Kind muss wegen Lehrer in Therapie?

13 Antworten

Hast du denn in den letzten 2 Jahren in der Schule etwas unternommen, so dass man diesen Lehrer irgendwie dran bekommen kann?

Ich weiß, wie schwierig das ist. Bei meinem Sohn hatte ich in der Grundschule 4.Klasse einen ähnlichen Fall. Mein Sohn wurde die ganze 3. u. 4. Klasse von der Klassenlehrerin nicht für voll genommen, weil er sehr ruhig und in sich gekehrt war. Er spielte nicht wie andere Jungs Fußball, sondern musizierte auf seiner Oboe auf Jugend-musiziert-Niveau. Dann ist eines Tages etwas passiert, dass mein Sohn sich in der Schule von der Lehrerin angegriffen gefühlt hatte, und vor Verzweiflung ausrastete. Er versteckte sich draußen vor der Tür, und hielt die Tür zu, damit ihm die Lehrerin nichts tun konnte. Ein anderer Lehrer nahm ihn mit auf´s Rektorat, wo er zuerst Rede und Antwort stehen musste und von der Lehrerin eine Stunde lang beschimpft wurde. Dann erst wurde ich angerufen, und musste ihn abholen. Von da ab ging es bergabwärts. Wegen diesem einen Vorfall durfte mein 10jähriger Sohn nirgends mehr mitmachen. Er durfte an keinem Ausflug mehr mit und für ihn das Schlimmste: er durfte nicht mit in das Abschluss-Schullandheim.

Wir haben damals den schulpsychologischen Dienst in Anspruch genommen, da uns die Schule dazu riet. Der Schuss ging für die Schule nur nach hinten los, weil die Psychologen auf der Seite meines Sohnes waren. Die Lehrerin fühlte sich nach wie vor im Recht. Die Psychologen dagegen kämpften dafür, dass mein Sohn wieder integriert würde, und hätten ihm sogar eine Integrationskraft gestellt, die die Lehrerin ablehnte.

Wenn die Grundschule nicht sowieso fast herum gewesen wäre, hätte ich meinen Sohn an einer anderen Schule angemeldet. Bis zum Schluss lies die Lehrerin kein gutes Haar an ihm. Mein Sohn wollte gern auf´s Gymnasium (Schnitt 2,1) und sie meinte durch die Blume, er wäre zu dumm dazu (mein Sohn hat ohne Pause Abitur gemacht und studiert heute Chemie). Diese Lehrerin hat meinem Sohn lange zu schaffen gemacht. Er war zutiefst verletzt und weinte sehr viel. Der Schule war das egal. Eine Religionslehrerin legte stets ein gutes Wort für ihn ein, weil sie wusste, was für eine gute Seele er war. Nur die Klassenlehrerin mobbte ihn bis zum Schluss. Selbst heute, 13 Jahre später bekommt er einen Groll, wenn es auf diese Lehrerin zu sprechen kommt.

Ich arbeite mit Grundschülern und manchmal treffe ich auf welche, die auch heute bei dieser Lehrerin sind. Was die Kinder erzählen, hat sie sich nicht geändert. Und sie ist leider immer noch da :o( ... . Ich möchte nicht wissen, wie viele Kinderherzen sie auf dem Gewissen hat.

Soviel zum Thema, wie machtlos wir Eltern sind.

Befindet sich dein Kind noch in dieser Schule? Wie lange noch? Wenn es sich lohnt, würde ich zusehen, eine andere Schule zu finden. Und wegen dem körperlichen Übergriff: Nimm dir einen Rechtsanwalt. Evtl. kann man Körperverletzung und/oder seelische Gewalt geltend machen. Gab es denn Zeugen? Ohne Zeugen kann man das leider immer nur zivilrechtlich über einen Anwalt klären. Wenn es jemand mitbekommen hat und aussagen würde, dann kannst du bei der Polizei Anzeige erstatten.

Ich wünsche deinem Kind viel Glück, dass es bald wieder positiv denken kann.

Alles Gute für euch!

Vorausgesetzt, dass deine Geschichte stimmt, hast du natürlich recht. Ich hab beruflich seit vielen Jahren mit Schulen zu tun und mein Sohn ist jetzt in der 2. Klasse, habe da auch schon viele unglaubliche Dinge mitbekommen. Aber hier wäre für mich sofort klar, dass ich nach dem Schubsen Anzeige wegen Körperverletzung erstattet hätte und bei den eindeutigeren Beleidigungen ebenso. Darüber hinaus wäre natürlich eine Dienstaufsichtsbeschwerde fällig. Allerdings arbeite ich eben auch in der Jugendhilfe und glaube nicht in jedem Fall alles was mir Jugendliche erzählen und auch mein Sohn verdreht gerne schon mal die Tatsachen. Insofern müsste man die ganze Sache bei euch noch viel genauer beleuchten.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Sozialarbeiter / Einrichtungsleiter in der Jugendhilfe

@DerJoergi Danke, du schreibst, du arbeitest mit Schulen zusammen... Hast du denn eine Ahnung, ob Dienstaufsichtsbeschwerden etwas bringen?😅 Wäre sehr dankbar für eine Antwort. Und ja, die Situation stimmt so, der Lehrer hat es zugegeben.

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@Kroni599bin12

Dienstaufsichtsbeschwerden kenne ich eher aus anderen behördlichen Bereichen, da haben die in der Tat nie was gebracht. Strafanzeigen bringen aber sehr wohl etwas, damit hab ich beruflich ebenfalls viel zu tun.

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Hallo,

hat dein Kind dir nichts von den Vorfällen erzählt?

Dokumentieren (sollte man immer in Fällen von jeglicher Art von Mobbing) wann, was wo, wie passiert ist. In dem Fall wohl durch Gedächnisprotokoll.

Aufsichtsbeschwerde zu Händen des zuständigen Schulamtes und Anzeige wegen Körperverletzung wären wohl die ersten Schritte.

Vorab , also erster Schritt Gespräch (besser immer in Schriftform, dann hat man anschließend auch was Rechtssicheres in der Hand )mit dem Schulleiter , jedoch nur mit einem Zeugen und anschließendem Gedächnisprotokoll. Schadet aber nichts, wenn der Zeuge sich während dessen Notizen macht, das bringt die total aus der Fassung. Dienstaufsichtsbeschwerde auch zu seinen Händen. Da das gerne "vergessen" wird, an das Schulamt weiter zu leiten, das immer selber erledigen.

Die sind nicht zuständig, aber ein Gang zum Jugendamt schadet oft auch nichts. Schulleiter sind nicht erfreut, wenn das extern thematisiert wurde. Manchmal haben die auch gute Ratschläge. Hängt aber davon ab, wie engagiert diese sind.

Wenn möglich Zeugen finden, die das in Schriftform (!)bestätigen können.

Schulleiter bzw. mobbende Lehrer neigen oft dazu Eltern , welche sich zu beschweren zu isolieren, das heißt denen zu unterstellen, das sie strafbare Handlungen begehen, weil die Unwahrheiten erzählen. Dies zum Zweck, damit andere Schüler/Eltern sich distanzieren und nicht mit euch sympathisieren.

Das schreibe ich, damit ihr gleich wisst, worauf ihr euch einlasst. Gerne wird dann erklärt, das das Kind/Kinder einen andere Wahrnehmung haben, also das Geschehene nicht absichtlich unwahr wieder geben, sondern, weil die das so sehen. Das wird wirklich gerne so gesagt - ich habe mich einige Jahre meines Lebens mit derlei Menschen herum geplagt.Dies für meine eigenen und auch andere Kinder/Eltern Ist ziemlich durchschaubar. es gab vor sehr viele Jahren auf einer süddeutschen Seite für Schulleiter mal Tips, wie man mit Eltern umgeht, die sich beschwerten, wenn einem Lehrer die Hand ausgerutscht war. Als die dahinter kamen, das dort noch andere mit lasen, wurde die dicht gemacht.

Dort war auch so ziemlich alles vertreten, was ich beschrieb und auch selber schon erlebt hatte, dies hin bis zur Androhung einer Klage auf Unterlassung.

Lehrer passiert nicht viel.

Ein Grundschullehrer hatte einen Jungen vor die Wand geschubst und er hat dann erklärt, das das Kind gestolpert wäre und er hätte es nur auffangen wollen.

Gerne werden auch Beispiele /Anekdoten erfunden, um Begebenheiten, die es nie gab zu untermauern.

Soll heißen gegen Lehrer vor zu gehen, ist nicht einfach. Auf Schulämtern sitzt nämlich nichts anderes und da gilt oft das Krähenprinzip.

Niemals bitte Sätze wie "Mein Kind ist auch kein Engel, aber...." verwenden. Denn damit fällt man seinem Kind in den Rücken. Es zählen nur Fakten.

Ach ja, vergessen, immer gut, wenn man aus dem Kreis der Lehrer einen Informanten hat ;-)

Alles Gute

Natürlich ist so ein Verhalten eines Lehrers pietätlos, aber mich interessiert, was du zwei Jahre lang gemacht hast? Hast du als Erziehungsberechtigter nie interveniert oder ein Gespräch mit diesem Lehrer gesucht?

Dann kam es noch zu einem körperlichen Übergriff. 

Aber auf die Idee zum Direktor bzw. gleich zur Polizei zu gehen bist du nicht gekommen?

Das ist doch unmöglich, oder nicht??

Unmöglich nicht - dies beweist der Vorfall den du schilderst, aber ohne jede Moral.

Gruß!

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Mich interessiert mehr, ob wir es nicht mit dem Kind selbst zu tun haben.

Nennt sich ein Erwachsener tatsächlich "...bin12"?

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Aber wenigstens bekommt der Junge nun fachliche Hilfe um das Erlebte aufzuarbeiten.

Das gabs in meiner Schulzeit nicht. Ich hatte ein paar Lehrer und einen Haufen Mitschüler die sich sonstwas herausnahmen - über Jahre hinweg - täglich. Damals hieß es nur "Halte durch, bald bist du aus der Schule raus und dann siehst du die Leute nie wieder". Eine Therapie klingt dagegen wirklich äußerst sinnvoll.

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