raumzeit ist.

Nach einer 2002 entstandenen Theorie von Martin Bojowald gibt es noch eine vierte Möglichkeit ... (siehe http://greiterweb.de/spw/Quanten-Kosmologie--Urknall-war-Durchknall.htm ).

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Richtig, weil wenn "nichts da" ist, kann auch nichts "auseinderfliegen", außer den Gedanken von Narren (Spr.12,15; 17,28).

Unser ewige Schöpfer lacht derer (Ps.37,12-13).

Der "Gott dieser Welt" Offb.12,9) als Verursacher dieser Lügen (Joh.8,44) wird in Bälde gefangen (Offb.20,2).

Deine Gedankengänge sind unlogisch. 

Warum soll es keinen Urknall gegeben haben? 

Und um auf dein Niveau zu kommen: Wo soll Gott gewesen sein, bevor es die Welt gab? 

Ich glaube, wenn es einen Gott gäbe, dann wäre er erst nach der Welt entstanden. 

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Es gibt irgende3ine Philosophie-Richtung, nach der sich der alles erfüllende Gott aus einem Teil ders Ganzen zurückgezogen habe, um so Raum zu schaffen für NICHT-Göttliches....

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