Mehrere Muttersprachen im Lebenslauf angeben?

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Wenn deine Bezugspersonen, von denen du gelernt hast, diese drei Sprachen muttersprachlich sprechen, würde ich sie auch als Muttersprache benennen (z.B. Engländer als Vater, syrische Mutter, aufgewachsen in Deutschland). Wenn eine der Sprachen nicht muttersprachliches Niveau hat, würde ich nur fließend oder verhandlungssicher schreiben - auch dann wenn ich damit aufgewachsen bin.

Siehe auch: https://www.topcorrect.de/blog/angabe-der-sprachkenntnisse-im-lebenslauf/

Genau das ist bei mir der Fall! Danke <3

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Muttersprache ist das, was im persönlichen Umfeld in den ersten Lebensjahren gesprochen wird. Und wenn in deiner Familie tatsächlich Arabisch, Deutsch und Englisch gleichrangig gesprochen, geschieben, gelesen wurde, dann könntest du tatsächlich alle drei als Muttersprachen angeben.

Muttersprache hat aber noch einen weiteren Aspekt. Man nimmt sie ja von der Wiege an auf, und dazu gehören auch Kiderlieder, Abzählreime, Kinderbücher ... und später ein gewisses kulturelles Hintergrundwissen; Sitten und Bräuche, Wertekanon ... Dass du das alles nebeneinander, also zeitgleich in drei Sprachen aufgenommen haben willst, ist wenig glaubwürdig.

Könnetest du z.B ein gerade auf Arabisch erschienenes Buch aufschlagen und wie ein Deutsches Buch lesen und den Inhalt mit allem Hintergrund spielend leicht erfassen, auch den Subtext? Und wie sähe das mit einem Englischen Buch aus?

Wie wäre es, würdest du z.B. nach England umsiedeln? Würdest du dich da sofort alleine zurechtfinden? Wie sähe das mit einem Land aus, in dem Arabisch gesprochen wird? Geht ein hier lebender Araber oder Engländer nach 40 Jahren in sein Heimatland zurück, braucht er vielleicht eine Woche, um sich wieder zurechtzufinden, "ganz zuhause" zu sein. Und ich meine nicht nur Rechts- oder Liksverkehr.

Es wäre von dir wohl doch reine Hochstapelei, würdest du alle drei Sprachen als deine Muttersprachen bezeichnen. Zwei wären gerade noch glaubwürdig.

Und dann halte ich es für unklug, die Teilname an diesen Freitags-Demonstrationen an die große Glocke zu hängen. Du bewirbst dich da bei Erwachsenen, und die sehen die Sache sehr wahrscheinlich ganz anders. Als eine besodere persönliche Leistung ist das nicht zu werten. Ziele der Demos hin oder her, es bleibt ja Schulschwänzen. EInem Leithammel nachlaufen, vor allem wenn es so billig ist, das kann jeder.

Danke für deine ausführliche Antwort! Deine Frage mit dem Buch aufschlagen hat mich zum Nachdenken gebracht. Da wären deutsche und arabische Bücher kein Problem, ich habe auch in Jordanien gelebt (bin in Amman geboren) und bin da zur Schule gegangen etc., also ich finde mich in einem arabischen Land auf jeden Fall zurecht und fühle mich da zu Hause, aber von der Hintergrundkultur in englischen Büchern würde ich weniger wissen, da hab ich nur die Sprache mitgenommen von meiner Mama (Amerikanerin) und weniger von der Kultur.

Die Freitagsdemos sind in dieser Bewerbung tatsächlich wichtig, weil ich mich für ein Schülerpraktikum beim Unabhängigen Institut für Umweltfragen machen will, die F4F unterstützen. Es geht um ein Praktikum im Umweltschutz-Aktivismus, da passt es eigentlich perfekt. :) Ansonsten würde ich dir zustimmen, wenn ich mich jetzt woanders bewerben würde.

Wenn du mehr wissen willst, worum es geht, kannst du hier auch gern nachlesen, ich hab mein Motivationsschreiben aufgeschrieben und da ist auch ein bisschen mehr zu F4F usw. erklärt https://www.gutefrage.net/frage/ist-mein-motivationsschreiben-gut-so

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Hallo,

niemand hat drei "Muttersprachen".

In der Regel wird die Sprache als Muttersprache bezeichnet, die jemand als kleines Kind zuerst erlernt, also die sekundäre Sprache. Ich glaube nicht, dass es ein Kleinkind gibt, dass 3 Sprachen gleichzeitig und gleichmäßig von Beginn seiner Sprachentwicklung an erlernt.

Aus vielen Studien weiß man, dass sich die Sprachmelodie der Erstsprache ganz stark und nicht mehr veränderbar eingeprägt, den Menschen sein Leben lang begleitet und sich auch auf später erlernte Sprachen auswirkt.

Als Muttersprache gibst du also die Sprache an, die dir entsprechend durch deine engste Bezugsperson im Kleinkindalter beigebracht worden ist.

Alle anderen Sprachen kann du als "fließend" bezeichnen .... das entspricht in der Sicherheit und Geschwindigkeit der Muttersprache - nur eben in der Melodie und der Akzentuierung nicht.

Danke für deine Antwort! Also, meine engsten Bezugspersonen haben mit mir Englisch (Mama) und Arabisch (Papa) gesprochen. Aber beide haben mit mir auch manchmal Deutsch gesprochen und ich bin dann ja auch in Deutschland aufgewachsen. So gesehen wären Englisch/Arabisch meine Muttersprachen (vielleicht Englisch mehr als Arabisch, also Englisch als Muttersprache). Was komisch zu schreiben wäre, weil wir zu Hause inzwischen nur noch Arabisch und Deutsch sprechen und kein Englisch mehr.

Meine Situation ist einfach verwirrend... Ich glaube, ich gebe einfach Deutsch an, weil wir ja in Deutschland sind und es sonst in der Bewerbung komisch ist, wenn ich da "fließend" hinschreibe, obwohl ich es so perfekt kann wie jeder andere Deutsche...

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Sorry, dass ich doppelt kommentiere, aber gerade hab ich vom Link von einer anderen Antwort hier Folgendes gelesen: "Zumindest eine Muttersprache sollte auf dem Lebenslauf unter Sprachkenntnisse erwähnt werden. In unserer heutigen Globalisierung, wo viele Kinder bereits zweisprachig aufwachsen, kannst du sogar zwei oder mehrere Muttersprachen angeben. Dies sollte jedoch nicht leichtfertig getan werden. Denn Personalverantwortliche werden hier nachfragen. Nur wer fließend zwischen beiden Sprachen wechseln kann und ohne einen Gedanken zu verschwenden sämtliche Themen besprechen kann, der darf eine weitere Sprache als Muttersprache aufführen."

Ich werde das also so machen, denke ich :)

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@ilovehermine

sorry - aber die meisten Personaler werden so eine Bewerbung dann belächeln - und sie wird ziemlich sicher in der Ablage "P" landen.

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@dsupper

Hm :/ ach Mensch, warum muss das so kompliziert sein... Ich wünschte, man könnte einfach ganz simpel die Wahrheit hinschreiben und müsste nicht tausend Sachen bedenken, wie dies und jenes bei jemandem ankommt. Jetzt bin ich wieder bei null :D Vielleicht schreib ich Deutsch einfach Muttersprache und bei den anderen fließend, es ist auch eigentlich egal für das Praktikum, was ich will. Da braucht man nur Deutsch, denk ich mal.

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Muss man im Lebenslauf die Sprache als Muttersprache kennzeichnen?

Ich bin mit 3,5 Jahren nach Deutschland gekommen. Ich spreche ohne Akzent Deutsch. Ich kann Deutsch, Georgisch und Englisch sprechen. Georgisch nur wenig, kann aber nicht auf Georgisch schreiben. Ich spreche nicht so gut Georgisch um zum Beispiel in Georgien einen Beruf auszuüben. Ich war ja ich glaube als ich 7 war das letzte Mal dort. Ansonsten bis ich 3,5 Jahre alt war. Englisch habe ich seit der 4 Klasse. Ich kann, wenn ich zum Beispiel in London bin, nach Straßen fragen, Restaurants etc. Also Englisch kann ich gut verstehen und schreiben. Aber mein Sprechen und mein Schreiben in Englisch ist nicht "perfekt". Deutsch kann ich ehrlich gesagt am besten sprechen und natürlich lesen und schreiben. Das ist die Sprache die ich am besten beherrsche. Im Lebenslauf habe ich bei Georgisch fließend angegeben bei Englisch Grundkenntnisse. Bei Deutsch weiß ich nicht, ob ich unbedingt Muttersprache dahinter schreiben soll? Meine Sozialpädagogin meint, dass man im Anschreiben und Lebenslauf sowieso sieht, dass ich gut Deutsch schreiben kann. Sollte ich nur Deutsch schreiben ohne Angabe von Muttersprache??

Welchen Eindruck hättet ihr gehabt als Arbeitgeber/in wenn ihr nur Deutsch lesen würdet? Soll ich bei Georgisch zusätzlich angeben, dass ich nur spreche ohne lesen und schreiben? Das würde ja dann fließend heißen? Bei Englisch da kann ich ja sprechen lesen und schreiben würde ich als Grundkenntnisse betrachten.

Danke im Voraus!

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