Wie stand Atatürk zum Islam?

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11 Antworten

Also ich weiß nur, dass Atatürk und Erdogan sich inhaltlich widersprechen.. was Staat und Religion anbetrifft....

Definitiv kann ich Deine Frage NICHT beantworten... aber meine Ansicht darf ich sagen, oder ?

OK, ich finde, dass Atatürk seiner Zeit weit voraus war, und die eigentliche religiöse Idee ganz gut rüberbrachte:

wir Menschen brauchen eine staatliche Ordnung... und .. WER WILL, darf eine Religion haben, sofern diese unsere staatliche Ordung nicht stört....

.. so habe ich es seither verstanden, bin aber neuen Erkenntnissen egenüber offen.....

Das Verhältnis von Atatürk zum Islam ist komplex. Atatürk lehnte den politischen Islam (Kalifat) eindeutig ab und verurteilte konservative und frauenfeindliche Gesellschaftsstrukturen. Die Islamfeindlichkeit, die ihm neuerdings zugeschrieben wird, würde ich jedoch anzweifeln. Es ist eben nur so, dass Atatürk der Ansicht war, dass Religion eine private Angelegenheit ist und nicht politisch instrumentalisiert werden sollte. Außerdem plädierte er für eine zeitgemäße und mit der Wissenschaft konforme Auslegung, sowie für eine Übersetzung des Koran auf Türkisch und Predigten in Moscheen auf Türkisch, damit das Volk auch versteht, statt nur auswendig zu lernen. In einer Rede von 1923 sagte er, der Islam sei die "letzte und vollkommenste Religion".
LG

" Es ist eben nur so, dass Atatürk der Ansicht war, dass Religion eine private Angelegenheit ist und nicht politisch instrumentalisiert werden sollte."

Laizismus gibt es im Islam nicht. Der politische Teil der Religion ist untrennbar vom Rest. Atatürk hat die Gesetze aus Koran & Sunnah abgelehnt und damit den Islam als Ganzes.

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@SinanT86

Laizismus gibt es im Islam nicht. Der politische Teil der Religion ist untrennbar vom Rest.

Völliger Quatsch. Im Islam darf es keinen Zwang im Glauben geben. In einem theokratischen Staat werden aber alle Nichtmuslime gezwungen, nach islamischen Regeln zu leben.

So stellte auch Scheich Ahmed Al-Karima, Professor für islamische Theologie an der Universität Kairo fest: "Die Gesellschaftsordnung und Regeln für das Zusammenleben, die der Prophet aufgestellt hat, darf man nicht als Gebot missverstehen, einen islamischen Staat zu errichten. Ein solcher muss zwangsläufig faschistisch sein und Andersdenkende ausgrenzen."

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@uyduran

Bist du überhaupt Moslem oder tust du nur so?

Ein Muslim muss alles im Koran akzeptieren.

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@Muslim37

Ein Muslim muss alles im Koran akzeptieren.

Richtig, deswegen muss man ja auch beachten, dass es verboten ist, Andere zum Glauben zu zwingen.

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@uyduran

Damit ist gemeint, dass man niemanden zur Annahme des Islams zwingen darf wie es zB die Bestien vom IS machen. Dennoch sieht der Islam ganz klar eine Regierung nach Koran & Sunnah vor. Der PROPHET (SAW) hat mit Koran & Sunnah regiert, willst du nun sagen, der Prophet (saw) hat gegen den Koran verstoßen?! Audhubillah

"Die Gesetzgebung obliegt Allah." (12:40)

"Doch nein, bei deinem Herrn; sie sind nicht eher Gläubige, bis sie dich zum Richter über alles machen, was zwischen ihnen strittig ist, und dann in ihren Herzen keine Bedenken gegen deine Entscheidung finden und sich voller Ergebung fügen." (4:65)

Der Koran beinhaltet ganz klare Gesetze, zB dass jemand, der Zina begeht und von vier Zeugen gesehen wird, 100 Peitschenhiebe bekommt:

"Eine Frau und ein Mann, die Unzucht begehen, geißelt jeden von ihnen mit hundert Hieben." (24:2)
Wenn du dieses Gesetz ablehnst, hast du einen Koranvers geleugnet und bist damit aus dem Islam ausgetreten.

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@SinanT86

Der Koran beinhaltet ganz klare Gesetze, zB dass jemand, der Zina begeht und von vier Zeugen gesehen wird, 100 Peitschenhiebe bekommt. Wenn du dieses Gesetz ablehnst, hast du einen Koranvers geleugnet und bist damit aus dem Islam ausgetreten.

Okay, diese Ansicht sagt natürlich sehr viel über Deine Auslegung des Islam aus. Mich wundert es nur immer wieder, wieso Menschen wie Du dann noch immer in der bösen westlichen Welt leben, wo Peitschenhiebe verboten sind. Wärst Du nicht besser in Saudi-Arabien aufgehoben? Oder ist Dir Deutschland am Ende doch zu schön und zu gemütlich...?

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Ja das stimmt, denn Atatürk dachte fortschrittlich, so wie das viele junge Menschen heutzutage in der Türkei auch tun. Sie ehren den Islam sicherlich als Teil ihrer Kultur und Herkunft, aber leben ihn nicht so wie man das von, Freu einem "strikten" Muslim erwartet. Sie wollen auch in Szenekneipen gehen, Tanzen gehen, Musik hörennd/Freundin haben ohne gleich heiraten zu müssen. Frauen möchten sich keinesfalls verschleiern oder in Burka, Kaftan und Co. durch das Leben rennen. Sie wollen berufstätig sein und gleiche Rechte wie der Mann haben.

Atatürk sah dies auch voraus und wollte den Islam an den allgemeinen Fortschritt adaptieren und kritisierte diejenigen die meinten, dass man den Islam noch so leben kann und soll wie 620 n. Christus...man sieht heutzutage deutlich, dass strikte, islamische Länder, zurückentwickelt sind, Bildungsmissstände hoch drei aufweisen, Frauen keine Rechte haben etc.!

Und das ist so, weil man den Islam 1:1 lebt und umsetzt und auf Gesetze, Gleichberechtigung, Fortschritt und Adaption schimpft. Entwicklung generell verpönt um es milde auszudrücken.

Wäre der Islam ein reiner Glabue, würde sich nicht politisch einmischen und nicht versuchen, jede Sekunde eines jeden Tages seiner Anhänger zu kontrollieren, Grausamkeiten wie Steinigungen etc. bedingen, wäre der Islam heute einfach eine Religion und hätte sicher nicht den desolaten Ruf den er durch Menschen hat, die Islam "extrem" propagieren!

Atatürk war ein blitzgescheiter Mensch, vor allem aber offen und fortschrittlich!!

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