Sieg bei Stalingrad?

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Es ist ein bisschen ein Mythos, die Schlacht von Stalingrad sei der Wendepunkt des gesamten Krieges gewesen. Es war eine wichtige Schlacht, die aber propagandistisch noch wichtiger gemacht wurde als sie tatsächlich war.

Allerdings steht Stalingrad gleichsam beispielhaft für den Krieg in der UdSSR und die zynische Kriegsführung - übrigens auf beiden Seiten, denn die Sowjets evakuierten Stalingrads Zivilbevölkerung bewusst nicht und nahmen so zehntausende von Todesopfern in Kauf. Auf sowjetischer Seite war dieser Zynismus freilich taktisch logisch: Ein Soldat wird eher für seine Landsleute als für eine Geisterstadt sein Leben einsetzen.

Es gibt eine Menge Gründe dafür, warum die Sowjets in Stalingrad und insgesamt gewonnen haben:

  • Die deutsche Bewaffnung war modern, aber es war eine „Schönwetter-Bewaffnung“, so Hitler wörtlich gegenüber Carl Gustav von Mannerheim, Finnlands starkem Mann. Die Truppen der UdSSR kämpften auf eigen Boden und kannten ihr Land nicht nur theoretisch. 
  • Deutschlands Wirtschaftskraft war längst nicht so groß und die der UdSSR so gering, wie es in der Propaganda schien. Das hatte Deutschland schon die Luftschlacht um Großbritannien gekostet.
  • Während sich Stalin strategische Entscheidungen mit zunehmender Dauer des Krieges mehr und mehr den Generälen überließ, mischte sich Hitler mit zunehmender Dauer des Krieges mehr und mehr in die Kriegsführung ein. In einer Diskussion darum, welcher alliierte General am meisten zur Befreiung Europas von der Naziherrschaft beigetragen habe, meinte ich einmal spöttisch, dieses Verdienst gebühre in erster Linie Adolf Hitler. Angeblich soll der britische Geheimdienst ganz bewusst von der Idee eines Anschlag auf Hitler Abstand genommen haben.
  • Die UdSSR hat ein riesiges Territorium, und das macht die Front lang und durchlässig. Natürlich gilt das auch für die sowjetische Westfront, aber da man in der Position des Verteidigers war, konnte man auf die Unterstützung von Partisanen zählen. 
  • Dass man dies konnte, war zweifellos besonders der NS-Ideologie auf deutscher Seite zu verdanken, auf die ich im Folgenden näher eingehen will:

Mehr als ein Verbrechen, nämlich ein Fehler

Einen wichtigen Teil hast Du schon selbst angestoßen:

Wie kann es sein, dass die Deutschen, die viel besser ausgerüstet waren, gegen die primitiven Russen oder Sowjets verloren haben!

Ich nehme einmal an, dass Du das nicht so meinst, wie es klingt, sondern dass sich die Aussage auf die Bewaffnung und Ausrüstung, den technischen Stand bezieht.

Die Nationalsozialisten allerdings sahen das sehr viel umfassender und blickten auf die Russen und die anderen Völker der damaligen UdSSR mindestens ebenso herab wie Kolonialherren auf die von ihnen unterworfenen „Wilden“. In ihrer Ideologie gehörten Slawen, zu denen die Russen ja gehören, zu den sogenannten „Kuli- oder Fellachenrassen“, die Formulierung stammt direkt von Hitler.

Das hatte zwei Folgen, die sich direkt auf den Kriegsverlauf auswirkten:

Einerseits unterschätzte man die Sowjets als Gegner. Eigentlich konnte Hitler von sich selbst wissen, dass ein unterschätzter Gegner der gefährlichste Gegner überhaupt ist.

Andererseits stärkte das Herrenmenschengehabe ebendiesen Gegner. Deutsche Soldaten waren besonders von Ukrainern, mit Brot und Salz empfangen worden, als Befreier von Stalins Schreckensherrschaft. Statt dieses Moment zu nutzen, behandelten sie die Leute schlimmer als Vieh und machten sich dadurch so gründlich verhasst, dass dann vielen Russen und Ukrainern Stalin fast schon als das kleinere Übel erscheinen mochte.

Diese schlechte Behandlung der Bevölkerung der UdSSR war natürlich ein Verbrechen, aber, um es mit Napoleons Minister Fouché zu sagen: Es war mehr als ein Verbrechen, es war ein Fehler.

https://de.wikipedia.org/wiki/Angriff_auf_Stalingrad

Es reichte eben nicht mit 300 Tsd. Soldaten anzuruecken, um Stalingrad einzunehmen. Die gesamte Versorgungslinie nach hinten muesste gehalten werden koennen und waere somit die Voraussetzung einer bleibenden Staerke.

Das alles funktionierte nicht, die 6. Armee hatte bald ihr Pulver verschossen und dann war Holland in Not.

Da kann noch soviel von tapferen Soldaten geschrieben werden, wenn allerdings kein Sprit, Munition, Kleidung und keine Verpflegung mehr nachkommt. dann ist das wie ein Feuer, wo man kein Holz mehr zum nachlegen hat, es geht aus.

Stalingrad wurde ja von den dort stationierten Teilen der Sowjets so gehalten, das die 6. Armee (Paulus) bewegungslos wurde.

Somit konnten starke Truppen die Einkesselung vornehmen und auch Panzervorstoesse von DE abwehren.

Die 6. Armee war somit verloren.

Jetzt zahlte sich aus, die Sowjets hatten grosse Teile ihrer Industrie hinter den Ural verlagert und konnten somit dort ungehindert produzieren.

Nicht nur das sie mehr Panzer hatten, diese Diesel-Monster funktionierten noch bei den staerksten Froesten, wo die Vergaser der DE-Panzer einfroren.

Die Ueberlegenheit in der Masse schon allein, war erdrueckend. 34 Millionen Soldaten hatten die Sowjets.

Die Nazis hatten sich etwas vorgemacht, sie redeten die "Bolchewisten" klein und bekamen jetzt die Quittung dafuer. 

Die Russen hatten wesentlich mehr Material, doppelt soviele Soldaten zur Verfügung und wesentlich kürzere Versorgungswege. Die Flanken bei Stalingrad, durch die die Russen durchbrachen, waren durch Rumänische Truppen besetzt, wie kaum Ausrüstung und fast gar keine panzerbrechenden Waffen hatten. Zudem waren die Russen bzw. deren Führung gewillt, weit größere Opfer in Kauf zu nehmen, so sind in Stalingrad doppelt bis dreimal soviele Russen wie Deutsche gefallen. 

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