Was tun, wenn man das Gefühl hat, gelebt zu werden und nicht selbst zu leben?

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4 Antworten

Wie gut, daß du diese Frage so mutig - und mit welch großer solidarischer Verbundenheit zu deiner Bekannten an uns stellst, MiaLG ;-)

Es gibt rein theoretisch weniges im Leben eines Menschen, was nicht denkbar und möglich ist oder wäre. Persönliche, seelische Not und Zerrissenheit mag bei einem Menschen, der sein Leben vorzugsweise fröhlichen Herzens und mit einem ausgeglichenen Naturell zu geniessen versieht, im ersten Moment wenig wahrscheinlich klingen. Dennoch ist vor einer völligen Entgleisung niemand gefeit, und mag es ihm ansonsten noch so gut gehen.

Mit Vorsehung hat das wenig bis nichts gemein. Es ist weder ein vorbestimmtes Schicksal noch Kismet, wenn man aufgrund verschiedenster Umstände aus seinen natürlichen Bezügen "herausfällt" und in einer spiralhaften Folge mehr und mehr den einst gewohnten Boden zusehends verliert.

Mag sein, es ist die Häufung widriger Umstände oder aber eine über Jahre sich hinziehende schleichende Entwicklung dorthin, die ohne Assistenz von außen im innerseelischen Erleben einer menschlichen 'Kreatur' so raumumfassend einen Menschen erfasst und beutelt, daß man es kaum glauben kann oder solches auch nur ansatzweise für denkbar hält.

Und doch ist niemand je wirklich davor gefeit, daß sich ein Szenario wie dies von dir beschriebene- genauso oder ähnlich ergibt. Da muss in Wahrheit ein Profi eingeschaltet werden, der sich deiner Bekannten widmet und gemeinsam mit ihr Strategien entwickelt, ihr persönliches Elend mit neuer Hoffnung zu ummänteln, damit sich eine Form von Enegie heraus bildet, die ihr hilft, step-by-step den schlammigen Boden unter den Füssen hinter sich zu lassen, um frohgemut den Alltag mit seinen Anforderungen versehen zu meistern !

Vielleicht besteht deine Hilfe darin, ihr mitzuteilen, daß sie dringlich einen Psychiater - einen Facharzt für Neurologie und Psychiatrie aufsuchen sollte, um diesem bei der Sprechstunde von  Details zu berichten, die der Arzt kennen sollte, um ihr zu helfen. Versuchen solltest du es, nur Mut :)

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Kommentar von MiaLG
15.02.2017, 17:42

Hallo jayjay22,

vielen Dank für deine Hilfreiche Antwort!
Ich werde es ihr mitteilen und hoffe natürlich, dass sie diese Anregung wahrnimmt und einen Spezialisten aufsucht! Sie hat inzwischen die Arbeitsstelle gewechselt, was es ihr ein wenig einfacher macht, privat wurde es leider nicht viel besser. 

Liebe Grüße! :)

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Ein paar Gedankensätze:

  • Kein Kind ist verantwortlich für die Eltern!
  • Gott bürdet nie soviel auf, dass man die Last nicht mehr tragen könnte...
  • Eigenliebe besteht nicht darin, andere wahrzunehmen, sondern sich selbst wahrzunehmen...
  • In die eigene Mitte gelangt man, indem man sich selbst wahrnimmt...
  • Die Wahrnehmung Gottes gelingt in der eigenen Mitte...

Wenn sie das Gefühl hat, gelebt zu werden, muss die Frage gestellt werden: Von wem?

Wenn sie die Antwort weiß, muss als nächstes abgeklärt werden, ob dies gewollt ist, oder nicht. Erst dann weiß sie auch, von wem sie sich dann lösen muss, um wieder in ihre Mitte zu kommen und sich selbst wieder wahrnehmen zu können...

Dazu gehört logischerweise, dass sie das eigene Leben wieder an die Hand nimmt: Durch Aktivitäten, die sie zufrieden machen, glücklich machen, welche ihr Lebensfreude bescheren usw. usf....

Es gibt Dinge, in die man keine großen Investitionen tätigen muss...

Auch ein Berufswechsel ist ein Schritt in die Zufriedenheit, wenn die Tätigkeit bzw. das Berufsbild eine innere Unzufriedenheit auslöst...

Das Sichlösen von allem Destruktiven ist ein ganz wichtiger Faktor. Mitunter kann es geschehen, dass das ganze Leben auf den Kopf gestellt wird und man davor und vor dem Unbekannten sich fürchtet...

Aber wer sich diesem Destruktiven nicht entgegenstellt bzw. sein Leben diesem unterordnet, weil die Furcht vor dem Unbekannten größer ist, dem kann dieses Destruktive anscheinend noch nicht destruktiv genug sein:

Es gibt viele Gründe, alles beim Alten zu lassen und nur einen einzigen, doch etwas zu verändern: Du hältst es einfach nicht mehr aus. ( H. C. Fleming)

Deine Mutter soll anfangen, auf sich zu sehen, sich als wichtigste Person zu betrachten und auch zu pflegen. Es gibt für sie kein besseres Leben, als jenes, das sie führt: Sie hat ja nur dieses!

Sich selbst an die Hand zu nehmen, für sich und ihre Vorstellungen und Wünsche einzustehen, sich selbst lieben und achten zu lernen, auf ihre innere Stimme und ihre inneren Empfindungen hören zu lernen, sich mit positiven Dingen umgeben und beschäftigen, Gedankenhygiene zu betreiben, Faulheit auch mal zu genießen und dabei relaxen und und und...

Nur so wird sie dann wieder leben und nicht gelebt werden ...

Gruß Fantho

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Bist du sicher, dass deine Bekannte wirklich so ungluecklich ist, wie du es interpretierst?

Ich kann mir vorstellen, dass das Helfen und die Verbindungen zu anderen genau das sind, das ihr Kraft gibt - "angenehm" ist nicht unbedingt etwas, das jeder Mensch braucht.

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Kommentar von MiaLG
11.04.2016, 20:31

Diese Bekannte ist meine Mutter und ich habe das Glück mit ihr über alles (und ich meine auch alles :D ) reden zu können- das gilt auch umgekehrt. Deswegen nimmt es mich auch so mit. Ich gehe noch zur Schule, mache gerade mein Abi und verdiene leider noch nichts, sonst würde ich versuchen sie dadurch irgendwie zu entlasten ... Reich sein macht nicht Glücklich, aber genügend Geld zu haben macht das Leben dann doch irgendwie etwas einfacher. 

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Was tun, wenn man das Gefühl hat, gelebt zu werden und nicht selbst zu leben?

Jedenfalls nicht an irgendeinen Gott denken (weil Du das unter der Rubrik "Gott" gepostet hast)!

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Kommentar von Fantho
12.04.2016, 17:57

Das tut sie ja nicht: Sie denkt ja nur an einen einzigen Gott...

Ansonsten war Deine Antwort sehr hilfreich...

und das von einem Gott losen Menschen - erstaunlich....

Gruß Fantho

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