Streng religiöse Eltern verbieten Sex?

24 Antworten

Hallo Helena,

man darf vermuten, dass die meisten Ehefrauen und Mütter mit den Jahren unter solch einem religiösen Korsett leiden, in das sie ihr Leben lang gepresst sind. Dies unterstelle ich auch einfach mal deiner Mutter. Du wirst dem großen Theater ja auch nicht aus dem Weg gehen können. Aus diesem Grund ist es ratsam, ein paar Argumente an der Hand zu haben, um ihr bei ihrer innerlichen Distanzierung, die sie mit Sicherheit auch schon gemacht hat, zu helfen. Denn die ERKENNTNIS ist schon ein kleiner Schritt zur Befreiung aus dem religiösen Wahn, und wenn wenigstens ihre Tochter diese umsetzt, ist das für sie vielleicht letztlich doch eine kleine Genugtuung.

Folgender Dialog könnte stattfinden:

"Warum darf ich mit meinem geliebten Freund nicht zusammenziehen und die Liebe in all ihren Facetten ÜBEN, bevor ich ihn womöglich heirate? Also auch Sex mit ihm haben?"

"Weil Gott das verboten hat."

"Aber warum hat er es verboten?"

"Weil es Unzucht ist."

"Warum ist es aber Unzucht?"

"Was kann dabei alles passieren. Schwangerschaft, Ansteckung, Verletzungen."

"Dann sage ich dir, was Gott noch alles verboten hat: Autofahren (extrem gefährlich), Fahrrad fahren (sehr gefährlich), Hecke schneiden, Rasen mähen, Heimwerkeln, Sport, Kirschen auf dem Baum pflücken, auf den Hocker steigen zum Wechseln der Glühbirne, in der Dusche auf einem Bein stehen, morgens aus dem Haus gehen. - Warum ist jetzt der Sex genau gefährlich? Was hat Gott ausgerechnet gegen eine Sache, die den Leuten VERGNÜGEN macht?"

Ich führe diesen Dialog hier öfter mit den radikalen Muslimen, und die sind an dieser Stelle immer mit ihrem Latein am Ende. "Gott wird schon wissen, was für uns gut ist" ist dann oft die finale hilflose Äußerung. Nun ist es aber so, dass wir Menschen zu einem eigenständigen Denken fähig sind. Und deine Mutter darf stolz sein, dass sie solch eine Tochter großgezogen hat.

Viel Glück!

Das führt doch nur zu Streit

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Wenn jemand religiös so verbohrt ist, dann helfen keine Gespräche und führen nur zum endlosen Streit. Du sprichst mit Muslimen über dieses Thema. Keinen von denen wirst du überzeugen können. Für sie gilt das Verbot und daran änderst du nichts. Die haben viel zu viel Angst vor ihrem Gott der sie dafür bestrafen wird, so sie gegen Verbote verstossen.

Es gibt Musliminnen die Sex vor der Ehe haben. Irgendwann haben sie das Problem, wie sage ich es meinem zukünftigen Mann, dass ich keine Jungfrau mehr bin ? Im Internet liest man solche Fragen von Musliminnen, die nicht wissen, was sie machen sollen. Bei manchen Frauen ist das Hymen gerissen, ohne dass sie Sex hatten. Mache das mal einem verbohrten Moslem klar, dass es auch so etwas geben kann. Die Frau muss jungfräulich in die Ehe gehen.

Es gäbe zwar die Möglichkeit ,das Hymen von einem Arzt wieder herstellen zu lassen. Aber die angebliche Sünde ist es, welche die Frauen belastet und sie keinen Mann finden der sie heiratet.

Die Männer sehen das öfter nicht so eng und haben Sex vor der Ehe. Frauen wird dieses Recht verwehrt. Es ist eben das männliche Patriarchat, welches die Frauen unterdrückt.

Der Fragestellerin ist volljährig und kann sich die Pille vom Arzt verschreiben lassen. Sie muss es ihrer Mutter nicht erzählen, denn dann würde für die Mutter eine Welt zusammenbrechen, so sie sich ihrer Mutter gegenüber offenbart. Sie kann eigentlich das Verhältnis zu einem Mann nur unter dem Deckel der Verschwiegenheit weiterführen.

Sie wurde nie aufgeklärt, weil das Thema Sex im Elternhaus ein Tabuthema ist.

Sie kann sich aber von einem Arzt über Verhütungsmethoden aufklären lassen, das würde ich ihr empfehlen.

Eigenständiges Denken ist nicht erlaubt. Es darf nur das gedacht werden, was das Patriarchat vorschreibt und daran muss man sich halten.

Religionen sind keine Friedensstifter. Sie treiben oft Keile zwischen Menschen die sich lieben, weil es unterschiedliche Ansichten gibt.

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@Ontario

Danke für diesen wunderbaren Kommentar. Sei mal gern öfter hier unterwegs.

Die Kalkulation gläubiger Muslime ist meines Erachtens die folgende: Auch ihnen ist im tiefsten Innern ihres Verstandes klar, dass es keine Höllenstrafe gibt. Aber wer weiß, vielleicht ja doch, mit der Verve, mit der der Koran das beschreibt, und dann gibt es darin auch noch mathematische Phänomene, dass zum Beispiel das Wort Tag im Koran 365mal vorkommt. Haben die neuen Rechenprogramme herausgefunden. Sollte es die Hölle also doch geben, komme ich durch Höllenvermeidung in den radikalen Gegenentwurf, das Paradies. Und dort ist es ja ebenso paradiesisch, wie es in der Hölle höllisch ist. Und das für ewige Zeiten.

Was wäre die Alternative? Doch noch mal in diesem mittelmäßigen Leben mit drei mittelmäßigen Leuten mittelmäßigen Sex haben und mich ansonsten mit Liebesschlagern beschallen dürfen? Und dafür eben womöglich in eine noch heißere Hölle kommen? Da glaube ich lieber weiter und beiß die Zähne zusammen.

Aber die Gewissheit, dass es die Hölle nicht gibt, genannt Zweifel, nagt in den Leuten. Es kommt vielleicht auf den Ehemann an, wieweit der der Mutter das Leben zur schon irdischen Hölle macht. Ich habe gerade von einer Bosnischen Mutter gehört, die sich von ihrem Religionsdeppen hat scheiden lassen.

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Die Pille gibt es seit den 60er. Es handelt sich dabei um eine sehr erprobte Medizin. Wenn dein Frauenarzt dir das empfiehlt, kannst Du dem ruhig vertrauen. Ist meiner Meinung nach die beste Verhütungsmethode, wenn man in einer beziehung steckt. Steckt man nicht in einer, sollte man immer das Kondom benutzen, um Krankheiten vorzubeugen. Das aber nur am Rande.

Ich würde mit deiner Mutte gar nicht das Gesrpäch suchen, da sie stets voreingenommen sein wird. Du bist 18 und kannst selbst entscheiden, was Du willst. Lasse dich nicht einschränken, aber suche auch nicht den Streit, denn das bringt nichts. Du wirst deine Eltern nicht umstimmen können und Du willst dein eigenes Leben. Wenn deine Eltern wirklich im "jetzt" leben, dann wissen sie, dass ihr Sex habt. Das wäre sonst sehr weltfremd.

Wenn ich hier einige Antworten lese kriege ich das kotzen. wenn du andere religionen verurteilst bist du genau so wenig tolerant!

nun zu deiner frage. das ist ziemlich schade und ich kann dich echt gut verstehen. aber lass mir dir eins sagen (bzw schreiben :D): nur weil du nicht mit allem, was die religion sagt bzw vorschreibt, einverstanden bist, heißt es nicht gleich, dass du ein schlechter christ bist! und schon gar nicht ein schlechter mensch! ich finde es echt schade das deine mutter das nicht akzeptiert und gleich traurig wird. ich weiß nicht wie deine mutter ganz genau tickt aber ich würde erstmal für den anfang versuchen ihr klar zu machen dass du nunmal nicht 100% denkst wie sie. fange nicht gleich mit dem thema sex an sondern mit irgendwas anderem. zeige ihr dass du trotzdem nicht auf ihre erziehung trittst und dass du sie trotzdem respektierst. wenn das nicht klappen sollte könntest du dich an hilfsorganisationen für mädchen richten. die kennen sich bestimmt mit diesem thema aus und können dir helfen.

was die pille angeht: die pille gibt es schon echt lange und solang du nicht rauchst und keine durchblutungsprobleme oder starke psychische leiden hast kannst du sie ruhig nehmen. ansonsten müsstest du dich nochmal ausführlich von deiner ärztin beraten lassen.

und zur guter letzt: lebe dein leben so wie du es willst! egal ob du gläubig bist, nicht gläubig oder irgendwas dazwischen bist. dir steht alles offen. und wenn es doch eskalieren könnte zwischen dir und deiner mutter denke immer daran: wenn sie dich liebt wird sie dich früher oder später so akzeptieren wie du bist. lebe nicht das leben was dir andere vorgeben (vorallem nicht was dir hier manch einer auf gutefrage. net vorgibt!) du weißt am besten was gut für dich ist.

ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen :)

Grundsatz: Man kann andere nicht ändern, sondern nur sich selbst.

Du wirst Deine Mutter nicht ändern können, und aufgrund ihrer Überzeugungen ist sie nicht bereit, Deine Haltung zu tolerieren. Damit scheidet sie als Gesprächspartnerin für diese Themen für Dich leider aus. Zum Glück hast Du in der heutigen Zeit Alternativen, um Deine Fragen zu beantworten. gf ist eine davon. Du kannst aber z.B. auch mit Deinem Frauenarzt über sowas reden. Oder einer Freundin. Oder natürlich Deinem Freund.

Du solltest Dir aber nicht durch die Überzeugungen Deiner Eltern, die Du nicht teilst, vorschreiben lassen, wie Du Dein Leben zu führen hast. Das gilt auch für Zusammenziehen usw.

An Deiner Stelle würde ich dazu stehen und meine Selbstbestimmung offen einfordern. Das ist weniger belastend und weniger verlogen, als wenn Du versuchst, vor Deinen Eltern zu verbergen, womit sie Deiner Meinung nach nicht umgehen können. Du kannst von ihnen nicht verlangen, Deine Haltung zu akzeptieren, wohl aber, sie zu respektieren. Wenn sie dazu nicht bereit sind, dann sind sie bereit, für ihre Prinzipien ihr Kind wegzuwerfen (woran man schon erkennen kann, was diese Prinzipien taugen). Z.B. bei den Zeugen Jehovas soll es so radikale Strömungen geben. In diesem Fall bleibt Dir nicht mehr, als Dich final und in jeder Hinsicht abzunabeln und nur noch nach vorne zu schauen.

Sprich lieber mit deiner Ärztin, schildere ihr das Problem mit Eltern, deiner Mutter, der Religion.

Pille ist nicht gleich Pille, die Hormone darin sind unterschiedlich dosiert. Deine Ärztin verschreibt.

Wenn Dir die Pille nicht bekommt,wird sie Dir eine andere verschreiben, du musst ü es halt verlangen.

Für viele junge Frauen sind die gängigen Antibabypillen zu hoch dosiert. Bitte deine Ärztin um schwächere, wenn sie es für vertretbar hält.

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