Wie verhält sich Satan zu Luzifer?

13 Antworten

Der Teufel (für den in der Bibel auch die Begriffe Satan, Luzifer, Leviathan, Schlange, Drache verwendet werden) war ein höherer Engel (Engelfürst), der seinen freien Willen dazu verwendet hat, von Gott abzufallen, da er selbst wie Gott sein wollte. Er verführte einen Teil der Engel dazu, seiner Rebellion zu folgen. Die von Gott abgefallenen Engel werden als Dämonen bezeichnet.

Der Teufel ist nur ein Geschöpf Gottes und hat überhaupt keine Macht, wenn es um das Gericht und die Zeit nach dem Tod geht. In dieser Zeit darf der Teufel noch in bestimmten Bereichen wirken. Doch sein Ende ist vorgezeichnet: "Und der Teufel, der sie verführt hatte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo das Tier ist und der falsche Prophet, und sie werden gepeinigt werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit" (Offenbarung 20,10).

Jesus sagte über den Teufel: "Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben" (Johannes 8,44).

Mehr Infos über Luzifer finden sich hier: http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=dict&article_id=1108

Lucifer wurde in Folge seines Sturzes zum Teufel, also zum Satan. Lucifer ist also der Teufel, bzw. der Satan, aber war es nicht immer, jedenfalls nicht bis zu seinem Sturz aus dem Himmel. Das steht aber auch alles in der Bibel, nur eben etwas verteilt, von der Genesis bis hin zur Offenbarung des Johannes.

Wieso sollte Lucifer weiblich sein? Lucifer steht für Lichtträger bzw. Lichtbringer und wenn man Licht in geistiger Bedeutung betrachtet, bedeutet es Erkenntnis, und eben die hat er Adam und Eva gebracht, indem er Eva verleitet hat, von der Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen.

Ich wüsste aber nicht, wo in der Bibel steht, wie Lucifer nun eigentlich aussieht. Da steht vieles geschrieben über sein Erscheinungsbild, einmal als Schlange, einmal als Drache (das teilweise sogar in einer einzigen Schriftstelle als beides), dann auch als gehörntes Wesen. Alles kann ja wohl kaum gleichzeitig zutreffend sein und beschreibt wohl eher sein Wesen als seine äußere Erscheinung - und vielleicht gilt dies auch für die Beschreibung von Engeln, was diese Engelsflügel betrifft, besonders wenn sie mit bis zu 6 Flügeln beschrieben werden, wovon bis zu 2 paar nur genutzt werden, um etwas zu verdecken, wie Gesicht und Füße. 

Hallo schlachtung5000,

das sind ziemlich viele Fragen, die eigentlich alle einzeln beantwortet werden müssen.

Vorweg: Lucifer, Satan und Teufel sind identisch. Es gibt in den verschiedensten Kulturen immer einen Gegenpol zum Schöpfergott. Interessant ist, dass sich immer irgendwann eine geistige Entität von dem Grossen und Ganzen, dem Schöpfergott rebellierend abgespalten hat.
Im Islam ist der Gegenpol zu Lucifer(Sohn der Morgenröte) "Iblis" und dieser schneidet im Koran nicht ganz so schlecht ab wie bei uns im Neuen Testament. Das Judentum kenn keinen Teufel/Luzifer/Satan, benennt aber "das Böse", welches den Menschen zum Sündigen verführt.

Im Christentum(Bibel, Schöpfungsgeschichte) wird in den Urtexten immer nur von Luzifer gesprochen(Ibis im Islam). Erst im zuge der ganzen Übersetzungen wurde aus Luzifer im ausgehenden Mittelalter Satan / Scheitan (arab.).
Im Paradis ist es Luzifer, der aus Frust über die Erschaffung des leiblichen Menschen(die Seelen gab es vorher schon), gegen Gott rebelliert, Eva zum Sündenfall verführt in dem er ihr sagt, sie solle vom Baum der Erkenntnis essen, damit sie und Adam über das gleiche universelle Wissen verfügen kann, wie die Engel und Gott.
Möglicherweise stammt daher auf alten Bildern, oder in den Beschreibungen vom Konzil von Konstanz, dass der Teufel weiblich sei. Es ist aber definitiv mehr auf die traditionelle Frauenfeindlichkeit der 3 monotheistischen Religionen zurück zuführen, die dem Weiblichen die Sünde und den Teufel andichten.

Wenn du magst kannst du hier noch nachlesen: https://www.gutefrage.net/frage/was-ist-eine-beschwoerung?foundIn=tag_overview&randomReloadId=230857#comment-151719416

Luzifer als Person gibt es so nicht. Wie Gott und die Engel, ist Luzifer ein rein geistiges Wesen. Gemäss den nicht biblischen Apokryphen ist er der erste Engel Gottes. Alle anderen hat Gott aus sich heraus, nach Luzifer geschaffen.

In Italien gibt es ein Sprichwort: "Der Teufel ist nicht so hässlich wie man ihn malt."

Das heisst wohl, dass Gott niemals ein hässliches Wesen geschaffen hätte, die Menschen aber zur Rechtfertigung ihrer Unzulänglichkeiten eine "Hässlichkeit" brauchten, um diesem die Schuld für ihre Verfehlungen zu geben.(Gibt es schon im Judentum)

Wenn man jetzt noch versucht zu erklären, wie der Teufel auf die Erde gekommen ist, muss man wieder ganz vorne in den alten Schriften anfangen:
Nachdem Luzifer enttäuscht über die Erschaffung Adams, und wohlwissend, was dessen Kinder einmal Übles tun werden, Gott darauf hinwies, kam es zu dem Eklat: Luzifer wollte nicht dem Menschen dienen, obwohl die anderen Engel bereits Gehorsam gelobt hatten.
"Und die 7 Erzengel traten vor Gott und auch der Iblis war unter ihnen..."
Iblis/Luzifer: "Ihn(Adam) schufest du aus Lehm, aber mich schufest du aus Feuer und Geist. Ich werde mich nicht vor ihm verneigen". Luzifer hat Gott dennoch die ewige Treue geschworen, aber keinen Gehorsam. Weiter: "So hast du den Ruin über mich gebracht, aber bitte gib mir eine Frist bis zum Tag der Auferstehung aller Seelen." Gott: "So bekommst du die Frist, aber wer dir folgt, mit dem will ich die Hölle füllen." Darauf hin hat Gott seinen ersten Engel und 1/3 seiner Anhänger aus dem Himmel verdammt und auf die Erde stürzen lassen . - Quelle: Koran

Nach diesem sg. Engelsfall wurde Luzifer allgemein nicht mehr als Sohn der Morgenröte bezeichnet, sondern nachfolgend als Satanus/Satanel usw...
Es gibt auch Quellen, wo Luzifer auf der Erde von sich selbst als Samael spricht, weil er seinen Engelsnamen nicht mehr als würdig für sich selbst betrachtet.
Der Spruch: "Lieber in der Hölle regieren, als im Himmel dienen", hat ihm Goethe in "Faust" vermacht. Und hat keinen historischen Halt in alten Texten.

So wie Gott, alle Engel und der Luzifer weder männlich noch weiblich sind, denn geistige Wesen haben nun einmal kein Geschlecht, sind die Darstellungen von einem Teufel mit Pferdehuf, Schwanz und Hörnern also nur der künstlerische Versuch, etwas Unerklärliches halbwegs verständlich zu machen.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen
di Colonna

DiColonnia,

ich hätte mich bei Dir nicht zu Wort gemeldet, wenn Du nicht diesen dummen Kommentar auf meine Antwort gegeben hättest.

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Warum deckt sich die Aussage der Bibel nicht mit Deiner Antwort auf die Frage?

Du hast in Deiner Antwort zitiert aus den Apokryphen sowie aus dem Koran — Literatur, die nicht von Gott inspiriert ist.

Der Koran ist ca. 600 Jahre nach der Bibel geschrieben worden. Im  Koran sind viele Bibelpassagen übernommen worden. Der Koran akzeptiert zwar den Pentateuch mit den darin enthaltenen Aussagen über Satan, verdreht aber anschließend absichtlich die göttlichen Aussagen und suggeriert, Satan wäre ein liebes Kerlchen.

"kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt immer wieder die Gestalt eines Engels des Lichts an." (2. Kor. 11:14)

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Die Apokryphen unterscheiden sich stark von den kanonischen Schriften. Sie kamen um die Mitte des 2. Jahrhunderts auf, also erst viel später. Und das Bild, das sie von Jesus und dem Christentum vermitteln, stimmt mit den inspirierten Schriften in keiner Weise überein.

Zum Beispiel liest man im apokryphen Thomasevangelium sehr seltsame Aussagen, die angeblich von Jesus stammen. 

So soll er gesagt haben, er werde Maria männlich machen, damit sie in das Königreich der Himmel eingehen könne. 

Im Kindheitsevangelium nach Thomas wird Jesus als ein bösartiger Junge dargestellt, der mit voller Absicht den Tod eines anderen Kindes bewirkte. 

Die apokryphen Paulus- und Petrusakten sprechen sich für vollständige sexuelle Enthaltsamkeit aus und behaupten sogar, die Apostel hätten Frauen dazu geraten, sich von ihrem Mann zu trennen. 

Und nach dem Judasevangelium soll Jesus über ein Tischgebet seiner Jünger gelacht haben. 

Nichts davon passt in irgendeiner Form zu den kanonischen Büchern (Markus 14:22; 1. Korinther 7:3-5; Galater 3:28; Hebräer 7:26).

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Unter diesen Aspekten betrachtet, ist Deine "Geschichte" einfach unglaubwürdig. Zu LUZIFER habe ich den Standpunkt der Bibel bereits beschrieben.

Warum vertraust Du unzuverlässigen Quellen, wenn es doch zuverlässige gibt? Gott hat uns alles, was wir über seinen Sohn und auch über Satan wissen sollen, in der Bibel mitteilen lassen — und diesem Bericht können wir wirklich vertrauen:

"Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Erziehung in [der] Gerechtigkeit, 17 damit der Mensch Gottes völlig tauglich sei, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk." (2. Tim. 3:16, 17)

Und bedenke bitte, dass Gott vor dem Einfluss Satans warnt:

"Die inspirierte Äußerung aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeitperioden einige vom Glauben abfallen werden, indem sie auf irreführende inspirierte Äußerungen und Lehren von Dämọnen achtgeben," (1. Tim. 4:1)

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@OhNobody

Buon pranzo OhNobody!

Meine Aussagen decken sich weitestgehend mit der Bibel, sowohl aus theologischer, wie auch vom Standpunkt der Altertumsforschung und Historik.
Die von Ihnen zitierten Verse sind mir ausserdem sowohl inhaltlich, als auch botschaftlich bekannt.

Ausschlaggebend für meine Antwort war die Stellung der Frage:
Sind Lucifer, Satan und der Teufel eine Person?

Ganz klar: ja!
Wie sieht es aus? Spekulativ, zumindest ohne Hörner.
Welches Geschlecht hat dieses Wesen: Wie alle göttl. Geschöpfe: Keines!

Um das zu begründen, bringt es nichts nur unsere Heilige Schrift als das Mass aller Dinge zu betrachten und diese als alleinige Grundlage zu betrachten. Zudem müssen Zeiten und völksrübergreifende Aspekte berücksichtigt werden.
Der Vollständigkeit halber hätte ich hier noch Passagen aus der Traumzeit der Aborigines erwähnen sollen, denn auch sie kennen einen Geist, der gegen den Schöpfergeist rebellierte und heute die Menschen zu ihren Untaten anstiftet.
Dazu hätte ich als Historiker auch noch die Beziehung des Yesidischen Schöpfergottes und Melek Taus anführen müssen, weiterhin die schon weit vor der Abrahamitischen Kultur bestandene Dreifaltigkeits-Theorie der späten Sumerer und Hetiten.Das hätte aber in meiner Antwort schon den Rahmen der erfragten Anforderungen völlig überschritten.

Nicht richtig ist übrigens Ihre Aussage, dass die Apokryphen erst ca. 200 Jahre nach der Bibel geschrieben wurden.
Viele Texte in den Apokryphen, ich meine damit nicht die unzähligen "Thomas, Petrus, Judas, Maria-Magdalena...Sonstwer-Evangelien", die im Kanon der Katholischen Kirche, entweder erst gar keine Aufnahme fanden, oder bis spätestens nach dem Ersten Konzil von Nicäa endgültig aus dem kanonischen Text entfernt wurden, hauptsächlich um die Machtstellung des noch jungen Christentums auf patriarchaische Säulen zustellen.
Die Qumran-Rollen sind beinahe contemporär, 250BC bis 40AD.
Andere Texte und alte Überlieferungen, reichen bis in die späte Bronzezeit zurück. Auch solche Quellen der Menschheit müssen bei aller religiösen Ereiferung historisch berücksichtigt werden.

Andernfalls geschieht genau das, was viele Leute hier denken:
Religion/Glaube/Christentum: "Das ist doch alles Bullshit(scusi), Phantsie von bronzezeitlichen Hirten und Märchen von Starrköpfen in der Kirche. So ist das aber nicht und das wissen Sie.

Um dem Fragesteller eine wenigstens annähernd von allen Seiten und allen Kulturen beleuchtete Antwort zu geben, ist meine Ausführung zwar nicht vollständig, aber korrekt.

Aus christlicher Toleranz und Nächstenliebe, betrachte ich die Heilige Schrift des Islam genauso als ein Wort Gottes, wie es unsere Bibel und der Talmud/Tanakh für sich beansprucht, zudem unzählige nicht schriftlich niedergelegte Mythen, deren Kernbotschaft im Ur-Glauben der Menschheit wurzelt.

Ich denke daher, dass es nicht richtig ist, nicht nur eine Lehre als alleingültig zu betrachten. Historisch ist sie das schliesslich nicht.

Allein der Respekt zu den Menschen der Vergangenheit, der Gegewart und Zukunft verlangt das.
Sie können das natürlich persönlich halten, wie Sie wollen.

Die von Ihnen noch einmal angeführten Zitate spiegeln aber eben nur diese Haltung wieder, obwohl es vergleichbare Passagen in allen 3 Heiligen Schriften gibt. Das Christentum ist im frühen Mittelalter nicht nur in eine wirklich dunkle Epoche verfallen, es hat sich vorallem geweigert, neuere Erkenntnisse und Weiterentwickungen zu akzeptieren.
Das ist exakt der Punkt, weswegen wir heute den Islam als rückständig kritisieren. Nach 1465 hat es dort keine Weiterentwickung mehr gegeben, eher Rückschritte, während das Christentum (erst)seit dem 2. Vatikanischen Konzil wenigstens langsam in die Moderne eintritt.

Zur Wesenseinheit von Luzifer/Iblis/Melek Taus, ect... :
Um dieses Wesen auch nur ansatzweise beschreiben zu können, reicht weder die Bibel, noch irgendeine Schrift/Überlieferung aus.
Zu vielfältig, unterschiedlich und doch im Kerpunkt gleich, betrachten die mehr als 7 Milliarden Menschen auf diesem Globus das, was man schlicht als "Das Böse" beschreiben muss.
Ein paar Bibelverse und Vergleiche mit dem Koran, reichen da sicher nicht aus..
Trotzdem muss man hier noch einmal auf die Vorkenntnisse des Fragestellers und die eigentliche Kernfrage eingehen. Entprechend seiner Vorkenntnisse, betrachte ich die Frage nun von Ihnen und von allen anderen Antwortgebern als ausreichend beantwortet.
Ein abgeschlossenes Theologie / Religionshistorik-Studiums sollte bei solchen Antworten weder Voraussetzung, noch Grundlage zum Verständnis dieses Themas sein.

Ich danke Ihnen für das aufmerksame Lesen meiner Antwort und freue mich über Ihren Kommentar,

di Colonna

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