Muss man sich Sorgen machen, wenn ein Kind viel Phantasie hat, wenn ja warum?

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8 Antworten

In unserer Gesellschaft wird man für angepasstes Verhalten belohnt, nicht für Individualität. Traurig aber wahr.

Nicht derjenige der etwas gut kann wird befördert, sondern der mit dem größten Talent zum A.rschkriechen.

Phatasie und Einfühlungsvermögen sind dabei eher hinderlich. Insofern kannst du dir Sorgen machen wenn du willst. Deine Tochter wird es im Leben nicht leicht haben, wenn sie hinterfragt und Ungerechtigkeiten beim Namen nennt. Du kannst sie bloss zu einem selbstbewussten Menschen erziehen, der diese Gleichmacherei als das sieht was sie ist: der bequemste Weg nichts verändern zu müssen.

Erkläre ihr doch, dass es ganz toll ist, dass sie eine solche bunte Vorstellungskraft hat, aber dass sie später in der Schule auch langweilige Dinge lernen muss und dafür schonmal anfangen könnte zu üben. Denn je schneller sie den langweiligen Kram erledigt hat, desto eher kann sie sich mit dem beschäftigen was sie wirklich interessiert. Mach ein Spiel daraus- und deiner Tochter wird es später mal leicht fallen sich mit ungeliebten Dingen auseinander zu setzen, so wie die "gute Gesellschaft" es von ihr fordern wird.

Ein superliebes und riesiges Dankeschön für Deine Antwort. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich auf solch eine Antwort gehofft hatte, aber eher angenommen hatte, dass sowas hier leider nicht auf meine Frage geschrieben wird. Umso schöner, dass es doch so ist. Denn Du sprichst mir aus der Seele, mit dem was Du schreibst, bin ich ganz bei Dir. Denn genau das ist mittlerweile auch mein Eindruck. Ich bin ein Mensch, der sehr viel Wert auf Individualität und Recht auf absolut freie Meinungsäusserung legt und auf die Tatsache, dass es so viele verschiedene Lebensentwürfe gibt (geben sollte), wie es Menschen gibt und lege gar keinen Wert auf das, was 99% der Meschen unserer Gesellschaft erfolgreich eingebläut wurde: Du bist nur etwas wenn Du besitzt. Du hast nur etwas erreicht, wenn Du ein Top-Verdiener bist, der mit dem Strom schwimmt. Meiner Meinung nach hat man in seinem Leben etwas erreicht, wenn man mit sich selbst im Reinen ist, wenn man wahrhaftig weiss WER man ist, und das schönste was man über einen Menschen sagen kann ist m. M.n., dass ein Mensch eine Persönlichkeit ist. Aber eben in dem Sinne, dass man zu sich und seinen Anschauungen steht, etc.! Nur merke ich langsam, dass es immer weniger Menschen gibt, die so denken wie ich. Vor allem in Bezug auf meine Kinder macht mir das Angst. Denn das was Du schreibst., ist zum grössten Teil identisch mit dem, was ich dachte, nachdem die Frau in der Frühförderung ihre Meinung in Bezug auf meine Tochter und ihre Phantasie und ihre Interessen äusserte. Es fiel sogar der Satz, dass ich sie zum Aussenseiter machen würde, wenn ich dem Wunsch meiner Tochter nachgebe und ihr vielleicht mal eine Farbratte kaufe, da sie diese ja so wahnsinnig gerne mag und sich die so sehnlichst wünscht. (Da wär ich bald vom Glauben abgefallen, als sie das sagte.) Ich solle doch mal drüber nachenken, wie andere Leute solche Tiere sehen. Und ich sagte dann, meine Tochter liebt diese Tiere aber und darum geht es, da interessiert mich herzlich wenig, wie andere darüber denken. Die haben dann ein Problem. Ich vermittel meinem Kind, dass in unserer Welt jedes Lebewesen ein Recht auf Leben hat. Und während andere Kinder erschreckt und angewidert aufschreien, wenn sie eine Raupe oder Spinne sehen (weil sie dies eben von ihren Eltern anerzogen bekommen haben), nimmt meine Kleine diese Tiere in die Hand und fragt die anderen Kinder ganz verwundert, was diese denn haben. Denn ich selbst ekel mich vor diesen Tieren, aber als ich gesehen habe, als mein Kind, das erste mal bewusst diese Tiere wahrgenommen hat, wie unvoreingenommen sie daran geht und wie neugierig sie auf diese Tierchen war und ist, sie diese ganz selbstverständlich in die Hand nimmt und alles darüber wissen will, habe ich mich gehütet, ihr meinen Ekel zu vermitteln, sondern habe angefangen diese Tiere mitr ihren Augen zu sehen und dann Bücher über Insekten, etc. gekauft, die sie heiss und innig liebt. Nur leider merke ich ständg, dass mein Kind für diese, zumindest ich sehe es so, so ungemein liebenswerten Eigenschaften und für ihre Unvoreingenommenheit und dieses selbstverständliche Annehmen eines jeden noch so kleinen und vermeintlich unscheinbaren (teils vielleicht sogar auf den 1. Eindruck ekligen) Lebens, schief angeguckt wird. Und ich kann es auch nicht verneinen, wenn jemand sagt, dass sie wirklich nicht ist wie andere Kinder in ihrem Alter.Aber ich habe das bis jetzt immer als positiv empfunden und weigere mich auch absolut,mich da umstimmen zu lassen und ein Problem zu sehen wo keins ist. Nur geht es schon so weit, dass sogar eine Neuropädiaterin (die eine ganz tolle Ärztin - eigentlich - ist und sich sehr viel Zeit für ihre Patienten nimmt und wirklich aussergewöhnlich ist in ihrer gesamten Art, ob als Mensch oder Arzt), letztens die Stirn in Runzeln legte und mir sagte, dass wir das mal beobachten müssen, weil meine Tochter, nicht wie andere Mädchen mit Puppen spielt, sondern mit Dinos und sich für Ratten, Spinnen, Insekten und eben eher nicht so weit verbreitete Dinge interessiert und sie generell eigentlich gar nicht so gerne Dinge spielt (als auch nicht gerne MIT Dingen spielt) wie es 99% der Mädchen tun.Nämlich Barbie, Puppen, etc.. Als diese Ärztin, die bis dahin mein absolutes Vertrauen genoss, andeutete, dass mit meinem Kind ewas nicht stimmt, weil es nicht so ist wie die meisten, jetzt rein vom Verhalten, da war ich einfach nur ungläubig. Und sie kann auch nicht etwas anderes gemeint haben oder ähnliches, falls jetzt jemand diesen Gedanken vielleicht hat. Es ging einzig und allein darum wofür mein Kind sich interessiert. Im KiGa ist es auch zu beobachten: Die Kinder, die sich ähneln vom Verhalten, glucken aufeinander und bilden eine grosse starke Gruppe, die die sich für andere Dinge interessieren, sitzen abseits in einer Ecke, jeder für sich.Wieso wird in den KiGa's Individualität nicht mehr gefördert, als selbstverständlich und positiv angesehen, sondern ausgegrenzt u. sogar z.T. als unnormal abgestempelt?

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@Leelith

Individualität wird nicht "nicht mehr" sondern wurde NCH NIE gefördert!

Sowohl unsere Kindergärten, als auch unsere Schulen- vor allem die Gymnasien- sind Rädchen-mach- maschinen und produzieren am laufenden Band angepasste Rädchen fürs Getriebe der "Wirtschaft".

Herzlich willkommen unter den "keine rosarote Brille-trägern" ;-))

Auch wenn das KEIN Mainstreamdenken ist, was ich produziere. Ich war auch nie angepasst und meine Klassenlehrerin die ich regelrecht verehrt habe im 1. Schuljahr hat zu meiner Mutter damals gesagt: Die XXXX ist so ein intelligentes Kind, aber sie wird nichts draus machen! Hat si Recht gehabt- ich hab nichts, also bin ich nichts ?!

Danke fürs Sternchen-

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Ich kenne Deine Tochter nicht und nicht die Umstände, unter denen Ihr lebt, z. B. Kontakte mit andern Kindern und so weiter. Grundsätzlich ist Wißbegier zu begrüßen und natürlich ist auch Phantasie ein sehr schönes Talent. Beide lassen sich ja auch später mal für die Berufswahl nutzen. Es macht meiner Ansicht nach nichts, wenn Kinder ganz in die Phantasiegeschichten eintauchen, wir haben das als Kinder ja auch gemacht und offenbar hat es uns nicht geschadet. Das ermöglicht es einem ja auch später im Leben, Dinge auf verschiedene Weise zu betrachten, auszuprobieren und Möglichkeiten zu untersuchen. Es ist auf jeden Fall nicht falsch, so eine Gabe zu haben.

ich kann mir aber auch denken, daß die Betreuerin Deine Tochter von einer anderen Seite sieht, die wir hier nicht beurteilen können. Vielleicht hat Dein Kind wenig Kontakt zur "Welt", keine gleichaltrigen Freunde oder Freundinnen, Spielkameraden oder sonstige Kontakte. Möglicherweise erlebt sie die Phantasie Deines Kindes auch als manisch getrieben oder als Flucht aus der Notwendigkeit, sich mit anderen vorgegebenen Dingen oder Menschen auseinanderzusetzen. Phantasie und erdachte Geschichten könne für manche Menschen auch ein Weg sein, sich der Realität nicht zu stellen. Ich habe keine Ahnung, was da bei Euch vorgeht und wie die Betreuerin sonst so drauf ist - logischerweise. Deshalb kann ich Dir zu dieser Situation schlecht raten. Aber ich rate Dir, doch mal ein Gespräch mit ihr zu führen und nach Ihren Gründen zu forschen. Wenn sie engagiert ist, wird sie Dir die Zeit einräumen und Dir auch begründen können, wie sie zu ihrer Ansicht gekommen ist. Als Fachfrau gehört die Aufklärung und Auskunft über ihren Fachbereich auch zum Handwerkszeug. Sie sollte das gelernt haben, wie man Eltern etwas erklärt. Gruß, q.

Ja, wir Erwachsenen haben das halt verlernt!

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Deine Tochter fixiert sich wahrscheinlich immer auf ein bestimmtes Theama und ein Anderes interessiert sie in der Zeit nicht. In der Schule wird sie sich deshalb schwer tun, da man sich mit verschiedenen Themen, in verschiedenen Fächern beschäftigen muss. Vllt meinte die Dame das damit? Es ist aber ja noch gar nicht raus, wie sich deine Tochter weiter entwickelt, ich würde mir da noch keine grossen Gedanken machen. Womöglich ist die Betreuerin mit deiner Tochter nur überfordert gewesen.

Ja das war auch schonmal meine Überlegung. Bzw. auch ohne das Gespräch mit der Betreuerin in der Frühförderung hatte ich mir diesbezüglich meine Gedanken gemacht, denn das ist ja das Problem was ich selbst darin sehe, dass sie, wie Du sagtest, vielleicht Schwierigkeiten haben wird, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die sie eben nicht so mag, und das wird sie in der Schule ja zwangsläufig müssen.

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@Leelith

Ist deine Tochter ein Einzelkind? Vllt liegt es auch daran, dass sie mehr mit Erwachsenen zusammen ist, als mit Kids. Dann kann es sein, dass sich ihre Ernsthaftigkeit sehr schnell ändert, wenn sie mit gleichaltrigen spielt und andere Kinder unbelastet an manche Dinge herangehen. Aber Spekulationen haben nicht viel wert, in jedem Fall wirst du deine Tochter tatkräftig unterstützen, das macht sie stark.

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Deine Schilderung ist gut und nachvollziehbar. Scheint alles soweit ok zu sein bis auf die Tatsache, daß "man sie für anderes oft schwer motivieren kann".

Was mir noch nicht klar ist: Was hat die Betreuerin daran auszusetzen? Befürchtet sie, daß es Probleme gibt in der Schule? Könnte ja immerhin sein - und die Betreuerin kennt nicht nur Dein Kind, sondern auch andere. Ich würde mich mit den Bemerkungen, die sie gemacht hat, beschäftigen. Vielleicht ist ja doch etwas daran?

Im Moment würde ich mir keine Sorgen machen in der Schule werden doch mehr Themen behandelt und Du wirst sehen sie entwickelt sich völlig normal. Wo wären wir ohne Phantasie heute, denke mal bitte darüber nach.

Das einzig erkennbare Problem für mich ist die Ansicht der Betreuerin in der Frühförderung!

Meiner Meinung nach normal für dieses Alter.

Nach erzählungen meiner Mutter, war ich auch so...ich hab zum Beispiel (ich war gerade 3) meinem Papa das erste mal Blutabgenommen....früh übt sich ;)

Mach dir keine Gedanken...aber noch besser...der Kinderarzt ;)

LG DerLuke

Keine Sorgen machen.

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