Ist Energie materiell? Ist alles in dieser materiellen Welt auch gleichzeitig materiell?

6 Antworten

Ist Energie materiell?

Umgekehrt: Materie ist energetisch. Energie ist eine der zentralen Größen der Physik und im übertragenen Sinne ausgesprochen handfest. Sie ist messbar (manchmal freilich nur als Energiedifferenzen) und ist eine Erhaltungsgröße.

Natürlich ist Energie als solche oft nicht sichtbar oder im buchstäblichen Sinne greifbar, aber sie ist im übertragenen Sinne sehr viel greifbarer als etwa ein sogenannter „materieller“, i. e. ökonomischer Wert, für den es keine Erhaltungssätze gibt und der oft auf blankem Glauben beruht, worüber die scheinbar nüchternen Zahlen hinwegtäuschen.

Wenn Esoteriker von „Energie“ sprechen, um etwas gerade besonders wenig „greifbares“ zu beschreiben, kapern sie damit gleichsam den Begriff und treiben Schindluder damit. Mit dem, was Energie ist, haben die Esoteriker-„Energien“ nichts zu tun. Beides könnte nicht weiter voneinander entfernt sein.

Energie ist eine sehr zuverlässige Angelegenheit. Sie bleibt in einem geschlossenen System stets erhalten, neigt jedoch dazu, sich zu verteilen. Sie besitzt auch alle Eigenschaften, die man noch vor 120 Jahren allein der Masse zuschrieb. Das kommt in der berühmtesten Gleichung der Physik zum Ausdruck:

(1.1)   E = mc²

oder genauer

(1.2)    E[0] = mc², 

wobei m die Masse und E[0] die Ruheenergie eines Körpers oder Mehrkörpersystems ist, also die Energie des Systems in dem Koordinatensystem, in dem es sich als Ganzes nicht bewegt.

Die frühere Praxis, die sog. Impulsmasse

(2)    m•γ =: m(1 – (v/c)²)^{-½}

als die Masse eines mit der Geschwindigkeit |v› bewegten Körpers zu bezeichnen, ist aus mehreren Gründen veraltet.

Zu ihr trägt übrigens auch die thermische innere Energie und die Bindungsenergien der kleinsten Bestandteile (Quarks) bei. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Materie zum größten Teil aus Bindungsenergie besteht. 

Dabei ist c² - wie c selbst - einfach eine Konstante, und zwar eine universelle. Solche Konstanten sind Artefakte eines Maßsystems, das bestimmte physikalische Größen (zum Beispiel Längen und Zeitspannen) unterschiedliche Maßeinheiten haben, weil sie entstanden, ehe der fundamentale Zusammenhang zwischen ihnen bekannt war.

Natürlich hat es auch praktische Gründe (eine Lichtsekunde ist ein großer Teil der Entfernung Erde-Mond), aber da könnte man mit einem Präfix wie „nano“ Abhilfe schaffen: Eine Lichtnanosekunde ist knapp 30cm.

Materie ist gleichsam kondensierte Energie, kondensiert nämlich in Teilchen, die Masse haben und daher ein Ruhesystem haben. Dadurch eigentlich kommt erst wirklich Zeit ins Spiel (die Eigenzeit eines mit c bewegten Teilchens auf dem Weg zwischen zwei Punkten ist immer 0). Materieteilchen unterliegen Paulis Ausschließungsprinzip und können Bindungen zueinander eingehen.

Das verleiht ihr die Fähigkeit, Strukturen zu bilden. Auch solche wie Leben. 

Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass Materie etwas Besonderes ist, nicht so sehr andere Formen von Energie, die im Universum quasi allgegenwärtig ist. Wo Materie ist, und zwar solche, die Strukturen bilden kann, ist „was los“. Letztlich auch Geist und solche emergenten Phänomene wie Liebe, die sich einer Messbarkeit entziehen.

Das kommt jetzt drauf an, wie Du das meinst...

In der Physik wird man Dir sagen, daß Materie und Energie nicht das gleiche sind, aber man das eine ins andere umwandeln kann. Zerbricht man ein Atom, sind die Bruchstücke zusammen etwas weniger Materie und was fehlt wandelt sich in Energie um. So funktionieren Kernreaktoren und Atombomben.

Es gibt jedoch Leute die "immateriell" benutzen, wie "nicht von dieser Welt". Für die ist Elektrischer Strom noch "materiell". Sobald sie sich dann wünschen oder behaupten wollen, daß da noch was ist, zum Beispiel "Erdstrahlung" oder "Psi-Kräfte" oder ein "Wassergedächtniss", werfen sie mit pseudo-wissenschaftlichen Worten um sich wie "immateriell" oder "feinstofflich", ohne erklären zu können was es sein soll. Am Ende kommt dann meist raus: Das soll irgend was sein, was ganz sicher da ist und ganz sicher eine Wirkung hat, aber nein, messen oder erfassen kann man es nicht. Bizarrer weise soll es also wirken aber keine meßbare Wirkung haben... laß dich davon nicht verwirren.

Unser Geist ist ein kompliziertes zusammenspiel davon welche Gene wir haben, wie unsere Neurone miteinander verknüpft sind und in welchem elektrischen und chemischen Zustand unser Gehirn gerade ist. Da ist nichts magisch, nichts un-meßbar, kein "extra Geist" oder "Seele" die sich irgend wo hin auf den Weg machen könnte ohne den Körper. Wir verstehen sehr gut was einzelne Nervenzellen machen, wir verstehen noch etwas schlechter wie sie interagieren und bei 85 Milliarden Neuronen verliert man schnell den Überblick und es wird ähnlich unberechenbar wie das Wetter. Aber magisch der unerklärlich oder übernatürlich oder feinstofflich ist da gar nichts.

Leute die sowas erzählen halten entweder an einem naiven Traum fest, wünschen sich die Welt einfacher und erklärbarer, weil sie mit so viel Komplexität nicht umgehen können... oder sie wollen dir irgend ein Schrott-Produkt verkaufen wie Greiner-Wasser, Globuli, Orgon-Akkumulatoren oder Kristallpendel um Dir das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Ich versuche es mal einfach zu erklären.

Materie, egal ob Luft, der Boden unter deinen Füßen oder du selbst, besteht aus Atomen.
Jetzt ist es aber so, dass Atome nicht unzerstörbar sind, Atome kann man spalten.
Wenn ein Atom gespalten wird, dann wird dabei Energie frei, sie wird frei, weil der "gespaltene" Zustand des Atoms Energieärmer ist als die davohrige Form.

Uran ist bspw. instabil, wenn Uran sich jetzt also "spaltet" (eigentlich zerfällt es eher), dann entsteht Blei und es wird Energie freigesetzt.
Das entstandene Blei ist dementsprechend auch leichter als das Uran, weil die Materie, die davor das Gewicht ausgemacht hat in Energie "zerfallen" ist.

Es gibt auch alltägliche Situationen wo das selbe passiert, bspw. bei uns Menschen, wir essen Nahrung und während der Verdauung wird diese Nahrung entweder in andere Materie umgewandelt (Fett) oder wir nutzen sie um uns zu Bewegen und Sport zu betreiben.

Albert Einsteins berühmte Formel E = mc² beschreibt genau diese Tatsache.

Ich habe es versucht recht einfach zu erklären, der Text enthält deshalb auch einpaar kleine Fehler, aber ich wusste nicht wie ich es anders hätte formulieren sollen.

Energie benötigt einen Träger, also eine Materie, um existent zu sein.

Wärmeenergie ist Bewegungsenergie der kleinsten Teilchen. Bewegen diese sich nicht mehr, dann herrschen die Bedingungen des absoluten Nullpunkt.

Das stimmt so nicht: Elektromagnetische Wellen transportieren Energie, sind aber nicht an Materie gebunden.

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@zalto

Da sagst es, sie transportieren. Es braucht aber Materie um sie auszusenden und Materie um diese Wellen zu absorbieren. Daher gibt es keine Wärmestrahlung ohne Materie

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materie ist die illusion verdichteter energie ... nichts weiter ...

siehe nassim haramein

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