Da schon sehr gute Antworten geschrieben wurden von z. B. @ponyfliege, z. B. @StRiW, ist es mir nur noch ein Anliegen, einen Appell an alle Ausbilder bzw. Menschen, die Ausbildung erwerben zu richten:

Bitte endlich wieder mehr auf die Basis achten! Reiten ist nicht alles. Wenn es am Boden nicht funktioniert, ist reiten nur oben sitzen und dümmlich grinsen. Viel wichtiger als dass man reiten kann und da irgendwelche Erfolge vorweisen kann, ist dass man wirklich ein Pferd leiten kann. Und leiten ist nicht nur, dass es mitkommt, wenn es gerade nichts besseres vor hat, sondern, dass man auch in schwierigen Situationen das Wesen ist, dem das Pferd absolut zutraut, dass dieses Wesen es heil wieder zu seiner Herde bringt und bei dem es nichts tun muss als zu schauen, ob dieses Wesen zur Flucht aufruft und falls nicht, seiner Leitung zu folgen und alles wird gut. Das ist hier, wie so oft, überhaupt nicht gegeben und wenn das nicht stimmt, ist es extrem gefährlich für diesen Menschen, für das Pferd und für Dritte, die gar nichts damit zu tun haben.

Bevor wir seinerzeit in den 1980ern Reitunterricht bekommen durften, mussten wir die komplette Ausrüstung anpassen können plus ordentliche Arbeit am Kappzaum plus nicht ganz einfache Trailparcours am Stallhalfter führen. Ohne dass es für uns von Bedeutung war, ob das vor uns jemand mit dem Pferd schon gemacht hatte.

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Beim Sport-BH verschwimmen die Definitionen ja deutlich und es gibt so vieles, dass man eigentlich nur unterscheiden könnte, indem man sagt, das Bustier ist etwas zum rein schlüpfen von unten, der BH etwas zum Öffnen - und DAS ist nicht das Kriterium, nach dem ich meine Unterwäsche aussuchen würde, sondern danach, wieviel Halt ich gerne möchte, ganz individuell nach meinem Empfinden und welches Teil mir damit am angenehmsten ist.

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Warum erwähnt hier niemand einen Anbindehalsriemen? Das ist das Einzige, was ein Pferd ab Tag 1 seiner Anwesenheit im Stall haben muss und ich habe noch nie einen mitbekommen.

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Beim Sattler. Das mit ihm abgestimmte Material. Marke ist mir dabei so egal, dass ich nachsehen müsste, ob man auf den Sattelunterlagen Angaben dazu findet. Kosten beim Sattler nicht mehr, tragen aber, mit Bedacht und Kompetenz gewählt, auch einen Teil zur Hautgesundheit bei, denn nett aussehen tun viele, die Atmungsaktivität des Oberstoffs beurteilen kann ich innerhalb gewisser Grenzen auch, aber die Atmungsaktivität des Füllmaterials beurteilen kann ich nur, wenn ich mich da einarbeite. Beim Sattler gehört diese Kompetenz zu seinem Fachgebiet und ein Sattel, unter dem der Schweiß steht oder der Muskel überhitzt, ist genauso schlecht wie ein unzureichend angepasster.

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Die Hufe erzählen die Geschichte des Pferdes. So auch diese. Sollte es dir darum gehen, das Pferd möglicherweise kaufen zu wollen, würde ich den Stoffwechsel genauer hinterfragen. So viele kleine Querrillen, wie da sind, bildet das Pferd ungleichmäßig gut Horn. Das kann auch mit der insgesamt ziemlich dilettantischen Bearbeitung zusammenhängen, die hier vorliegen dürfte.

Gute Aussagen kann man nur mit guten Fotos treffen, die exakt rechtwinklig mit Kamera auf Bodenhöhe auf den belasteten Huf gemacht werden von der Seite und von vorne sowie eines flach über die Sohle vom Ballen aus und eines senkrecht auf die Sohle. Plus Gesamtansicht des zum Mustern aufgestellten Pferdes, dass man sieht, ob die Hufe zu seiner Anatomie passen.

Aber dass hier die Wände aushebeln etc liegt nicht an der Perspektive dieses einen Fotos. So viel kann man sagen.

Was stoffwechseltechnisch zu betrachten ist, ist die Zeit vor ca 1 bis 2 Monaten und vor gut einem halben Jahr. Da muss es das Pferd ziemlich gebeutelt haben, dass sich solche Wellen gebildet haben. Hier sei im Falle einer Kaufabsicht sehr wachsam, dass die Erklärung wirklich zum Bild der Hufe passt und man dir nicht ein Pferd "schön redet", das in diesem Alter vielleicht schon Stoffwechelpatientin ist oder ganz kurz davor steht, wo du ein ganzes Pferdeleben lang extrem aufpassen musst.

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Ich kann solche Reiterkollegen nicht leiden, denn die machen uns das Miteinander nur schwer für das, was sie für Abenteuer oder was auch immer halten. Wir haben so tolle Möglichkeiten, die unterschiedlichsten Wege zu nutzen, da findet sich für jeden was. Für Kraftfahrzeuge, die nicht der Bewirtschaftung dienen, ist so ein Wald ja meist gesperrt und das Risiko ist groß, dass er auch für Pferde, die nicht zur Bewirtschaftung unterwegs sind, gesperrt wird. Da kenne ich schon viele Wälder, die gar nicht oder nur auf ausgewiesenen Wegen beritten werden dürfen, was sehr schade ist, aber wohl die Folge von Ignoranz gegenüber den Eigentümern.

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Normalerweise unterschreibt ihr jeweils ein Exemplar für den anderen und dann hast Du Deinen Vertrag. Und im Einstellvertrag sollte auch immer (auch, damit der Stallbesitzer sich absichern kann in diversen Themen - Vetamt etc.) das Pferd benannt sein. Denn beispielsweise muss der Stallbesitzer bei Anwesenheit von Pferden, die laut Equidenpass noch den Schlachtpferdestatus haben, Stallbuch führen und schon alleine deshalb muss er wissen, welche Pferde bei ihm so untergebracht sind und wird Pferdename und Lebensnummer im Vertrag erfassen.

Aufbewahren muss die Stallbesitzerin den alten Vertrag bis 10 Jahre nach Kündigung, da es ein Geschäftsdokument ist.

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Am einfachsten bei Kask selbst anfragen, welcher Händler in Deiner Region die vertreibt (in meiner wird's Dir ja nichts bringen, wenn wir nicht zufällig sehr nah beieinander wohnen).

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Für mich hat ganz klar obere Priorität die Pferdehaltung. Aber ich bin froh, eine Halle zu haben, denn immer wieder im Winter haben wir so viel Schnee, dass die Pferde nicht mehr drin stapfen können und wir Menschen erst recht nicht und wenn man dann ein Pferd hat, das gewisse Gymnastizierung braucht, um angenehm leben zu können, hat man ein Problem.

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Ich hab beim Sattler gekauft. Der hat mir von verschiedenen Herstellern mit gleich gegerbtem Leder ein passendes Set zusammengestellt und da der Kehlriemen nicht in dazu passend verfügbar war, noch einen extra gemacht. 45 Euro. Hochwertig gegerbtes Leder, kein Schrott. Schrott führt er nicht.

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Normale Sattelunterlagen gehen wöchentlich bei Feinwäsche in die Maschine. Was die Waschmaschine nicht aushält, hat in meinem Haushalt keinen Platz, d. h. ich kaufe gezielt die richtige Qualität.

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Das Spray hilft eh nur zehn Minuten. Die kannst du genauso zurecht kommen wie die restliche Zeit.

Für wenn es ganz schlimm ist, habe ich eine Fliegendecke oder eine Halle oder die Pferde haben frei und ansonsten müssen sie durch, genau wie ich.

Ansonsten bietet sich ein Nachtritt an. Bei Dunkelheit ist es nur halb so schlimm.

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Bis ein Pferd einen Umzug verdaut hat, dauert es in der Regel mindestens ein Jahr. Manche lassen es sich nicht so anmerken, manche Besitzer merken es nicht so, aber bis alles rund läuft und die sich richtig wohl fühlen, der Stoffwechsel an die neuen Gegebenheiten gewöhnt ist (schon 5 km weiter können ganz andere Nährstoffe vorliegen, je nachdem, wie die Böden sich geologisch zusammensetzen - und das schlägt sich in Heu und Wasser nieder), ... vergeht meist ein Jahr oder mehr. Ich arbeite Pferde in den ersten Monaten nach Einzug gar nicht und fahre damit bisher immer gut. Die sind genug mit sich selbst beschäftigt. Da muss ich nicht auch noch was verlangen. Die können sich eh nicht auf mich konzentrieren, da gewinne ich nichts. Zumindest nichts in meinem Sinne der Arbeit mit dem Pferd. Ich muss nicht Beritt abliefern, wo jemand nach soundsoviel Zeit ein Ergebnis erwartet, was ich leisten muss, ist ein Pferd für mich auszubilden, dass ich mit den leisesten Hilfen mein Pferd in jeder Situation unter Kontrolle habe und mit ihm gesund meine Freizeit erleben kann, also beide, Reiter und Pferd möglichst lange gesund bleiben.

Psychisch ist dem Pferd die bauliche Anlage relativ egal, was ihm da zu schaffen macht, ist die Herde. Wildlebende Pferde ziehen umher, die hängen nicht am Ort. Aber an der Herde hängen sie. Männlichen Tieren passiert es einmal im Leben, wenn sie als Jungtiere zu aufmüpfig werden, dass sie aus der Herde fliegen und sich in Hengstgruppen zusammenfinden. Findet einer aus einer solchen Gruppe allerdings eine neue Herde, wo er bleiben kann, zieht er dort ein und setzt alles daran, nie mehr wieder raus zu müssen. Stuten werden nur dann von ihrer Herde getrennt, wenn ein Unglück passiert, ansonsten leben sie ihr ganzes Leben mit den Pferden zusammen, unter denen sie geboren wurden. Der Mensch geht nun her und siedelt sie mehrmals in ihrem Leben um. Grausame Sache für Pferde.

Dass sich ein Pferd in eine neue Herde einfindet, ist umso leichter, je größer diese Herde ist, denn in großen Herden bilden sich "Familien". Passt es in der einen Familie nicht, fragt das Pferd in der nächsten an, bis es die richtige findet. Dieser Prozess zieht sich normalerweise über Monate. Unser Wallach ist im Dezember gekommen und jetzt haben wir den Eindruck, er ist nicht mehr auf der Suche. Jetzt beginnt so langsam die Zeit, wo die Gewöhnung passiert. Es gibt in großen Herden auch die Möglichkeit für relative "Einzelgänger", sich zwischen den Familien zu bewegen. Die müssen sich dann nicht so eingliedern, genießen aber trotzdem den Schutz der Herde. Ein Pferd, das in eine kleine Herde gestellt wird, muss sich da auf Gedeih und Verderb einfinden. Ihm bleibt nichts anderes. Wenn es nicht passt, gibt es entweder Reibereien oder es resigniert. Beides nicht sehr gesund.

Dein Pferd braucht keine Abwechslung bei der Arbeit. Sie finden in Gewohnheiten, in immer gleichen Abläufen Halt.

Aber Du brauchst es. Du bist es, die nicht glücklich ist und die das Pferd da mit rein zieht ("Dieser Mensch, der jeden Tag bei mir auftaucht, ist komisch - ob ich dem trauen kann?"). Würde mich nicht wundern, wenn das Tier irgendwann einfach mal komplett die Führung übernimmt, nicht mehr nur einfach zögert und nachdenkt, ob es sinnvoll ist, mit Dir zu gehen und dann vielleicht auch mal falsch entscheidet, indem es die Flucht antritt, wo es realistisch keinen Grund zur Flucht gibt. Das kann für Dich und auch für das Pferd und Passanten sehr gefährlich werden. Da das Pferd eh erst 2 Monate von der Eingliederungszeit hinter sich gebracht hat, wäre jetzt demnächst der Zeitpunkt für einen weiteren Umzug gegeben. Warten, bis das Pferd komplett "angekommen" ist und es dann wieder raus reißen wäre schon fast tierschutzrelevant.

Alles, was Dir fehlt, konntest Du vor Einzug ansehen. Da war es Dir egal, dass der Stall so klein ist, sicher einen großen Reitplatz oder gar eine Halle gar nicht finanzieren könnte (z. B. alle 10 Jahre für 15.000 bis 25.000 Euro den Reitplatzboden neu machen teilst mal durch drei Leute, dann weißt, warum ihr keinen so großen habt). Dass zu so wenigen Pferden keine 60 Leute gehören, sodass die Wahrscheinlichkeit, jemanden zu treffen nicht so groß ist, muss Dir irgendwie ja auch klar gewesen sein. Trotzdem hast Du entschieden, das Pferd dort unterzubringen. Die meisten Betreiber von kleinen Privatställen rechnen sich leider auch ihre eigenen Ställe mit allen Vorteilen schön. Aber sie vergessen immer, dass der kleine Betrieb auch deutliche Mehrkosten mit sich bringt. Das beginnt bei Dingen, die man je Betrieb zahlt und endet bei Material wie Zaunlitze, die auf einer großen Rolle mit 50.000 m deutlich weniger je m kostet als in der Kleinmenge. Große Betriebe kaufen auch Hafer im Silozug, kleine in Säcken. Bezüglich Reitlehrer können sich die Schüler, wenn mehrere Reiter denselben haben wollen, die Anfahrtskosten teilen oder ab einer gewissen Schülerzahl verlangt der Trainer gar keine Anfahrt mehr ... kleiner Betrieb ist nicht immer gleich weniger Geld zahlen. Natürlich bietet ein großer Betrieb oft eine Halle, große Plätze, ... dazu an, die man mitzahlen muss, aber wer eine Infrastruktur nutzen möchte, zahlt eben auch dafür.

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Ach du ... wieso stellt man so ein Video ein? Ein solches Pferd ... noch nicht viel gemacht und in solchem Zustand ... vielleicht 1.500 Euro aktuell, weil die Preise gerade hoch sind? Mehr ist es grade nicht wert. Da muss man erst einiges in Ordnung bringen. Drauf sitzen, um ein Video zu drehen bringt schon mal nichts in Ordnung. Da läuft mein 25-jähriger, der 12-jährig bei Kauf schon diverse Arthrosen hatte, der sich mit ca. 9 Jahren das Sitzbein gebrochen hat und dessen Knie phasenweise zickt, weil er mit den Zahnproblemen, die er hat, manchmal nicht ganz gerade läuft, um Klassen besser.

Wer dieses Tier kauft und diesen Betrag hinlegt, ist selbst schuld, den würde er besser für regelmäßige manuelle Therapie, Tierarzt und Aufbauarbeit verwenden.

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Nein, mit Ausbindern kann es nicht klappen. Die Gesetze der Physik wirken auch bei der Biomechanik des Pferdes. Ausbinder kehren die Bewegung der Hüfte des Pferdes um und dadurch geht es immer unphysiologisch und somit stark verschleißend. Es ist nur der Kopf irgendwie unten. Aber Kopf unten ist keine Anlehnung an den Zügel ran ziehen ist Anlehnung.

Ich reite solche Pferde erst mal gar nicht und bilde sie erst mal an der Hand so weit aus, dass sie sich selbst tragen. Dabei ist egal, wie lange es dauert, so lange ich in die richtige Richtung arbeite. Wenn es zwei Jahre dauert, dauert es eben zwei Jahre. Dann beginnen sie, einen Reiter zu tragen, aber mit hingegebenem Zügel, bis sie sich dehnen und dann wird die Bewegung der Hinterhand so intensiviert, dass man vorne aufnehmen kann und nicht umgekehrt.

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Ich kenne Menschen, die mit über 60 Jahren, in der Rente, mit Reiten angefangen haben.

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Ich würde definitiv keine Gummistiefel kaufen. Erst recht für einen Reitanfänger. Ein guter Reiter, der täglich auf drei Pferden sitzt, kompensiert die Weichheit des Gummistiefels. Beim Reitanfänger werden die Beine innerhalb von Minuten zu müde, um all die Koordination lernen und üben zu können, die nötig ist.

Reithandschuhe brauchst du auch nicht. Ein 3-Euro-Arbeitshandschuh mit gunmierter Innenhand sorgt genauso gut dafür, dass du deine Hände am Zügel nicht zu krampfst.

Aber einen Helm musst du kaufen oder leihen. Schon alleine, dass eine Versicherung Kosten eines möglichen Sturzes trägt, muss der für deine Kopfgröße passen und eine Zulassung für Reiten haben - selbst wenn du sagst, das Risiko einer Kopfverletzung gehst du ein (was ich persönlich nicht machen würde, ich habe genug beschädigte Helme gesehen). Den Helm unbedingt ausführlich anprobieren. Wenn das Modell nichts für deine Kopfform ist, kann das elende Kopfschmerzen machen. Ein guter Helm ist der, den man auf dem Kopf vergisst.

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Verzichte auf die Gummistiefel. Die verhindern sinnvolles Reiten. Man muss auch nicht am Anfang gleich alles mögliche anschaffen. Ich hatte zehn Jahre mit Pferden zu tun, als ich die erste Reithose bekam. (Auf)gebraucht. Die Mädchen der reichen Nachbarn waren raus gewachsen. Nach weiteren zwei Jahren habe ich zum Abitur vom Opa Stiefel bekommen. Die habe ich heute noch, 27 Jahre später.

Dass man heute gleich mit Helm anfängt, ist schon nicht so verkehrt. Wir hatten das noch nicht. Da hat man sich eine Jagdkappe "verdient" indem man so lange reiten gelernt hatte, bis man genug konnte, um an einer Fuchsjagd teilzunehmen.

Schuhe mit einem Absatz von ca 1 cm sind geeignet. Das dürfen aber auch alte "Zivil-"Stiefeletten oder Halbschuhe sein.

Die Sache ist die, dass man erst mit der Zeit raus bekommt, worauf man bei seiner Ausrüstung Wert legt und gezielter kaufen kann, wenn man erste Erfahrungen hat.

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