Mein Pferd hat zu viel Energie. Wer kennt jemand der mir hilft?

11 Antworten

Naja das Pferd tickt warscheinlich so aus, weil es unterfordert ist. Als erstes stell dein Pferd in eine ordentliche Haltung. Unsren Pferden macht es garnichts aus wenn mit ihnen nichts gemacht wird. Meine Bekannte konnte ihr Pferd über ein Jahr nicht reiten und das Pferd war trotzdem ausgeglichen. Und als sie wieder anfing War es so als hätte es keine Pause gegeben. Beim Longieren ist das Pferd ruhig gelaufen und unterm Sattel auch. Und so sind alle unsre 8 Pferde und die haben alle ordentlich Power. Als zweites such dir einen guten Trainer, der dir auch die Arbeit am Boden näher bringen kann. Ein Pferd vom Boden aus scheuchen? Das geht garnicht. Gerade wenn das Pferd so unausgelastet ist, sollte man ruhig mit ihm arbeiten.

Wie wird das Pferd gehalten und was bekommt es zu fressen? Ein Pferd das 23h in der Box steht und Hafer bekommt muss zwangsweise austicken. Das Pferd sollte mindestens halbtags auf die Weide kommen, besser noch ganztägig. Dort kann er stehen oder rennen wie er lust hast. Natürlich im Herdenverband, da haben die am meisten zu tun und werden physisch wie psychisch ausgelastet. Offenstall oder Aktivstall sind natürlich die beste Lösung, da sich das Pferd dort 24h frei bewegen kann. Auch die Fütterung muss passen. Ein Pferd das am Tag 1 Stunde bisschen schritt-Trab-Galopp abspult braucht keinen Kilo Hafer.

Freies Bewegungsangebot, viel Platz, ein Herdenverband und eine optimierte Fütterung sind die Lösung.

Ansonsten kannst du es mal mit einer Fahne, einer schlaglosen Peitsche mit Tennisball am Ende oder einer Tüte an der Spitze versuchen. Meine RB ist von Peitschen reichlich unbeeindruckt und nur auf schieben oder wegwinken reagiert sie nur manchmal. Sie ist auch der "entweder ich latsch dir hinterher oder ich stell mich in die Mitte und warte"-Typ. Wichtig ist, dass du dem Pferd das Objekt, mit dem du treibst, näher bringst, sodass das Pferd weiß, es muss keine Angst haben. Schließlich soll das Pferd deine Treibhilfe als verlängerten Arm akzeptieren und nicht als gruseliges Ding das es auffressen möchte. Ich nehme eig immer eine große Deutschlandfahne von der letzten WM, gerade nutze ich aber auch eine Tüte an der Peitsche. Witzigerweise ist das das beste Scheutraining für meine RB, wenn sie dann genug rumgerannt ist wird sie langsamer und lässt sich von dem Ding nicht mehr beeindrucken. Seitdem haben wir generell kein Problem mehr mit sowas.

Ich würde dir aber weder "scheuchen" noch "longieren" im Sinne von Schleudern empfehlen. Das Scheuchen oder "Laufen lassen" bringt oftmals nur das Gegenteil von dem, was man will. Renntrab und Schweinsgalopp sind für das Pferd wenig ermüdend, davon wird es seine Energie nicht wirklich los. Es baut nur mehr Kondition auf, d.h. du müsstest es immer länger und heftiger scheuchen um auch nur ansatzweise das Ergebnis zu bekommen, das du möchtest. Viele Pferde haben sich nach 30min Scheuchen gerade erst warmgelaufen. Das bringt also gar nichts außer das Gegenteil. Viel besser und korrekter ist die Freiarbeit. Kommunikation ohne am Pferd zu hängen. Anhängliche Pferde lassen sich anfangs sehr gut durch nachlaufen motivieren. Das kann man dann auf wegtreiben und parallellaufen umkonditionieren. Du willst kein Pferd im Renntrab, du willst ein Pferd im v/a das fleißig unterfußt und sich entspannt. Du willst keinen Schweinsgalopp, die willst einen gesetzten und taktvollen Galopp. Denn nur das ist wirklich Arbeit für das Pferd. Gleichzeitig ist es lösend und entspannend und muskelaufbauend. Beim v/a legt das Pferd gleich die richtigen Halsmuskeln an, beim Rumrennen drückt es den Kopf durch weil es den Kopf hochreißt. Also die ganz falsche Ecke.

Longieren ist wesentlich schwieriger als die meisten denken. Das ist nicht nur "Pferd am langen Seil im Kreis scheuchen" sondern aktive Arbeit in Biegung und Stellung, die am v/a arbeitet, für eine aktive HH sorgt und den korrekten Spannungsbogen sucht. Nur korrekt longiert baut das Pferd die richtigen Muskeln auf, gewinnt an Balance, Schubkraft und Reaktion und dehnt sich. So lange das Pferd aber einfach in die Luft geht, nicht laufen will und auf keine Hilfen reagiert solltest du das lassen. Meine RB hat wie gesagt das gleiche Problem. Also machen wir Freiarbeit und zirkeln eben frei. Die Stellung und Biegung im freien Laufen zu finden ist fast noch schwieriger als an der Longe aber möglich.

Finde einen Draht zu deinem Pferd und lerne mit ihm zu kommunizieren. Denn das klappt bei euch nicht, sonst würde das Pferd mitarbeiten. Wenn du noch fragen hast, einfach fragen ^^ Ich kenne das ja, meine RB scheint ähnlich zu sein wie dein Pferd

Wie ist die Haltung? Was bekommt er zu fressen?   

Ich schließe mich WinniePou an.  

Du sagst, er ist gut ausgebildet. Aber die Frage ist, wie bist DU ausgebildet? Was kannst du? Was bietest du ihm? Offenbar ist deine Körpersprache komplett falsch, wenn er sich so gar nicht wegschicken lässt. Wenn er dir zu nah kommt und die Spielregeln weder kennt noch einhält, ist das dein Fehler.  

Du musst ihm zeigen, was er darf und was nicht. Ich würde einfach mal grob sagen, dass es an dir liegt. Hol dir einen guten Horsemanship-Trainer, der euch unter die Arme greift. 

Longieren funktioniert nicht?

Das hört sich für mich danach an, als läge das Problem bei Dir.
Wenn Du ein Pferd reiten willst, solltest Du auch ansonsten in der Lage sein, mit ihm zu arbeiten.

Laß Dir von einem Profi zeigen, wie Du Dein Pferd am Boden arbeitest und was Du im Umgang mit Deinem Pferd bisher falsch machst.

Huhu,

Haltung und Fütterung optimieren. Damit ist das Problem wahrscheinlich schon behoben. Ein Pferd, welches artgerecht und individuell gehalten und gefüttert wird, wird ausgelassener und lässt seine Energie nicht mehr in dem Maße unkontrolliert bei der Arbeit aus. Drei, vier Freudenbuckler sind gerade bei jungen Pferden noch total im Rahmen, aber nicht in dem Maße, dass es für dich gefährlich wird, wie du beschreibst.

Dazu dann das Pferd vernünftig arbeiten, sprich richtig und fordernd für das Pferd reiten, anatomisch korrekt longieren, Bodenarbeit, Freispringen und so weiter. Seine überschüssige Energie sollte ein Pferd eigentlich jederzeit auf den Paddock, in Offenstall oder auf der Weide raus lassen können. Wenn das Pferd anständig gearbeitet wird, ist es nach der Arbeit auch erst mal etwas platt. Wenn ich mit meiner Kleinen zwanzig Minuten Arbeitsphase mit der Gig auf dem Platz bin, ist sie danach ordentlich müde, weil sie dann auch wirklich fast zwanzig Minuten Trab und Galopp mit vielen Übergängen und einigen kurzen Schrittpausen macht, das strengt natürlich an.

Wird das Pferd für dich auch mit einer angepassten Haltung und Fütterung oft unkontrollierbar und gefährlich, hole dir bitte eine Trainer hinzu, der euch unterstützt, bis ihr es wieder alleine schafft.

Liebe Grüße

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