Sind Menschen, die zum Aberglauben neigen, "naiv" oder sogar "bildungsfern"?

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31 Antworten

Aberglaube ist ein Zuviel an Glauben. Deutlicher wird das, wenn du dir das lateinisch/englische Wort „Superstition“ ansiehst. Denn wörtlich übersetzt heißt das „Überglaube“ und mit Überglaube meinten schon die ollen Römer die Unart des Übertreibens in religiösen Dingen. Man kann auch sagen, der Aberglaube ist der Bruder des Fanatismus.

Übertreibende in Glaubensdingen müssen weiß Gott nicht dumm sein und auch nicht unbedingt bildungsfern. So kenne ich eine Doktorin der Biologie, die sich zum Vollmond mit Mondsteinen behängt, weil sie sich einbildet, das hülfe ihr gegen Wechseljahresbeschwerden. Aber solche Marotten kann man belächeln, die schaden ja niemandem.

Voltaire verstand unter Aberglauben alles, was über eine normale Verehrung und die Einhaltung der religiösen Gebote hinausging. Was passiert, wenn man im Glauben zu weit geht, das zeigte ihm die Hugenottenverfolgung in der französischen Geschichte. Ein weiteres Beispiel ist der Hexenglaube, der ebenfalls zu schlimmer Gräuel führte. Auch der Glaube an Besessenheit durch Dämonen gehört in diesen Bereich. Der Exorzismus und auch die Inquisition sind eigentlich ein Versuch der katholischen Kirche, Aberglauben zurückzudrängen, um Schlimmstes zu verhindern. Das ist allerdings ziemlich oft auch nach hinten losgegangen.

Heute könnte man vielleicht sagen, unter Aberglaube fällt alles, was dem wissenschaftlichen, philosophischen und religiösen Erkenntnislevel einer Gesellschaft nicht mehr entspricht. So in etwa hat es, glaube ich, der Psychiater Judd Marmor mal formuliert. Ein Atheist würde dem sicher widersprechen und sagen, jegliche religiöse Vorstellung fällt ebenfalls unter Aberglaube. Streng religiöse Menschen wiederum werden alle anderen Glaubensrichtungen außer der eigenen als Aberglaube betrachten. Einfach ist die Definition also wiedermal nicht.

Angst dem Schicksal hilflos ausgeliefert zu sein und der Versuch eben diese durch gewisse Rituale doch irgendwie beherrschbar zu machen, ist auch ein Grund für abergläubische Rituale. Es gibt Wissenschaftler, die hierin, also in der Angstbewältigung, den Grund für die Entstehung von Religionen überhaupt vermuten.

Die meisten abergläubischen Menschen erfreuen sich durchaus bester psychischer Gesundheit. Es gibt aber auch Erkrankungen, die befördern Aberglauben. Dazu zählen z.B. Zwangserkrankungen. Die Angst, es könne was ganz Furchtbares passieren, wenn man auf die Linie zwischen zwei Steinplatten auf dem Gehweg tritt, oder wenn man das Haus verlässt ohne 100 Mal kontrolliert zu haben, ob man auch wirklich abgeschlossen hat, gehen in diese Richtung.

Auch die Homöopathie ist im Grunde nichts Anderes als Aberglaube. Keine der behaupteten Wirkungen der Homöopathie außer der des Placeboeffekts konnte jemals wirklich bewiesen werden. Aber die Homöopathie und der gesamte Esoterikbereich sind das beste Beispiel dafür, dass sich Bildung und Aberglaube nicht gegenseitig ausschließen, denn die Anhänger hier sind vornehmlich Frauen mit gutem Bildungsstand und gutem finanziellen Hintergrund.

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Hallo Ovechkin,

Aberglaube ist ganz einfach Irrglaube. Diese Menschen haben eine falsche Auffassung (Annahme), der sie anhängen. Der Feind der Menschen (Satan) hat mit ihnen leichtes Spiel, er bekommt sie mehr und mehr in den Griff und macht sie abhängig von sich. Er kann die Menschen nur ängstigen, psychisch quälen und ihnen das Leben schwer machen. Wenn man davon nicht frei wird, zieht er sie immer mehr hinter sich her und das nimmt ein schlimmes Ende.

Ich kann dir nur raten, halte dich fern von solchen Personen. Sie wollen über dich herrschen, dich gängeln und dich von sich abhängig machen. Nur Jesus Christus kann die Menschen von sochen Gebundenheiten heilen.

"Jesus Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer an mich glaubt wird nicht in der Finsternis gehen, sondern wird das Licht des Lebens haben." Johannes 8,12

LG

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"Kein intelligenter Mensch kann an Gott glauben - "

Das ist natürlich quatsch und viele intelligente und gebildete Leute sind gläubig.

Es kann natürlich sein, das jemand der da generell mehr reflektiert und selbkritisch ist das dann vielleicht auch in seine Glaubensausübung übernimmt, aber das ist ja nicht unbedingt etwas schlechtes.


Bei dem was du da von deinem Bekannten schilderst könnte das durchaus eine Zwangsstörung sein: Wenn sich das wirklich massiv auf das Leben auswirkt oder gar mit Leidensdruck einhergeht wäre eine Psychotherapie sehr sinnvoll.

Kleine "Ticks" hat fast jeder, aber bei deinem Bekannten klingt das ja schon etwas ausgeprägter.


" Was bedeutet psychologisch wenn ein Mensch an solche unlogische Traditionen glaubt undzwar so stark ? "

Das sich bei ihm eine Zwangsstörung manifestiert hat.

Bzgl Ursachen gibt es da sicher einige Erklärungsmodelle und das kann natürlich individuell sehr unterschiedlich sein (gerade dann, wenn es vielleicht noch mit weiteren Störungen einhergeht)

Mit naiv, dumm oder bildungsfern hat das aber nichts zu tun ob man soetwas entwickelt oder nicht; das kann dahingehend alle treffen.



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Sorrry, deine Lehrerin redet Unsinn.

Es wäre nicht klug von dir, ihr das zu sagen. es gibt genug hochintelligenten Menschen, die an Gott glauben.

Der katholische Katechismus definiert Aberglaube an ein "zu viel an Religiosität", ich füge hinzu: verbunden mit einem zu wenig an Denken. Das ist bei bildungsfernen Menschen vielleicht häufiger als bei anderen. Aber nicht unbedingt. 

Angst ist fürchterlich. Wenn Menschen "zerfressen sind vor Angst" wie du schreibst sind sie einmal selber unglücklich - und sorgen auch dafür, dass andere Menschen vor Angst zerfressen sein werden.

In der Bibel wird kein Gebot so oft wiederholt, wie "Hab keine Angst!"

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Hallo :)

Jemand, der nicht in der Wohnung pfeift oder die Schlüssel nicht auf dem Tisch ablegt, ist mMn nicht abergläubisch, sondern lebt eher nach strengen Ritualen/Verhaltensmustern ... und Leute, die ihr Leben so strikt durchplanen und taktieren sind m.E. auch wie ich solche Menschen bisher kennenlernen durfte durchweg eher recht gebildet, intelligent & legen einfach nur großen Wert auf Organisation und Genauigkeit.

Aberglaube ist eher der Glaube an Esotherik, Astrologie, übergeordnete "Mächte" und Mythen.. und auch da würde ich nicht sagen dass das nur was für "Bildungsferne" oder Naive ist, sondern viele die sich für sowas interessieren bzw. sich damit auseinandersetzen echt eig. intelligente Menschen sind.. zumal solche Themen auch recht kompliziert aufgebaut sind, was dagegen spricht dass es von "Bildungsfernen" frequentiert wird!

Außerdem, ganz neutral möchte ich anmerken dass das was "normal" und "unnormal" oder "logisch" und "unlogisch" ist jeder anders definiert!

Bei deiner Bekannten ist es zwar schräg, dass sie ihre eigenen Rituale auch auf andere bezieht, klar.. aber das muss man m.E. nicht wirklich ernstnehmen bzw. man muss solche Leute reden lassen -------> das Stichwort heißt "Toleranz".

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Als Antwort hätte ich Deiner Lehrerin gesagt, dass kein intelligenter Mensch behaupten wird, dass Gott per Intelligenz erfassbar und der Glaube mit der Ratio vereinbar ist...

Extremer Aberglaube ist ein Aspekt der Angst. Anstecken kann man einen Menschen nur, wenn dieser ebenso ein ängstlicher Mensch ist, sprich dieser sich dann aus der eigenen Ängstlichkeit heraus anstecken lässt...

Angst ist ein emotionaler Zustand und hat wenig bis gar nicht mit Naivität und Bildungsferne zu tun...

Wie sollte man mit soetwas umgehen?

Ganz einfach: sich nicht verrückt machen und sich nicht anstecken lassen...

Gruß Fantho

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Jeder Mensch ist macht hin und wieder unlogische Sachen um etwas zuverbessern, aufrechtzuerhalten oder einfach um sich selbst zu beruhigen.

Wer aber auf unbewiesene Tatsachen besteht, andere davon überzeugen will, keine anderen Erklärungen zulässt, nur eine Wahrheit in einem Aberglauben sieht, ist meistens realitätsfremd.

In Russland haben wir viel Aberglaube.
-Im Haus darf man nicht pfeifen (sonst verpfeift man sein Geld)

- Wenn man in seine Wohnung wiederkehren muss, weil man etwas vergessen hat, muss man beim wiederverlassen der Wohnung in den Spiegel gucken (sonst passiert auch wieder etwas schlimmes)

-Man darf keine Schlüssel auf dem Tisch liegen lassen

-Vor einer Reise oder längerem Abschied, setzt sich die Familie vorher auf die Koffer und/oder zusammen in ein Runde.

Es gibt noch viele Beispiele.

Ich finde das als Tradition vielleicht ganz belustigend und manchmal beruhigend, aber wenn jemand mich dazu zwingen würde, hätte er ein großes Problem !

Fast alle Menschen die unter Zwangsneurosen LEIDEN, wurden als Kinder zum Aberglauben gezwungen. Durch diese unsinnigen Regeln schließen sie auch als Erwachsene unsinnige Schlüsse und unterdrücken ihre Ängste in Zwangshandlungen !

"Einen Löffel für Papa" - wenn nicht passiert Papa etwas schlechtes ?

"Du hast Salz verstreut - jetzt haben wir Streit in der Familie" Welchen logische  Zusammenhang soll ein Kind daraus ziehen ?

"Man pfeifft nicht Zuhause!" Wieso sollten wir dann weniger Geld haben ? Weniger Geld habe ich wenn ich die Amazon-App aufrufe und etwas bestelle - ob ich dabei Pfeiffe oder nicht spielt keine Rolle !

Deswegen kann es schon idiotisch sein.

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Kommentar von MissMarplesGown
09.01.2016, 17:20

Fast alle Menschen die unter Zwangsneurosen LEIDEN, wurden als Kinder zum Aberglauben gezwungen.

Das ist nicht korrekt, sorry. Zwangsstörungen führen NICHT bei "fast bei allen Menschen" auf unter Zwang gelebten Aberglauben in der Familie zurück. Die Entwicklung von Zwangsverhalten hat ganz andere Ursachen als erzwungener Aberglaube. Aberglaube kann BENUTZT werden, um Zwänge auszuleben. Ebenso kann dies auch mit religiösem Glauben geschehen, auch dieser kann missbraucht werden, indem man daraus religiöse Zwänge ableitet.

Durch diese unsinnigen Regeln schließen sie auch als Erwachsene unsinnige Schlüsse und unterdrücken ihre Ängste in Zwangshandlungen !

Nein, auch das nicht. Das Gehirn ist auch ganz ohne erlebten Aberglauben und diesbezüglichen Zwang auf Verknüpfung von Ursache und Wirkung ausgelegt.

Wo massiv angstbesetzt erlebte "Lücken" klaffen (diese können unterschiedlichste persönliche Themen bedienen), kann ein Zwang das psychische "Werkzeug" für eine Kontrolle der Angst bieten. Es geht hier um emotionale und praktische Kontrolle von Ängsten und Befürchtungen, aber auch um eine Abwehr als unerträglich empfundener Zustände, um "innere Wahrheiten" über das Leben, das Umfeld oder sich selbst, die abgewehrt werden müssen, da man sie nicht bewusst händeln kann.

Zwänge sind hier symbolische Handlungen, hinter denen ein anderes Thema steckt. Aus psychologischer Sicht ist das, was Du als "unsinnige Schlüsse" beschreibst, gar nicht so unsinnig. Innerhalb der Funktionen der Psyche sind dies durchaus logische und nachvollziehbare Abwehrversuche. Um den Zwang loszuwerden, muss man ihm die Ursache, den Grund entziehen bzw, das darunter liegende Problem bearbeiten und lösen. Der Zwang ist nur so lange da, wie er benötigt wird.

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Kommentar von GTH2014
09.01.2016, 18:22

Ich sehe da durchaus einen Zusammenhang.
Ich spreche aus persönlicher Erfahrung.
Die Möglichkeit etwas böses abzuwenden und einen Aberglauben zu "quittieren", finde ich vergleichbar mit einer Zwangshandlung.

Beispiel: Dreimal über die Schulter spucken, dann ist die 'Bedrohung' quittiert und entkräftet.
Wenn du etwas vorgegriffenes sagst, dann musst du dreimal auf Holz klopfen, damit es wahr werden kann.

So waren auch meine Zwangshandlungen. Ich musste etwas machen, sonst passiert schlimmes. Wenn ich mein unlogisches Ritual durchgeführt hatte, war das Böse vertrieben.
Ich lebte sogesehen 'traditionslose Abergläubische Handlungen' aus.
Sie waren wie Aberglaube aber ohne Tradition.

Beispiel: Drei mal am Kopf kratzen bevor ich ins Auto stieg. Wenn ich es nicht machte, brachte es Pech.
Wieso sollte man diese Handlung anders bewerten als abergläubische Handlungen?

Diesen Aberglauben leben immernoch ca.  250 Mio. Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion. Geh mal zu einem Russen Nachhause und pfeiff lauthals durch seine Wohnung, dann kannste seheb wie alle zusammenzucken.

Ich wurde als Kind zum Aberglauben gezwungen und etwickelte Zwangsneurosen die erst nach der Jugend verschwanden.

Fachleute sehen da auch einen Zusammenhang. Zwangsneurose kommt in Russland oder den Phillippienen viel öfter vor als z.B. in Deutschland.

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Man muss mit dieser Antwort vosichtig sein und deshalb zweiteilig antworten.

1.) Intelligenz und Glaube? Hier gibt es viele unendliche Diskussionen. Die beste Antwort darauf haben Wissenschaft und Kirche darin gefunden,  sich jeweils auf die eigenen Gebiete zu beschränken und keine Aussagen über die Gebiete des jeweils anderen zu machen.

2.) Aberglaube?

Hier ist die Antwort wirklich eindeutig: Jeder, der abergläubisch ist, der ist per Definition ungebildet, naiv und unintelligent. Warum:

Aberglaube besteht im Glauben an Aussagen, Prozeduren, die durch absolut nichts abgesichert und in den meisten Fällen schon wirksam widerlegt sind.

Wer trotzdem daran glaubt, der handelt naiv, weil er mitv etwas mehr Bildung, also weniger Naivität sich ein besseres Wissen aneignen könnte und wenn er weiß, dass diese Prozeduren nicht funktionieren, dann sollte er sich eben nicht mehr an diesen Aberglauben halten.

Ungebildet, eben weil er sich nicht darüber informiert hat, welche Erfolgsquoten durch dieses Verhalten erreicht werden können. Denn wenn er dieses Wissen (= Bildung) hätte, würde er dieses abergäubische Verhalten lassen.

Unintelligent weil jeder, der über ein Mindestmaß an Intelligenz und Bildung verfügt, die Grundlagen der Naturwissenschaft kennen sollte. Also weiß, wann für ein Verhaltensmuster ein gewisser Erfolg nachgewiesen wurde und dieses also wirklich funktioniert, und wann es - weil es eben nachweislich nicht funktioniert - als Aberglaube abgetan und nicht befolgt werden sollte.

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Kommentar von DonkeyDerby
10.01.2016, 19:11

Aberglaube besteht im Glauben an Aussagen, Prozeduren, die durch absolut
nichts abgesichert und in den meisten Fällen schon wirksam widerlegt
sind.

Das ist aber beim Gottesglauben der in der westlichen Welt verbreiteten Religionen auch der Fall. Siehe Schöpfungsgeschichte, christlichen Wunderglauben etc.

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Das Ding ist, dass jeder Mensch die gleichen Dinge unterschiedlich wahrnehmen kann. Wir selbst beeinflussen mit unserem denken unsere Wahrnehmung.
Beispiel: Der Person zerbricht ein Spiegel. Sie wird ihre Wahrnehmung jetzt ziemlich stark auf alles negative lenken bzw ihre "Antennen" sind jetzt viel feiner für negative Dinge.
Das mit den eigenen Antennen merkt man zB auch wenn man ein bestimmtes Auto mag. Vorher hat man kaum welche davon gesehen und plötzlich sieht man sie überall.
Deswegen würde ich nicht sagen das Aberglaube was mit blöd sein zutun hat. Die glauben einfach daran, dadurch verändert sich die Wahrnehmung und dadurch ist das für die Person auch alles nachvollziehbar

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Deine Lehrerin und die Person die rumrennt und sich über Fingernägelschneiden nach Sonnenuntergang aufregt sind bildungsfern. Die Lehrerin hat ihre Meinung einfach als Tatsache dargestellt- das wäre genau so als würde sie sagen jeder der die Partei xyz ( nicht extrem) wählt ist blöd. Es gibt solche Lehrer, die sind einfach selbst zu blöd- da schlimmste bei mir war ne Deutschlehrerin die vor der Klasse einmal sagte, wer Technik gut findet, wird es schwer habe bei ihr besser als ausreichend zu bekommen. Naja.
Die andere Person tut mir leid. Der gelebte Aberglaube hilft kein bisschen das Leben zu bewältigen. Ich habe von den Fingernägeln noch nie was gehört. Und Unglück? Naja mein Leben verläuft normal....
Ne im Ernst- Aberglaube hat bei uns ( Mitteleuropa) heute nur noch wenig zu suchen. Es ist ein Zeichen von gelebter Bildungsferne. Bei Bühnenschauspielern wird Aberglaube eher augenzwinkernd in gewissen Bereichen praktiziert.
Aber: wir alle wissen, dass Unglücke passieren. Und das kommt von Unachtsamkeit oder durch unvorhersehbare Ereignisse, bestimmt nicht durch schwarze Katzen oder zerstörte Spiegel.
In den immer wieder kehrenden 7 Jahren Unglück die ich seit meiner Kindheit ununterbrochen habe müsste bin ich gesund geblieben und Sehenswürdigkeiten Leben als erfüllt an.
Es bringt übrigens Unglück, wenn man andere Leute auf ihr kommendes Unglück durch Fehlverhalten hinweist, wenn das Fehlverhalten keinen kausalen Zusammenhang mit den zu erwartenden Unglücken hat :-)

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Für mich haben solche Menschen allenfalls ein mangelndes Selbstbewusstsein und sind in sich angstzerfressen. 

Für diese Menschen ist der Aberglaube nichts anderes als ein psychologischer Trick zum Selbstbetrug. Durch ihre Regeln im Tagesablauf geben sie ihrem Leben eine Struktur. Erst durch die Struktur werden sie dann lebensfähig, und sind in der Lage den Alltag zu beschreiten.

Der Aberglaube ist übrigens nicht an eine Religion gebunden. Er zieht sich durch alle Religion durch wie ein roter Faden. Dabei ist oftmals für mich persönlich zu beobachten, dass insbesondere Personen mit geringem Bildungsstand zum Aberglauben neigen. Dieser geringe Bildungsstand geht dann wieder einher mit dem mangelnden Selbstbewusstsein.

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Kommentar von Dummie42
09.01.2016, 13:10

Also, ich stelle leider immer wieder fest, dass Menschen mit geringem Bildungsstand oft über ein ganz erstaunliches Selbstbewusstsein verfügen, einfach weil sie nicht reflektieren (können) ob sie möglicherweise falsch liegen.

Viele hochgebildete Menschen hingegen neigen zu Understatement, oder haben ob der mannigfaltigen Möglichkeiten aber auch deren denkbaren Folgen, die sie vor dem geistigen Auge sehen, Probleme bei der Entscheidungsfindung, was sie in den Augen anderer oft viel kleiner erscheinen lässt, als sie sind.

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Ich denke, dass es sehr drauf ankommt, wie man aufwächst.

Wenn man extrem abergläubische Eltern hat, dann kann es eher passieren, dass man am Ende auch wirklich extrem daran glaubt. (Natürlich gibt es auch Ausnahmen, ich will hier nixs verallgemeinern.)

Wenn Menschen wirklich extrem Abergläubisch sind, dann wäre vllt der Arzt Besuch nicht schlecht. (Ich rede hier wirklich von der extremen Sorte, denn die können ja nie ein richtig normales Leben führen, wenn sie vor allem Angst haben müssen.)

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Naivität ist ein Synonym für Gutgläubigkeit und Gutgläubigkeit ist auch mehr oder weniger die Umschreibung von Aberglauben.

Dh Naiv sind abergläubische Menschen auf jeden Fall.

Bildung ist NICHT gleichzusetzen mit Intelligenz. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge und nahezu unabhängig voneinander.

Bildung beschreibt nur welches Wissen man angeeignet bekommen hat bzw man gelernt hat oder welche Schule man besucht hat.

Intelligenz ist die Fähigkeit Zusammenhänge zu erkennen und nachvollziehen zu können. 

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Hallo!

Der Satz der Leherin finde ich echt unmöglich, arrogant und anmaßend. Ich würde eher sagen, ein intelligenter Mensch, würde niemals über den Glauben eines anderen eine Wertung vornehmen.

Aberglaube/Glaube haben nichts mit Intelligenz, oder Bildung zu tun. Und Naivität zu unterstellen wäre eine Wertung, die mehr über den "Wertenden" aussagt, als über den "Gläubigen".

Ich bin von "Aberglaube" und "Glaube" betroffen. Ich bin nämlich Theatermensch und Christ.

Am Theater ist man sehr abergläubisch. Man darf dort nicht pfeifen, bei Proben nicht klatschen, wenn einem Toi, Toi, Toi, gewünscht wird, wird 3x über die Schulter gespuckt, und wehe es wird über die falsche Schulter gespuckt, oder man sagt Danke danach, dann geht die Aufführung in die Hose. Aberglaube.....aber viele halten sich daran.....  Sind sie deswegen dumm, ungebildet, oder naiv? Ganz sicher nicht.... Genau so wenig wie die Milliarden von Menschen, die an Gott glauben.

Aber das sollte natürlich in einem gewissen Rahmen bleiben. Wenn Menschen das zu ernst nehmen, oder wie du schreibst "hysterisch" reagieren, könnte es sich auch schon um eine ausgewachsene Angststörung handeln. Das sollte man dann vielleicht doch psychologisch untersuchen lassen.

Aber wie schon gesagt, mit Intelligenz, Bildung oder Naivität, hat das sicher nichts zu tun.

LG :-)

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Ich denke, ein bisschen "Aberglaube" schadet niemanden. Bedenklich wird es erst, wenn dieser Glaube lebensbestimmend jeden Tag beeinflusst und normale Tagesstrukturen nicht mehr gelebt werden können.

Und mal ganz nebenbei, auch Glücksbringer- Aberglaube-Symbole (Glücksschweinchen mit Kleeblatt, der Schornsteinfeger, das Hufeisen) sind oft auf Geburtstagskarten und werden verschenkt...... Da regt sich auch niemand auf, weil es abwegig ist, dass sie wirklich Glück / Schutz bewirken....

Ich denke, ein gewissen Aberglauben pflegt jeder mal - völlig unabhängig von Intelligenz, Bildungsferne und Naivität.....

Mein Kind hat eine Lieblingszahl / Glückszahl  und ich finde, mein Kind nicht naiv, im Gegenteil, es hinterfragt alles und  dazu fragt es einen Löcher in den Bauch und ist in manchen Dingen (Natur, Tiere) ist das Kind sogar klüger als ich.


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Es kann beides sein, oder auch gar nichts von beidem. Wir werden von grund auf durch unsere Umgebung geprägt und wenn zB Eltern sehr abergläubisch sind und/oder mit Gewalt einem diesen Aberglauben einimpfen, ist es einfach ein Psychologisches Problem.

Zum Thema Gott: Die meisten Menschen wollen an irgendetwas nach dem Leben glauben, um ihr Leben als sinnvoll zu sehen, sein es nun einer der vielen Götter, das Nirvana, die Wiedergeburt, ....

Deine Lehrerin scheint recht Bildungsfern zu sein, da sie nichtmal selbst solch eine einfache Art der menschlichen Psyche verstehen kann.

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Der „Aberglaube“ ( die Fingernägel Nachts nicht schneiden), hat nichts mit dem „Glauben“ an Gott zu tun.

Mir hat mal eine Lehrerin gesagt: Kein intelligenter Mensch kann an Gott glauben...

Intelligenz ist unabhängig von dem glauben an Gott. Man kann sagen das Intelligente Menschen eher abgeneigt sind von der Bibel / Koran und Kirche / Moschee. Dennoch kann der Intelligente Mensch an Gott / Allah glauben.

Sind solche Menschen zerfressen von Angst ?

Nein.

Abergläubische Menschen leben nach Regeln und erhoffen sich durch das einhalten der Regeln das ihr Momentanes Leben einfach / leicht / unglücksfrei / Glücklich und ähnliches wird.

Gläubige Menschen leben auch nach Regeln und erhoffen sich das ihr Nächsten Leben das Paradies wird.

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Würde nie behaupten, dass ein abergläubischer Mensch gleich ungebildet sein muss, aber noch mehr Sorgen mache ich mir um Deine Lehrerin, denn mit ihrem Spruch hat sie sich selbst disqualifiziert (sofern sie ihn tatsächlich so gesagt hat)...

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Kommentar von blumenkanne
09.01.2016, 09:59

warum? sie hat doch nicht ganz unrecht.

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Glaube und Intelligenz. Ich bin mir unsicher, ob man das miteinander vergleichen kann, denn ich kenne viele Menschen, die studieren oder allgemein sehr gebildet (vor allem sozial) sind und trotzdem glauben.
Deine Lehrerin hat da ihre eigene These gestellt, die ganz sicher nicht für die gesamte Menschheit gilt.

Was man auf jeden Fall feststellen kann, ist, dass viele Menschen, die selbst nicht in der Lage sind, ihre Probleme zu lösen, aus der Realität flüchten, in dem sie sich an Gott wenden und an seine Worte glauben.
So erklären sich z.B. gläubige Menschen, dass Gott es so wollte, dass der Mensch stirbt, anstatt sich vor Augen zu halten, dass derjenige einfach z.B. wegen seinem Herzleiden gestorben ist.
Sie suchen nichts anderes als Antworten und Rituale, die einem Sicherheit und Halt geben und die einem die Richtung zeigen.

Abergläubische Menschen, die ihr Leben sehr danach richten und anderen schon Angst machen, sind ziemlich fernab von der Realität. Wann sie wieder auf den Boden der Tatsachen kommen, das weiß ich nicht. Sie können von mir aus danach leben, aber ich ignoriere das z.B.

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Kommentar von Diimiitrii
09.01.2016, 23:31

Intelligenz hat mit Studieren absolut nichts zu tun und mit guten Schulnoten oder Bildung schon gleich gar nicht.

Schule und Studium basiert beides ausschließlich auf auswendig lernen und merken. 

Ich kenne haufenweise Leute die ihr Abitur mit einem 1,xx Schnitt geschafft haben und nahezu nichts von dem was sie "gelernt" haben anwenden können oder in irgendeine Beziehung zu irgendeiner Situation bringen können. Für gute Noten oder ein gutes bestehen im Studium musst du dich nur hinsetzen und dir merken was du ließt. Ob du es verstehst und anwenden kannst ist absolut irrelevant.

Merkfähigkeit ist nicht Intelligenz.

Meistens ist es sogar so, dass Intelligente Menschen eher schlecht in Schule und Studium abschneiden, weil sie die Zusammenhänge begreifen und anwenden können aber dann eben wegen Kleinigkeiten wie Jahreszahlen oder Fachbegriffen scheitern und schlechte Zensuren bekommen. Weil Benennungen und Daten irrelevant für das verstehen und nachvollziehen sind. Aber eine große Rolle in der Benotung spielen.

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Man sucht Regeln für eine unregulierte Welt.

Man sucht Wissen für das Unfassbare.

Man sucht Halt aus Angst vor dem Fall.

Aberglauben und der hiermit verbundene Drang nach Regulation bedeutet auch Schutz vor dem was da kommen mag. Tue ich dies und das schützt es mich vor diesem und jenem. Das ist erst einmal jedem Menschen anheim, ob er nicht unter Leitern hindurchläuft, Fatimas Hand an einer Kette trägt oder eine Christophorus Plakette in seinem Auto hat.

Natürlich kann auch so ein Verhalten krankhaft werden, aber es gibt auch Waschzwang,Putzzwang, Kontrollzwang etc.

Ein Mensch der eine "Aberglauben" hat muss nicht bildungsfern oder Dumm sein. Er hat nur einen Halt wo deine Lehrerin alleine steht.

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