Was finden viele Heteros an uns Schwule eklig oder komisch?

22 Antworten

Das kann ich dir gerne beantworten.

Damals war ich genau so extrem abgeneigt, wie du es schilderst, oder vielleicht sogar noch schlimmer :-D
Heute hab ich einige schwule Freunde, die ich voll und ganz akzeptiere - und sie mich.

Der Grund dafür ist die fehlende Akzeptanz bezüglich eines "zerstörten Weltbildes"... Viele Heteros, wie ich z.B. brauchen eine gefühlte Ewigkeit, um es zu verstehen und vor allem -akzeptieren- das es gleichgeschlechtliche Beziehungen schon auch gibt... Wenn dieser "Lernprozess" dann auch noch (wie bei mir damals) durch erschütternde Situationen unterbrochen wird, kommt der lernende Hetero GAR nich mehr klar und ist VOLLKOMMEN überfordert. (Stell dir mal vor, du musst ab jetzt schwebende Nudeln als normal betrachten)
Ich war damals auf Frauensuche und wurde des öfteren von Männern 'regelrecht belästigt'.. Schon klar, dass irgendwann die Abneigung steigt, oder? Aber je stärker diese Emotionen werden, desto blinder wird man(n) im globalen Sinne... Chill einfach mit dem älter werden kommt sowohl die Weitsicht, als auch die Akzeptanz :)
Ich hoffe das hilft dir auch die Unsicherheit bzw. das beklemmende "überfordert sein" von uns Heteros zu verstehen :)
Machs gut.
QV

Es schwingt so vieles darin mit:

Fangen wir an mit unserer Erziehung und unserer uns prägenden Umwelt, da gibt es doch nur Männer und Frauen und die Heterosexualität (als quasi unausgesprochene Norm).

Auf gesetzgeberischer Seite folgten auf Liberatlitätsstrebungen der feministischen Kreise und auf das Attentat beim Christophers Street day, in dem Zuge folgte eine relative Akzeptanz von Schwulen und Lesben Gruppen, die bis zur eingetragenen Lebenspartnerschaft ging.

Doch selbst wenn sich von seiten der Staatsgewalt eine gewisse Toleranz gegenüber gay Gruppierungen ergibt, in den Köpfen der Gesellschaft herrschen erziehungsbedingt Vorbehalte- das ist leider so.

Darum - und das wirst du ja selber wissen - kostet das outing immer noch sehr viel Kraft. Selbst die eine ähnliche gesellschaftliche Erziehung haben mit vorgeprägten Muster (so und so hast du zu leben, füge dich ein , heirate kriege Kinder usw...) stehen vor der Aufgabe sich in Toleranz zu üben.

Dumme Leute sind in der Regel ungebildet/ einfältig/ intolerant.

Teils reflektieren auch Männer das Schwulsein auf sich, erleben dadurch Ängste und projektieren ihree Aengste und Agression auf jene die sie sehen .

Mithin es ist nicht nur ein kofmäßige sondern auch eine gefühlsmäßige Sache und manches hängt auch von Selbtbildnis und Selbstzufriedenheit eines Individuums ab.

Küssende Männer sind in der Öffentlichkeit eher seltener, alles was selten ist fällt auf (ginge dem Einhorn im Zoo nicht anders).

Man muss es nicht tollfinden, niemand wird jedoch gezwungen es als verwerflich anzusehen , manche können es ästhetisch schön finden andere nicht.

Was meine Person angeht sehe ich es gern wenn sich zwei Frauen küssen, die Geschmäcker - unabhängig von Toleranz oder Intoleranz - sind ja noch einmal verschieden.

Du sprachst von Ekel, dazu will ich nur sagen, dass die Herrn Sexualwissenschaftlicher vielleicht noch zwanzig Jahre früher gleichgeschlechtliche Personen als pervers betrachten haben, für gleichgeschlechtliche Männer gab es sogar einen Paragraphen im Strafgesetzbuch.

Die Weisheit von Paul Watzlawik " Und es war eine Sternstunde als man die Gleichgeschlichkeit aus dem Bereich des Abnormen/ Abweichenden herausnahm, mit einem Schlage waren hunderdtausende gesund., ist noch nicht bei allen angekommen , aber hier sieht man die historisch früheren Spuren (entweder pervers oder krankhaft und pervers).

Im übrigen tragen ja die crossdresser und transvestiten (Begriff von Magnus Hirschfeld - ein hervorragender Gutachter und Mediziner) heute - jenseits der Rehabilitation der gays und lesben) weiterhin das Kainsmal der Perversität.

Ich bin selbst nicht hetero (stehe auf Frauen) und dementsprechend wäre es komisch, wenn ich etwas dagegen hätte. Ich finde es aber extrem übertrieben, wenn man jemanden sieht und sofort weiß, dass er schwul ist, weil er sich schon ziemlich 'provozierend' verhält, ich hoffe du weißt, was ich meine :) Oder sie eben so aneinander hängen die ganze Zeit, das finde ich aber bei jedem schlimm, egal welche Orientierung, in der Öffentlichkeit kann man sich zusammenreißen :D 

Hallo!

Das liegt nicht an dem "Ekelfaktor", sondern für die Meisten daran dass es einfach "nicht normal" ist bzw. die Gesellschaft sich gemeinhin lockerer zeigt als sie ist ------> viele tun so, als wäre es ihnen egal wenn andere homosexuell veranlagt sind & echauffieren sich hinter vorgehaltener Hand trotzdem drüber, wo sie es nur können... da die Gesellschaft den Leuten zu erklären versucht es sei nicht normal und nicht in Ordnung. Das ist alles.

Ich finde den Gedanken mit einem anderen Herren die Fleischklinge zu kreuzen komisch, weil ich selber daran nichts erstrebenswertes erkennen kann. Aber wenn andere das gerne machen stört es mich nicht.

Was möchtest Du wissen?