Kann Sekt schlecht werden?

9 Antworten

Hallo Kathie,

die Haltbarkeit von Sekt hängt neben der Lagerung, von der Qualität ab.

Herkömmlicher Sekt, wie auch Standart Cuvees von Champagner, haben eine Lebenserwartung von wenigen Jahren. Derartige Flaschen sollten nach 2 bis 3 Jahren getrunken sein.

Wenn die Flaschen sehr kühl (bei möglichst gleichbleibender Temperatur) und dunkel gelagert wurden, können sie auch nach 4 oder 5 Jahren durchaus noch trinkbar sein.

Sekt wird nicht in herkömmlicher Weise schlecht. Irgendwann nimmt die Fruchtigkeit des Sekts ab und er wird säurelastig. Irgendwann ist es Essig.

Bei undichten Korken verfliegt die Kohlensäure und es bleibt ein Stillwein.

Eine weitere Variante wäre eine Pilzinfektion. Dann riecht der Wein muffig, modrig, mit leicht adstringierendem Geschmack. Das trifft nicht nur bei Naturkorken auf.

Sekt wird allerdings niemals giftig. Er wird ungenießbar. Wenn der Sekt lediglich seine Kohlensäure verloren hat, kann man ihn ohne weiteres trinken. Er schmeckt dann wie ein Wein.

Für Gäste würde ich diesen Sekt nicht einplanen. Das Risiko ist zu groß, dass er ungenießbar ist.

Allerdings kannst Du ihn bei Gelegenheit öffnen und probieren. Wenn er keine oben beschriebenen Symptome aufweist, kannst Du ihn trinken. Ich würde damit nicht mehr lange warten

RayAnderson  😏

Kathi -  die Antwort von Ray war die einzig fachlich richtige .... die Haltbarkeit von Schaumweinen hängt von dem Säuregehalt (Weinsäure + Äpfelsäure), der Art der Schwefelung (konkret des freien Schwefels - welcher der Oxidation entgegegenwirkt), des Alkoholgehalts (je mehr - desto Haltbarer), der Lagerbedingung (gleichmässig kühl und keine Sonneneinstrahlung) und der Qualität des Verschlusses ab.

Von versunkenen Schiffen hatten Taucher fast 90jährige intakte Champagnerflaschen geborgen, deren Inhalt noch genusstauglich war (aufgrund der kühlen, dunklen und korkverschlossenen Lagerung am Meeresgrund)

Stehende Lagerung birgt das Risiko in sich, dass der Verschluss (falls er aus Naturkork ist - ansonsten spielt es keine Rolle) trocknet - und somit schrumpfen könnte, was seine Dichtigkeit beanspruchen würde. Also CO2 Verlust - und im schlimmeren Fall Sauerstoffeintrag ins Flascheninnere -also Oxidation.

Dies lässt sich aber bereits an einer Farbveränderung feststellen - wie ein angebissener Apfel an dem offenem Fruchtfleisch sich bräunlich verfärbt - so geschieht dies bei oxidiertem Wein ebenfalls.

Manche Weinliebhaber schätzen das bei hochwertigen Weissweinen - ist es gewollt, nennt man das "Altersfirnis" . Dieses firne Reifestadium könnte man Geschmacklich mit einer "Sherrynote" vergleichen.

Wie bereits zuvor zutreffend beschrieben  - kann bei einer Überlagerung ein Verlust des CO2 Drucks und ein Säureabbau eintreten - eine Geschmacksfrage, ob dieser "flache" + "stille" Wein noch schmeckt oder nicht.

Kommen Essigbakterien in die Flasche - könnte man vielleicht noch einen Salat damit anmachen - bestenfalls.

Ohne die Flasche (bzw die Farne des Inhalts) gesehen zu haben (oder deren Geruch gerochen zu haben) , kann ich aus der Ferne keine realistische Diagnose wagen - sondern nur (gerade noch soo) Genusstauglichkeit vermuten.

.... nach 2 Jahren im kühlen sollten die beiden Flaschen schleunigst getrunken werden, aber nicht mehr verschenkt.

Alkohol hält sich ewig. Naja, nicht für immer, aber doch eine sehr lange Zeit - Alkohol ist schließlich ein Konservierungsmittel. Mach die Flaschen - bei einer Gelegenheit - auf und probier mal: Ist die Kohlensäure noch vorhanden? Wie steht es mit dem Geschmack? Ich würde eine Sektprobe vornehmen, bevor ich das Zeug wegkippe.

Normaler weise hält sich verschlossener Sekt einige Jahre. Besser wird er allerdings nicht mehr. Also kosten und  selbst beurteilen.

Probieren geht über studieren. Wenn er schkecht schmeckt schütt ihn weg, sonst kannst ihn behalten.

Dem schließe ich mich an! Verschenken würde ich ihn allerdings nicht.

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