Warum darf man an Weihnachten keine Wäsche zum Trocknen aufhängen?

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Das ist ein sehr alter Aberglaube aus vorchristlicher Zeit. Die 12 Tage nach der Sonnenwende (21. Dez.) resp. die Nächte sind die "Rauhnächte" oder später auch als "Rauchnächte" fehlgedeutet. Wenn man einen Mondkalender benutzt, kommt man auf weniger als 364 Tage im Jahr, wenn 12 Mond-Monate um sind. Deshalb muß man 11 oder 12 Tage nachschieben, die deshalb als unheilvoll gelten, weil sie weder zum vergangenen noch zum zukünftigen Jahr gehören. In der dunkelsten Zeit des Jahres schob man diese "wilden Tage" ein. Daher stammt auch die Bezeichnung "zwischen den Jahren" für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr.

In den Rauhnächten, so dachte man, gehen die Geister der Toten um und Odin führe mit dem Heer der Gefallenen durch die Lüfte. Draußen aufgehängte Wäsche ließe die Pferde der "Wilden Jagd" scheuen. Wo das geschehe, rächten sich die toten Helden, indem eine Person im kommenden Jahr sterben würde.

Der Beginn der Rauhnächte verschob sich mit dem Christentum auf Weihnachten und die 12 Nächte danach. Denn nichts hält sich so hartnäckig, wie der Aberglaube. ;-) Man versuchte, die Angst vor den Geistern und Dämonen in den Griff zu kriegen, indem man Weihrauch verbrannte und andere Dinge unternahm. Deshalb auch die Mißinterpretation als "Rauchnächte". Aber wie man sieht, hält sich der alte Aberglaube noch immer. Selbst meine Großmutter, die eine sehr fromme Frau war, wollte zwischen Weihnachten und Neujahr keine Wäsche machen... g Gruß, q.

Ab und an mal gibt es auch Volksbräuche, das ist im Prinzip ja auch nichts Schlimmes und wird auch von Christen so praktiziert :) ... zumindest sieht es auch über die Festtage ordentlicher aus :)

Gruss L.

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Danke für die vielen interessanten Antworten. Leider kann nur einer den Stern bekommen. Unsere Wäsche ist aufgeräumt. Wir haben noch genug saubere Sachen und werden nicht im Dreck versinken. Ich glaube zwar nicht daran, aber mein Mann.

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das Wäschewaschen bezieht sich auf Wodans "wildes Heer", dass in den Nächten zwischen den Jahren unterwegs ist. Das Aufhängen von weissen Leintüchern würde, so dachte man, die bösen Gesellen auf den Plan rufen, die daraus im nächsten Jahr Leichentücher nähen würden. eBsonders beliebt waren die Leintücher von Jungfrauen,

mal wieder

Wenn ich dann frage warum, sagen sie, wegen Jesus. Kennt jemand diesen Brauch und kann mir das etwas besser erklären?

Das ist vermutlich ein unchristlicher Aberglaube, der sich (wie die Worte "wegen Jesus" zeigen) sich christlich tarnt. Bzw. ein "Brauch", der sich daraus entwickelt hat, weil die Leute das immer noch machen ohne wirklich zu wissen warum.

Vielleicht geht es aber auch nur darum, "den Feiertag zu ehren". Dann würde ich aber erwarten, dass die das auch erklären können. Also tippe ich auf die obige Antwort.

Diese Behauptung kenne ich nicht, denn sie hat mit dem christlichen Glauben nichts zu tun und kann deshalb nur auf einen heidnischen Brauch und Aberglaube zurückzuführen sein.

Logisch könnte man zwar folgern, dass es sich nicht gehört an diesem hohen Feiertag Wäsche, als Zeichen von vorausgegangener oder noch anhaltender Arbeit aufzuhängen. - Aber wenn es deine letzte Wäsche sein sollt, die da an der Leine hängt und deshalb trocken werden muss, bin ich sicher, Jesus wird dir diesen kleinen Fehler verzeihen.

Jesus schaut in die Herzen und nicht auf Wäscheleinen!

seit wann genau dieser kuriose Brauch existiert, weiß ich auch nicht. Man glaubte früher (und teilweise auch heute noch), daß man Unglück, Leid und Tod ins Haus bringt, wenn man an den "12 heiligen Tagen" (25.12. - 06.01.) Wäsche wäscht und aufhängt. .. mehr auf http://w-w-w.ms/aac4s#482327

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