Pferd beißt beim aus der Box holen/Box betreten?

6 Antworten

Ist die Stute jetzt neu im Stall oder neu bei dem Mädel oder beides?

Eigentlich kann sie sonst gut mit ihr

Nee, sicher nicht! Das Pferd hat 0 Vertrauen und 0 Respekt - und das wird sich auch nicht ändern, wenn das Mädel sich nicht anfängt durchzusetzen. Angst vorm (eigenen) Pferd ist eine denkbar schlechte Ausgangssituation. Vor allem, wenn die Stute sich ihr ggü bereits so dominant verhält. Höchste Eisenbahn, um hier klar zu machen, wer das Sagen hat - sonst ist das einfach nur gefährlich. Sowohl im Umgang als auch beim Reiten.

Als 1. Maßnahme: Stopp mit betüddeln! Klarer, ruhiger und konsequenter Umgang. Das Mädel soll sich bitte klar machen, dass sie es hier mit 400 kg (Pony?) oder mehr Lebendgewicht zu tun hat. Da ist Schluss mit Schmusipusi. Was einmal erlaubt ist, ist immer erlaubt, was einmal verboten ist, ist immer verboten. Aufhören, das Pferd zu bitten. Nicht: komm doch bitte aus der Box raus. Sondern: wir gehen jetzt aus der Box! Das Pferd nicht streicheln u./o. vermeintlich beruhigen. Sondern klare Ansage! Notfalls mit Gerte! Die würde ich ohnehin zur Hand haben und auch einsetzen, falls das Pferd wirklich steigt, tritt, beißt.

Ein Trainer wäre hier hier sicher hilfreich - alleine kommen die meisten Reiter, schon gar nicht Kinder/Jugendliche - aus dieser Angstspirale nicht raus.

Woher ich das weiß:Beruf – Pferdewirtschaftsmeister

Neu im Stall und neu bei ihr. Angst hat das Mädchen nicht, zumindest hatte ich nicht den Eindruck, aber ist nicht sicher wie sie am besten reagieren soll hat sie gesagt. An der Stute liegt es ja aber nicht da es bei mir ja klappt.

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@MilleW
aber sie meinte das sie sorge hat, wenn sie zurück 'droht', ihre Stute steigt, erst recht beißt oder vielleicht sogar nach ihr tritt.

Also für mich klingt das nach Angst. Und gerade wenn das Pferd neu im Stall und neu bei dem Mädel ist, sollte von Anfang an klar sein, Chef ist sie. Damit vermittelt sie dem Pferd ja auch die nötige Sicherheit, die es gerade am Anfang benötigt. Mit Gerte heißt ja auch nicht, sie soll damit jetzt wüst das Pferd verprügeln! Aber zur Hand hätte ich die in so einem Fall immer und eingesetzt würde die auch, ehe das Pferd mich ansteigt, tritt, beißt.

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@MilleW

"Sie ist sich nicht sicher wie sie reagieren soll"

da wären wir beim Thema Unsicherheit was sich ebenfalls auf das Pferd überträgt. Weil ob es jetzt Angst oder eigene Unsicherheit ist spielt da wenig Rolle. Denn Unsicherheit macht Angst, weil man nicht weis was man tun soll, was richtig und falsch ist! Kann sein das sie vielleicht keine direkte Angst vor dem Pferd hat und es in Deinen Augen Angstfrei war, aber Angst vor dem Pferd und Angst (Unsicherheit) bei seinem eigenen tun und Handeln, sind zwei verschiedene Dinge .... ich hoffe Du verstehst wie ich das meine ;)

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Ratschläge von der Ferne sind schwierig ohne die Situation gesehen zu haben. Aber bei Dir funktioniert es, dann frage ich mich, was machst Du anders als Sie? Schließlich kennt Dich das Pferd noch nicht mal bzw hat zu Dir Vertrauen gefasst. Weil von einer auf die anderen Minute geht das nicht so einfach.

Dann, Unsicherheit, Angst ect überträgt sich unbandig schnell auf das Pferd. Da reichen schon die Gedanken "wird eh nix ... oder jetzt passiert das.." ganz unbewusst wenn man nicht darauf achtet gibt man doch gewisse Signale an das Pferd weiter und wenn es nur eine falsche Haltung ist. Zuviel Überlegen ist meist fehl am Platz, Überlegen ja, aber auch schnelles Handeln ist wichtig.

Ein neuer Stall kann natürlich auch ein wesentlicher Punkt sein, am Anfang von Haus aus eine allgemeine Verunsicherung in der neuen Umgebung ist für viele Pferde so aufregend das sie schwer aus der Box zu bekommen sind. Aber Ohren anlegen und gar Beißen geht aber trotzdem nicht und da muß man dann schon reagieren. Also in Watte packen und lieb tätscheln und bitte sagen tu ich ein Pferd nicht wenn es nach mir beißt ... irgendwo gehören Grenzen gesetzt.

Meine Erfahrung, rein gehen, Halfter drauf und sofort raus. Ohne viel rumgetätschel am Pferd sondern alles ziemlich zackig ohne viel Nachzudenken, aber mit einem Auge immer zum Pferd um Gefahren dann aus dem Weg gehen zu können oder dem Ansatz wenn es beißen möchte sofort zu reagieren. Wendet man einfach den Rücken zu, sieht man es logischerweise nicht was das Pferd hinter einem vor hat und das kann Gefährlich werden!!

Aber schon allein die richtige Körperhaltung und Positives Denken und Auftreten machen schon sehr viel aus.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Reite seid über 30 Jahren, bin selbst Pferdebesitzer

Bis dahin war, bis Nervosität der Stute alleine am Putzplatz, alles gut. Deshalb ist das Mädchen auch ganz normal rein, Strick ans Halfter und wollte mit ihr raus, am Vortag ging es auch ohne probleme (wir machen öfter was zusammen deshalb bekomme ich das alles mit). Also erwartet ha sie sowas nicht. Aber die Stute hat sich nach hinten gelehnt, ist zurück gegangen und hat den kopf noch gerissen. Ich habe schon öfter mit solchen Pferden zu tun gehabt und bin mir meiner sache deshalb 100% sicher und das wird die Stute wohl gemerkt haben.

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@MilleW

Da bin ich mir sogar ziemlich sicher das die das gemerkt hat ;) find ich aber schön von Dir das Du Dir da solche Gedanken für Sie machst :) ist auch nicht selbstverständlich.

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@Zanora

Mir tut das alles leid und ich will ihr einfach gerne helfen das sie das hinkriegen. :) Wenn ich so probleme mit meiner hätte und ich nicht in der Lage wäre das zu lösen würde es mir auch schlecht gehen. Als ich angefangen habe hatte ich mit meiner ersten RB auch probleme, wenn auch nicht solche, und war damals auch nicht glücklich, da will ich ihr helfen.

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Ich habe lange über, ob ich meine Meinung dazu äußern soll, oder besser still sein, denn die Wahrheit klingt nicht immer freundlich :-/

Das Mädchen ist offensichtlich nicht reif für ein eigenes Pferd. Wenn überhaupt, sollte sie ein sehr einfaches Pferd haben, und es in einen Profi- Stall stellen, wo sie stets Hilfe hat.

Daher kann ich leider nur raten, das Pferd schnellst möglich wieder abzugeben, bevor was passiert oder das Pferd so verdorben ist, dass niemand mehr was damit anfangen kann.

Als warnendes Beispiel: ich kenne eine Frau, die hat ihr Pferd schon 20 Jahre. Immerhin stand es bis vor kurzem in einem Meisterbetrieb. Und sogar trotzdem, nach all dieser Zeit, ist sie selbst die einzige, die von dem Pferd angerempelt wird, und nicht über eine Wiese gehen kann, ohne dass es die Nase im Gras verbirgt und kaum mehr zu bewegen ist. Ziemlich bitter....

Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Hallo,
Ich hatte auch mal so einen Fall.. ein deutsches Reitpony, Stute, aus einem Schulbetrieb. Habe sie damals als Reitbeteiligung übernommen.
Lies sich zu Beginn auch nur mit Widerwillen aus der Box holen, drehte einem den Arsch zu und schlug auch gezielt aus. Hat mich beim Putzen gegen die Wand gedrückt und ausgetreten. Wie Hjalti schon sagt.. dies ist eine Respektsache und lässt sich nur mit Konsequenz regeln. Also darf es absolut keine Ausnahmen mehr geben! So ein Verhalten, darf in keinem Fall geduldet werden.

Das heißt, bei so einem Verhalten, keinesfalls von ihr ablassen, denn sobald das Mädchen dann das Weite sucht, wird dem Pferd beigebracht, dass es bei diesem Verhalten nicht aus der Box muss. Und sie muss wirklich immer aus der Box, auch wenn das ganze zwei Stunden dauert. Ohne etwas, was mich im Notfall schützen könnte, würde ich aber nicht in ihre Box gehen. Sie sollte sich auf jeden Fall eine Gerte mitnehmen. Meistens reicht es, diese nur in der Hand zu haben.

Zwischen Pferd und Mensch herrscht Null Vertrauen...

Aus Pferdesicht:
Da kommt eine dürre, kleine Gestalt, die total verunsichert wirkt, die fummelt an mir rum und will das ich mitkomme. Ich kenne mich hier aber nicht aus, es riecht komisch, ich habe noch keine Vertrauten unter den Pferden, was passiert mit mir, wo gehen wir hin, was soll ich hier und wer beschützt mich?

Aus Menschensicht:
Das Pferd ist total nervös und reagiert feindselig, da habe ich Angst hinzugehen. Bitte tu mir nicht weh, ich bin doch ganz lieb...

Beide Sichten sind verständlich, jedoch eine Teufelsspirale nach unten, denn das Pferd wird dem Mädchen nie vertrauen, so lange es sich so verhält und das Mädchen wird nie ruhig und gelassen sein, so lange das Pferd rum zappelt.

Da hilft jetzt wirklich nur Mut, Zähne zusammen beißen und Eier in der Hose haben.

Rein in die Box, ruhig aber bestimmt das Halfter aufziehen, Strick ran, Pferd raus.

Dabei locker bleiben, tief atmen, jeden Handgriff auch so machen wie man es meint und dann nicht bitten und betteln, sondern das Pferd aus der Box holen. Macht es Zicken, weist man es bestimmt, aber ohne Gewalt zurecht.

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