Katze ist fett und faul, bewegt sich nicht?

15 Antworten

Hallo,

Oh je... Wie konnte es denn so weit kommen?

Zunächst mal solltet ihr sie nochmal von einem neuen Tierarzt untersuchen lassen, um eventuelle Krankheiten (z.B. Diabetes) ausschließen zu können.

In jedem Fall solltest du deine Katzen zukünftig getrennt voneinander füttern, damit niemand dem anderen etwas klauen kann. Dann solltest du dich auf drei feste Fütterungszeiten festlegen, wobei "Fütterungszeiten" hierbei eigentlich das falsche Wort ist, denn am besten bindet man das Füttern an bestimmte Rituale (z.B. nach dem Aufstehen, nach dem Nachhausekommen, vor dem Schlafengehen usw.), immerhin können Katzen die Uhr nicht lesen. ;)

Dann solltest du das Trockenfutter möglichst weglassen, denn das ist sehr ungesund. Das liegt nicht nur daran, dass es die Zähne sowie Nieren, Blase und Harnwege schädigt, sondern auch daran, dass es Übergewicht fördert. Trockenfutter hat eine höhere Kaloriendichte als Nassfutter, das heißt, zehn Gramm Trockenfutter enthalten von vornherein mehr Kalorien als zehn Gramm Nassfutter. Nassfutter sättigt im Allgemeinen besser und ist auch wesentlich besser verdaulich.

Stelle also komplett auf hochwertiges Nassfutter um. Hochwertiges Nassfutter erkennst du daran, dass es mindestens 60% bis 70% Fleisch und gute tierische Nebenerzeugnisse enthält. Außerdem ist es frei von Zucker, Getreide sowie pflanzlichen Nebenerzeugnissen. Die Inhaltsstoffe sind klar deklariert und es gibt keine ominösen Angaben à la "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4% Rind)". Wir füttern derzeit die Marken Animonda Carny, Premiere, Feringa und Topic. Letzteres ist die Eigenmarke von Aldi Nord, ist nicht das beste Futter, aber besser als so ziemlich alles andere, was man an Katzenfutter im Supermarkt oder Discounter findet. Ab und zu kann man das schon mal geben.

Dann schaust du dir die Fütterungsempfehlung an. Für eine normalgewichtige Katze (vier bis fünf Kilogramm) werden meist 200 bis 250 Gramm Futter empfohlen. Diese 200 Gramm verteilst du dann auf die drei (oder mehr) täglichen Mahlzeiten. Wenn du meinst, das ist immer noch zu viel, gehe noch etwas runter, aber bitte senke die Futtermenge nicht drastisch, denn das sollte mit dem Tierarzt abgeklärt werden, da das sehr gefährlich werden kann! Tiefer als 150 Gramm würde ich nicht gehen.

Da heißt es, dass du deine Katze zum Bewegen animieren musst. Schaue, ob es irgendein Spielzeug gibt, welches ihr gefällt. Spielmäuse, Bälle, Katzenangeln, Laserpointer und und und. Rufe sie auch immer mal wieder, damit sie zu dir kommt (dafür muss sie sich ja bewegen).

Zudem kannst deine Katze ihr Futter erarbeiten lassen. Fülle z.B. immer nur ein ganz klein wenig Futter in den Napf und stelle es auf den Kratzbaum. Um an das Fuutter heranzukommen, muss sie sich bewegen und erstmal den Kratzbaum hinaufklettern/hochspringen. Danach füllst du wieder Futter in den Napf und stellst ihn woanders hin. Das machst du dann bei jeder Fütterung so.

Du kannst auch Leckerlis werfen und sie muss dann hinterherrennen, Futter scheint sie ja zu mögen. Verwende möglichst hochwertige Leckerlis, z.B. mageres Hähnchenfleisch oder Leckerlis von Cosma.

Wenn sich deine Katze dafür begeistern lässt, dann kannst auch Clickertraining oder diverses Intelligenzspielzeug ausprobieren, vielleicht spricht deine Katze das mehr an. Auch Nachdenken verbrennt Kalorien! ;)

https://www.katzenkram.net/katzen-ernaehrung/uebergewicht-bei-katzen-ursachen-und-abhilfe/

Liebe Grüße und viel Erfolg

Lass sie noch mal bei einem anderen Arzt untersuchen. Mich erinnert das sehr an eine Sendung über eine Problemkatze, die am Ende Diabetes hatte und deshalb fraß wie ein Scheuendrescher. 

Wenn sichergestellt ist, dass sie gesund ist, reduziere das Futter radikal. Informiere dich, ob es kalorienarmes Futter gibt, das du als Notration über den Tag geben kannst, so dass sie abends oder morgens nur ihre kleine Portion bekommt. Meine Wellensittiche mussten kürzlich abspecken und Futterreduktion führte zu massivem Schnellfuttern, sobald etwas da war. Ich habe ihnen dann statt einem TL Körner morgens und abends eine Schale mit kalorienarmem Frischfutter (Feldsalat, Paprika etc.) wenigen Möhrenrasplen (Lieblingsfutter) und wenigen Körnern gegeben. Die Möhrenraspel und Körner waren allerdings in der restlichen Mischung versteckt und sie mussten danach "tauschen". Das machte sie schon mal viel aktiver. Für Wellensittiche gibt es "Wühlkisten" (Futter unter nicht essbaren Dingen verstecken). Vielleicht lässt sich der Ansatz für Katzen anpassen?

Die zweite Maßnahme war Training. Ein Vogel von mir kam extrem fett als Jungvogel zu mir. Er sollte so um die 45 g wiegen, wog aber 61 g und mochte sich gar nicht bewegen. Mit dem habe ich "den Ast einen Schritt entlang laufen" geübt, dann "zwei Schritte, drei Schritte, auf meine Hand krabbeln, auf meine Hand springen, auf meine Hand fliegen - einen Flügelschlag, zwei, drei" - das dauerte ein halbes Jahr! Nach dem halben Jahr bewegte er sich freiwillig und begeistert.

Vielleicht kannst du das mit der Katze auch so machen. Targetstick einführen und dann MINIbelohnung dafür geben und dann einen Schritt gehen, zwei Schritte, durchs Zimmer laufen, um den Stuhl, aufs Kissen klettern, aufs Sofa klettern, aufs Sofa springen etc. Wenn sie die Übung gut kennt, schleiche den Clicker aus (belohne nur noch sporadisch jedes zweite, dritte, vierte Mal) und belohne (eine Zeit lang, in der wieder jede Übung belohnt wird, damit sie das lernt) "schneller werden". Also eine bekannte Übung wird abgefragt, aber es gibt nur für den etwas, der als Erster da ist. Das wird dein Kater sein. Gestalte die Übung dann so, dass sie auch immer mal gewinnt (Stick direkt neben ihrem Kopf etc.), aber dass sie lernt, sich mehr zu beeilen. Am Ende kannst du sie dann durchs Zimmer "jagen" (Stick weit entfernt halten, Katze rennt hin) und erst am Ende einer Reihe von Übungen die Belohnung geben (weniger Futter insgesamt).

Ich würde dir empfehlen erstmal das Trockenfutter wegzulassen. Such ein gutes Nassfutter (höher Fleischanteil, kein Getreide, kein Zucker) und gib ihr davon was (aber wenig-sie soll ja abnehmen).

Das sie nicht spielen will kann zwar am alter liegen aber ich vermute dass es einfach zu anstrengend ist. Such ein spiel das ihr Spaß macht (zb Katzenangel oder vl eine Gerte- die haben eine Schnur am ende das finden manche Katzen auch toll).
Wichtig ist, dass du mir ihr spielst und sie animierst sich zu bewegen, wenn das im Moment nur 2 Minuten sind dann spiel diese 2 Minuten und später am Tag wieder.

Deine Katze muss weniger fressen und sich mehr bewegen damit sie wieder gesund werden kann.

Und auch dir einen neuen Tierarzt, wenn deiner eine fettleibige Katze einfach so ignoriert ist er nicht der richtige - meine Meinung.

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