Kennt ihr Frauen, die bei der Partnerwahl hohe Ansprüche hatten und dann ihre Ansprüche zwingend senken mussten, weil sie nicht ihren Traummann gefunden haben?

13 Antworten

Ja, mehrere - eine sogar in meiner Verwandtschaft. Aber sie hat dann gemerkt, dass der "gemütliche" Typ viel besser zu ihrem eigenen, liebevollen und häuslichen Temperament passt als irgendein Dandy, der es nicht wirklich ernst meint und lediglich ein gutaussehendes Schmuckstück sucht.

Ich denke mal, hier hat auch das Alter eine Rolle gespielt - mit über 40 denkt man halt anders als mit um die 20, wo man noch andere Maßstäbe hat an potenzielle Partner und sich selber vielleicht auch noch nicht so gut kennt.

Zu hohe Ansprüche sind oft eher in jungen Jahren vorhanden, wenn man sich selbst für unwiederstehlich hält und auch noch der Meinung ist, es gäbe den absolut perfekten Partner und man sei so cool, dass man keine Kompromisse einzugehen brauche. Übrigens sind Männer hier oft nicht die Welt besser als Frauen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

ja...entweder warten und suchen sie heute noch, haben sich entschieden 'dann lieber Single' zu bleiben, oder sie haben sich damit arrangiert, dass ihr jetziger Partner zwar 'Macken' hat, aber im Großen und Ganzen doch in die erwünschte Richtung geht...

Ja, so eine Frau kenne ich. In jeder Klasse gibt es ein besonders hübsches Mädchen, hinter dem alle Jungs her sind. So ein Mädchen gab es auch in unserer Klasse. Sie hat sich nie mit einem von uns eingelassen. In der 10. Klasse habe ich sie mal gefragt wie ihr Traumtyp aussieht und sie hat ihn mir beschrieben. Wenn man sich Brad Pitt vorstellt, hat man ungefähr eine Ahnung von dem Bild das sie mir beschrieben hat.

Viele Jahre später habe ich sie an der Kasse im Supermarkt wieder getroffen. Sie stand mit ihrem Mann direkt vor mir ich habe sie sofort wieder erkannt. Über ihren Mann war ich allerdings schockiert den er sah so gar nicht aus wie ihr Traumtyp. Er war kleiner als sie, hatte sehr breite Schultern aber auch einen dicken Bauch und sehr schütteres Haar. Er hatte Narben von einer verheilten Akne im Gesicht und er sah nicht so aus als wäre er ein angenehmer Mensch. Du kennst bestimmt das Gefühl das einen beschleicht, wenn man jemanden gegenüber steht der gefährlich ist. Genau dieses Gefühl hatte ich bei ihrem Mann. Keine Ahnung wie er sie erobert hat. Aber das war garantiert nicht der Typ den sie sich vorgestellt hat.

Schöne Schilderung, so etwas habe ich auch schon mit diversen Mitschülern und Mitschülerinnen von damals erlebt - bin aber froh, dass ich das alles nicht mehr sehen muss und da nicht mehr wohne. So etwas ist irgendwie amüsant, aber es zieht auch runter.

Ich habe einmal eine ehemalige Mitschülerin mit einem Typen gesehen, bei dem ich mir so spontan dachte ... ach Gott, dem wöllt' ich aber nachts nicht auf der Straße und womöglich allein begegnen.

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Da wäre ja wohl erst mal zu klären, was denn "hohe Ansprüche" sein sollen.

Ein paar meiner persönlichen "hohen Ansprüche" sind Ehrlichkeit, Treue, Verantwortungsgefühl, Achtung, Respekt und Verlässlichkeit. Und davon schneide ich nirgends etwas ab. Denn das sind einfache Grundvoraussetzungen für zwischenmenschliche Beziehungen, die eine Basis brauchen.

Und ans Äußere habe ich auch schon immer feste Vorstellungen. Auch davon weiche ich nicht ab. Zum Beispiel möchte ich keinen hochschwangeren Mann an meiner Seite. Er sollte schon etwas sportlich sein und kein passionierter Couchpotato. Bart mag ich auch nicht, der macht Männer immer älter. Und ich erwarte auch ein Mindestmaß an Gepflegtheit.

Wo Abstriche hinzunehmen sind, weil Männer darauf keinen Einfluss haben, ist ihre Kopfbehaarung. Bedeutet, meine eigentliche Präferenz gilt langen oder längeren Haaren, aber ich bin froh, wenn Männer überhaupt noch Haare haben. So ETWAS durch Haare wuscheln mag ich nämlich sehr gerne.

Komplett intimrasierte Männer finde ich albern, aber viele Männer frönen ja leider dem Kahlschlag.

Ansonsten sollte ein Mann einfach nur ein liebenswerter Kerl sein, der idealerweise nach dem Motto lebt, andere immer so zu behandeln, wie er es sich für sich selbst wünscht. Nämlich anständig.

Diese insbesondere charakterlichen "Ansprüche" erachte ich schon seit Jahrzehnten für völlig normal. Und das wird auch so bleiben.

Das Problem ist nur eines: Viele Männer halten es leider nicht für nötig, einfachste und eigentlich selbstverständliche Werte zu leben. Und das zieht sich wieder leider durch alle Altersklassen. Die vielbeschworene geistige Reife von Männern ab 30 Jahren aufwärts, aber eben auch darunter, lässt doch immer wieder mehr als zu wünschen übrig.

Natürlich haben auch viele Männer solche Erfahrungen mit Frauen gemacht. Auch da gibt es viele mehr als fragwürdige Charaktere, wo man sich als Frau auch fremdschämt.

Meinen Beobachtungen nach hat das Zwischenmenschliche mit den Jahren immer mehr gelitten. Viele Männer und Frauen sind regelrechte Gefühlskrüppel geworden, die nicht mehr oder nur noch sehr schlecht vertrauen können.

Und nein, das lag nicht an völliger Blindheit bei der Partnerwahl, die gern unterstellt und nachgesagt wird. Es lag sehr oft an Persönlichkeitsverwandlungen von Dr. Jekyll zu Mr. Hyde. Der Gefühle des Partners versichert gewesen und dann die Sau rausgelassen.

Ich denke, nur wenige abgedrehte Menschen haben völlig unrealistische Wünsche und Vorstellungen an einen Partner. Die meisten Menschen suchen doch schon nach ganz normalen charakterlichen und äußerlichen Merkmalen. Nur ist eben nicht jede Suche auch erfolgreich.

Viele Männer halten es leider nicht für nötig, einfachste und eigentlich selbstverständliche Werte zu leben. 

Ich sage es mal so: Mit den meisten "Männern" meiner Altersklasse - ich sage mal zwischen 25 und 35 - gehe ich auf ziemliche Distanz exakt deswegen. Ich kann mit denen nicht, von ein paar Kumpels abgesehen. Da braucht sich auch niemand zu wundern, wenn es nicht klappt und die einzige Frau, die Interesse zeigt, die 17jährige Auszubildende ist, die mit dem GTI usw. vor die Disco gefahren wird und dort die Drinks bezahlt kriegt, also eigentlich andere Interessen verfolgt als eine ernsthafte Beziehung.

Gibt aber auch genügend "Best Ager", die nochmal zeigen wollen, was sie zu bieten haben und sich wie peinliche, virile und eklige Machos aufführen. Ich habe in der Altersklasse ich sage mal zwischen 50 und 60 mindestens genauso viele fertige Typen kennen gelernt wie in meinem Alter, wo man sich am besten einfach nur seinen Teil denkt ... und die wundern sich dann natürlich auch, warum es nicht klappt.

Ich bin wirklich froh, den Absprung von vielem gepackt und vieles gelernt zu haben, vor allem durch meine Partnerin.

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Ab 30 ist der "zuverlässige Langweiler" manchmal attraktiver als der feurige Springinsfeld, der sich - wenn's um die Übernahme von Verantwortung geht - sofort vom Acker macht.

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