Wieso muß der Koran in Arabisch gelesen werden?

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Der Koran muss nicht auf Arabisch gelesen werden, sondern es kann auch eine Übersetzung des Koran gelesen werden:

Ja’far As-Sadiq (a.) berichtete, dass Prophet Muhammad (s.) sagte: „Wenn eine fremdsprachige Person von meiner Nation den Qur’an in einer Fremdsprache liest, dann heben ihn die Engel auf Arabisch empor.” [Al-Kafi von Al-Kulaini, Band 2, Seite 343, Hadith 1]

Es gibt sehr verschiedene Übersetzungen des Koran, die sich teilweise schon voneinander unterscheiden. Wenn man kein Arabisch spricht, dann kann man natürlich mehrere Übersetzungen vergleichen und eine Koranexegese (Tafsir) lesen.

Langfristig bietet es sich natürlich an, die arabische Sprache zu lernen. Dazu ist man als Muslim auch angehalten:

Aslami berichtete von seinem Vater, dass Imam As-Sadiq (a.) sagte: „Erlernt das Arabische, denn es ist Gottes Wort, mit dem Er zu Seiner Schöpfung sprach.” [Wasa’il-ush-Shi’ah von Al-Hurr Al-Amili, Band 5, Seite 84, Hadith 1]
Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Viel dazu gelesen und durch einen Freund gelernt 👳

Danke.

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Hast du zu der ersten Aussage von Ja’far As-Sadiq einen Link? Ich finde das nicht bei ihm auf Englisch.

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Man ist also angehalten sich arabisieren zu lassen.

Nein Danke !

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Hast du zu der ersten Aussage von Ja’far As-Sadiq einen Link? Ich finde das nicht bei ihm auf Englisch.

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Es ist nicht zulässig, den Qur'an in einer anderen Sprache als Arabisch zu rezitieren, denn wenn der Qur'an übersetzt wird, ist er nicht mehr der Qur'an, sondern ein Tafseer (Erläuterung) des Qur'an. Daher ist die Mehrheit der fuqaha' der Meinung, dass es verpflichtend ist, den Koran im Gebet auf Arabisch zu rezitieren, und dass die Rezitation nur auf Arabisch gültig ist.

Die Übersetzung des Korans in viele verschiedene Sprachen hat es für nicht-arabischsprachige Menschen sicherlich einfacher gemacht, den Text zu verstehen. Aber es gibt nur ein Buch, das als Koran bezeichnet werden kann, und das ist der arabische Text, der dem Propheten, Friede sei mit ihm, offenbart wurde. Muslime auf der ganzen Welt bemühen sich, den arabischen Text zu verstehen und zu lesen, denn sie diskutieren die Botschaft des Korans auch in ihrer eigenen Sprache. Dies ist ein sehr positives, mehrsprachiges Phänomen, das zur Dynamik des Islam beiträgt.

Vielmehr sollte die Frage gestellt werden, warum es auf Arabisch offenbart wurde.

Der erste und vielleicht offensichtlichste Grund wird bereits im Koran genannt: Da der Gesandte Allahs (Friede sei mit ihm), der diese Botschaft verkünden sollte, ein Araber war, ist es nur natürlich, dass die Botschaft in seiner Sprache verkündet wird:

Und hätten Wir dies als Qur'an in einer Fremdsprache (außer Arabisch) gesandt, hätten sie gesagt: "Warum werden seine Verse nicht ausführlich (in unserer Sprache) erklärt? Was! (Ein Buch), das nicht auf Arabisch ist, und (der Gesandte) ein Araber?" Sprich: "Es ist für diejenigen, die glauben, eine Rechtleitung und eine Heilung. Und für diejenigen, die ungläubig sind, ist es eine Schwere (Taubheit) in ihren Ohren, und er (der Qur'an) ist eine Blindheit für sie. Sie sind diejenigen, die von einem weit entfernten Ort gerufen werden (so dass sie weder hören noch verstehen). [41:44]

Ein weiterer wichtiger Grund betrifft das Publikum, das die Botschaft empfangen sollte. Die Botschaft musste in einer Sprache verfasst sein, die von dem Publikum, an das sie zuerst gerichtet war, verstanden wurde, d. h. von den Bewohnern von Mekka und den umliegenden Gebieten:

Und so haben Wir dir (o Muhammad SAW) einen Qur'an auf Arabisch herabgesandt, damit du die Mutter der Städte (Mekka) und alles um sie herum warnst und (sie) vor dem Tag der Versammlung warnst, an dem es keinen Zweifel gibt, wenn ein Teil im Paradies sein wird (diejenigen, die an Allah glauben und dem folgen, was Allahs Gesandter SAW ihnen brachte) und ein Teil im lodernden Feuer (Hölle) [42:7]

Der Qur'an enthält Offenbarungen von Allah, und die wahre Natur der Offenbarung ist es, die Menschen von der Dunkelheit zum Licht zu führen:

(Dies ist) ein Buch, das Wir dir (o Muhammad SAW) herabgesandt haben, damit du die Menschen aus der Finsternis (des Unglaubens und der Vielgötterei) ins Licht (des Glaubens an die Einheit Allâhs und des islamischen Monotheismus) führst, und zwar mit Erlaubnis ihres Herrn auf den Weg des Allmächtigen, des Besitzers allen Lobes. [14:1]

Die Offenbarung kam in der Sprache des Gesandten und seines Volkes, damit sie verstanden werden konnte:

Wahrlich, wir haben ihn als Qur'an in arabischer Sprache verfasst, damit ihr (seine Bedeutungen und seine Ermahnungen) verstehen könnt.

Beim Verstehen einer Botschaft sind zwei Schritte wichtig:

Die Botschaft richtig und vollständig zu empfangen, in diesem Fall, die Worte richtig und vollständig zu empfangen.

Sie zu "entschlüsseln", also die Bedeutung der empfangenen Nachricht zu erfassen.

Nur die Kombination der beiden Elemente, d.h. Empfang und Entschlüsselung, führt zu einem richtigen Verständnis der Nachricht.

Es ist nicht richtig anzunehmen, dass das Verstehen des Qur'an, um daraus Rechtleitung zu ziehen, von der direkten Kenntnis der arabischen Sprache abhängt, denn es gibt zahlreiche arabischsprachige Menschen, die die Botschaft des Qur'an nicht verstehen. Vielmehr sagt uns der Koran, dass die richtige Rechtleitung nur von Allah kommt:

'Dies ist die Rechtleitung Allahs, mit der Er rechtleitet, wen Er will von Seinen Dienern....' [6:88]   

Die Sprache des Qur'an zu verstehen, ist jedoch eine Voraussetzung, um seine Bedeutung vollständig zu erfassen.  [Auszug aus islamqa.org/hanafi/daruliftaa-birmingham/171646]

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Islamisches Wissen gemäß der Ahlus Sunnah wal Jama'ah
wenn der Qur'an übersetzt wird, ist er nicht mehr der Qur'an, sondern ein Tafseer (Erläuterung) des Qur'an

Ziemlich schlau ...

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@Dafur

Das ist nicht schlau, sondern Blödsinn. Eine Übersetzung ist keine Exegese (Tafsir). Eine Exegese erklärt etwas, also wie die Verse im Koran zu verstehen sind. Das geht weit über die Übersetzung hinaus.

Die Antwort ist inhaltlich falsch.

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@PrinceSaid

Ich meinte, die Behauptung ist ziemlich schlau.

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@PrinceSaid

Das, was du hier sagst, ist Blödsinn. Jeder, der sich auskennt, merkt das sofort. Die einzelnen Koranübersetzungen sind selbst Erklärungen. Das sieht man daran, dass wenn so ein nicht-arabischsprachiger Schlaumeier mithilfe von Übersetzungstools versucht, den Koran ins Deutsche zu übersetzen. Ja, geanu! Da kommt nur Schwachsinn heraus.  

Daher wird jemand, der Muslim ist, Arabisch versteht und sich das Verständnis der Salafs zu eigen macht, mit Hilfe der Sunna den Koran richtig interpretieren und JA eine ungefähre Bedeutung, denn es ist keine Übersetzung, sondern eine Erläuterung. Und das war es mit meinem Beitrag, damit die Falschinformation gegen die schiitische Sekte gewarnt bleibt.

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@marmoris
Die einzelnen Koranübersetzungen sind selbst Erklärungen.

Der Satz ist total widersprüchlich. Wäre eine Übersetzung eine Erklärung, wäre es ja eine Erklärung und keine Übersetzung.

Das sieht man daran, dass wenn so ein nicht-arabischsprachiger Schlaumeier mithilfe von Übersetzungstools versucht, den Koran ins Deutsche zu übersetzen. Ja, geanu! Da kommt nur Schwachsinn heraus. 

Die Übersetzer beherrschen die arabische Sprache. Viele Übersetzungen stammen aus Zeiten, wo es noch gar keine Übersetzungstools oder das Internet gab. Du redest wirklich Unsinn.

Und das war es mit meinem Beitrag, damit die Falschinformation gegen die schiitische Sekte gewarnt bleibt.

Und was hat die Schia jetzt mit irgendwelchen Koranübersetzungen zu tun? Du redest wirklich wirres Zeug.

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@marmoris

Zum einen habt ihr beide recht und unrecht. Eine Übersetzung ist zwar kein Tafsir, aber jede Übersetzung tendiert zur Interpretation, da immer das Verständnis des Übersetzers mit einfließt, auch wenn er keinen eigentlichen Kommentar schreibt.

aber: es auf das Verständnis der Salaf zu reduzieren und alle anderen Verstehensweisen damit auszuklammern, welche nicht dieser entspricht, ist einseitig und tendenziös.

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Völliger UNSINN, und eine reine Nebelkerze, die von Moslems gezündet wird, um die Absurditäten und offensichtlichen Fehler im Koran zu vernebeln!

Wenn man den Koran auf Arabisch liest, versteht man ihn genausowenig!

Wenn Dich das näher interessiert, empfehle ich Dir das Buch von Norbert Pressburg "Goodbye Mohammed": Dort nimmt er die "heilige Schrift" gründlich auseinander - unter besonderer Berücksichtigung des dortigen Arabisch!

Ich verstehe deinen Hass nicht gegenüber dem Islam, hör doch nicht einfach auf unnötige Kommentare zu geben. Niemand hat nach deinet Meinung gefragt 😛

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@Keks526

DOCH: FS haben gefragt!

Wenn Du Hass gegen den Islahm nicht verstehst, verstehst Du GAR NICHTS!

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@MarcelDuchamp

Du kennst die Religion nicht, also hast du kein Recht sowas zu sagen :)

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@Keks526

Ich lese derzeit mein 34. Buch über den Islahm!

Wieviele hast Du gelesen???

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@MarcelDuchamp

Erstens heißt es Islam, zweitens bin ich selber Muslim, und deine Bücher kenne ich alle :) Die verfasser sind genauso Hoffnungslose fälle wie du

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Du kannst also Arabisch, dass du solches behauptest?

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@mulan

Nein, ich verlasse mich auf vertrauenswürdige Autoren, die das können;)

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@MarcelDuchamp

Woher weißt du, dass es vertrauenswürdige Autoren sind, die Arabisch beherrschen? … Wer sich auf eine bestimmte Lesart nur einiger Wissenschaftler stützt, welche nicht von allen geteilt wird (ein gewisser Herr Luxenberg z.B. ist nicht unumstritten), die Lehrmeinungen anderer ignoriert oder nicht kennt und zu alledem selber kein Arabisch kann, ist gut beraten, vorsichtig zu sein im Beurteilen von Dingen, von denen er eigentlich keine Ahnung hat. … Wer Arabisch kann, versteht den Quran u.U. sogar besser als mit jeder Übersetzung, da vieles im Arabischen an Feinheiten steckt, die in den Übersetzungen kaum oder gar nicht zu erkennen sind.

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@mulan

Ehrlich gesagt sind mir Feinheiten schnuppe, wenn ich eine Frau mit Niqab oder mit Burka oder auch nur mit Hijab sehe!

...das ist für mich mehr als ausreichend, mir ein Urteil über den Islahm zu bilden.

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@MarcelDuchamp

Das ist eine ignorante Haltung. Und den Begriff „Islam“ ständig zu verballhornen ist auch kein Ausdruck von Sachlichkeit und Respekt gegenüber Muslimen. Es langweilt zudem. Dass Feinheiten dir Schnuppe sind, ist verständlich, da du diese nicht kennst, um sie in Betracht zu ziehen. Sie könnten ja Ansichten infrage stellen. Also wozu diese, wenn sie nur stören und zum Umdenken führen könnten?

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@mulan

Wo Du Recht hast, hast Du Recht!

- Ich lese genug Dinge über den Islahm, um umdenken zu können - Habe bislang aber noch keine Veranlassung dazu erkennen können.

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@MarcelDuchamp

Gegen Ignoranz ist ja auch noch kein Kraut gewachsen. Verstehe ich voll.

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Wieso muß der Koran in Arabisch gelesen werden?

Das ist eine klassische Ausrede arabischer "Muslime", wenn man sie mit Gewaltversen, Ungenauigkeiten oder Dummheiten im "Koran" konfrontiert.

Da sie wissen, dass der durchschnittliche Europäer kein Arabisch versteht und auch nicht gewillt ist, eine derart fremde und schwierige Sprache zu erlernen, kann man sich auf diese Weise wunderbar aus der Affäre ziehen.

"Also im Arabischen sagt dieser Vers etwas ganz anderes aus, nämlich..."

ja, schnell wird da aus den 72 vollbusigen Frauen, die gut passen (was immer das heißen soll), das "würfelförmige Land".

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Aus demselben Grund, aus dem die Bibel auf der aramäischen Rückübersetzung und Althebräisch gelesen werden sollte. Einerseits passieren tatsächlich Übersetzungsfehler, andererseit können Worte und Gedanken manchmal gar nicht übersetzt werden, weil sie aus dem soziokulturellen Kontext des antiken Orients keine Entsprechung oder annähernde Beschreibung in anderen Sprachen haben. Oft werden zudem Übersetzungen falsch interpretiert, weil Worte in einer Sprache eine andere Wirkung haben als in der anderen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Anthropologie, Orientalistik & Biologie-Studium
aramäischen Rückübersetzung

prima Tipp: vermeide Übersetzung, und lese dafür eine andere Übersetzung

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@wilmaed

Tatsächlich, denn Aramäisch ist das beste Medium um die Interpretationen haargenau in den soziokulturellen, altorientalischen Kontext einzubetten und die Aussagen Jesu so genau und realitätsgetreu wie möglich wiederzugeben. Mit den altgriechischen "Original"-Texten funktioniert das nicht.

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@leChatNoir267
haargenau in den soziokulturellen, altorientalischen Kontext einzubetten

man muss den altgriechischen Text interpretieren (auslegen), um ihn übersetzen zu können.

Um diesen noch einmal zu interpretieren.

Mit toten Sprachen, deren Kultur und Sprache wir mangelhaft kennen.

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@leChatNoir267

Was du meinst, ist die Peschita. Diese ist zeitgleich bis später als das Neue Testament entstanden. Sie ist eine Übersetzung der Originalschriften des NT.

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@wilmaed
man muss den altgriechischen Text interpretieren (auslegen), um ihn übersetzen zu können.

Die altgriechischen Texte des Neuen Testaments waren zum größten Teil im Original Aramäisch, gerade was die vier Evangelien angeht, welche natürlich die wichtigsten Texte sind. Wörtliche Rede Jesu auf Altgriechisch zu lesen und zu interpretieren ist geradezu absurd. In einer Rückübersetzung interpretiert man die altgriechischen Texte auf die soziokulturelle Art der Aramäer und bringt sie in den Orginalzustand. Deshalb Rückübersetzung. Somit übersetzt man sie nicht erneut, sondern macht lediglich die vorige Übersetzung ins Altgriechische rückgängig. Dafür gibt es Experten.

Denn:

Mit toten Sprachen, deren Kultur und Sprache wir mangelhaft kennen.

Aramäisch ist keine tote Sprache. Im Gegensatz zu Altgriechisch. Aramäisch lebt und wird noch immer von fast 1 Million Menschen als Muttersprache gesprochen. Sie ist mit über 3000 Jahren eine der ältesten durchgehend gesprochenen Sprachen der Welt. Die heutige Kultur sowie ihre Entwicklung sind uns vollkommen bekannt.

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@Dafur

Was ich meine, ist nicht wirklich die Peschitta. Die Peschitta umfasst grob gesagt die gesamte Bibel. Es gibt jedoch heutzutage Experten, die gewisse Fragmente der Bibel, bei denen es sinnvoll ist, zurück in die eigentliche Originalsprache Aramäisch übersetzen und dabei penibel auf eine dem soziokulturellen Kontext gemäße Interpretation achten, da sie dieser Kultur kundig sind. Wie ich in einem anderen Kommentar bereits geschrieben habe, ist das genau genommen keine neue Übersetzung, sondern lediglich eine Rückübersetzung in die Sprache aus der die Texte vorher ins Altgriechische hinein übersetzt wurden. Die Peschitta hingegen, weißt nicht an allen Stellen eine korrekte Interpretation und damit Übersetzung auf, sondern ist an vielen Stellen lediglich die wörtliche Übersetzung der altgriechischen Texte in die syrische Sprache.

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@wilmaed

Wie man an der letzten Frage die ich auf GuteFrage.net gestellt habe sehen kann, bin ich es leid, dass Leute hier nicht zivilisiert debattieren, auch mal Argumente anerkennen, richtige Argumente geben oder wenigstens freundlich bleiben wollen. Warum muss es denn immer eine Schlammschlacht sein? Wirklich sehr eloquente und intelligente Antwort deinerseits... So müssen wir nicht weitermachen.

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@leChatNoir267

Wenn du von "Orginalzustand" sprichst, obwohl es nur eine geratene Übersetzung ist, dann musst du mit so einer Reaktion rechnen.

Versuche von „Rückübersetzungen“ aus dem, was Jesus Christus vielleicht auf Aramäisch gesagt haben könnte, seien in den 1970er Jahren beliebt gewesen, „sind aber untauglich. Uns ist als einzige verbindliche Quelle der griechische Text der Bibel zugänglich.“
Man könne „nicht hergehen und aus einer angeblich falschen Übersetzung das richtige Original rekonstruieren wollen. Das ist methodisch absurd“, so Söding.

https://religion.orf.at/v3/stories/2883219/

mal Argumente anerkennen

der altgriechische Text muss interpretiert werden, um ihn übersetzen zu können. In eine Sprache, die TOT ist:  jüdisch-palästinische Aramäisch (galiläisches Aramäisch) spricht heute niemand.

. Jewish Palestinian Aramaic is a dead language, despite its prominence within the Talmudic writings.

https://www.amazon.com/Bajlom-Nkotzij-Publications-Palestinian-Aramaic/dp/B093RS4G3G

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@wilmaed

Sehr schön. So kann man doch kommunizieren.

obwohl es nur eine geratene Übersetzung

Das ist sie eben nicht, wie bereits gesagt. Es gibt einen Unterschied zwischen ziellos aus dem Bauchgefühl raten, wie etwas gemeint gewesen sein könnte oder evidenzbasiert zu wissen wie A zu B geworden wäre und deshalb von B auf A schließen zu können.

musst du mit so einer Reaktion rechnen.

Wie gesagt, das ist keine Debattenkultur bei der ich ein Gespräch weiterführe und auch keine, die ich bei irgendjemandem anwende.

Versuche von „Rückübersetzungen“ aus dem, was Jesus Christus vielleicht auf Aramäisch gesagt haben könnte, seien in den 1970er Jahren beliebt gewesen, „sind aber untauglich. Uns ist als einzige verbindliche Quelle der griechische Text der Bibel zugänglich.“
Man könne „nicht hergehen und aus einer angeblich falschen Übersetzung das richtige Original rekonstruieren wollen. Das ist methodisch absurd“, so Söding.

Zunächst einmal sei gesagt: Schön, mal einen ernstgemeinten Text zu lesen.

3 Dinge, die mich etwas stören:

1. : Es wird keine Begründung genannt. Nur die These "Sind aber untauglich" und "ist methodisch absurd". Da fehlt eine faktenbasierte Begründung, um den Gedankengang überhaupt nachvollziehen zu können. Wie kommt man zur Wertung "untauglich", wie zur Wertung "methodisch absurd"? Es ist natürlich ein Zeitungsartikel und kein wissenschaftliches Paper, aber bei einer Schlussfolgerung ohne Begründung fehlt nun einmal das wichtigste.

2. Es geht in diesem Text nur um das Vater Unser. Kein Ausschlusskriterium, aber ein Störfaktor.

3. Der hier zitierte Experte Thomas Söding hat sicherlich gewisse Expertise, jedoch ist sein akademischer Hintergrund die katholische Theologie. Das ist natürlich suboptimal, denn gerade das Thema Rückübersetzungen ist aus verschiedenen theologischen Strömungen aufgrund der potentiellen tiefgreifenden Veränderung theologischer Prinzipien so kontrovers (man sieht es daran, dass er den Papst kritisiert), dass eine neutrale Wissenschaft optimaler wäre. Offiziell sind die Theologien zwar annährend neutrale Wissenschaften, jedoch sind sie es letztendlich schon in ihren Lehrprinzipien nicht. Religionswissenschaftler, Historiker, Linguisten, Orientalisten oder Ethnologen als Experten wären für diese Frage die bessere Wahl. Dennoch ist das natürlich auf keinen Fall ein Ausschlusskriterium, weshalb ich seine Meinung zwar als seine Meinung anerkenne, mir aber die Begründung fehlt (siehe Pkt. 1) um seine Meinung bewerten zu können.

In eine Sprache, die TOT ist: jüdisch-palästinische Aramäisch (galiläisches Aramäisch) spricht heute niemand.

Der Dialekt ist tot, das stimmt. Viele Dialekte, auch ein westaramäischer Dialekt wie das galiläische Aramäisch, werden jedoch noch immer gesprochen. Und, obwohl Dialekte in semitischen Sprachen größere Unterschiede als im Deutschen aufweisen können, kann ich sagen (Ich spreche Aramäisch), dass der galiläische Dialekt für den Zweck der korrekten Interpretation und Übersetzung ähnlich genug ist. Er unterscheidet sich vor allem durch die Aussprache (was unerheblich ist) und durch das Vokabular (dessen wenige Besonderheiten bekannt sind), ansonsten kann man es problemlos mit anderen Dialekten gleichsetzen.

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@leChatNoir267

Nun,

1 . eine Rückübersetzung bringt nicht den vermuteten, ursprünglichen Text zustande

2 . die Peschitta ist nicht die Basis für das AT und nicht für das NT gewesen

3 . die Peschitta des NT ist frühestens zeitgleich bis deutlich nach den Evangelien und Briefen entstanden.

Die Aussagen der Peschitta sind somit nicht glaubwürdiger und stehen somit nicht höher, als das koine-griechische NT.

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@Dafur

Ich schrieb doch in meinem letzten Kommentar:

Was ich meine, ist nicht wirklich die Peschitta.

Und daraufhin fast dasselbe wie Du jetzt:

Die Peschitta hingegen, weißt nicht an allen Stellen eine korrekte Interpretation und damit Übersetzung auf, sondern ist an vielen Stellen lediglich die wörtliche Übersetzung der altgriechischen Texte in die syrische Sprache.

Von daher weiß ich nicht wirklich, was ich nun mit Deiner Rückmeldung anfangen soll. Wir reden aneinander vorbei.

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@Dafur

Ach doch, in 2 Punkten muss ich dir widersprechen:

eine Rückübersetzung bringt nicht den vermuteten, ursprünglichen Text zustande

Eben doch. Nicht Wortgetreu, so viel ist natürlich klar, aber Bedeutungsgetreu. Er vermag schwere Interpretationsfehler durch die Unfähigkeit der altgriechischen Sprache, bestimmte Gedankengänge die im Original der aramäischen Kultur zugeordnet waren, zu korrigieren.

die Peschitta ist nicht die Basis für das AT und nicht für das NT gewesen

Nicht, die Peschitta, nein. Darin sind wir ja wie oben zitiert völlig einer Meinung.

Aber einige wenige Stellen im AT waren im Original Aramäisch:

In aramäischer Sprache sind folgende Stellen des Alten Testaments verfasst (mit zunehmendem Alter):
Daniel 2,4b bis 7,28.
Esra 4,8 bis 6,18 und Esra 7,12 bis 7,26.
Jeremia 10,11.
1. Mose (Genesis) 31,47.
Eventuell aramäisch könnten sein:
1. Mose (Genesis) 15,1.
4. Mose (Numeri) 23,10.
Hiob 36:2a.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Biblisches_Aram%C3%A4isch

Und vor allem im NT die Texte der vier Evangelien (Wörtliche und indirekte Rede Jesu sowie wörtliche und indirekte Rede der Jünger und anderer vorkommender Personen) waren logischerweise Aramäisch und sind vor allem im System dieser Sprache zu verstehen.

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