Hund völlig verstört nach Silvester?

11 Antworten

Ich denke es ist sinnvoll zu wissen, dass angst ein anstrengender Zustand ist, der nicht dauerhaft festgehalten werden kann. Also theoretisch; wenn du deinen hund über einen längeren Zeitraum dem angstauslöser aussetzt, dann nimmt die Angst iwann ab. Wenn du deinen hund zu früh aus der Situation "befreist", hat er keine Chance die Angst abzubauen. 

Außerdem musst du Sicherheit vermitteln. Du bist immer da, bei dir ist dein Hund sicher und du hast keine angst vor der Situation. 

Ich würde mir fürs rausgehen viiiiel zeit nehmen. Leine dran, normal verhalten ohne "tutti tutti armer hund" und erstmal einfach loslaufen bis der Hund sich nicht weiter traut. Da würde ich  (ich hätte ein Kissen dabei ;) ) mich hinsetzen und so lange warten bis der Hund sich entspannt (Rute hängt locker runter, Ohren ebenfalls, ggf legt der Hund sich hin) und dann belohnen. Dann gehts weiter, wieder bis der Hund sich nicht mehr traut, hinsetzen, entspannen, belohnen.. so würde ich jeden Tag ein paar Schritte weiter gehen, nie zu viel verlangen und mich über kleine Erfolge freuen.

Zuhause würde ich dann üben mit lauten Geräuschen umzugehen. Dafür würde ich mir etwas suchen was der Hund gerne macht (zb in der Wohnung versteckte Leckerlies suchen, Ball spielen.. iwas worauf der Hund gerne seine Aufmerksamkeit richtet). Wenn er "voll dabei" ist kommt das laute Geräusch. Wahrscheinlich wirft das den Hund etwas aus der Bahn. In dem Moment schnell wieder zum Spiel  (...) auffordern, von dem Geräusch ablenken und zeigen dass trotzdem alles ok ist. Vor und nach jedem angstreiz sollte dein Hund zu 100% entspannen können.

Ich möchte keine falschen Tipps geben, das ist nur die Art auf die ich es angehen würde. 

Wünsche euch viel Erfolg 

Hi Geparde,

ich kenne das Problem: bei uns zu Hause war es dieses Jahr ein ganz ähnliches Theater und unser ohnehin sehr ängstliche Hund hat mehrere Wochen gebraucht, bis wieder alles beim Alten war. Es ist traurig zu hören, dass dein Hund hingegen noch immer nicht ganz der alte ist!

Das Thema Böllern an Silvester ist ja nicht neu und führt immer wieder zu Konflikten. Gegenseitige Toleranz ist mir sehr wichtig und da gehört leider auch dazu, dass man das Wohl des Hundes nicht über den Spaß der Kinder stellen kann. Auch wenn unsereins das Knallen am liebsten ganz verbieten würde, muss man einfach anderen Menschen zugestehen, dass sie an der zugegeben sehr spaßigen Tradition festhalten wollen. Aber das ist ja nicht das eigentliche Thema, also zurück zum Problem:

Angsthunde müssen immer von selbst erkennen, dass die Situation, die sie als bedrohlich empfinden, in Wirklichkeit keine Gefahr darstellen. Solange ihr versucht, sie zu zwingen, wird keine Besserung eintreten. Ich habe es bei meinem Hund dieses Jahr so gemacht:

  1. mit einem Leckerli aus der Wohnungstür gelockt.
  2. im Hausflur ein wenig aufgelockert, gespielt, Leckerlis gegeben
  3. alleine die Treppe hinunter und dort so lange gewartet, bis auch der Hund kam (hat 10 Minuten gedauert und er hat in der Zeit ganz furchtbar gewinselt, was ich einfach ignoriert habe)
  4. unten angeleint, aufgelockert und die Haustüre geöffnet. Die Leine auf den Boden gelegt und mich draußen direkt vor die Tür gesetzt
  5. als der Hund die Schnauze ins Freie gereckt hat: Leckerli. Als er den ersten Schritt vor die Tür gesetzt hat: Leckerli. Er ist immer wieder umgekehrt und ins Haus gegangen - ich hab ihn gelassen und sein Verhalten ignoriert. Jedes Mal, wenn er aber wieder raus kam, wurde er dafür belohnt mit Lob und Leckerli. 

Zunächst ging es nur bis zum ersten Schneehaufen, wo er sein Geschäft verrichtet hat und gleich umkehren wollte. Am Anfang darfst du weder zu viel erwarten, noch zu viel verlangen. Irgendwann erweitert sich also der "Sicherheitshorizont" bis zur Straßenecke. Dann bis zur Wiese, bis zum Bach etc.

Ganz wichtig: bei Angstauslösern auf keinen Fall den Hund trösten (die von dir angesprochene Rakete). Stattdessen sollst du Selbstbewusstsein und Sicherheit ausstrahlen (aufrechter Gang, entschlossene Stimme). Wenn du anfängst, den Hund zu streicheln und zu beruhigen, wenn es irgendwo knallt, denkt er sich "oh, es ist so schlimm! Selbst mein Herrchen/Frauchen hat ja Angst!".

Jede Trainingseinheit muss mit einem Erfolg abgeschlossen werden. Steck die Ziele nicht zu hoch...vielleicht am Anfang eben nur bis zur Grundstücksgrenze, dann bis zum nächsten Laternenmasten usw. Aber irgendein Ziel muss erreicht werden und DU bestimmst, wann ihr umdreht und aufhört - nicht der Hund. Sonst ist sein Verhalten von Erfolg gekrönt und er wird immer weniger Willens sein, auf dich zu hören.

Die Hundetrainerin weiß auch nicht weiter.

Schlechtes Zeichen, ich würde die Trainerin wechseln.

Die Schritt für Schritt Taktik ist eine gute Idee um die Hündin wieder langsam daran zu gewöhnen.

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Leider kann man sie mit Leckerlis und Spielzeug nicht begeistern. Deshalb sind wir auch in der Hundeschule weil wir ihr so schlecht was beibringen können. Daher haben wir uns die Hilfe gesucht. Rausgehen an sich geht meistens aber halt nicht weit. Nur morgens geht sie mit meiner Mama wohl ohne Probleme. Das ist echt merkwürdig... 

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@Geparde

Hunde reagieren wesentlich sensibler auf Mimik und Körperhaltung, als Menschen. WIE du etwas sagst hat viel mehr Bedeutung, als WAS du sagst.

Nur ein Beispiel: wenn du beim Anleinen schon im Kopf hast "ohje, hoffentlich kommt er überhaupt mit", bist du schon angespannt. Der Hund sieht das, riecht das und spürt das. Und er spiegelt deine Angst. Vielleicht macht sich deine Mutter weniger Gedanken. Es hat morgens ein paar Mal geklappt, also geht sie mit der Einstellung ran: "bei mir geht es wunderbar". Diese Entspanntheit spürt der Hund und spiegelt die Emotion.

Das ist gerade die Schwierigkeit in der Hundeerziehung: du musst immer zuerst auf dich selbst achten. Und du musst eventuell ein Verhalten verkörpern, das du selbst gerade nicht willst. Der Hund tut dir Leid, aber das darf er nicht. Du bist die positive Energie, die Rudelführerin. Der Hund muss zu dir aufschauen können. Kopf hoch, Brust raus. Du bist der Chef. Diese Führungsqualität ist hundertmal wichtiger als alles Streicheln, Spielzeug und Leckerlis zusammen.

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@offeltoffel

Wenn meine Mum zu einer anderen Zeit raus geht klappts auch nicht. 😂 liegt also nicht an der Person. Ich selbst gehe nicht mit einer angespannten Einstellung raus sondern eher mit "Überrasch mich" 

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Ich rate dir deine Hündin erstmal ans Gassie-Gehen wieder zu gewöhnen und wenn sie bei einem Geräusch Angst bekommt sie zu beruhigen den und den Spaziergang vorzuführen. Damit sich deine Hündin besser daran gewöhnt solltest du vorerst ruhige Feldwege dafür nutzen. Du kannst auch um es deiner Hündin leichter zu machen positive Verstärkungen nutzen (Lieblingsspielzeug oder etwas anderes welches sie beruhigt) und nach einem Spaziergang, bei dem es vielleicht sehr schwer für sie war, sie zu belohnen. An Silvester solltest du am besten bei deiner Hündin bleiben und sie beruhigen. Es gibt auch gute Spezielles welche Hunde beschäftigen und belohnen z.B. mit Eis-Kongs(siehe Bild).

 - (Hund, Silvester)

Belohnung finde ich gut, beim Beruhigen bin ich anderer Meinung. Ein Hund versteht nicht, dass man ihm erklären will, dass überhaupt keine Gefahr besteht. Man sagt "ist ja guuuut, ist aaaallles okaaaay" und was er hört ist "lass uns beten, dass uns nichts passiert. Ich hab genauso viel Angst wie du, aber wir stehen das irgendwie gemeinsam durch!". Das Streicheln und das Umarmen signalisiert "ich beschütze dich vor der unmittelbar drohenden Gefahr!". Aber es gibt ja keine Gefahr, also gibt es auch keinen Grund, zu beruhigen.

Ich finde, die bessere Methode ist es, lässig und souverän zu bleiben. Das ist gar nicht so leicht, aber man kann das üben. Wenn es irgendwo knallt und mein Hund den Schwanz einzieht, dann dreh ich mich gern mal um, richte mich auf, lächle keck und rufe "hey, Schisser, kommst du, oder soll ich etwa alleine Gassigehen?". Dabei wird der Hund NICHT gezogen oder gelockt...stattdessen steht man bereit und wartet, bis er kommt. Wenn er es tut, wird er belohnt ("na siehste, so is prima! Auf geht's, Digga, der nächste Baum gehört dir!").

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@offeltoffel

Wenn der hund dann wenigstens kommen würde... Wenns knallt reißt sie sich los bzw sogar aus dem Geschirr und ist über alle Berge. Da ist leider nix mit nur schwanz einziehen. 

Und an Silvester würde sie nie mit einem Kong spielen. Da hat sie ganz andere Sorgen 😂 wir geben ihr eigentlich Tabletten aber diesmal hats eh nicht gewirkt... 

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@Geparde

Hier mag ja manch anderer anders darüber denken, aber ich denke, diese Beruhigungstabletten sind abdsoluter Mist.

Die Tabletten sedieren den Hund ein wenig, nur kann er mit diesem (seinen) veränderten Zustand nicht umgehen. Und das löst bei vielen Hunden noch mehr Angst oder/und Unsicherheit aus, weil er ja nicht weiß, warum er plötzlich so düdelig ist. Und dann kommt noch die Knallerei hinzu und der Hund spürt, dass er schlapp ist und sich bei Gefahr nicht richtig zur Wehr setzen kann..... schlechte Kombination.

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Hallo,

auch wir haben einen ängstlichen Hund für den Silvester wirklich grausam ist. Von daher verstehe ich dein Anliegen und wenn andere User einmal korrekt lesen würden, ist dir das Problem nicht erst jetzt aufgefallen *Kopfschütteln*

Ich habe es so verstanden, dass du JETZT hier nach anderen Meinungen fragst. Hast du mal mit eurem Tierarzt gesprochen? Vielleicht besteht die Möglichkeit den Hund für eine kurze Zeit medikamentös zu therapieren, um zumindest mal eine Beruhigung (ich betone kurzfristig!) herbei zu führen, damit man draußen in Ruhe mit ihm üben kann. 

Es ist natürlich wirklich unglücklich, dass dann noch zig weitere laute Geräusche stattgefunden haben und euren Hund weiter verängstigt haben. Auch hier fing die Knallerei vorher und nachher an, und passiert sogar jetzt noch bisweilen, was unsere Spaziergänge dann radikal abkürzt.

Ich wünsche alles Gute!

Jetzt mal ganz ruhig...

"Am liebsten hätte ich sie angezeigt..." wie du schon sagst, ist es legal den ganzen 31. und 1.

Man darf zwei Tage im Jahr Feuerwerk machen. Das muss man nutzen wir sind den ganzen 31. und 1. beschäftigt. An denen Tagen ist es mir egal was die anderen wollen. Wenn ich einen Hund sehe höre ich auf bis er weg ist und dann geht es weiter...

Immer über alles Aufregen... Was soll das?

Ganz ehrlich. An Silvester ist das halt so... Gründe müssen sie eig. keine nennen denn wie gesagt an Silvester ist es erlaubt. 

Mein Tipp an dich: Ich kann es ja verstehen, dass du nicht begeistert bist. Aber bitte lass Feuerwerksbegeisterte machen. Störe sie nicht, sei vor allem nicht unhöflich... Denn wenn mir AN SILVESTER einer dumm kommt macht es mit erst recht spaß... immer ruhig und höflich bleiben... die meisten warten dann auch bis du mit dem hund weg bist

ich habe an silvester auch einen Hundebesitzer mit Hund gesehen. Er hat höflich gefragt ob wir 2 Minuten warten könnten. Haben wir natürlich gemacht. Wäre er unhöflich gewesen hätten wir SICHER nicht gewaret...

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