Pferd wirkt unglücklich im aktivstall?

9 Antworten

Ich würde mein Pferd niemals in einen Aktivstall stellen. NIcht mal, wenn man mir die Miete erlassen würde. Never ever. Vielleicht mag es mit einem dominanten, aggressiven Zossen gehen, aber sonst nicht.

Meist sind Aktivställe viel zu viel mit Pferden besetzt. Sardinenbüchsen. Im Sommer mag das gehen, wenn der Stall riesige Weiden hat. Aber was IMMER zu klein ist , ist ist der Stall. Es gibt keinen Stall, der 20 und mehr Pferden Platz bietet. Die Starken setzen sich durch, die Schwachen gehen unter. Durch Stress, durch Verletzungen.
Eine Freundin von mir hat den Vollbruder meiner Stute. Ich habe das Pferd mal besucht. Es war November, wo die Pferde nicht mehr auf der Weide waren. Das Pferd sah nicht gut aus!. Und man konnte keine Hand irgendwo auf das Pferd legen, ohne nicht mindestens eine Bisswunde zu berühren. Das Grauen schlechthin. Stress pur. Mit artgerechter Pferdehaltung hat das nichts zu tun.

Aktivställe sind Tierquälerei, weil es eben fast immer Sardinenställe sind. Jedenfalls im Winter. Die dominanten, starken Tiere stehen im STall und prügeln alles raus, was schüchtern ist. Oft sind das hochblütige Pferde, die stehen dann im 24/7 Winterregen draußen.Toll. Ein Traum . Ein Albtraum.

Meine Stute ist ein Offenstallpferd, aber ich würde sie eher in eine Box stellen als in einen Aktivstall. Niemals, wirklich niemals.

Was dein Pferd angeht: sieh zu, dass du Land gewinnst. Das Pferd geht sonst zugrunde. Er zeigt es ja jetzt schon deutlich.


Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Kannst mich mal besuchen und dir unseren Aktivstall angucken. Wenn du ein Pferd findest welches unter Stress steht reden wir weiter. Man verallgemeinert sowas einfach nicht, erstreckt nicht wenn man wohl keine Ahnung hat! Lg

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Die Herdengröße macht mir ein bisschen Sorgen. Haben die denn auch wirklich genug Platz für alle Pferde oder werden da 50 Pferde auf 300qm zusammengepfercht? Wie viele Fressplätze, Liegeplätze etc. stehen zur Verfügung?

Wir haben bei uns in der Nähe einen Aktivstall mit ca. 35 Pferden - an sich ja eine tolle Sache, allerdings bekomme ich von dort immer wieder Einsteller die zu mir wechseln möchten weil ihr Pferd in der rießen Herde total gestresst ist, abbaut usw. Bei mir - in der selben Haltungsform nur mit einer kleineren Gruppe von max. 8 Pferden kamen die sofort besser klar. Gut gedacht ist eben nicht immer gut gemacht - je größer die Herden umso mehr muss Wert darauf gelegt werden dass jedes Pferd die Möglichkeit hat zur Ruhe zu kommen, in Ruhe zu fressen usw.

Manche Pferde kommen auch einfach in so einer rießen Gruppe nicht zur Ruhe. Allerdings muss man auch sagen dass dein Pferd gerade mal eine Woche in die Herde integriert ist. Ich würde dem Ganzen (Wenn die Rahmenbedingungen wie oben erwähnt stimmen) noch ein paar Wochen Zeit geben und beobachten ob es besser wird.

Das Pferd ist da jetzt 1 Woche in der Herde? Mit 50(!) Pferden..., klar ist das erst mal ein Wahnsinnsstress. Vor allem, wenn das Pferd rangniedrig(er) ist. Und soviele Pferde nicht gewöhnt.

Ich habe selber einen Boxenstall für die Berittpferde u. einen Offenstall für meine eigenen Pferde u. die regulären Einsteller. Ich halte die Herde bewusst in der jetzigen Gr., obwohl ich Platz für mehr hätte. Eine homogene Herde, in der sich die Pferde wohl u. sicher fühlen ist mir sehr wichtig. Ich kenne viele Aktivställe durch meine Kunden, teilweise auch mit 40, 50 Pferden. Ich muss sagen, ich finde es ab 30, 35 Pferden schon grenzwertig... gibt einige Pferde, die mit einer Herde in/ab dieser Gr. nicht klar kommen.

Trotzdem würde ich nicht nach einer Woche schon das Handtuch schmeißen, sondern erstmal noch abwarten. Manchmal nimmt man das als Mensch bzw. liebende "Pferdemama" das auch schlimmer wahr, als für das Pferd eigentlich ist. Das kannst aber nur du allein wissen, du kennst dein Pferd. Nachteil ist, wenn du zulange wartest, läuft evtl. die Zeit gegen dich, denn im Winter Einherden machen viele Aktiv-/bzw. Offenställe nicht.

Woher ich das weiß:Beruf – Pferdewirtschaftsmeister

Der ist nicht unglücklich, der ist gefordert und zwar ungemein bei 50 anderen Pferden. da dauert das gut 1/2 Jahr bis sich das eingependelt hat. Auch ist ein solches Pferde diese extreme Menge an Bewegung meist noch nicht gewohnt - du schreibst ja das er nachts in der Box war.

Von 24 Stunden 24 Stunden rumlaufen zu müssen oder nur 12 ist schon ein heftiger Unterschied. Vermutlich kommt er auch noch nicht zum liegen, weil er sich hier noch nicht sicher und heimisch fühlt.

Zurück zu richtiger Haltung und das Pferd wird wieder gesund bzw. normal - so ist mein Spruch. Dieses Pferd wird jetzt so oder so komplett anders, weil sich die Haltung geändert hat.

Ich hab so gut wie schon alles erlebt: Den kleinen Bösewicht, der die ganze Herde aufgemischt hat und dann plötzlich super verträglich wurde, der Introvertierte, der plötzlich in der Herde aufgelebt ist, eine ehemalige Boxenbewohnerin wo gelernt hat wieder Pferd zu sein usw.

4 Wochen sind keine Zeit - da muß man viel mehr Zeit aufwenden. Und wenn die Menschen bemerken könnten ob ihr Pferd unglücklich oder glücklich ist wäre das eine riesige Erkenntnis. Leider ist das in den allermeisten Fällen von den Besitzern nicht zu erkennen. Nur so kann sich erklären warum immer noch gesagt wird "mein Pferd ist in seiner Box glücklich".

Übrigens ist es immer der Mensch der das nicht aushält, nie das Pferd.

Mein Pferd stand wie gesagt den ganzen Sommer auf der Wiese, und das jeden Sommer. Er kennt das mit der Bewegung und der Herde.

Danke für die Antwort

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Von den 4 Wochen ist ja auch erst eine in der Herde. Wenn da keine baulichen Faktoren dagegen sprechen, dass sich die Gruppen in der Stallanlage verteilen können, bilden 50 Pferde ja doch viele kleine Familien. Pro Woche sagt man, kann ein Pferd rausfinden, ob es in eine Gruppe/Familie (wie man es nennen möchte) passt. Wenn es nicht passt, probiert es die nächste. D.h. ein paar Wochen muss man ihm schon geben, seinen Platz zu finden. Dieses Kennenlernen der Struktur ist anstrengend. Sie müssen beobachten und zwar den ganzen Tag, die sind danach regelrecht durchgebrannt, wie wenn wir einen Kurs machen in einem für uns schwierigen Gebiet. Und das geht so lang, bis sie in ihrer Gruppe angekommen sind.

Dann hat ein Pferd, das nur ein paar Monate immer draußen ist, nicht wirklich Bewegungsmuskulatur. Die ganze gerade, hohe Kruppe, die "Stehpferde" normalerweise haben, baut sich in mehreren Monaten ab und danach baut sich in mehreren Monaten Gehmuskulatur auf. Aber bei Weidehaltung baut sich da nicht so viel um wie bei Aktivstallhaltung, wo die Funktionsbereiche noch weiter getrennt sind. Das ist ein Kraftakt, der am Ende zu besserer Muskulatur führt, aber oft ein Jahr dauert, bis er bewältigt ist.

Ich lese in der Fragestellung wieder mal, warum es gut ist, wenn nicht die Pferdebesitzer einlernen, sondern der Stallbetreiber. Hier ist schon wieder der Gedanke "oh, alles eng, das mag er nicht dabei". Den darf man nicht haben. Damit bringt man das Pferd in eine Abwehrhaltung und es lernt sehr viel langsamer. Generell beobachte ich das inzwischen ja auch schon seit ein paar Jahren in dem Aktivstall, wo unsere Pferde leben und auch in einigen anderen: IMMER, wenn sich die Pferdebesitzer einmischen ins Einlernen, dann ist das viel zu emotional und scheitert oder dauert zumindest ewig. Es gibt einen Stall, der kategorisch sagt, wenn man in der Einlernzeit da ist, nimmt er das Pferd nicht auf. Da hat man 14 Tage Abstand zu halten, sodass man keine Bedenken oder ähnliches auf sein Tier übertragen kann. Die meisten von deren Einstellern bringen ihre Pferde hin und fahren in einen längeren Urlaub. Da lernt jedes Pferd schnell.

In der Box war das Pferd wie ein Kursgast. Andere Pferde drum rum, aber kein wirklicher Kontakt, wo man miteinander raufen und spielen kann und merkt, he, man frisst und säuft aus denselben Quellen. Das geht erst seit einer Woche.

Eine Woche ist gar nichts für eine Integration.

Und ja, ich gebe friesennarr völlig Recht: Wenn die Pferde mit leeren Augen in der Box stehen und wenn sie auf die Weide kommen, toben wie blöd, meinen die Leute, die hätten "Lebensfreude" - dabei müssen sie sich die aufgestaute Energie vom Boxenstress runter laufen, bevor sie kollabieren. Dass die draußen bei genug Bewegung nicht mehr besonders rennen möchten, ist auch normal. Wildlebende Pferde donnern im Fluchtmoment los. Je bewegungsärmer wir sie halten, umso mehr machen sie es auch ohne Flucht. Auch ein Aktivstall ist vergleichsweise bewegungsarm, aber mehr können wir ihnen kaum bieten.

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Blödsinn. Absoluter Blödsinn.

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@Dahika

Wenn du meinst.

Aber die Natur zeigt uns was komplett anderes, da gibt es Gruppen von über 200 Tieren und das funkt - und nicht nur weil es mehr Platz gibt, sondern weil sich der doofe Mensch nicht ein mischt.

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@friesennarr

Na ich danke. Unsere Hauspferde, die ja auch Reitpferde sein sollen, sind aber keine Mustangherden., die halt nicht angepackt und geritten werden. Und in der Natur gibt es keine Ställe Du kannst meinetwegen auch 1000 Pferde halten, wenn die Weiden groß genug sind. Ich bin in Spanien mit dem Auto bei ungefähr 100 km/h an einer Weide vorbeigefahren und brauchte bis zu ihrem Ende mehr als 10 Minuten. In Andalusien. Da braucht man auch nicht unbedingt einen Stall für die Pferde.
Hier aber, wenn man auch reiten will, braucht man einen Stall im Winter. Gerne einen Offenstall. Es gibt keinen Stall, der notfalls auch 50 Pferden Platz bietet.
Und wenn der Mensch reiten will, mischt er sich ein. Und ehrlich gesagt, ich wollte auch nicht oft auf das Reiten verzichten, nur weil mein Pferd mal wieder verletzt ist. Ich habe mit dem Vorgänger meiner Stute mal in einem 26. Wallachstall gestanden. Es war die Hölle und mein Pferd hat sich ein halbes Jahr geweigert, sich integrieren zu lassen. Er wusste: das überlebe ich nicht.
Der Tierarzt war praktisch täglich da, um ernstlich verletzte Pferde zu behandeln, einschießlich drei ´Knochenbrüche durch Tritte. Einmal war ich dabei, als er wieder mal ein Pferd nähte. Wir kennen uns und er schaute mich an und sagte: "Artgemäß ist das nicht.' Recht hatte er.

Ich machte, dass ich da wegkam. Wir reden hier von Reitpferden, nicht von, was weiß ich, Dülmener Wildbahnpferden.

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@friesennarr

Wenn ich das schon höre... die Natur. Dann muss man aber auch so konsequent sein, die Pferde sich komplett selbst zu überlassen. Und wenn dann ein Pferd kaputtgeschlagen wird, dann ist das eben so. Wir reden hier aber von Reitpferden.
Nein, ich habe das Pferd nicht, um es als Naturpferd zu halten. Ich will das Pferd auch reiten. Und ich will einigermaßen sicher sein können, dass ich am anderen Tag ein verletzungsfreies Pferd vorfinde. Wie gesagt ,mein Pferd lebt im Offenstall mit großen Winterauslauf und sehr großer Weide. Ich würde es niemals in einen Aktivstall stellen. Niemals. Das ist Tierquälerei für mich.

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@Dahika

Komisch das die anderen 49 Pferde in diesem Stall das dann ja wohl überlebt haben. Es ist immer nur der Besitzer, der den Pferden das Integrieren schwer macht, die allermeisten Pferde finden sich ein.

In großen Ställen gibt es niemals nur eine Liegefläche und auch nie nur einen Stall.

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Hab bitte GEDULD !!!!

Es ist doch toll, dass er SCHON einen guten Kumpel hat.

Bis er in der Herde wirklich ankommt, rechne Mal ein Jahr!

Vor allem, wenn die Bewegungsgänge schmaler als 10meter sind.

Er muss jetzt sooooo viel lernen und sich einordnen, hat dabei nur wenig Zeit zum ruhigen fressen, also kein Wunder, dass er gestresst und müde ist.

Es wäre besser, wenn es kleinere Gruppen gaebe, aber oft geht das organisatorisch nicht.

Hab Geduld.

Bei mir wird die Zusammenführung ganz anders gemacht: der Herdenboss kommt zuerst zum neuen für einige Tage, dann der nächste in der Rangordnung usw.

ABER das macht Arbeit und kostet Zeit....

Und geld.....

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Reiten-Haltung-Zucht-Ausbildung n.LTJ u.ä.

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