Cartilage/Helix piercing mit Piering Pistole?
Vor zwei Nächten habe ich mit ein paar Freunden eine unüberlegte Entscheidung getroffen.
Wir hatten eine Piercing Pistole und mir wurde vorgeschlagen, mir ein paar neue Ohrlöcher stechen zu lassen.
Wir haben meine Ohren mit Eis etwas betäubt und alles mit Alkohol desinfiziert. Ich habe an beiden Ohren zwei neue Ohrlöcher, eins davon ist ein Cartilage Piercing.
Der Piercing tut immer noch stark weh, zwischendurch gehts etwas aber die meiste Zeit ist das Schmerzlevel sehr hoch. Ich versuche es mehrmals täglich zu reinigen, habe auch ein Desinfektionsspray. Ich habe mich jetzt mal belesen ob die Schmerzen normal sind und habe oft gelesen dass Cartilage Percings niemals mit einer Pistole gestochen werden sollten.
Was mache ich jetzt? Lasse ich es drin und versuche es einfach gut zu pflegen oder ist die Chance auf eine ordentliche Heilung so gering dass ich es lieber raus nehmen sollte?
Update; ich denke Helix Percing passt besser/ist genauer als Cartilage Piercing
Und wenn ich es drin lasse, wie pflege ich es richtig? Ich lese überall was anderes. Soll man es drehen oder nicht? Desinfizieren oder nur mit seife reinigen?
2 Antworten
Okay.
Alles der Reihe nach. Um das was du zu vor zu unüberlegt warst solltest du dir jetzt mehr Zeit nehmen.
Auch wenn du den Schmuck jetzt herausnimmst bleibt die Verletzung des Gewebes. Das Problem ist, dass das Knorpelgewebe abgestorbene Zellen und deren Reste nur sehr langsam abtransportieren kann. Diese Zellreste verursachen Entzündungen.
Beim Stechen mit einer scharfen Nadel wird in das Gewebe geschnitten. Beim tackern entsteht eine Riss-Quezsch-Wunde und dadurch viel mehr beienträchtigtes Gewebe.
Es hilft wenn du die Entzündungsfaktoren, die durch die absterbenden Zellen ausgeschüttet werden regelmäßig wegschwämmst, indem du die Wunde spühlst. Ja, es tut weh. Das ist normal, wenn man sich verletzt.
Um die Wunden nicht zusätzlich zu reizen sollte der Schmuck, der mit der Wunde Kontakt hat, die Wunde nicht reizen. Es sollte aus Titan sein. Und damit man nichts in die Wunde bringt, natürlich steril.
Du solltest verhindern, das sich eine Entzündung verkapselt. Also das Wundsekret und eventueller Eiter muss herausfließen können. Das funktioniert meist mit dem Schmuck besser als ohne.
Als allererstes lässt du ein professionellen Piercer drüber schauen. Der kann beurteilen ob es besser drin bleibt, oder rausgenommen werden sollte.
Es ist wichtig dass du geeigneten Titanschmuck in passender Länge eingesetzt bekommst.
Du musst darauf achten, dass du Nachts nicht auf dem Piercing liegst. Dabei kann ein donut oder nackenkissen helfen, leg es einfach aufs Kissen sodass dein Ohr im freien liegt.
Außerdem solltest du den Schmuck im Alltag nicht bewegen oder anfassen. Auch nicht drehen. Jede Bewegung reißt die Wunde wieder auf, wodurch du andauernd aufs neue eine Infektion riskierst. Achte auch darauf dass du nicht mit der Haarbürste o.ä. hängen bleibst.
Das Piercing sollte 2 mal täglich mit Piercingpflegespray, oder steriler Kochsalzlösung gepflegt werden. Aufkeinenfall mit Alkoholhaltigem Desinfektionsmittel.
An den Stichkanal sollten außerdem auch keine Seife oder Shampoo. Wenn du zb deine Haare gewaschen hast, solltest du nochmal für 2-4 Minuten lauwarmes Wasser direkt aufs Ohr spritzen, sodass alle schaumreste weggespült werden.
Wenn sich Kruste bildet, lässt du sie dran. Erst wenn sie nach dem Duschen weich und locker wird, kannst du sie vorsichtig mit einem wattestäbchen weg machen. Aber wie gesagt, nur wenn sie sich von alleine lösen lässt, du sollst sie nicht abreißen.
Ah und sowohl auf Meerwasser, als auch chlorwasser sollten die nächsten zwei Monate komplett verzichtet werden
Danke für die ausführliche Antwort!!
Ich verstehe, dass Drehen oder Bewegen vom Schmuck die Wunde wieder aufreißt.
Aber wächst der Ohrring nicht ein wenn man ihn nicht bewegt? Oder ist das nur ein Mythos und sowas passiert nicht?