Könnte ich gefahrlos in das linke Loch der Steckdose fassen?

12 Antworten

Deine Recherche ist richtig.
Das ist der sogenannte Einphasenwechselstrom.
Dort hast du
L = Phase (heute braun)
N = Neutralleiter (heute blau)
PE = Schutzleiter (heute grün-gelb)

Auf der Phase liegen die 230V an.
Der Neutralleiter ist der "Rückweg"
Der Schutzleiter dient zur Sicherheit.


Da man ja früher schon vermeiden wollte, das Kinder mit spitzen Metallgegenständen in die Steckdose stechen und an einem Stromschlag sterben, hat man eine Art "Faustregel" angewendet:
Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, kommt es nahe das ein Kind mit der rechten Hand einen Gegenstand in das rechte Loch steckt.
Liegen da jetzt 230V an, Feierabend.
Also hat man die 230V auf das linke Loch und den Nullleiter auf das rechte Loch gelegt. Wie gesagt, nur Faustregel!

Das vorweg.

Ich rate dir davon ab, auch nur auf Idee zu kommen da was anzufassen.
Sollte die Skizze nachher falsch sein und du fasst an die 230V, herrscht Lebensgefahr! Eine Spannung von 50V AC kann lebensbedrohlich sein!



Selbst wenn jeder Handwerker die Phase immer auf dieselbe Seite legt, bist Du nicht sicher, dass nicht irgendjemand, bei dem sich die Befestigung der Dose gelöst hat, die Dose andersherum wieder einbaut.

Manchmal hat man in den Löchern so wenig Platz, dass man gar keine Wahl hat.

Es kann auch gefahrlos möglich sein, an eine stromleitende Phase zu packen, so fern keine Verbindung des eigenen Körpers zur Masse des Stromnetzes besteht.
Ich war mal als Jugendlicher im Urlaub, da hat es immer gekribbelt, wenn man im Bett liegend die Nachttischlampe angefasst hat.
Da war volle 230V auf dem Messing, aber man war ja Gott sei dank nicht geerdet. Wäre das Bett feucht gewesen, so würde ich hier nicht mehr schreiben können.
Da man aber nie sicher sein kann, ob man nicht doch irgendwie geerdet ist sollte man solche Experimente unterlassen, um nicht sein Leben früh zu verlieren oder seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen.

"Da war volle 230V auf dem Messing," Das bezweifle ich. Da du nicht frei geschwebt bist, warst du sehr wohl geerdet. Was du beschreibst, klingt eher nach Kriechströmen.

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Prinzipiell ist deine Überlegung richtig, hängt aber von der Bauform der Steckdose und der richtigen Belegung ab.

In der Praxis : erst denken, dann messen, dann anfassen.



Natürlich ist die Berührung des Nulleiters gefahrlos.

Ob aber der Leiter mit der lebensgefährlichen Spannung von 230 V gegen Erde an Deiner Steckdose gerade links oder rechts aufgeklemmt wurde, können wir nicht wissen. Wenn Du nach dem Versuch noch lebst, weißt Du es vielleicht etwas genauer. Aber auf den Erfolg alleine würde ich mich nicht verlassen. Dafür gibt es Spannungsprüfer.

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