Kennt sich jemands mit Philosophie aus?

5 Antworten

Hi,- wie ich es sehe: die Existenz  (das Da-Sein) geht der Essenz (dem Wesen) eines Menschen/eines Dinges voraus. Oder mit K. Marx gesagt: Das Sein bestimmt das Bewußtsein. Oder Neu-Deutsch: Das Deseign bestimmt das Bewußtsein. (Schäärz).

Soll heißen. Das Wesen eines Dinges/eines Menschen wird von den (Umgebungs-) Bedingungen geprägt in denen es existiert. Das Wesen von Etwas wird also durch die Umgebungszustände in denen es existiert und in Beziehung steht dominiert.

Oder: In der Beziehung Ding - Umwelt ist nach Satre die Umwelt der dominante Aspekt zur Entstehung, Erklärung, Entwicklung, Wahrnemung oder Wirkung eines Objektes/Subjektes.

Gruß

Zwischen Sartre und Marx gibt es mindestens einen entscheidenden Unterschied. Bei Sartre ist es der Mensch selbst, der in Freiheit sein Wesen bestimmt - nicht die Umstände.

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@Ottavio

Hallo Ottavio, deine Anmerkung ist teilweise berechtigt. Es wäre sicher sinnvoll gewesen, Satre erstmal für sich selbst sprechen zu lassen, um erst dann auf einen, aus meiner Sicht bestehenden Denkfehler bei ihm aufmerksam zu machen anstatt alles sofort zusammen zu einer Antwort zu verarbeiten. Als eine der führenden Figuren des Existentialismus basiert Satres Widerholung der schon vor ihm in der Philosophie formulierten Ansicht, dass die Existenz der Essenz vorausgehe, vor allem auf der Beschreibung der menschlichen Existenz als ein "In die Welt geworfen sein". Diese Aussage formuliert menschliche Existenz aus der Sicht des Existentialismus als ein Ausgesetzt-Sein in ein Leben aus Zufall und Spiel, also den Menschen als "Spielball" der Umstände in welche er hineingeboren wird. Der Mensch "entsteht" eben niemals bei "Null". Hieraus entwickelt der Mensch zwar in individueller Weise eine Vorstellung von sich selbst. Und dies muß er auch tun, um eine Ich-Perspektive entwickeln zu können. Er muß sich mit den individuellen Umständen seines "In die Welt geworfen seins" ins Verhältnis setzen in dem er sich von diesen abgrenzt. Somit ist er zu einer Freiheit verdammt deren Preis für Individualität das "allein sein mit sich selbst" ist. Doch gleichzeitig ist er eben aber auch immer ein Wesen besonderer individueller "Startbedingungen". - Wenn also gesagt wird, dass die Existenz der Essenz vorausgeht so läßt sich dies unschwer dahigehend übersetzen, dass der Mensch seinem Wesen nach niemals als "abstraktes Potential" oder gattungsbegriffliche Vorstellung von dem besteht was er insgesamt sein könnte sondern diese "Ahnung" von sich selbst immer in der Auseinandersetzung mit seinem individuellen Dasein als ein konkretes So-Sein erfährt. Der Mensch erfährt somit Freiheit nicht als ideales Faktum sondern als ein Streben nach dem was nach Satre seiner "Natur" entspräche, welches wiederum der Motor dafür ist, sich in der individualisierten Auseinandersetzung mit seinem Eingebunden-Sein in bestehende Eingrenzungen und den daraus resultierenden Prä-Dispositionen als Individuum zu erfahren und zu konstituieren. Und genau hier setzt Marx an wenn er auf den feinen Unterschied zwischen >Entäußerung< und >Entfremdung< hinweißt und diese Schwachstelle des Menschen als den Kalkül von Ausbeutung als System identifiziert. Wenn es also stimmt, dass die Existenz als konkretes So-Sein der Essenz als Abstrahierung des Begriffes "Mensch" vorausgeht so ist damit die Verbindung zwischen Marx und Satre gegeben und beide sind gar nicht so weit auseinander.  Aus meiner Sicht jedoch ist Satre da über den "schmutzigen Alltag" des Mensch-Seins mit einem großen intellektuellen Bogen hinweggeflogen während Marx das Ganze vorher schon ins Konkrete gebracht hat.

Gruß 

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Meiner Meinung nach, lässt es sich folgendermaßen interpretieren : Bevor wir an die Essenz, also an die Wesensbestimmung  des Menschen gelangen, müssen wir schon existieren ( Dasein ), nämlich als biologisches Subjekt .Einfacher ausgedrückt: Bewusstsein und Denken erfordern Materie.

Hab einen Text bekommen aber verstehe deine Argumentation nciht ganz und was er letztendlich damit sagen will :/

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Ich meine damit, dass der Mensch erst auf die Welt kommt , also in seine Existenz eintritt , ohne dass sein Wesen, seine Essenz also, schon vorbestimmt ist. Diese Essenz, muss jeder im Laufe seines Lebens selbst entwickeln. Das heißt: Es gibt keine einheitliche Definition des Wesen des Menschen, dieses ist ganz individuell. Jeder hat die Freiheit, diese Essenz so zu gestalten, wie er es möchte. 

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@Karamelldeckel

Man sollte zur Begründung ergänzen: Dies ist so, weil Gott (bedauerlicherweise) nicht existiert.

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Erst ausgehend seiner Existenz, definiert der Mensch sich in seinem Sein oder wie Sartre es selbst formuliert: „…..der Mensch ist nichts anderes als, wozu er sich macht“. „Der Mensch ist grundlegend Entwurf, individuelles, konkretes und auf die Zukunft ausgerichtetes Streben und Wollen, und nichts, auch keine Menschennatur, existiert vor diesem [Seins-]Entwurf.“ (Dorothea Wildenburg „Jean-Paul Sartre“, Campus – Verlag, 2004, S.108)


Warum Sartre und nicht Kierkegaard?

Wie kommt es eigentlich, dass Sartre so viel mehr Ruhm mit seiner (mir teilweise etwas weltfremden) Philosophie so viel mehr Ruhm erntet, wenn er doch - um es böswillig zu formulieren - lediglich ein wenig Idealismus in die Theorien des bei weniger fachkundigen Bereichen deutlich unbekannteren Kierkegaards gepanscht hat? Zumal er sich auch manchmal auf diesen beruft...


Ein Beispiel

Kierkegaard : Jeder Mensch ist frei sich zu wählen. (Gemeint ist was wir unter Liberalismus verstehen würden)

Sarte : Jeder Mensch ist frei sich zu wählen. (In seiner Existenz)

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Mir ist Sartres Begriff der "Transzendenz" nicht ganz klar. Aus diesem Grund verstehe ich auch leider nicht den Zusammenhang zum Begriff der "Faktizität" und hoffe auf Ihre bzw. eure Hilfe.

Kurz zur Erklärung:

Sartre unterscheidet die Existenz, also das Dasein, des Menschen in das An-sich-sein und Für-sich-sein. Unter "An-sich-sein" versteht er das sinnlose, zufällige und reine Dasein. Im Gegensatz dazu beschreibt er das "Für-sich-sein", als das bewusste Sein.

Nun zu meiner bisherigen Deutung:

Bei dem "Für-sich-sein", dem bewussten Sein, ist sich der Mensch einerseits dessen bewusst, was ist (Faktizität), andererseits aber auch bewusst, was nicht ist und werden könnte (Transzendenz).

Ist diese Überlegung richtig?

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Schöpfungsbericht der Bibel ist ausgedacht?

Hier nochmal die schöpfungstage und Ablauf:

Die Schöpfungstage
Genesis 1, 1-23

Tag 1
Gott erschafft das Licht und trennt es von der Dunkelheit:
Tag und Nacht entstehen.

Tag 2
Gott teilt die bereits vorhandenen Wasser und schafft ein Gewölbe
zwischen ihnen - den Himmel.

Tag 3
Gott teilt die Wasser auf der Erde vom trockenen Grund und formt
daraus Land und Meere. Das Land fängt an, Grünes hervorzubringen:
samentragende Pflanzen und Bäume.

Tag 4
Gott bringt Lichter am Gewölbe des Himmels an: die Sonne, den
Mond und die Sterne. Die Sonne und der Mond erhellen die Erde und
zusammen dienen sie dazu, Tage, Jahre und Jahreszeiten zu markieren.

Tag 5
Gott füllt das Meer mit Fischen und den Himmel mit Vögeln. Meeres-
tiere und Vögel werden.

Tag 6
Gott erschafft die Tiere auf dem Land und dann die Menschen, damit
sie über die anderen Tiere herrschen.

Tag 7
Gott ruht. Er segnet den siebten Tag (Sabbat) und erklärt ihn für heilig.

Was ich nicht verstehe und was Wissenschaftlich bewiesen ist!!!! , dass die Erde nicht der erste Planet im Universum war! Sondern das es davor ein Chaos gab und andere Galaxien und Sterne viel älter sind als unsere Erde. Deswegen verstehe ich Tag 1 und 4 nicht.

Und dann Tag 5 und 6. Vor langer Zeit hat ein Asteroid die Dinosaurier ausgelöscht. Das müsste ja auch in der Bibel stehen, weil das Leben aus dem Wasser kommt und das dann auch wieder eine Zeit brauchte, bis sich die Erde davon erholen konnte.

Außerdem ist es doch wahrscheinlicher, dass wir aus dem Wasser kommen, also aus Organismen uns entwickelt haben und nicht erschaffen worden sind.

Irgendwie kommt mir das alles komplett unlogisch vor was die Bibel da lehrt. Und Vorallem das trotz wissenschaftlicher Beweise noch so viele daran glauben. Warum ist das so?

PS: Ich schließe eine Art "Macht" hinter allem nicht aus. Aber bin nicht gläubig. Lasse mich gerne auch vom Gegenteil überzeugen, aber nur wenn es logische Argumente sind!

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ich benötige Hilfe zur Beantwortung einer Frage zum Text "Der Existenzalismus ist ein Humanismus" von Jean-Paul Sartre: Und zwar wird gefragt: "Welche Faktoren der "unwandelbaren menschlichen Natur" könnten menschliches Verhalten erklären? (...wenn tatsächlich die Existenz dem Wesen vorausgeht, ist nichts durch Verweis auf eine gegebene und unwandelbare menschliche Natur erklärbar;...)

Danke schonmal

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Sartre auf Gehlen übertragen

Hallo, wir machen in Philo grade Sartre und Gehlen. Jetzt sollen wir herausfinden, ob Sartres These, die Existenz gehe der Essenz voraus, auch auf Gehlen zutrifft. Ich habe lange hin und her überlegt und finde, dass man das schon so sagen kann, da der Mensch sich die Kultur zum überleben ja erst selbst schaffen muss; ohne die wäre er ja kein Mensch und könnte nicht überleben. Was meint ihr dazu? Macht das Sinn, oder muss ich noch mal umdenken? Vielen Dank Atlanticwave

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