Wieso raten die meisten einen davon ab zur Bundeswehr zu gehen?

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13 Antworten

1. Du verpflichtest Dich nicht lebenslänglich. Du verpflichtest Dich auf Zeit und nur bei Eignung und guten Beurteilungen durch die Vorgesetzten kannst Du Berufssoldat werden - wenn es denn auch der Stellenplan erlaubt. 

2. Als Soldat ist es nicht Deine Aufgabe, an Paraden teilzunehmen, sondern auf Befehl (Auftrag, Parlamentsbeschluss) den Willen der politischen und militärischen Führung durchzusetzen, also auch zu töten; das ist die originäre Aufgabe des Militärs und damit des einzelnen Soldaten. 

3. Ein Soldat kann natürlich auch getötet oder, noch schlimmer, schwer verwundet werden (Gliedmaßen abgetrennt, Verbrennungen, aber auch psychische Belastungen durch Angst, durch den Anblick von Toten, von herausquellenden Gedärmen usw.). Dann ist es nichts mehr mit Disko, schnellen Autos und schnellen Frauen. Das schreckt die nicht leistungsbereite Jugend ab, die ja auch körperlich und geistig nicht das nötige Rüstzeug hat. 

4. Wenn ältere Herren über den Krieg reden, meinen sie den Zweiten Weltkrieg, und nein, schon da war es war nicht wie ein Videospiel. Es war blutig - in echt - und grausam und niemand hat sich um die Soldaten nach Ende des Krieges und/oder Gefangenschaft gekümmert. OK, das ist heutzutage besser geworden. 

5. Ob "die meisten" Leute von der Bw abraten, kann ich nicht sagen. Früher waren es die grünen Müslifresser, die gegen die Bw waren. Nachdem sie aber in der Politik mitbestimmen dürfen, haben sie ja auch Kriegseinsätzen zugestimmt. 

6. Es gibt natürlich auch Stimmen, die sagen, Deutschlands Freiheit wird eben nicht am Hindukusch verteidigt. Und wenn man weiß, dass Deutschland im Nahen Osten alle Kriegsparteien mit Waffen beliefert - sogar Saudi Arabien, das wiederum Al-Kaida und den IS unterstützt -,und Waffengeschenke in Milliarden-Euro-Höhe (also unsere Steuergelder) in Krisengebiete liefert, kann man sich schon fragen, ob man militärische weltweite Interventionen gutheißen und damit auch wirklich vertreten kann. 

7. Es ist ein Unterschied, für eine Armee zu sein, die den Auftrag der Landesverteidigung hat oder für eine Armee zu stimmen, die sich auf Zuruf in irgendwelche Streitereien einmischt, deren Gründe man nicht immer nachvollziehen kann. 

Das Leben ist nun einmal nicht schwarz-weiß und jede Seite hat sicher mal gute Argumente für ihre Sicht der Dinge. Die solltest Du Dir also mal ganz in Ruhe anhören und die Standpunkte vergleichen. Das kann Dir niemand abnehmen. 

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Viele Leute (und auch meine Familie) sagten mir die Bundeswehr ist schlecht. Wenn man dann genauer nach hakt sind es mehr Ängste. Die Angst einen Freund oder ein Familienmitglied zu verlieren.

Aber auch die Unwissenheit macht vielen zu schaffen. Viele wissen nicht was man in der Bundeswehr macht. Da durch entstehen Gerüchte und Vorurteile,welche selten wahr sind.

Meine Eltern meinten, ich solle doch Polizist werden. Das sei deutlich ungefährlicher. Ironischerweise hat man ein paar Tage nach dieser Aussage einem Polizisten eine Machete in den Kopf gerammt (der Angreifer wurde von dessen Kollegen erschossen, der Polizist überlebte).

Es ist also die Angst und Unwissenheit. Das ganze hat aber auch eine gewisse Berechtigung. Nicht alles bei der Bundeswehr ist einfach, nicht alles ist nur Camping. Auch mir war manchmal der Gedanke gekommen-man, dass ist ziemlich gefährlich. Ich hab immer noch Respekt vor Handgranten oder GMWn.

Ganz ehrlich-jeder muss selbst wissen was er will und ob die Bundeswehr seins ist. Man kann innerhalb der ersten 6 Monate ohne Probleme aufhören, für manche der bessere Weg. Ich bin mit der Bundeswehr zufrieden, ich mach das gerne. Aber auch ich habe bemerkt, dass ich mich schon verändert habe. Ob das positiv ist, wer weiß.

Geh deinen Weg und such dein Glück selbst. Solange du dich im Rahmen von Recht, Gesetz und Moral bewegst ist alles ok!

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Viele Menschen glauben das du sobald du bei der Bundeswehr bist in Auslandseinsätze geschickt wirst und dort getötet oder verwundet wirst und dann den Dienst nicht mehr ausüben kannst.

Außerdem hat die Bundeswehr nicht so ein Image wie z.B. die Army hier kommen die Anwärter freiwillig weil es dort eine Ehre ist für das Land zu dienen und manchmal ganze Familien schon fürs Militär gearbeitet haben in Deutschland ist dies nur selten der Fall und die Bundeswehr ist eher uncool.

Die meisten Menschen glauben auch das man bei der Bundeswehr nur Kanonenfutter ist

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Lebenslänglich verpflichtet man sich ganz gewiss nicht bei der Bundeswehr.
Man kann sich für mehrere Jahre verpflichten. Und in der Zeit kann es auch sein das du ins Ausland geschickt wirst (aber so genau weis ich das nicht).
Bei der Bundeswehr hat man sogar rech gute Chancen auf einen beruflichen Aufstieg. Man kann nämlch z.B. auf Kosten der Bundeswehr studieren.

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Hallo,

es kommt immer drauf an was genau du machst.

Es gibt sicher Berufe bei der Bundeswehr die fordernd sind aber die meisten dürften wohl nur zwei Hauptaufgaben haben .. den Zapfen streicheln und aufpassen das niemand die Kaserne klaut.

Aus meiner Erfahrung gehen größtenteils Leute zur Bundeswehr die einfach in der Privatwirtschaft keinen Fuß fassen können, wissen das sie beim Bund regelmäßiges Gehalt bekommen ohne groß was dafür leisten zu müssen.

Von den ganzen Leuten die dort sind um ihr minderwertiges Selbstwertgefühl, dank Befehlsstruktur, dadurch aufbessern andere herum zu scheuchen fange ich gar nicht erst an. 

Auch habe ich viele getroffen die zwar beim Bund sind, sich aber gegen Auslandseinsätze wehren und auch nicht auf Menschen schießen wollen. Was machen solche Menschen bitte bei der Bundeswehr? Das ist eine Armee und wer sich der Konsequenzen nicht bewusst ist und bereit ist solche auszuführen der ist dort einfach fehlbesetzt.

Da man auch noch auf Befehl arbeitet, muss man nicht mal sein eigenen Hirn nutzen.

Das Image der Bundeswehr ist seit Jahren eher mäßig und das aus gutem Grund.

Mfg 

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Tja, das Image der Bundeswehr hat sich trotz der massiven PR-Kampagnen der letzten Jahre nicht deutlich verbessert und das hat auch seine Gründe. Das ganze Konzept ist irgendwie reaktionär und nicht mehr wirklich Zeitgemäß. 

Rückblickend sind ich die knapp 2 Jahre, die ich selbst dort verbracht habe, mit gemischten Gefühlen verknüpft. Einerseits war es ziemlich lustig, eine spannende Zeit, in der ich viel über mich selbst gelernt habe, andererseits war es eine monumentale Zeitverschwendung, weil es eine unproduktive Zeit war , die mich kein Stück weiter gebracht hat im Leben. Ist wohl teilweise ein Widerspruch in sich, aber so empfinde ich es.

Nun ist es nicht einfach zu sagen, ob die Bundeswehr für dich eine gute Option ist. Das hängt vor allem davon ab, was du dir vom Leben erhoffst. 

Außerdem ist es natürlich ein ganz empfindlicher Unterschied, ob man im niederen Fußvolk als Mannschafter sein Leben fristet oder zum Beispiel als technischer Offizier. Will heißen: Mit einem Master-Abschluss in einem MINT-Fach bist du beim Bund gefragt wie ein bunter Hund und wirst Minimum als Offizier eingestellt.

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Kommentar von HansH41
23.11.2016, 09:34

"Mit einem Master-Abschluss in einem MINT-Fach bist du beim Bund gefragt wie ein bunter Hund und wirst Minimum als Offizier eingestellt."

Das ist zwar richtig, aber noch richtiger ist: Offiziersanwärter bekommen an den BW-Universitäten einen Universitäts-Abschluss.

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Beginnst Du bei der Bundeswehr eine Laufbahn, hast Du es mit dem dort Erlernten oftmals schwer, im zivilen Leben später einen Beruf zu finden (wenn Du denn in den zivilen Bereich wechseln musst / möchtest). Warst Du also bei der Bundeswehr als Feldjäger, was willst Du dann im zivilen Leben als Beruf machen? Gut, warst Du bei der Bundeswehr als (gelernter) Koch tätig oder als Kfz-Mechatroniker in der Instandhaltung der Fahrzeuge, kann das anders aussehen. Aber ein Bekannter, der bei den Fallschirmspringern war, hatte es im zivilen Leben mehr als schwer, da er als ungelernt galt.

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Kommentar von TitusPullo
22.11.2016, 22:39

Ähm Falschirmspringen bei Jochen Schweizer anbieten? ;D

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Kommentar von GhostOA
22.11.2016, 22:52

Ist auch verständlich- die Mannschaften erhalten eine rein militärische Ausbildung, welche im zivilen nicht benötigt wird. Deswegen sollen Mannschaften nicht lange bleiben oder aber erst mit abgeschlossener Ausbildung bei der Bundeswehr anfangen. Wird leider nicht oft umgesetzt.

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a) Ich habe mir alles andere als die Zukunft verbaut. Ich habe wahrscheinlich mit Abstand den tollsten Beruf! Ich erhalte eine fordernde Ausbildung mit Qualifikationen, die ich im Zivilen nie erhalten hätte. Ich habe später die Möglichkeit mit neustem Gerät und aktuellsten Standards arbeiten zu dürfen. Nebenbei werde ich im Studium begleitet und bei Bedarf auch unterstützt.

b) Man ist keineswegs verpflichtet lebenslang dabei zu sein. Meistens ist es gar das Gegenteil. Nach dem DZE kann man tun und lassen, was man will. Aber wenn man einmal BW-Luft geschnuppert hat will man nicht wieder ins Zivile - so meine Einstellung.

c) In der Heimat und im Auslandseinsatz ist man bestens versorgt! Man erhält eine qualifizierte Ausbildung und den größtmöglichen Schutz. Klar, sicherer als in Afghanistan geht es bestimmt! Aber da wird eben dafür gesorgt, dass man bestmöglich geschützt wird.

Abschließend: Nein, ich kann diejenigen nicht verstehen. Zumindest die Meisten. Bei 98% der Leute handelt es sich um linke Sozialsystemschmarotzer die die Staatsgewalt ablehnen aber die ersten sind, die bei Demos den Stein in Richtung Polizei schmeißen und sich hinterher beschweren, dass sie einen Strahl Pfeffer abbekommen haben. Oder Leute "die mal gehört haben ...". Meiner Meinung nach mit die Schlimmsten. Die anderen 2% sind deine Eltern, Freunde und Familie. Die haben vermutlich schlichtweg Angst um dich.

Ich für meinen Teil bin absolut froh dabei sein zu dürfen. Jeder Zeit wieder!

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Kommentar von W4hrheitsf1nder
23.11.2016, 09:48

linke Sozialsystemschmarotzer 

Jemand der nicht mal so differenzieren kann das er linke und linksextreme auseinander halten kann, ist bei der Bundeswehr bestens aufgehoben. 

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Kommentar von sgn18blk
23.11.2016, 12:26

Die meisten meiner Freunde raten es mir ab und meine Eltern meinen, ich soll tun was ich für richtig halte. Sie haben auch gesagt egal was ich mache, sie unterstützen mich dabei.

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Lies mal "10 Tage im November" von Johannes Clair.

Ist ein Deutscher Fallschirmjäger gewesen der seinen Dienst als Soldat auf Zeit für 4 Jahre hatte und der im Jahre 2010 in Afghanistan war.

Er hat alles detailliert in seinem Buch geschrieben, wie es für ihn war in der Ausbildung, der Flug in den Einsatz, ein halbes Jahr dort zu sein und wie es sein Leben prägte.

Er war zu einer Zeit dort wo die Bundeswehr sehr offensiv und aggressiv gegen die Taliban vorgegangen ist.

Er hat bis heute PTBS. Warum, wirst du im Buch sehen. ( Er erzählt direkt aus seinen Erlebnissen. Es ist nicht nur so irgend ein Buch sondern alles was er erzählt ist auch ihm wirklich widerfahren )

Eine andere gute Serie die ich dir noch empfehlen kann wäre :

"Our Girl" auf deutsch "eine Frau an der Front"

Da siehst du auch wie das Soldaten leben ist, von der Bewerbung bis zur AGA bis hin nach Afghanistan und zurück sowie mit den Entscheidungen und Dingen die man dort gemacht bzw. erlebt hat damit umzugehen und sie ein Leben lang zu verarbeiten.

Da geht es zwar um eine Frau die als Sanitäterin in Afghanistan war, aber die Serie ist recht modern angelegt und spielt im Jahre 2014 ( ihre Geschichte ist fiktiv )

( und es ist zwar aus Sicht der britischen Armee da es eine britische Serie ist aber sehr gut gemacht )

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Geh zu dem Beratungsgespräch und bilde dir selber ein Urteil!

Lass dich nicht durch dummes Gerede von Leuten,die keine Ahnung haben irritieren.

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Kommentar von sgn18blk
22.11.2016, 22:38

Danke Dir. Werde ich auf jeden Fall machen.

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Durch einen Beitritt zur Bundeswehr bist du nicht lebenslang verpflichtet.

Du lernst dabei Dinge, die du auch später im Leben gebrauchen kannst - z.B. jedem Idioten zu gehorchen, nur weil er dein Vorgesetzter ist.

Das kann im Arbeitsleben sehr hilfreich sein und viele Personalchefs wissen das auch.

Außerdem sind die Ausbildungen Spitze,

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Hallo!

Ich würde mich an ein Karrierecenter (hieß früher Kreiswehrersatzamt) der BW wenden, die können Dich dort meist gut beraten ;-)

turtle

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Also, allgemein habe ich auch von vielen Personen eher negative EInstellungen gegenüber der BW gehört. Man verpflichtet sich nicht lebenslänglich sondern nur unter bestimmten Umständen für 10-20 Jahre. Dafür besteht jedoch die Gefahr, dass man in den Außendienst in ein Kriegsgebiet geschickt wird. 

Es hat alles sein für und wider, aber ich persönlich finde es auffällig, dass die BW so extrem viel Werbung macht (Neustes Projekt ist ein Youtube Channel "DieRekruten") 

Aber wie gesagt: Es hat auch viele positiven Seiten

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Kommentar von 19Sunny96
23.11.2016, 07:47

Auch die Bundeswehr als Arbeitgeber muss nach Aussetzung der Wehrpflicht für neues Personal sorgen. Das ist absolut legitim.

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