Schuldfrage: freilaufender Hund wurde von angeleintem Hund gebissen

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Ob er einen Maulkorb tragen muss oder nicht hat das Ordnungsamt zu entscheiden und anzuordnen. Man könnte sich deswegen an die Ordnungsbehörde wenden.

Zur "Schuldfrage": Es gibt keine Schuld-, sondern eine Haftungsfrage. Ausschlaggebend ist die Gefährdung, die von einem Hund ausgeht. Es handelt sich also um eine Gefährdungshaftung. Je größer der Hund, um so höher also die Haftungsanteil. Dabei ist es meist unbeachtlich, ob der Hund angeleint war oder nicht!

Ein Hund ist ein sehr starkt triebgesteuertes Wesen und die Beisserei kann eine Antwort auf eine vorhergehende Aggression sein, die durchaus auch vom angeleinten Hund ausgegangen sein kann.

In ähnlich oder gleichgelagerten Fällen wird durch die Gerichte meist eine Haftung für beide Hundehalter bejaht - mit oder ohne Leine.

Das ist - leider - nur teilweise richtig: ich hab deswegen mal recherchiert, weil ich meinen Hund öfter frei laufen lasse, es hat mich schlicht mal interessiert. Die Gesetzeslage ist da nicht ganz so eindeutig, was das Anleinen betrifft. Normalerweise ist es schon so, dass der Hund angeleint sein muss ODER der Besitzer dafür Sorge zu tragen und zu gewährleisten hat, dass der Hund hört, wenn er frei läuft. Die Bundesländer haben allerdings die Möglichkeit, ihre Anleinpflicht selbst in gewissen Maßen zu variieren und es gibt Bundesländer, die dieses Recht an die Gemeinden weitergeben. Allerdings muss die Gemeinde bzw das Bundesland die Anleinpflicht aufheben, damit es egal ist, ob der Hund angeleint war oder nicht. Also eben die "Widerspruchslösung". Wenn die Gemeinde diese Pflicht nicht irgendwo in ihren Satzungen, etc. explizit aufhebt, dann gilt die übergeordnete Stelle und somit die deutsche Anleinpflicht. Und diese Anleinpflicht besagt nun mal - leider - auch, dass per Gesetz von einem nicht angeleinten Hund mehr Gefahr ausgeht, als von einem angeleinten Hund, denn: wären beide Hunde angeleint gewesen, hätten die Besitzer sie an die kurze Leine nehmen können und sie wären sich niemals nah genug gekommen um sich zu beißen. Wenn einem jemand mit angeleintem Hund entgegen kommt, muss man davon ausgehen, dass er einen Grund dazu hat und den Besitzer des angeleinten Hundes trifft keine Schuld. Ist doch ganz simpel: er hatte den Hund an der Leine und konnte ihn somit zurückhalten, DIESER Besitzer kann also schlicht nichts dafür, wenn ein unangeleinter Hund eines unvorsichtigen Besitzers auf seinen Hund drauf rennt - selbst schuld, wenn der unangeleinte Hund gebissen wird, bleibt nur zu hoffen, dass dessen Besitzer aus seinem Fehler lernt und den Hund zukünftig anleint, wenn ihm ein ebenfalls angeleinter Hund entgegenkommt!

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@karinnox

Absolut DH, BatyaTikvah. Das Problem ist nur, daß sich viele Hunde eben nicht mehr abrufen lassen sobald sie einen anderen Hund gesehen haben. Und dann werden tausend Ausreden erfunden. Bestes Beispiel: DAS HAT ER JA NOCH NIE GEMACHT! Haben wir doch alle schon mal gehört, oder?

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Ans ich stimme ich Dabbel zu, aber: Seine Antwort ist - leider - nur teilweise richtig: ich hab deswegen mal recherchiert, weil ich meinen Hund öfter frei laufen lasse, es hat mich schlicht mal interessiert. Die Gesetzeslage ist da nicht ganz so eindeutig, was das Anleinen betrifft. Normalerweise ist es schon so, dass der Hund angeleint sein muss ODER der Besitzer dafür Sorge zu tragen und zu gewährleisten hat, dass der Hund hört, wenn er frei läuft. Die Bundesländer haben allerdings die Möglichkeit, ihre Anleinpflicht selbst in gewissen Maßen zu variieren und es gibt Bundesländer, die dieses Recht an die Gemeinden weitergeben. Allerdings muss die Gemeinde bzw das Bundesland die Anleinpflicht aufheben, damit es egal ist, ob der Hund angeleint war oder nicht. Also eben die "Widerspruchslösung". Wenn die Gemeinde diese Pflicht nicht irgendwo in ihren Satzungen, etc. explizit aufhebt, dann gilt die übergeordnete Stelle und somit die deutsche Anleinpflicht. Und diese Anleinpflicht besagt nun mal - leider - auch, dass per Gesetz von einem nicht angeleinten Hund mehr Gefahr ausgeht, als von einem angeleinten Hund, denn: wären beide Hunde angeleint gewesen, hätten die Besitzer sie an die kurze Leine nehmen können und sie wären sich niemals nah genug gekommen um sich zu beißen. Wenn einem jemand mit angeleintem Hund entgegen kommt, muss man davon ausgehen, dass er einen Grund dazu hat und den Besitzer des angeleinten Hundes trifft keine Schuld. Ist doch ganz simpel: er hatte den Hund an der Leine und konnte ihn somit zurückhalten, DIESER Besitzer kann also schlicht nichts dafür, wenn ein unangeleinter Hund eines unvorsichtigen Besitzers auf seinen Hund drauf rennt - selbst schuld, wenn der unangeleinte Hund gebissen wird, bleibt nur zu hoffen, dass dessen Besitzer aus seinem Fehler lernt und den Hund zukünftig anleint, wenn ihm ein ebenfalls angeleinter Hund entgegenkommt!

Es gehört zum Guten Benimm unter Hundehaltern dass man seinen Hund, wenn ein anderer Hund deutlich erkennbar an der Leine geführt und auch nicht abgeleint wird an die Leine nimmt!

Du hast also einen Teil deiner "Sicherungspflicht" bei deinem Hund nicht wahr genommen! Du dürftest also zumindest einen Teil der verursachten Kosten tragen!

Auf der anderen Seite ist ein Hund der angeleint geführt wird soweit zu Sichern, dass er auch einen ungesichert hinspringenden Hund, oder Kind oder... nicht sofort beisst mit Ernstbezug!!! Hier in einem solchen Fall hat auch dieser Halter eine besondere Sicherungspflicht damit derartiges sicher nicht passiert.

Dazu reicht das Anleinen nicht alleine. Der Hund hätte einen sicheren Maulkorb tragen müssen! Insbesondere nachdem er sich durch einen 22 wöchigen Jüngsthund derart bedroht sieht, dass er zu Beschädigungsbeissen greift!

Der andere Hundehalter sollte von Dir bei der Ordnungsbehörde gemeldet werden. Oder noch bessser: Du suchst ein Gespräch zwecks Übernahme von Teilkosten und der Halter des angeleinten Hundes erkennt seine Sicherungspflicht und geht in Zukunft nur mittels Maulkorb und Leine, sowie besucht mit diesem Hund einen guten Verhaltenstherapeuten!

also er hat es widerwillig seiner Versicherung gemeldet und diese "sagt" die Kosten werden zu 100% übernommen. Glauben tue ich das nicht, deswegen meine Frage hier, denn ich sehe durch mein Verhalten schon mindestens eine Teilschuld bei mir.

Trotzdem verstehe ich den Hundehalter nicht, durch ein Freilaufgebiet zu laufen wenn der Hund schon mehrfach auffällig geworden ist. Ein Maulkorb tut schließlich niemandem weh, dafür müssen aber alle Hunde die dort laufe könnten an die Leine, weil bei keinem Tier 100% auszuschließen ist, dass es nicht doch hinläuft.

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@Hundeleben

dafür müssen aber alle Hunde die dort laufe könnten an die Leine

Müssen sie nicht, wenn sie gut erzogen sind und auf's Wort hören.

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@Hundeleben

Ein Halter eines Hundes, der bereits mehrfach durch Beschädigungsbeissen "auffällig" geworden ist beachtet nicht seine "Sicherungspflicht" gemäß "Gefahrhundeverordnung" wenn er diesen Hund ausgerechnet in einem "Freilaufgebiet" für Hunde mit dem lediglich "angeleint" gesicherten Hund spazieren führt. Mit Hundebegegnungen ist immer zu rechnen. Er muss seinen Hund so sicher führen, dass eben nichts passieren kann. Das wurde hier versäumt, deshalb trägt die Versicherung 100% Jeder Hundehalter muss immer mit der menschlichen Nachlässigkeit rechnen, deshalb leint man seinen Hund angesichts eines angeleinten Hundes an!

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@YarlungTsangpo

bist du da sicher yarlungtsangpo? Woher dieses Wissen, oder ist es eine Behauptung die du aufstellst? Logisch sind viele Ansichten, nur welche ist rechtlich gesehen die treffende?

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@Hundeleben

"Anders wenn das Gelände für Publikum, z. B. Kunden, zugänglich ist. Die nötigen Vorsichtsmaßnahmen nach Abs. 2 sind z. B. Warntafeln, das Anleinen oder Anketten des Hundes, das Anlegen eines Maulkorbes Fahrlässiges Handeln reicht aus. Dieses liegt auch vor, wenn man ohne über genügend Kenntnisse oder Fähigkeiten zur Beaufsichtigung des Tieres dieselbe übernimmt." http://www.polizei.bayern.de/news/recht/index.html/11994

Das Verhalten des Labrador-Halters ist - wenn er vom Verhalten seines Hundes weiß eine Ordnungswidrigkeit. @Hundeleben Du wolltest einen Rat. Aber irgendwie doch eine Diskussion?

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@YarlungTsangpo

nein wieso? Ich versuche mich nur zu erklären, ich kann beide seiten verstehen

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Du solltest schon schreiben, in welchem Land bzw. Bundesland Du daheim bist. Es gelten unterschiedliche Gesetze. Vor allem bezüglich Maulkorbpflicht. Wenn dem Besitzer die Gefährlichkeit seines Hundes bekannt sein musste, - so kann man durchaus davon ausgehen, dass er das Anlegen des Beißkorbs möglicherweise absichtlich unterlassen hat. Etwa, um pers. Angriffe von böswilligen Personen abzuwehren. (etc.)

niedersachsen. Einen Fall kenne ich sicher in dem auch der Kiefer des Hundes verletzt wurde. Bei einem kleinen Yorksher Terrier bin ich mir nicht sicher, aber da müsste es auch dieser Hund gewesen sein, der ist fast zu Tode gekommen durch seine geringe Größe.

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Das kommt mir aber sehr bekannt vor! Nun mal meine Geschichte. Ich habe einen Schäferhundrüden aus dem Tierheim geholt. Er war gerade ein halbes Jahr. Er hatte vor allem angst und war in seiner Entwicklung ca. ein halbes Jahr zurück. Er spielte aber immer mit einigen Hunden aus unserem Dorf. An der Leine versteht sich. Er war lieb und brav. Nun ging ich wie immer mit meinen beiden Hunden spazieren. Cinderella und Living. Dann kam eine Besitzerin mit ihrem Hund (Größer wie ein Schäderhund irgend ein Mix) wie immer nicht mal eine Leine mit und meine Hündin (12 ein halb)wurde von ihr angegriffen. Mein kleiner Rüde zuerst völlig verdutzt grif er die Hundin an und konnte diese in die "Flucht schlagen". Ein paar Wochen später das gleiche Drama. Wieder beißerei. Die Hündin der Besitzerin lief wieder über Straße fast vom Auto angefahren kam sie wieder zu uns nächste beißerei. Meine Hunde wieder an der Leine. Nächste Beißerei ca. ein halbes Jahr später auf unseren Wiesen kam ein unangeleinter Berner Sennenhund>> wieder beißerei. Die Besitzer dieses Hundes waren nicht in der Lage Herr über diesen Hund zu werden und ich war mitten mang. Zu dieser Zeit hatte ich 3 Schäferhunde. Ende vom Lied ich griff den Bernersennenhund ins Genick, drückte ihn nach unten und sein Herrchen versuchte Herr der Lage zu werden. Vergebens. Ich wollte meinen Mann anrufen das er mir helfen kann>> keine Chance. Nach ca. einer halben Stunde und immer wieder eingreifen meinerseits war der Spuck vorbei und ich sah dann auch gut blutend aus. Wärend der Beißerei verlangte ich von dem Besitzer des Berner Sennenhundes, das er seinen Hund zurück ruft, ins Genick greift oder sonst irgend etwas unternimmt. Er war nicht dazu in der Lage auch sagte er mir, das sein Hund nie irgend etwas gelernt hat. Noch mal ein Jahr später wieder beißerei mit dem Hund der Besitzerin die nie eine Leine mit hat und deren Hund auch nicht hört. Seit dem ist aus meinem lieben Schäferhund ein sehr aggressiver Hund geworden, der total ausrastet, sobald ein anderer Hund auch nur von weiten in sein Blickfeld gerät. Ich habe schon sehr viel probiert um meinen Hund wieder etwas umgänglicher zu machen. Leider alles vergebens- ob im Guten oder Bösen. Nichts. Er ist und bleibt durch die Unverständnis, nicht sachgerechten Umgang anderer Personen, mit ihren Tieren und Verantwortungslosigkeit der Leute echt aggressiv. Und was ist wenn mein Hund nun mal einen Hund beißt?? Dann ist die Bestie, der Hund der so aggresiv ist - und durch wen verursacht?? Ich habe dafür kein Versändnis. Wenn amn seinen Hund frei laufen läßt was ich mit meinen Tieren auch mache, dann schaue ich, das ich alles immer im Blickfeld habe und das sich die Hunde nicht weiter z.B. auf einer Wiese weiter wie 30 Meter entfernen und das sie auf Befehl auch sofort zurück kommen.

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