Wie genau laufen die Wahlen in Amerika ab?

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Wie genau laufen die Wahlen in Amerika ab?

Das ist eigentlich eine ganz simple Sache. Hier wird sie dir auf Deutsch erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=PXE4O4tDjsM

weil mir das in der schule nie erklärt wurde

Das verstehe ich nicht. Dabei kann man das doch in drei Sätzen erklären. ... Oder? ... Warte! ... Ich meinte: "... in 300 Sätzen teilweise erklären."

Ich weis soviel, dass es Demokraten und Republikaner gibt, aber das können doch nicht die einzigen Parteien sein, oder? 

In den USA gibt es 56 zugelassene Parteien und Hunderte weiterer Parteien, die jedoch keine Zulassung zu den Wahlen haben.

Allerdings sind de facto nur zwei Parteien wählbar. Den Hintergrund zu erklären, würde den Rahmen dieser Zeichenbegrenzung sprengen. Deshalb die Zusammenfassung:

1. The winner takes it all.

Es ist also seit rund 150 Jahren ein statisches Zwei-Parteien-System; bei dem sich die beiden Parteien (Demokraten & Republikaner) im Wesentlichen nur im Wahlkampf unterscheiden.

(1) Wie Wäht man da, gibt es dort auch Erst- und Zweitstimme?

Das Wahlsystem ist historisch entstanden und für Außenstehende genauso konfus und irritierend, wie für Experten. 

Da in den USA der Präsident (oder Kongressabgeordnete) direkt - genauer: "also irgendwie ein bisschen direkt" - gewählt wird, gibt's da auch nur eine Stimme: 

2. One man - one vote.

(2) Wählen die Leute die Kandidaten oder die Partei, und die Partei bestimmt dann wer President wird?

Weder noch. Das wäre viel zu kompliziert.

In den USA hast du - technisch gesehen - nicht mal eine Stimme. Vielmehr unterschreibst du bei der Wahl deine Entmündigung. Denn du wählst einen "Wahl-Vormund", der in den USA "Wahlmann" genannt wird.

Dieser "Wahl-Vormund" seinerseits ist (meist) ein Parteimitglied der Partei, der auch der von dir bevorzugte Präsidentschafts-Kandidat angehört.

Und dieser "Wahl-Vormund" wählt nun seinerseits den Präsidentschafts-Kandidaten. Das KANN der Kandidat seiner Partei sein; muss es aber nicht. Du kannst also nur hoffen, dass du dich für die richtigen Wahlmänner entschieden hast.

Kannst du mir noch folgen? 

Machen wir dazu mal ein stark vereinfachtes Beispiel ("The winner takes it all."):

In deinem Bundesland gibt es 5 Präsidentschaftskandidaten aus 5 Parteien. Das Bundesland stellt 25 Wahlmänner. (Diese Zahl wird demographisch ermittelt.) Nun gewinnt Kandidat A aus Partei X die Präsidentschafts-Kandidaten-Wahlen in deinem Bundesland. Also bekommt er alle 25 Stimmen aller Wahlmänner zugesprochen. Ganz so, als hätte es die anderen Wähler und Kandidaten in deinem Bundesland nie gegeben. 

Ab jetzt wird es noch einfacher:

Am Ende wird Präsident, wer die absolute Mehrheit der 538 Wahlmänner (= feste Zahl; ändert sich nie) auf seinem Deckel stehen hat. 

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Dieses System wurde einst von den Gründern der USA erdacht. Und es verfolgte zwei Zwecke:

1. Dem "Wilden Westen" Rechenschaft tragen

Als die USA damals begannen, freie Wahlen auszutragen, gab es noch nicht mal durchgehende Bahnlinien. Geschweige denn Telefone oder ähnliches.

Dafür gab es aber hinter jedem Baum Gesetzlosigkeit, Raub, Mord und Totschlag. Man konnte also nicht einfach durchs Land reisen und den Pöbel in einer Wahlkabine sein Kreuz machen lassen, dann die Stimmzettel nach Washington schaffen und dort auszählen. ... Viel zu viel konnte unterwegs passieren...

Also vereinfachte man das Wahlsystem auf die oben beschriebenen "Wahlmänner"; die ihrerseits die Wahlergebnisse ihrer Region zu Pferd nach Washington brachten. Damals waren Wahlmänner also als so eine Art "Boten" gedacht. Nur dass sie eben nicht "verschlossene Briefe" brachten; sondern nach ihrer Ankunft direkt in die Wahlkabine stürmten und dort stellvertretend das Kreuz an der (hoffentlich) richtigen Stelle machen sollten.

2. Parteien und Interessenvertretungen von der Politik fernhalten.

Die Gründerväter hatten mit bitterer Erfahrung lernen müssen, dass Interessengruppen nicht immer zwingend gut sind. Deshalb versuchten sie, einen Weg zu finden, Parteien und Lobby-Gruppen von der Staatspolitik fernzuhalten. 

Die "Wahlmänner-Wahlen" und die "Gewaltenteilung auf die Bundesstaaten" sorgen denn auch bis heute dafür, dass die Parteien in den USA nicht viel mehr als "Wirte für den Parasiten 'Präsidentschafts-Kandidat'" sind. Eine andere Rolle spielen sie im Wesentlichen nicht. 

Und einer der wesentlichen Unterschiede zu anderen "Parteien-Demokratien" ist eben dann auch die (nahezu) völlig fehlende "Fraktionsdisziplin".

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Heute gilt es weithin anerkannt als das undemokratischste Wahlsystem in allen "demokratischen" Staaten dieses Planeten. 

Da man sich aber von Traditionen umso schwerer trennt, je weniger man davon hat - und da die USA praktisch ÜBERHAUPT KEINE TRADITIONEN besitzen; außer eben dieser einen -, ist man natürlich nicht bereit, dieses heute völlig unverständliche, komplexe, fehleranfällige und mittlerweile durch und durch korrumpierte System zu ändern. 

Mein Tipp, Unskinable2 trifft die Sache nur ansatzweise. Außerdem erklärt er bei weitem nicht sachlich, wie das Wahlsystem funktioniert, er sollte besser seinen ganzen Kommentar, die fast drei viertel des ganzen Textes ausmachen rausnehmen und dir den Tipp geben im Internet einfach "Wahlsystem USA" einzugeben, danach findest du diverse Erklärungen mit Text und Grafik. 

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Es gibt auch andere Parteien, die sind aber völlig unbedeutend.
Zuerst gibt es die Vorwahlen, bei denen meist nur die entsprechenden Parteimitglieder (von Demokraten und Republikanern) ihren Wunschkandidaten für die eigentliche Präsidentschaftswahl ''küren''. Jede der beiden Parteien schickt dann einen Kandidaten zur Wahl, bei der dann nur der Präsident gewählt wird. Dabei ( bei der richtigen Präsidentschaftswahl) wählen die Bürger jeden Staates dann Wahlmänner. In fast jedem Staat ( außer Maine glaube ich) bekommt der Präsidentschaftskandidat, der die meisten Stimmen auf sich vereinen kann, alle Wahlmänner des entsprechenden Staates. Die wiederum wählen dann den neuen Präsidenten.
Es gibt dann noch 'extra' wahlen zum Kongress (Parlament). Bei der Präsidentschaftswahl haben die Wähler jedenfalls nur eine Stimme.
LG

Es gibt auch unzählige andere Parteien wie die Green Party oder die Libertarian Party, aber die sind nicht so wichtig. Man kann auch parteilos in die Wahl gehen, aber das ist selten der Fall. Geldgeber, da der Wahlkampf teuer ist.

Die Republikaner sind eher konservativ, wobei es auch moderne Republikaner gibt, auch in der Wahl.

Bei den Demokraten genauso. Die sind aber eher links, können sich aber nicht so gut durchsetzen.

Ich denke nicht das Trump das Gesetz ändern kann. Das entscheidet der Oberste Gericht o.O.

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