6-9 Stunden arbeiten täglich und Labrador Retriever?

20 Antworten

vergiss es bitte - dem Tier zuliebe.

Einen Welpen sollte man in den ersten Monaten grundsätzlich überhaupt nicht alleine lassen - gerade die ersten 6 Monate sind für ihn unheimlich wichtig, um Vertrauen und eine Beziehung aufzubauen - von der Erziehung ganz zu schweigen.

Gerade als Welpe muß er alle 2-3 Std. raus (Tag und Nacht), damit er lernt, stubenrein zu werden. Und auch später muss er regelmäßig raus, gefordert und ausgelastet werden.

Frühestens nach 6 Monaten könnte man anfangen, den Hund ganz langsam an das Alleinsein zu gewöhnen. Aber die max. Grenze für das Alleinsein sollte 4 Stunden nie überschreiten - und diese 4 Std. auch nur im Ausnahmefall.

Einen Hund zu übernehmen, bedeutet große Verantwortung für viele Jahre. So kannst du dem Tier nicht gerecht werden. Entweder ist eine Person da, die sich ständig um den Hund kümmern kann und für ihn da ist, oder du lässt besser die Finger davon.

Hi,

Leider hast das schon selber richtig eingeschätzt es wäre für euch beide nur Quälerei. Für dich, weil du mitleiden wirst, da zu 6-9 Std nochmal mindestens 3,4 Std Gassi gehen dazukommt, der Hund muss dazu gefüttert, gepflegt und erzogen werden, du müsstest über Monate auf deine eigenen Ruhezeiten verzichten, was dann am Ende das Ende für alle Nerven bedeutet.

Die Nerven brauchst du aber für den Hund, so lang kann kein Hund von Anfang an alleine gelassen werden, das bringt dann Probleme weil Hunde auch nur begrenzte Lösungen haben mit akuten Stress umzugehen, das ist einmal Flucht (der Hund wird an Türen kratzen etc um irgendwie rauszukommen), Kampf (der Hund zerstört mutwillig Wohnungseinrichtung um sein Frust abzubauen) oder das Totstellen (er wird sich hinlegen und heulen, Verhaltensauffälligkeiten entwickeln wie sich selber ohne Ende kratzen oder gar blutig beissen).

Daher sollte man Minimum ein halbes Jahr damit rechnen den Hund fast gar nicht alleine lassen zu können.

Und der Hund muss lernen stubenrein zu werden, wenn keiner da ist um ihn korrigieren zu können und auch niemand da ist der mit ihm raus geht wird er nicht lernen können stubenrein zu werden.

Hinzu kommt das Hunde Rudeltiere nunmal sind, die brauchen ein Rudel (wo sie auch den Menschen akzeptieren und bevorzugen) um "glücklich" und vor allem überlebensfähig zu sein. So ein Retriever ist ohne Halter quasi völlig überfordert und kann null machen, weil er Ansagen braucht, die haben zum Rudeltrieb noch rein gezüchtet bekommen das sie den Menschen besonders gefallen wollen was sie so ideal für das Training macht für Rettungsdienste, Katastrophenschutz, Therapiehunde, Behindertenbegleithunde. So ein Hund 7-9 Std alleine zu lassen der sonst mehrere Stunden mit den Menschen arbeiten und was erleben will ist absolut nicht okay.

Was du nun machen kannst wäre zB ehrenamtliche Arbeit. Geh doch mal im Tierheim mit Hunden Gassi bis du auch mehr Zeit hast oder schaue dich nach anderen Haustieren um, zB zwei Katzen, gibt da auch wunderschöne tolle Rassekatzen die durchaus sehr unterschiedlich sind. Da is auch für jeden was dabei ;) und das sind eben keine Rudeltiere die dir es übelnehmen wenn du mal nicht da bist. 

danke für die ausführliche antwort, mit ner katze kann man nix machen oder fällt dir da spontan was ein? und denkst du ich kann so eine hauskatze haben trotz der arbeitszeiten? kennst dich mit katzen bissl aus und würdest mir tipps geben? hab mich noch nie mit katzen beschäftigt, mir gehts ja eig nicht wirklich darum einen großen starken hund zu haben sondern um ein tier dem ich geborgenheit und liebe schenken kann weil mich das therapiert und mir ein unbeschreiblich gutes gefühl gibt.wäre cool wenn du mir bissl was sagen könntest zu dem thema!

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@Josep1

Hi,

Klar kann man mit Katzen auch was machen. :) Hab selber zwei :) Mein Kater kann zB Sitz, Pfote und Kopf geben, wir spielen, er bringt Spielzeug auch zurück und ist sogar wachsam und begrüsst uns auch wenn wir nach Hause kommen. Wenn wir Besuch bekommen steht er mit an der Tür während meine Hunde liegen bleiben :) Und abends wird halt gekuschelt, müsste man mit ein Hund ja auch mal machen :) 

Meine Katze hatte leider ein zu schlechten Lebensstart weswegen man mit ihr nicht soviel machen kann, sie mag lieber Knobelaufgaben. Intelligenzbretter findet die ganz toll.

Deswegen ist es für dich wichtig da eben auf die Herkunft zu achten, das die ein möglichst guten Start mit Menschen hatten. Wenn du vor der täglichen Fellpflege nicht zurückschreckt wären Maine Coons vielleicht ein guter Hundeersatz ;) die werden auch Hundekatze genannt weil die eben sehr Menschen bezogen sind, recht riesig für Katzen werden, meist nicht wasserscheu sind und recht gut aportieren können, zumindestens kommen die eher mal darauf den Ball auch mal zurückzubringen. :) 

Wer lieber es noch aktiver angeht und es etwas exotischer mag kann man nach Bengalkatzen oder Savannahs (Achtung irre teuer :( ) schauen. Das sind Rassen die mal aus Hybriden entstanden sind und sehen noch sehr nach  Wildkatze aus, sind aber sehr aktiv und wollen immer Action. 

Und Katzen eben immer erst ab zwei Tiere halten, die brauchen sich auch gegenseitig, wobei der Mensch trotzdem noch die Nummer 1 bleibt ;)  Bei Kitten drauf achten das die alt genug sind bei der Abgabe da erst ab 12-16 Wochen kaufen, damit die auch wirklich alles noch von ihrer Mutter und der Katzengruppe lernen konnten.

Unser Vermieter hatte sogar mal ein Kater mit den er Gassi gehen konnte und das ohne Leine :) aber das machen leider nicht alle Katzen mit ohne abzuhauen :) 

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@jww28

Also nur 2 holen? 1 geht nicht? Und wir reden von Hauskatzen oder? Will keine die rumstreunt und von nem auto zusammengefahren wird

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@Josep1

Ja immer erst zu zweit :) oder eine ältere unverträgliche Katze aus dem Tierheim, das Katzen sozial sind ist noch nicht so lange bekannt deswegen gibt es da häufig unsozialisierte Katzen die nicht mehr mit anderen Katzen klar kommen. Allerdings wäre die dann wirklich 7-9 Std alleine, da sie ja dann kein Katzenkumpel mehr hat mit den sie in der Zeit zb Fellpflege betreiben kann oder spielen kann, das kann bedeuten das sie nachts wenn du da bist aber schlafen willst dann Radau macht weil sie dann sozialen Kontakt einfordert. 

Und ja die genannten Rassen lässt man eher selten raus, da sie auch recht viel Wert sind, da wäre die Gefahr hoch das die geklaut werden. Daher kennen die häufig von Anfang an draussen nicht, was es etwas leichter macht sie drinnen zu halten. 

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Wie seht ihr das und gibts da Hoffnung oder wäre das nur Quälerei?

Für einen Welpen ist diese Zeit (selbst, wenn es "nur 7 Stunden" wären) unerträglich. Das steht er nicht durch. Selbst für einen älteren Hund wäre das - ganz besonders bei dieser Rasse - eine üble Quälerei. 

Alternative: Tierheim

Suche dir ein Tierheim in der Nähe. Dort braucht man immer "Gassi-Geher". Die Tiere werden es dir danken. Und du kannst es mit deiner (Arbeits-)Zeit besser eintakten.

Und falls du Sorge hast, dass du dich schon bald von deinem "neuen Liebling" trennen musst: In den Tierheimen hocken IMMER schwer oder gänzlich unvermittelbare Hunde. "Groß + schwarz (+ Rüde)" ist für viele Menschen offensichtlich ein Kriterium, das sie zurückschrecken lässt. Und auch, wenn zweifellos alle Tiere deine Zuneigung brauchen können: Diese Tiere brauchen sie ganz besonders, denn sie werden lange Zeit (und manchmal sogar den Rest ihres Lebens) im Tierheim bleiben müssen...

Was du tun musst? Tierheim raussuchen, hinfahren und sagen "Hey, freut euch! Ich bin euer neuer 'Gassi-Geher'." Dann kann's auch schon losgehen. Und da du nicht gezwungen bist, dich "rund um die Uhr" um die Tiere zu kümmern, ja, sogar mal einen, zwei oder drei Tage ganz auslassen kannst, bist du sehr viel flexibler in deiner Zeiteinteilung ... und das, ohne dass du oder ein Tier leiden muss. Ganz im Gegenteil: Sie werden dir jede Minute an Zuwendung, die du für sie hast, danken. Selbst, wenn es nur kurze Zeit oder nur ein, zwei Mal in der Woche ist...

hätte ich lust drauf, will aber zu nichts verpflichtet sein und das ganz nach lust und laune sowie zeit machen können. geht das oder wird da ein vertrag gemacht oder iwas in der art?

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@Josep1

Du machst zwar einen "Gassi-Geher"-Vertrag (rechtliche Verpflichtungen des Tierheims bzw. Absicherung gegen eventuelle Schadenersatzforderungen, etc.); aber darin stehen keine "verbindlichen Termine", zu denen du anwesend sein musst, oder so...

Im Regelfall kannst du also "kommen und gehen, wann du willst". Du musst dich nur an die "Öffnungszeiten des Tierheims" halten und/oder ggf. andere Zeiten zum Gassi-Gehen vereinbaren. Letzteres kannst du meist machen, wenn man dich schon eine Weile kennt und dir den Schlüssel zu Zwingern anvertrauen kann...

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Toller Beitrag und megacooler Name :-)

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